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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nebel
Eingestellt am 24. 01. 2007 17:36


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fabian kleimund
Autorenanw├Ąrter
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Die dichten Nebel

Wo bin ich? - Nur diese eine Frage. Drau├čen der Nebel. Wo bin ich? - Nur diese ein Frage, der Rest Identit├Ąt irgendwo im Schatten. Ein St├╝ck Fenster, ein Zug Kochschinken, herbstk├╝hle Luft - Wo bin ich? Cogito ergo sum. Das ist klar, das l├Ąsst sich festhalten, der Rest, das andee St├╝ck scheinbar verloren in dunklen S├╝mpfen... Wo bin ich? m├╝sste relevant sein: Cogito ergo sum. Ich sehe durch ein beschlagenes Fenster eine blaugraue Stra├če und rieche Kochschinken und sp├╝re hinter der Bettw├Ąrme die klare K├╝hleund h├Âre ein helles Summen - Bin ich? W├╝rde man den letzten Satz vorlesen, m├╝sste es schnell geschehen. Wo bin ich?

Sie wacht auf. Bewegt das linke Auge und l├Ąchelt still, als sie mich sieht. Wo sieht? das hellzarte Summen hat seinen Besitzer gefunden, die Bettw├Ąrme auch - auch von mir? - Cogito ergo sum! Meine Identit├Ąt taucht aus den S├╝mpfen auf, Sie kl├Ąrt einen Teil der Frage... Bin ich? Sie senkt ihren Teil hinauf, wortlos, obwohl Sie liegenbleibt. Wo sie ist, muss ich auch sein, cogito ergo sum, und ich sehe und h├Âre und atme.

Wo bin ich? Irgendwo, dunkel, ungekl├Ąrt, von schwarzen Nebelschleiern bedeckt. Sie ist auch dort: erster Haltepunkt. Sie wendet sich, schiebt sich langsam ├╝ber das Bett zu mir. Ihr ist die Bettw├Ąrme. Wo komm ich her, wann - wo bin ich? - was tu ich hier? Wo tu ich es? Drau├čen die Stra├če, und Sie ist ein Teil von mir geworden, unzertrennbar mit meiner Identit├Ąt verkn├╝pft...

Das muss es sein, Sie ist der Grund f├╝r diesen Ort. Welchen Ort? Wo bin ich? Cogito ergo sum. Sie wei├č es. Sie muss es wissen. Kann sie denn auch ortlos sein, zwischen dunklen, schweren Nebelschwaden? Gefangen in diesem Unwissen, haltlose Bodenlosigkeit? Wie ich? Cogito ergo sum. Sie muss es wissen - Wer nicht, wenn sie? Sie muss es wissen, sie ist der Grund f├╝r meine Anwesenheit, die unbestreitbare. Warum? Cogito, ergo sum!

Was, wenn nicht?

Wenn sie es nicht wei├č? Was dann? Wenn Sie den Grund nicht wei├č f├╝r meine Anwesenheit, wenn sie vielmehr mich daf├╝r verantwortlich macht - sie auch? - Was dann? Sie vielleicht auch im Nebel, haltlos und blind. Aber auch sie: drau├čen der Nebel, Kochschinken, meine warme Haut, an ihrer jetzt, da Sie sich an mich dr├╝ckt. Meine Bettw├Ąrme: zweiter Haltepunkt.

Wo bin ich? Wo bin ich? F├╝r sie mitgefragt, vielleicht bin ich schuld an dem Unwissen, der Bodenlosigkeit, schuld an dem Nebel, der z├Ąhen Dunkelheit, habe sie mitgerissen in dieses schwarze Loch zwischen Bett und Fenster, W├Ąrme und Geruch, und
sie jetzt zu wecken w├Ąre wie sie zu leugnen.

Sie dr├╝ckt ihre Schl├Ąfe an meine Schulter, glattes, gl├Ąnzendes Haar - heller Seufzer ins Ungewisse - und dann ├Âffnet sie die Augen, graue Weite.

"Ich hei├č Marie, und du?"

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Eve
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

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Hallo Fabian Kleimund,

beim Lesen haben sich mir doch ein paar Fragen aufgeworfen:

oben schreibst du

quote:
Sie wacht auf. Bewegt das linke Auge und l├Ąchelt still, als sie mich sieht

dann kommt
quote:
sie jetzt zu wecken w├Ąre wie sie zu leugnen.

und zum Schluss
quote:
und dann ├Âffnet sie die Augen

steht das nicht im Widerspruch? F├╝r mich war sie eigentlich oben schon wach mit offenen Augen, weil sie dich sieht ...

Mich wundert auch, dass sie sich am Ende vorstellt - es w├Ąre mir logischer erschienen, wenn ihr beide euch gekannt h├Ąttet und ihre bekannte N├Ąhe dir Halt g├Ąbe (die Suche nach dem WO).

Irgendwie bleibt mir bei deinem Text noch zu viel offen, was mir zu frei mit der eigenen Interpretation gekl├Ąrt werden m├╝sste.

Ist der Suchende wach und findet sich selbst in seinem Leben nicht? Ist er im Traum und verrennt sich dort? Vermischen sich beide Welten f├╝r ihn?

Viele Gr├╝├če,
Eve

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fabian kleimund
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Sep 2006

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um auf deine formfrage nach der wachheit von 'ihr' einzugehen: f├╝r mich befindet sie sich im Halbschlaf, schlummert immer wieder in der 'Bettw├Ąrme' ein.
um deine frage nach traum oder wachsein zu beantworten: ich glaube deine fragen haben die reaktion hervorgerufen, die ich mir w├╝nschte.... ;D
es muss nicht alles gekl├Ąrt sein.
gru├č kai

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