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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Nescio,je ne sais pas
Eingestellt am 09. 03. 2016 09:38


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ulli nass
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2015

Werke: 15
Kommentare: 8
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Heute Morgen war ich überzeugt . . .
der Urknall hat gerade erst stattgefunden,
habe ihn im Traum authentisch miterlebt -
und es webt und es webt.
Sah die erste legendäre lebende Zelle,
mit komplexem Kern mit filigraner Membran -
und alles lebt, alles lebt.

Sah Platons Schatten an der Wand,
erzeugt vom Feuer, das längst niedergebrannt.
Las Seneca – sagte einfach ja.
War auf Golgatha sah das Leiden sah die Schmerzen-
spüre sie nun auf ewig im Herzen.
de brevitate vitae – pueri sunt-
for whom the bell tolls - na wenn schon- na und?

Bemühen zu verstehen-
konvulsivische Wehen-
im Kreise stets drehen-
nie wirklich sehen-
ewig flehen -

Graues gramvolles Grübeln-
nie erlöst von den Übeln.
Spirale Galaxien auf Newtons Bahn -
Einsteins Kontinuum kein leerer Wahn -
neuronaler Intellekt – materieller Geist . . .
Mandelbrot, Schrödinger, und der Faden zerreißt?
Deutung aus Kopenhagen -
sapere aude – ja wir müssen es wagen!

Denke nichts- sage nichts -
nehme einfach hin,
erkenne nicht – verstehe nicht,
gleite zeitlos dahin-
Befreit von aller Physik und jeglicher Kausalität
nur den Zufall anbetend . . .
Protuberanzen – sie tanzen - den ewigen Reigen
in ewig formlosem, ewig zeitlosem Schweigen.

Und der Demiurg fühlt die Schuld –
für das Experiment -
dessen Ausgang er kennt.
Hat sich selbst überschätzt –hat die Grenzen verletzt . . .

Dann wünschte ich von Zeit zu Zeit . . .
alle Primaten wären nur Automaten-
und Literaten – können nie gut raten,
mögen im Fegefeuer braten.
All die Werke der Dichter und Schreiber -
nichtssagend - wie das Geschwätz alter Weiber.
Si tacuisses, Philosophus mansisses,
ja so isses -

Erkenne mich spontan als verknotet, nicht ausgelotet.
Erlebe mein Bewusstsein unkonkret wabern,
höre all das Sprechen, all das Lallen und Labern.
Kladderadatsch- weißer Schnee schmilzt zu Matsch,
wird zu trübem Wasser alsbald -
rinnt über spröden Asphalt, macht vor gar nichts mehr halt.

Es rankt die Rose dem Lichte entgegen -
Frage stets mich, weswegen?
Weshalb, wodurch, warum?
Bin ich dumm - auf ewig stumm?

Ganz plötzlich dann öffnet sich vor fatalem Finale die Nische humaner Ökologie.
Unverstanden – aber überzeugend -
sture Köpfe beugend.
Und wie vor langer Zeit -
macht sich Demut breit-
und wo Enge war wird es weit.
Wo kalte, nackte Wüste schien auf ewig implementiert,
wächst Mitmenschlichkeit, nicht gedüngt – nicht zensiert

Biophilie?

So einfach die Idee – sie tut nicht weh-
heilt alle Wunden, die noch nie verheilt-
und der Mensch scheint bereit,
sich endlich selbst zu erkennen,
lässt beim Namen sich nennen.
Alles lebt, alles scheint verwandt – die Natur zeigt Verstand.
Hoffnung an den skeptischen Horizonten aller Phantasie-
so beherzt wie jetzt erschien sie nie . . .

Denke nichts – sage nichts
Höre nichts – frage nichts
Bezweifele nichts – beklage nichts

Erahne endlich Sinn.
__________________
ulli nass

Version vom 09. 03. 2016 09:38

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Rhondaly DaCosta
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Dec 2012

Werke: 100
Kommentare: 301
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Ein schönes Werk. Ein Spaziergang durch Jahrtausende des menschlichen Denkens und Erkennens. Mein Fazit: Take it as it is and take it easy.

Ein paar Schmankerl muss ich unbedingt herausstellen:

quote:
de brevitate vitae – pueri sunt-
for whom the bell tolls - na wenn schon- na und?
so habe ich Hemingway auch noch nicht zitiert gesehen.

quote:
gleite zeitlos dahin-
da isses - take it easy

quote:
Und wie vor langer Zeit -
macht sich Demut breit-
und wo Enge war wird es weit.
na also, es gibt immer eine Lösung

Also, ich finde Dein Werk klasse. Un point, one point ...

Schöne Grüße von Rhondaly

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