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Leselupe.de > Humor und Satire
Neues von Gott
Eingestellt am 13. 03. 2003 01:54


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Alpha O'Droma
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Neues von Gott

Dem newtonschen Energieerhaltungssatz folgend, geht in dem von Gott geschaffenen Universum nichts verloren. Man kann Dinge verlegen, verschlampen oder aus anderen Gr├╝nden nicht wiederfinden. Manchmal werden sie sogar geklaut, doch verloren geht nichts. Den ewigen Skeptikern sei gesagt, dass eine dem Menschen unbekannte Spezies existiert, die sich von Socken ern├Ąhrt. Das sollte nun auch den letzten Zweifler ├╝berzeugen: Newton war zwar ein verkn├Âcherter puritanischer Kotzbrocken, aber sein Energieerhaltungssatz stimmt.

Folgerichtig ging auch Gottes Seele nicht verloren, als er bei dem Verkehrsunfall ums Leben kam (siehe Genesis interruptus). Ein leuchtender Stern schien am Himmel, um von der Geburt des Messias zu k├╝nden, und wies drei Myrrhefreaks aus dem Morgenland, die etwas zu viel Weihrauch inhaliert hatten, den Weg nach Bethlehem.
Es war schon sp├Ąt, als Caspar, Melchior und Balthasar in die Stadt ritten. Eigentlich war Bethlehem keine Stadt, sondern ein staubiges Provinznest, doch wenn man nach diesem abgefahren hellen Licht ging, musste irgendwo hier die Action sein. Aber wo? Alles war dunkel, selbst Bettler, Diebe und Tempelhuren schliefen schon. Letzterer Umstand erschien unseren langhaarigen Protagonisten besonders bedauernswert. Sie hatten das Kaff schon fast durchquert, als Melchior ein Haus am Stadtrand bemerkte, in dem noch Licht brannte. Als sie n├Ąher kamen, sp├╝rten sie, dass eine ganz besondere Aura diesen Ort erf├╝llte. Eine magische, fast heilig zu nennende Ausstrahlung verschaffte ihnen eine wohlige G├Ąnsehaut. Vielleicht war es auch nur die K├╝hle der Nacht. Wer wei├č?
Sie klopften an, und ein Diener ├Âffnete ihnen die T├╝r. Balthasar bem├╝hte sich, w├╝rdevoll zu klingen: “Man nennt uns „The three Kings“. Wir sind eine psychodelische Rockband aus dem fernen Osten und suchen das heilige Kind, um einen Song dar├╝ber zu schreiben. Ist hier zuf├Ąllig ein m├Ąnnliches Baby geboren worden?”
“In der Tat, ein kleiner Junge hat heute Nacht das Licht der Welt erblickt. Doch ich w├╝sste nicht, was euch Freaks das angeht. Gute Reise noch!”
Balthasar stellte den Fu├č in die T├╝r: “Wir haben Geschenke!”
“Na gut, kommt rein!”
Drinnen lag eine junge Frau ersch├Âpft auf einem Lager aus Stroh. Sie hielt ein Neugeborenes in den Armen. Ein ├Ąlterer Mann streichelte ihr ├╝ber das nassgeschwitzte Haar: “Was wollt ihr denn hier?”
“Wir haben Geschenke f├╝r das heilige Kind mitgebracht. Wie ist sein Name?”
“In acht Tagen, wenn er beschnitten ist, werden wir ihn Jesus taufen. Und nun stellt den Kram in die Ecke und verpisst euch!”
Unsere drei Reisenden aus dem Morgenland packten gerade die Geschenke aus, als von nebenan ein lautes St├Âhnen zu h├Âren war. Dem folgte ein spitzer Schrei.
Der Vater des kleinen Jesus h├Ąmmerte w├╝tend gegen die Wand: “Ruhe da dr├╝ben! Oder ihr fliegt raus, Gesindel!”
“Wer ist das?”, wollte Melchior wissen.
“So ein alter Sack. Wenn ihr mich fragt, ein Landstreicher. Hat so ein junges Flittchen geschw├Ąngert und zieht jetzt mit ihr durch die Lande. Sie taten uns Leid, also haben wir sie im Stall pennen lassen. Unbedeutendes Pack. So, und jetzt verschwindet! Wir haben keinen Platz f├╝r weitere G├Ąste.”

Die Besucher segneten das Kind und machten sich wieder auf den Weg. Der Kleine w├╝rde von sich reden machen.

W├Ąhrend sie Bethlehem verlie├čen und ├╝berlegten, wie sie die Nachricht von der Ankunft des Jesuskindes am besten vermarkten k├Ânnten, wurde Gott im benachbarten Stall wiedergeboren. Leider geh├Ârte er zu den Knaben, die K├Ânig Herodes t├Âten lie├č.

Ziemlich genervt kehrte er in den Himmel zur├╝ck. In letzter Zeit gelang ihm aber auch wirklich gar nichts.

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flammarion
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prust,

kicher, lach! jaja, so k├Ânnte es gewesen sein . . .
damals wuchsen messiasse an jeder ecke. noch heute schwingt sich hin und wieder einer auf. und wenn er die n├Âtige ausstrahlung hat, folgen ihm die j├╝nger bis in den tod. eine vergn├╝gliche lekt├╝re ist deine geschichte. bekommt punkte und einen platz in meiner sammlung. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Michael Schmidt
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Hallo Alpha!

Wir haben Geschenke!ÔÇŁ
ÔÇťNa gut, kommt rein!ÔÇŁ

Da k├Ânnte man noch einen Satz dazwischen bauen, die Einwilligung ist ein wenig abrupt.

Die Besucher segneten das Kind und machten sich wieder auf den Weg. Der Kleine w├╝rde von sich reden machen.

Auch diesen Absatz finde ich ein wenig knapp.

Ansonsten schlie├če ich mich flammarion an.
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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Alpha O'Droma
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Danke f├╝r die Kritiken; der kappe Geschenkdialog sollte lediglich ├╝berzeichnen, wie schnell Menschen ihre Priorit├Ąten ├Ąndern, sobald Materielles ins Spiel kommt, hehehe.

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Minds Eye
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Registriert: Not Yet

Vortrefflich geschildert.
Superwitzig. Ich mag die abgehackten Spr├╝nge von wegen Geschenke und so.
(Es hei├čt ├╝brigens "psychedelisch" oder ist das auch mit der Rechtschreibreform ge├Ąndert worden?)
Gr├╝├če,
ME.

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Gandl

Autorenanw├Ąrter

Registriert: Jul 2003

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Boah, ey...!

Das lese ich meinem Ältesten unterm Tannenbaum vor.
Wird er seine helle Freude dran haben.
Mama guckt despektierlich, - wurscht.
Schreibst du bitte Die Schrift neu? Bitte!
Danke
Gandl

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