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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Neugierde IV
Eingestellt am 28. 10. 2001 13:11


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Weg des Weisen
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Auch bei uns in der Stadt machte er sich bald einen Namen als Frauenheld. Er konnte wirklich jede haben die er wollte. Jedes Wochenende eine, dazu noch Aff├Ąren mit verheirateten Frauen. Ich war wirklich neidisch auf ihn. Er f├╝hrte ein aufregendes Leben, und meines war so langweilig. Ich war auch 17, hatte im Gegensatz zu ihm aber keinen Sex. Ich war einfach zu sch├╝chtern, und sah auch nicht halb so gut wie er aus. Ich b├╝ffelte f├╝r die Ausbildung. Sven machte sich dar├╝ber keine Gedanken. Er lebte von der Sozialhilfe, und arbeite ab und zu nebenbei. Ein paar Frauen steckten ihm auch hin und wieder was zu. Mich hat es schon gewundert, warum er sich mit mir abgab. Wir gingen auch ab und zu gemeinsam in die Disco, aber w├Ąhrend er im Mittelpunkt stand, sa├č ich abseits. Er wollte mich immer wieder in das Geschehen einbinden, aber es war nicht meine Welt. Ich fragte ihn auch mal, wieso wir eigentlich befreundet sind, und er antwortete: ÔÇ×Ich finde dich nettÔÇť. Da hat er wohl den Nagel auf den Kopf getroffen. Es stimmte voll und ganz. W├Ąhrend ihm alles Schei├č egal war, und keinen Wert auf Konventionen legte, da war ich immer nett. Ich hatte auch nie Schwierig-keiten mit Menschen, aber er. Er sagte auch immer seine Meinung, aber auf so charmante Weise, da├č es ihm keiner ├╝bel nahm. Wenn wir uns ├╝ber Sex unterhielten, und er mir von seinen Erfahrungen berichtete, dann hatte ich immer starke Komplexe. Ich hatte ja noch keinen Sex. Ich erz├Ąhlte ihm, da├č ich Angst vor Frauen h├Ątte, und da├č ich bef├╝rchteteabzublitzen. Sven antwortete in der f├╝r ihn typi-schen Art: ÔÇ×Und woher willst du das wissen, da├č du eine Abfuhr bekommst? Das wei├č man doch erst, wenn man es versucht. Oder. Man kriegt das immer wieder mit, ein Junge schw├Ąrmt von einem M├Ąd-chen, ein M├Ądchen schw├Ąrmt von einem Jungen. Keiner traut sich den anderen anzusprechen, und das Ende vom Lied ist, da├č beide als alte Jungfern enden um es ├╝berspitzt auszudr├╝cken. Jeder von beiden wartet darauf, da├č der andere den ersten Schritt macht. Der gr├Â├čte Witz von allen ist aber, da├č es wahrscheinlich beide wissen, da├č man Chancen bei dem anderen h├Ątte. Man bemerkt es doch, wenn man angeschaut wird. Beiden warten und warten und endet, wie es eigentlich nicht enden soll-te."Einmal spannte er einem Typen die Freundin aus. Dieser Mann war ein stadtbekannter Schl├Ąger, sein Name war Horst. Vermutlich h├Ątte er Sven auch alleine fertig gemacht. Sie lauerten ihm aber eines Nachts zu dritt auf, und schlugen ihn brutal zusammen. Sie brachen Sven zweimal den Kiefer, ein paar Rippen, die Augen waren so zugeschwollen, da├č er zwei Wochen nicht richtig gucken konnte. Dazu brachen sie ihm noch den Arm. Sven verbrachte ein paar Wochen im Krankenhaus. Als er her-auskam, fa├čte er folgenden Entschlu├č: ÔÇ×Ich lerne jetzt Kampfsport, so was passiert mir nie wieder!ÔÇť Er trat dann einem Kickboxverein bei. Von da an gab es f├╝r ihn nur noch eines: Training, Training und noch mal Training. Keine Frauen mehr. Wenn er nicht im Verein trainierte, dann machte er alleine ├ťbungen. Er lief stundenlang durch den Wald, machte morgens 100 Liegest├╝tze, mittags und abends dasselbe.Er fragte mich mal, ob ich nicht auch Lust dazu h├Ątte, er hat sich noch nie so gut und fit ge-f├╝hlt. Ich verneinte, mein Interesse am Sport hielt sich in Grenzen. Ich schaute nur ab und zu Fu├čball. Er war bald so gut, da├č er andere im Verein, wenn sie im Training gegeneinander k├Ąmpften, besiegte. Er machte dies jetzt drei Jahre lang. Ab und zu schaute ich beim Training zu. Der Lehrer sagte einmal, da├č er selten ein solches Talent gesehen hat, und da├č er es zu etwas bringen k├Ânnte. Sven lernte aber auch unwahrscheinlich schnell. Was andere in zwei Jahren lernten, schaffte er in einem halben Jahr. Wie er aber nun mal war, hatte er nicht das geringste Interesse an Turnieren. Er machte dies alles nur f├╝r sich selber, und nicht f├╝r irgendwelche Medaillen. Eines Abends kn├Âpfte er sich die drei Typen vor und machte sie alle drei gemeinsam fertig. Er sagte mir, daf├╝r habe er drei Jahre geackert. Er wollte sie alle drei zu gleich schaffen. Und wie er sie schaffte. Dem ersten gab er einen Kick voll in die Fresse, da├č der gleich zusammensackte. Er verlor vier Z├Ąhne bei der Aktion. Dem zweiten trat er voll in die Eier, und als der auf die Knie fiel, zog Sven mit voller Wucht sein Knie unter seines Gegners Kinn. Das alles ging schon mal schnell. Dann kam der dritte, der dem er die Freundin ausgespannt hatte. Sven machte eine Drehung in der Luft, und erwischte ihn voll mit dem Fu├č. Als der am Boden lag, trat er ihm mehrmals voll in die Rippen. Es stellte sich sp├Ąter heraus, da├č fast alle Rippen gebrochen wa-ren. Er ging auch noch zu den beiden anderen und trat immer wieder voll auf sie ein. In dem Moment war er ein ganz anderer Mensch. Er schrie immer wieder: ÔÇ×Ich bring euch um, ihr Schweine!ÔÇť So habe ich ihn noch nie erlebt. Die drei M├Ąnner machten keine Anzeige. Sie hatten wohl zu viel Angst vor der Blamage, da├č ein einziger sie so fertig gemacht hat. Sie sagten der Polizei, da├č es dunkel war, und da├č es mehrere gewesen sein m├╝ssen. Die Bullen glauben ihnen, denn die drei waren alle schon mal wegen K├Ârperverletzung vor Gericht, und sie waren auch ganz sch├Âne Brecher. Die meisten wu├čten aber, da├č es Sven gewesen ist. Von da an hatten sie alle Respekt vor ihm. Er hatte sich aber stark ver├Ąndert. Er war jetzt deutlich aggressiver als fr├╝her. Wenn ihn mal einer ansah, und ihm gefiel die Nase nicht, dann schlug er ihm eine rein. Er trank nun auch mehr, manchmal eine Flasche Wodka am Abend.

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