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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Nette Überraschung
Eingestellt am 30. 12. 2003 13:05


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Kattinka Fairy
Autorenanwärter
Registriert: Apr 2002

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Nette Überraschung

Es gibt Momente, die vergisst man nie ...

I

Beschwingt laufe ich die Treppen hoch. Seine Wohnungstür steht offen, den Hauseingang hat er mit dem Summer geöffnet. Ich betrete die Wohnung, lege meine Tasche erst mal direkt vorne im Flur ab und schließe die Tür hinter mir. Der herrliche Duft nach frisch gewaschenen Vorhängen empfängt mich. Klar, er hat ja erst letzten Samstag Frühjahrsputz gemacht, fällt mir wieder ein.

„Ben?“, suchend strecke ich meinen Kopf durch die Bürotür. Nichts. Seltsam. Und nochmals: „Benedikt? Wo steckst Du?“ Keine Reaktion.

In die Küche habe ich direkt beim Reinkommen schon geschielt - also gut, schau’n wir halt mal im Wohnzimmer. Nein, auch nicht, aber die Balkontür steht offen. Zielstrebig laufe ich in Richtung Balkon, nur um dann feststellen zu müssen, dass er auch dort nicht ist. Seltsam, er hat mir doch die Türen geöffnet, oder nicht? Hach, Ben und seine Spielchen... Für einen Augenblick verharre ich dort draußen, schließe die Augen und sauge die frische Frühlingsluft in mich ein. Herrlich.

Nun gut, dann bleiben nur noch das Bad – keiner drin - und das Schlafzimmer. Langsam öffne ich die Tür. Das Bett ist frisch bezogen und ordentlich gemacht. Aber auch hier kein Ben. Wer zur Hölle hat mir die Türen aufgemacht? Wo steckt der Kerl?

Plötzlich zieht mir jemand von hinten ein Tuch über die Augen. Vor Schreck zucke ich zusammen, mir entwischt ein kleiner Schrei. Meinen Versuch, mich nach ihm umzudrehen, wehrt er ab, hält mit beiden Händen meinen Kopf nach vorne gerichtet. Dann verknotet er vorsichtig das dunkle Tuch, macht mich blind.

Ich spüre, wie er mich an den Schultern fasst und zu sich dreht. Mir klopft noch immer das Herz bis zum Hals, meine Bewegungen sind unsicher. Sachte, fast unmerklich, streicht er mir mit den Fingerspitzen über die Wangen, legt mir einen Finger behutsam auf die Lippen. Es fällt mir schwer, dieser unausgesprochenen Aufforderung Folge zu leisten, mich zu beruhigen. Ich muss mich beherrschen, dass ich mir das Tuch nicht sofort wieder wegreiße.

Mühsam zwinge ich mich, ruhiger zu atmen. Den geraubten Sinn versuche ich durch die mir verbliebenen wett zu machen. Wie auf dem Balkon ziehe ich wieder den Geruch, der mich umgibt, tief in mich ein. Doch das einzige, was meine Nase aufnehmen kann, ist der zitronenfrische Duft der Wohnung und, ganz leicht nur, der eines sehr neutralen Duschgels. Ich stehe still. Seine Hände hat er längst weggenommen. Ein wenig enttäuscht versuche ich, mit meinem Hörsinn die Stelle zu orten, an der er stehen muss. Voll konzentriert lausche ich mit geneigtem Kopf, versuche jedes noch so kleine Geräusch einzufangen. Doch auch diese Bestätigung gönnt er mir nicht, der dicke, weiche Teppich dämpft jede seiner Bewegungen zur Unhörbarkeit.





II

So bleibt mir nur Geduld. Es ist sein Spiel, ich lasse mich darauf ein. Ich schwanke zwischen leichtem Unbehagen und aufkommender Vorfreude. Ein leichter Luftzug lässt mich frösteln, die feinen Härchen an meinen Armen richten sich auf. Dann spüre ich seine Hände wieder, behutsam streifen sie mir die sorgfältig ausgesuchte Bluse von den Schultern. Der Stoff knistert leise, als sie zu Boden fällt. Jede noch so zarte Berührung brennt auf meiner Haut, das Spiel beginnt mir zu gefallen.

Er drängt mich rückwärts. Am Bett angekommen, gibt er mir mit leichtem Druck zu verstehen, dass ich mich setzen soll und ich folge. Meine Schuhe fallen seinen Händen zum Opfer, die Hose folgt umgehend. Als nächstes muss das dünne Träger-Top weichen, er zieht zischend die Luft durch die Zähne. Ihm gefällt wohl, was er sieht. Ich lächle in die Richtung, in der ich ihn vermute. Nur noch mit Slip und BH bekleidet warte ich fröstelnd, aber sehnsüchtig, auf das, was noch folgen mag.

Nachdem er mich auch noch dieser zwei Teile beraubt hat, zwingt er mich mit leichtem Druck in eine liegende Position. Ich rücke höher, so dass ich etwa mittig auf diesem wunderbar großen Bett liege. Er nimmt mit sicherem Griff mein linkes Handgelenk und streckt meinen Arm über meinen Kopf aus. Voller Neugierde auf das Kommende lasse ich ihn gewähren. Ein Rascheln, dann spüre ich ein weiteres Tuch, er bindet mich am Bett fest. Mit der anderen Hand verfährt er ebenso.

Ich merke, dass er die Wirkung, die seine Handlungen auf mich haben, genießt. Er hält inne, spannt mich auf die Folter. Als er mich wieder berührt, antwortet mein Körper mit Gänsehaut.

Kunstfertig und intensiv verwöhnt er mich, nimmt mir die Luft zum Atmen, nutzt mein Ausgeliefert-Sein in vollem Maße. Ich bin überrascht, lasse mich völlig gehen, gebe mich ihm frei von jeglichem Angst- oder Schamgefühl hin...

III

Als ich wieder zu mir komme, aus diesem strudelnden Hochgefühl auftauche, ist er weg.
Ich spüre es, die knisternde Spannung von eben ist aus dem Raum entwischen. Voller Erstaunen wird mir klar, dass er gegangen ist, ohne zu nehmen. Freigebig hat er mir eine Lust zukommen lassen, die mir bis dato fremd war in diesem Ausmaß, ohne Gegenleistung.

„Ben?“
Auch diesmal bekomme ich auf mein leicht heiseres Rufen keine Antwort. Die Tücher sind so gebunden, dass ich mich ohne Hilfe befreien kann. Als ich die Augenbinde abnehme, höre ich, wie im Schloss der Wohnungstür ein Schlüssel gedreht wird.

Als Ben ins Schlafzimmer kommt, nehme ich als erstes den herben Duft seines Rasierwassers wahr. Mit wollüstigem Blick mustert er mich in meiner Nacktheit, grinst dann verschmitzt. „Oh, ich sehe, ihr habt bereits ohne mich angefangen“ murmelt er, nimmt mein erhitztes Gesicht in beide Hände und gibt mir einen fordernden Kuss.

Ihr? Von was spricht er??? Ich bin verwirrt.
Er kommt einer Antwort von mir zuvor und fährt fort, während er sich mit seiner linken Hand einer meiner Brustwarzen widmet: „Deine Freundin ist aber eine verdammt Hübsche. Nette Überraschung, sie mitzubringen.“

Meiner Miene ist wohl das große Fragezeichen anzusehen, das ich angesichts seiner Worte verspüre. „Freundin?“, frage ich ihn leicht verstört, eine dunkle Ahnung steigt in mir auf.

„Ja, sie kam mir eben auf der Treppe entgegen. Hat wohl etwas im Auto vergessen, hmm? Aber gut, dass ihr den Schlüssel unter der Fußmatte gefunden habt...“

(17. April 2003)

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andermann
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sieben, acht, neun. zehn!

Zugegeben - es hat einen Moment gedauert, bis ich begriffen habe, was passiert ist. Genau: wer der/die Handelnde war.
Köstlich!

Sehr behutsam geschrieben. Dem Leser werden seien Phantasien gelassen.

Vielleicht ist der Anfang ein wenig langatmig? Vieleicht kann frau in "der" Sitaution die Gedanken des Lesers ein wenig leiten?

Aber nochmal: sehr flüssig geschrieben



andermann
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gareth
Fast-Bestseller-Autor
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ich hab das

überhaupt nicht verstanden. Ja, wer ist es denn jetzt gewesen? Ja, ich weiß schon, eine Frau. Aber wer? Ben kennt sie nicht. Die Heldin kennt sie nicht. Hat sie denn wenigstens in der Zwischenzeit in der Wohnung nachgesehen, ob was fehlt?
Das fragt freundlich: gareth

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Kattinka Fairy
Autorenanwärter
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Wo bleibt da die Phantasie?

@andermann:
Danke für das Lob. Wie sollte ich den Leser leiten?

@gareth:
Enttäusch mich nicht, Du bist garantiert phantasievoll, oder?

Laß es eine Freundin des Nachbarn gewesen sein, die zufällig gesehen hat, wie unser Protagonist den Schlüssel unter die Fußmatte gelegt hat und die sich (vielleicht aus Neugierde, vielleicht aus Gier, vielleicht aus andren Beweggründen) in die Wohnung geschlichen hat. Die vielleicht beim Anblick der Hauptperson auf ganz andere Gedanken kam... ein Spiel mit dem Feuer?

Laß es jemand anderen gewesen sein, ich denke, Dir wird schon etwas einfallen...

Ob sie nachgesehen hat, ob etwas fehlt? Es ist seine Wohnung, sie ist nur Gast.

Ich wollte ja auch keinen Krimi schreiben, sondern eine Kurzgeschichte. ;o)

Es grüßt recht freundlich
die Schreiberin


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IKT
Guest
Registriert: Not Yet

Das ist das Schöne an Deiner Geschichte Kattinka, man kann seine Phantasie so richtig spielen lassen! Sehr gut gelungen!!!
LG IKT

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

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Also gut,

es stimmt! jetzt wo Du´s sagst, Kattinka! Es gibt da viele Möglichkeiten :o)
Manchmal ist man aber auch zu stumpfsinnig. Ich jedenfalls.
Dann nehm ich alles zurück und es muss auch niemand nachsehen, ob was weg gekommen ist :o)

Liebe Grüße, gareth

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