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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nebel
Eingestellt am 13. 12. 2003 13:55


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knychen
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Nebel (zweite Fassung)

Nebel

Als Karl erwacht, weiß er sofort, wo er sich befindet. Er liegt in seinem Schlafsack am Ostseestrand. Zuerst streckt er nur seine Nase Richtung Himmel, atmet tief die salzige Luft ein. Dann öffnet er die Augen.
Er hatte eigentlich gehofft, die Sonne zu sehen, schließlich spĂŒrt er sie deutlich, aber ein dichter Nebel lĂ€sst nur ein unwirkliches, diffuses Licht hindurch.
Der Nebel ist so kompakt, dass Karl die winzigen Tröpfchen zu spĂŒren meint und wĂ€hrend es im Inneren des Schlafsackes mollig warm ist, erscheint die Außenseite wie ein ausgewrungener Waschlappen. Auch der Sand hat sich eine Kruste zugelegt. Nur in der flachen Grube mit den Resten des nĂ€chtlichen Feuers hat die SpeicherwĂ€rme den Tautropfen keine Chance gelassen. Drei verkohlte Kloben liegen noch herum, die flugfĂ€higen Überreste hat wohl ein leichter Nachtwind ĂŒber die KĂŒste verteilt. Trotzdem riecht es warm und wĂŒrzig aus der Erdmulde.
Der zweite Schlafgast am Strand regt sich noch nicht. Unsichtbar vor sich hin schnarchend, sieht er mit seinem Schlafsack aus wie eine große zusammen gekrĂŒmmte Raupe. Das ist Karls Wohnungsnachbar Roland aus Berlin.
Mit ihren Frauen und den beiden vierjÀhrigen Töchtern hatten sie sich gestern Mittag spontan zu diesem Ausflug an die Ostsee entschlossen.
Bis weit nach Mitternacht saßen sie zusammen am Strand, haben gegessen, getrunken, geraucht, die Kinder immer wieder im Kreis herumgewirbelt und schließlich den Abend mit einem GesprĂ€ch ĂŒber die Unendlichkeit des Weltalls ausklingen lassen. Die Frauen trugen die schlafenden MĂ€dchen zum Wohnmobil hinter der DĂŒne, doch die beiden MĂ€nner beschlossen, am Strand zu schlafen.
Karl steht auf.
Die See liegt völlig ruhig, kein Wind weht mehr und nur das leise Glucksen einer kaum sichtbaren DĂŒnung kommt in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden an der Buhnenreihe entlang auf ihn zu. Die Sicht ist so miserabel, dass Karl gerade mal ein Buhnenfeld zu jeder Seite erkennen kann. Irgendwo bellt ein spielender Hund.
Nichtsdestotrotz ist es warm an diesem Sonntagmorgen Ende August und so zieht sich Karl aus und geht gemĂ€chlich ins Wasser. Da ihn niemand beobachtet, reibt er sich fröstelnd ungeniert ĂŒber die Arme. WĂ€ren die Kinder oder die Frauen anwesend, hĂ€tte er, um seine mĂ€nnliche Stellung zu untermauern, nach wenigen Schritten kopfĂŒber ins Nass springen mĂŒssen.
Ein Jogger lĂ€uft vorbei, ruft ein „Moin!“, Karl antwortet „Moin, Moin!“
Dann schwimmt er los.
In einer Linie mit den Buhnenköpfen hat er die erste Sandbank erreicht und kann wieder stehen. Bis zur HĂŒfte reicht ihm das Wasser hier. Nun rĂŒckwĂ€rts gehend, betrachtet er das Ufer. Kein GerĂ€usch ist zu hören, keine Möwe kreischt, kein Hund bellt mehr, es ist totenstill. Der Nebel scheint alles Hörbare in sich aufzusaugen. Die ĂŒber dem Wasser stehenden Schwaden erinnern Karl an das Außenbecken eines Thermalbades im Winter.
‚Wie mögen sich wohl die Seeleute frĂŒher gefĂŒhlt haben, so ganz ohne Gesichtskreis und GPS, wenn sie bei Flaute und so’ner Milchsuppe vor sich hin dĂŒmpelten?’ denkt er.
Auf dem RĂŒcken mehr treibend als schwimmend, versucht er, sich in eine solche Situation hinein zu versetzen.
„Es gibt nichts Schöneres, als im Meer zu schwimmen, stimmt’s?“ ruft plötzlich eine junge Frauenstimme dicht hinter ihm.
Karl erschrickt und dreht sich herum.
Er war sich eigentlich sicher gewesen, allein zu sein, aber nun hĂ€lt sich drei Meter von ihm eine junge Frau, fast ein MĂ€dchen noch, mit langsamen Bewegungen ĂŒber Wasser. Da er nur ihr Gesicht und ihre Schultern sehen kann, lĂ€sst sich das Alter schwer schĂ€tzen, er tippt auf zwanzig, höchstens zweiundzwanzig Jahre. An den Schultern und dem hĂŒbschen Gesicht erkennt er eine gesunde FreiluftbrĂ€une. Ihr braunes Haar trĂ€gt sie in einer sportlichen Kurzfrisur, zwei Ohrstecker glitzerten ein wenig und sie spricht den Dialekt der Gegend. Die TrĂ€ger ihres Badeanzuges laufen als breite schwarze Streifen ĂŒber die SchlĂŒsselbeine, wahrscheinlich so ein Anzug, wie ihn Leistungsschwimmerinnen tragen.
„Ist das hier oft so, mit dem Nebel?“ fragt Karl.
„Nur wenn der Sommer zu Ende geht, aber heute ist es schon ganz schön krass.“
„Ich hatte gar nicht gesehen, dass noch jemand
 also, dass du hier badest“ sagt er.
„Ist auch Zufall, dass ich gerade hier zum Ufer gekommen bin“ meint sie. „Ich hab weit draußen meine Bahnen gezogen. Der Nebel reicht nur ungefĂ€hr tausend Meter, dann ist klare Sicht.“
„Du schwimmst tausend Meter weit ins Meer?“ wiederholt er unglĂ€ubig.
„Locker“ ruft sie „wenn ich noch mal geboren werde, möchte ich ein Fisch sein oder so was.“
Karl blickt beim Schwimmen in die Tiefe unter sich. Das Salzwasser brennt ein wenig in den Augen.
„Wie tief wird es hier sein?“
Sie holt tief Luft und ihr Kopf verschwindet. Die völlige Stille um Karl herum lĂ€sst ihn nach einigen Sekunden unruhig werden. Er beginnt mit den FĂŒĂŸen auf der Stelle zu treten und blickt sich suchend um.
‚Sie muss schon eine Minute unter Wasser sein’ denkt er. Dann meint er ein PlĂ€tschern zu hören, schaut nach links, nach rechts, reckt den Kopf etwas höher, um vielleicht ein klein wenig weiter sehen zu können. Er taucht das Gesicht ins Wasser, schwenkt dort ebenfalls eine komplette Runde herum; Fehlanzeige.
Karl wird panisch.
„Hallo!!“ ruft er, in der Hoffnung, sie wĂ€re ein StĂŒck außerhalb seines Blickfeldes aufgetaucht.
Nichts.
Schon ist er sich nicht mehr ganz sicher, sie ĂŒberhaupt gesehen zu haben. Wo sollte er auch suchen, er weiß ja schon nicht mehr, wo das Ufer ist. Als ihm das bewusst wird, ist es gĂ€nzlich um seine Beherrschung geschehen.
„Scheiße, verfluchte!!“ brĂŒllt er laut. Er orientiert sich kurz am Stand der Sonne und schwimmt eben los, als das MĂ€dchen in genau dem Abstand neben ihm auftaucht, der ein Erschrecken seinerseits ausschließt und gleichzeitig den Regeln der Höflichkeit zweier sich fremder Menschen Rechnung trĂ€gt. Sie prustet nicht einmal. Wortlos hĂ€lt sie ihm eine Handvoll Sand mit ein paar Splittern von Muschelschalen hin.
„Donnerwetter!“ sagt er. „Ich hab schon Panik gekriegt. Wie tief ist es denn nun?“
„SchwarzgrĂŒn, vielleicht ein bisschen heller“ ist ihre kryptische Antwort.
„Ich schwimme zurĂŒck, mal sehen, ob meine Familie schon auf ist.“ Karl schwimmt los.
Das MĂ€dchen lacht. „Halbe Drehung nach links und dann geradeaus, sonst kommst du höchstens zur SeebrĂŒcke, aber erst in einer Stunde. Wenn du so lange durchhĂ€ltst, heißt das. Ich komme am besten mit zum Ufer.“
Nach einigen SchwimmstĂ¶ĂŸen schĂ€lt sich bereits die erste Buhne aus dem von oben erleuchteten Nebel. Das StĂŒck ĂŒber die Sandbank lĂ€uft Karl, sie lĂ€sst weiterhin nur Kopf und Schultern aus dem Wasser ragen.
Dann, als sie bereits im schenkeltiefen Wasser am Strand sind, sie schwimmt immer noch, nimmt sie plötzlich Kurs auf die Buhnenreihe und wuchtet sich schließlich mit einem kraftvollen Schwung hinauf.
Sie hat einen athletischen Oberkörper, kein Gramm Fett, wenig Brust und ĂŒberhaupt keine Beine. Ihr Badeanzug, ein Modell mit angesetzten kurzen Hosenbeinen, ist dort, wo eigentlich die Beine anfangen, einfach zugeknotet, jedes Bein fĂŒr sich. Das hat Karl nicht erwartet. Schnell schaut er wieder höher. Auf ihrem linken Oberarm prangt ein sauber gestochener Skorpion mit kampfeslustig aufgerecktem Hinterteil.
Sie hat natĂŒrlich seinen Blick gesehen und scheint amĂŒsiert.
„Hast du ein Problem damit?“ fragt sie lĂ€chelnd.
„Nein, nein
es ist nur
es ist nur ungewohnt“ stottert er.
„Och Schietkram“ wiegelt sie mit einer Handbewegung ab. „Das ist wie bei einer Scheidung. Ist die körperliche Trennung erst mal vollzogen, kommt auch bald die gedankliche Trennung. Wenn die Natur gewollt hĂ€tte, dass man ohne Beine nicht leben kann, wĂ€re ich ja schließlich tot. Und wer laufen will, der lĂ€uft auch.“
Karl ist ungefĂ€hr doppelt so alt wie die junge Frau. Normalerweise hĂ€tte er sie in Gedanken als „altklug“ abgetan und das GesprĂ€ch in eine andere Richtung zu lenken versucht. Durch ihre Behinderung jedoch hatte sie sich einen Erfahrungsbereich erschlossen, den er einfach anerkennen musste.
„Aber 
“setzt er an.
„Nichts aber“ ruft sie. „kannst ja versuchen, mitzuhalten!“
Sie dreht den Oberkörper nach rechts, stemmt sich mit einem „Hepp“ in den Handstand und lĂ€uft, nein rennt, mit nach außen gereckten Ellenbogen die Buhnenreihe entlang. Dabei berĂŒhrt sie nur etwa jeden zweiten Baumstamm, weicht gekonnt den von Möwen hinterlassenen HĂ€ufchen unverdauter Muschelschalen aus und behĂ€lt trotz der sich stĂ€ndig steigernden Geschwindigkeit in bewunderungswĂŒrdiger Weise ihr Gleichgewicht. Mit dem weit in den Nacken geworfenen Kopf und dem zu einem Hohlkreuz durchgebogenen RĂŒcken erinnert sie an den Skorpion auf ihrer Schulter. Die beiden Knoten der zugebundenen Hosenbeine zucken im Takt ihrer schnellen SprĂŒnge abwechselnd vor und zurĂŒck. So schnell hĂ€tte Karl nie im Leben dort rennen können.
„Machs gut! Ich muss zu meinem Prinzen!“ ruft sie, lĂ€sst am Buhnenkopf den Schwung einen Augenblick nachwirken, stĂ¶ĂŸt sich kraftvoll ab und verschwindet mit einem perfekten Kopfsprung im aufspritzenden Wasser.


__________________
kny

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Gandl

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Registriert: Jul 2003

Werke: 1
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fabelhaft

Hi knychen,
eine wunderbare, poetische, moderne Fabel.
Oder ist es gar keine Fabel?
Ist es einfach nur eine irritierende Geschichte?
Die so gespielt haben könnte?
Aber mir was Fabelhaftes sagt.
Sehr fein gesponnen und mit einem goldenen HĂ€ndchen ausgefĂŒhrt.
Tausend Dank
Gandl

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
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Hallo,

ĂŒber "Beste" hier her gekommen..

Es ist fĂŒr MICH nicht das Beste. Die Idee..die hat was, aber die AusfĂŒhrung, die lĂ€sst bissl zu wĂŒnschen ĂŒbrig.
Ist nicht bös gemeint.

Eine Moral, etc..kann ich da..auch nicht erkennen. Denn es gibt nichts, was auf das Erlebnis mit dieser fröhlichen, starken, trotz Behinderung-stehenden Frau drauf hinweist.
Sorry.
Dennoch war es mir so viel wert, das ich meine Gedanken,Anregungen einbringen wollte.

lG
Susanne
Als Karl erwachte, wusste er sofort, wo er war. In seinem Schlafsack am Ostseestrand. Er streckte seine Nase Richtung Himmel, atmete tief die salzige Luft ein undöffnete seine Augen.
Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass die Sonne scheint, spĂŒrte er sie dochdeutlich, aber der dichte Nebel ließ nur ein unwirkliches, diffuses Licht hindurch.

Der war so kompakt, dass Karl die winzigen Tröpfchen spĂŒren konnte und wĂ€hrend es im Inneren des Schlafsackes mollig warm war, erschien es ihm draussen alles wie einausgewrungener Waschlappen.
Auf dem Sand hatte sich eine Kruste gebildet.
Nur in der flachen Grube, in der er lag, mit den Resten des nÀchtlichen Feuers, hatte die SpeicherwÀrme den Tautropfen keine Chance gelassen.
Vom Feuer selbst lagen nur noch drei verkohlte Kloben herum, alles andere hatte der Nachtwind in alle Richtungen verteilt.
Es roch immer noch wĂŒrzig nach Fichte und Buche und es war noch etwas warm um ihn herum
Sein Blick wanderte zu dem anderen herrĂŒber, der dort schlief und sich nicht regte. Der noch vor sich hin schnarchte und aussah, wie eine zusammengekrĂŒmmte Raupe.
Er war Karls Wohnungsnachbar aus Berlin (Wie heisst der? Hier könnte man seinen Namen einbringen)
Ihre beiden Frauen und die beiden vierjĂ€hrigen Töchter schliefen hinter der DĂŒne in einem Wohnmobil.
Bis weit nach Mitternacht hatten sie zusammen gesessen, getrunken, geraucht, die Kinder immer wieder im Kreis herumgewirbelt und schließlich den Abend mit einem GesprĂ€ch ĂŒber die Unendlichkeit des Weltalls ausklingen lassen.
Karl stand auf.
Die See lag völlig ruhig, kein Wind wehte mehr und nur das leise Glucksen einer kaum sichtbaren DĂŒnung kam in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden an der Buhnenreihe entlang auf ihn zu. Irgendwo bellte ein Hund. Von wo aus es kam, war fĂŒr ihn nicht auszumachen
Die Sicht war so miserabel, dass gerade mal ein Buhnenfeld zu jeder Seite erkennbar war.
Nichtsdestotrotz war es warm an diesem Sonntagmorgen Ende August und so zog sich Karl nackendaus und ging gemÀchlich ins Wasser, um zu baden.
Er fĂŒhlte sich unbeobachtet und rieb sich fröstelnd ungeniert ĂŒber die Arme.

"Moni!" hörte er jemanden rufen und ein Jogger kam vorbei gelaufen. Karl lachte, rief "Moin Moin " und sprang ins kalte Nass.

In einer Linie mit den Buhnenköpfen hatte er die erste Sandbank erreicht und konnte wieder stehen. Bis zur HĂŒfte ging ihm das Wasser dort. Nun rĂŒckwĂ€rts gehend, betrachtete er staunend das Ufer.
Kein GerÀusch war zu hören, keine Möwe kreischte, kein Hund bellte mehr, es war totenstill. Der Nebel schien alles Hörbare in sich aufzusaugen.
,Wie mögen sich wohl die Seeleute frĂŒher gefĂŒhlt haben, so ganz ohne Gesichtskreis und GPS, wenn sie bei Flaute und so'ner Milchsuppe vor sich hin dĂŒmpelten?' dachte Karl.
Auf dem RĂŒcken schwimmend, mit zum Strand gewandten Gesicht, versuchte er, sich in eine solche Situation hinein zu versetzen.
"Es gibt nichts Schöneres, als im Meer zu schwimmen, stimmt's?" hörte er, wie aus dem Nichts, eine junge Frauenstimme sagen
Karl erschrak.


Er sah direkt in die Augen einer wunderschönen Frau, die einige Meter von ihm entfernt, neben ihm her schwamm. Oder war es ein MÀdchen? Er konnte ihre Alter kaum schÀtzen.
Sie trug eine Kurzhaarfrisur und er konnte zwei Ohrstecker glitzern sehen. Und ihre Dialekt sagte ihm, sie wĂŒrde aus deiser Gegend stammen.

Die TrĂ€ger ihres Badeanzuges liefen als breite schwarze Streifen ĂŒber die SchlĂŒsselbeine, wahrscheinlich so ein Anzug, wie ihn Leistungsschwimmerinnen tragen.
"Ist das hier oft so, mit dem Nebel?" fragte Karl.
"Nur wenn der Sommer zu Ende geht, aber heute ist es schon ganz schön krass." Erwiderte sie lÀchelnd

"Ich hatte gar nicht gesehen, dass noch jemand? also, dass du hier badest" sagte er.
"Ist auch Zufall, dass ich gerade hier zum Ufer komme" meinte sie. "Ich habe weit draußen meine Bahnen gezogen. Der Nebel reicht nur ungefĂ€hr tausend Meter, dann ist klare Sicht."
"Du schwimmst tausend Meter weit ins Meer?" wiederholte er unglÀubig.
"Locker" rief sie "wenn ich noch mal geboren werde, möchte ich ein Fisch sein oder so was."
Karl blickte beim Schwimmen in die Tiefe unter sich unddas Salzwasser brannte ein wenig in den Augen.
"Wie tief wird es hier wohl sein?" fragte er etwas Àngstlich(?)
Ihr Kopf verschwand im Wasser und tauchte nicht wieder auf
Karl konnte das Ufer nicht mehr sehen, es gab nicht den kleinsten Anhaltspunkt fĂŒr ihn und es machte sich leichte Panik bei ihm breit
Gerade als er sich selbst Mut zu versuchen machte und laut rufen wollte, tauchte sie wieder auf und hielt ihm eine Handvoll Sand entgegen.
"Donnerwetter" sagte er und lachte etwas hysterisch, aber beruhigt. "Und-wie tief ist es denn nun?"
"SchwarzgrĂŒn, vielleicht ein bisschen heller" war ihre kryptische Antwort.
nun will er zurĂŒckscwimmen. Aber EBEN noch konnt er das Ufer nicht erkennen, sehen.??
"Ich schwimme zurĂŒck, mal sehen, ob meine Familie schon auf ist." Karl schwamm los.
Das MĂ€dchen lachte ihm hintgerher.
"Halbe Drehung nach links und dann geradeaus, sonst kommst du höchstens zur SeebrĂŒcke, aber erst in einer Stunde. Wenn du so lange durchhĂ€ltst, heißt das. Ich komme am besten mit zum Ufer."
Nach einigen SchwimmstĂ¶ĂŸen schĂ€lte sich bereits die erste Buhne aus dem von oben erleuchteten Nebel. Dann hatte Karl plötzlich wieder Boden unter den FĂŒssen und lief lief so schnell er konnte das letzte StĂŒck zurĂŒck zum Strand
Dann, als sie bereits im schenkeltiefen Wasser am Strand waren, sie schwamm immer noch, nahm sie plötzlich Kurs auf die Buhnenreihe und wuchtete sich schließlich mit einem kraftvollen Schwung hinauf.
Ihr athletischer Körper zeigte keinen Gramm Fett zu viel auf. Dann sah er hinab, wo er ihre Beine erwartete, aber da war nichts. Nur zwei verknotete Enden. Das hatte er nicht erwartet. LĂ€chelnd sah sie ihn an. Er fĂŒhlte sich scheisse.

Hast du ein Problem damit?" fragte sie ihn.

"Och Schietkram" wiegelte sie mit einer Handbewegung ab. "Das ist wie bei einer Scheidung. Ist die körperliche Trennung erst mal vollzogen, kommt auch bald die gedankliche Trennung. Wenn die Natur gewollt hĂ€tte, dass man ohne Beine nicht leben kann, wĂ€re ich ja schließlich tot. Und wer laufen will, der lĂ€uft auch. Unnötig oft sollte man aber nicht allzu viel riskieren."
"Aber ?"setzte Karl an.
"Nichts aber" rief sie. "kannst ja versuchen, mitzuhalten."
Sie drehte den Oberkörper nach rechts, ging mit einem "Hepp" in den Handstand und lief, nein, rannte mit nach außen gereckten Ellenbogen die Buhnenreihe entlang. Dabei berĂŒhrte sie nur jeden zweiten Baumstamm, glitt nicht einmal aus. Ihr RĂŒcken war zu einem gleichmĂ€ĂŸigen Hohlkreuz gebogen und die beiden Knoten der zugebundenen Hosenbeine schoben sich im Takt ihrer schnellen SprĂŒnge abwechselnd vor und zurĂŒck.
"Machs gut. Ich muss zu meinem Prinzen!" rief sie fröhlich, stieß sich an der vordersten Buhne kraftvoll ab und verschwand mit einem formvollendeten Kopfsprung im Meer.
Karl stand wieder allein am Strand und sah dieser Meerjungfrau nach ĂŒberlegte, ob ihm irgendjemand diese Geschichte glauben wĂŒrde.
"Morgen!" Sein Nachbar war nun auch aufgestanden und prĂŒfte mit dem rechten Zeh seines DFussesdie Wassertemperatur.
"Hab gerade 'ne Meerjungfrau getroffen, aber sie musste zurĂŒck zu ihrem Prinzen."
"Verstehe" sah ihn ? mitleidig an. "Lass uns mal ertsmal n starkn trinken gehn!"Karl nickte.

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Daniel Mylow
Guest
Registriert: Not Yet

Wirklich gut erzĂ€hlt, sehr flĂŒssig und atmosphĂ€risch, nur das Ende lĂ€uft so ein bisschen aus, der Schlusspunkt fehlt oder wĂ€re vorher gewesen, wo sie aus dem Wasser steigt+davonlĂ€uft. Gruß, Daniel

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Stoffel
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was ich sagen wollte eigentlich..

der anfang..
zum Ende hin..
keins von beiden hat etwas miteinander zu tun..
dieser lapidare anfang eines Campenden...
(da ist ER, dann der MITBEWOHNER, dann DIE FRAUEN, die TÖCHTER)
wo nichts zu finden ist, was sein Leben in Frage stellt/durchbricht..
findet nicht zu der Begegnung mit der Frau..hin.
Das der, der sie begegnet daraus "etwas zieht" ein Lehre, Einsicht, Fabel etc...
nichts ist davon da, wo Anfangs etwas zu lsen war.
Es fehlt auch an echter SPANNUNG...
das Schwimmen im Meer...diese Momente..die Begegnung..bis die "Meerfrau" aus dem Wasser "steigt"...
nichts ist da..nichts.

Woanders hat eine Autorin gesagt, es Àrgere sie etwas.
MICH Àrgert dann doch ein wenig, das das hier unter "The Best" lÀuft.

Es gibt hier auch keinen "guten Fluss".
Es wirkt steril. Es ist unbedingt bearbeitungswĂŒrdig.Es sind oft gestelzte SĂ€tze. UmstĂ€ndlich, nicht passend zum Prot.

Susanne

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Rainer
???
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quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von Stoffel

...
Es fehlt auch an echter SPANNUNG...
das Schwimmen im Meer...diese Momente..die Begegnung..bis die "Meerfrau" aus dem Wasser "steigt"...
nichts ist da..nichts.

Woanders hat eine Autorin gesagt, es Àrgere sie etwas.
MICH Àrgert dann doch ein wenig, das das hier unter "The Best" lÀuft.
...


hallo stoffel,

ich greife nur zwei punkte heraus:
also ich finde es schon spannend, wenn ich im meer schwimme obwohl alles neblig ist..
und plötzlich jemand auftaucht,
ich bemerke, dass ich nicht mehr weiß, wo das ufer ist,
jemand taucht und taucht und taucht und erstmal nicht wieder auftaucht etc..

MICH amĂŒsiert es bestens, wenn sich jemand Ă€rgert, "das das hier" von anderen fĂŒr gut oder schlecht befunden wird .


viele grĂŒĂŸe

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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