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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Neugierde VI
Eingestellt am 30. 10. 2001 00:47


Autor
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Weg des Weisen
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Ich wei├č aus sicherer Quelle, da├č sie auch fr├╝her schon in Schl├Ągereien verwickelt waren, aber nur wegen einer hier vor Gericht standen. Sie erz├Ąhlten damals, da├č so etwas nie wieder passiert, und da├č sie auch mit dem Kampfsport und dem Trinken aufh├Âren. Das waren wohl alles leere Versprechen. Sie sind eine Gefahr f├╝r die Allgemeinheit. Sie haben Gl├╝ck, da├č sie noch keine 21 sind, und somit unter das Jugendgesetz fallen. Das hindert mich jedoch nicht, sie zu einer Strafe von 8 Jahren zu verurteilen. Fr├╝heste Chance zur Bew├Ąhrung in ihrem Fall nach 6 Jahren. Sollten wir uns dann noch einmal sehen, dann garantiere ich ihnen, da├č sie f├╝r den Rest ihres Lebens hinter verbringen!ÔÇť Sven nahm das Urteil erstaunlich gelassen zur Kenntnis. Ich wu├čte nat├╝rlich nicht, wie es im Innern bei ihm aussah, aber ├Ąu├čerlich war er ganz ruhig. Wir sollten uns dann lange Zeit nicht mehr sehen. W├Ąhrend ich f├╝r meine Abschlu├čpr├╝fung b├╝ffelte, mu├čte Sven in den Knast. Ich bestand die Pr├╝fung mit gut, was mich sehr freute. Ich hatte ja auch wochenlang daf├╝r ge├╝bt. Ich wurde auch in der Firma ├╝bernommen, was auch gut war, denn viele von denen die ich kannte, hatten nicht dieses Gl├╝ck, und mu├čten zum Arbeitsamt. Da war ich ungemein froh, da├č ich da nicht hin mu├čte. Ich ha├čte ├ämter. Ich verdiente auch nicht schlecht f├╝r einen 20-j├Ąhrigen. Sven h├Ątte vermutlich gesagt, da├č das Peanuts seien, aber ich war zufrieden. Ich zog dann auch bald von Zuhause aus, und richtete mir meine eigene kleine Wohnung ein. Sie war zwar nur 29 QM gro├č, war aber v├Âllig ausreichend f├╝r mich. Endlich konnte ich tun und lassen was ich wollte. Meine Eltern sind zwar ganz nett, aber ewig dieses Kontrollieren, und Wissen wollen wo ich war und wo ich hin will. Das ging mir irgendwann so auf die Nerven, da├č ich einfach ausziehen mu├čte. Da lernte ich erstemal kennen, was Freiheit ist. Ich hatte dann auch bald das erste Mal Sex. Im Puff, wie so viele vor mir beim ersten Mal. Ich werde auch nicht der letzte gewesen sein. Das war aber nicht so toll. Es ging auch ganz sch├Ân schnell. Kaum war ich drin, da war es auch schon wieder vorbei. Daf├╝r mu├čte ich 50 DM bezahlen. Ich war bei einer schwarzen Hure. Ich finde die irgendwie aufregend, und au├čerdem war ich zu dem Zeitpunkt viel zu unsicher, um z.B. zu einer Deutschen zu gehen, weil die Schwarzen meistens nicht so gut Deutsch konnten, und da f├╝hlte ich mich irgendwie sicherer, und sie kosteten meist auch weniger. Ich hatte dann aber auch bald richtigen Sex. Sie hie├č Petra, und ich lernte sie in der Disco kennen. Sie sah nicht schlecht aus, und sie hatte schon mehr Erfahrung in Sachen Liebe als ich. Da habe ich erst begriffen, was mir all die Jahre davor gefehlt hat, auch wenn Sven davon erz├Ąhlt hat. Wir waren knapp einen Monat zusammen. Wir trieben es fast jeden Tag. Es war eine sch├Âne Zeit. Sie zog dann aber des Berufes wegen weg. Wir telefonierten noch ab und zu, aber auf Dauer war die Entfernung doch zu gro├č. Ich hatte dann noch ein paar One-Night-Stands, so richtig gefallen hat mir das aber nicht, dieser Sex ohne Gef├╝hle. Von der einen wu├čte ich nicht mal den Namen. Ich lernte dann Susanne kennen, und es war Liebe auf dem ersten Blick. Wir kannten uns gerade mal drei Wochen, da zog sie zu mir. Ich dachte oft an Sven, aber ich wollte ihn nicht besuchen, das war nat├╝rlich nicht richtig, aber ich hatte jetzt mein eigenes Leben. Wenn Sven bei mir in der N├Ąhe war, dann hatte ich immer Komplexe, weil er so gut aussah, deshalb war ich vielleicht fr├╝her auch so unsicher in bezug auf Frauen. Keine Ahnung. Er tat mir nat├╝rlich leid, und er schrieb mir ein paar Mal, ich antwortete nicht. Die Briefe h├Ârten dann auf, und ich war auf eine eigenartige Weise erleichtert. Ich war das erste Mal in meinem Leben richtig gl├╝cklich. Susanne wurde dann schwanger, und wir mu├čten dann nat├╝rlich in eine gr├Â├čere Wohnung ziehen. Wir tauften unser erstes Kind Guido. Ein Jahr sp├Ąter bekamen wir unser zweites Kind, ein M├Ądchen, wir nannten es Nicole. Die Jahre pl├Ątscherten dahin. Eigentlich wollten wir keine Kinder mehr, aber Susanne wur-de noch einmal schwanger, ein Unfall. Es wurden Zwillinge, die wir Tim und Marko nannten.
Nun mu├čten wir nat├╝rlich noch einmal umziehen. Ich war jetzt knapp 28, und wollte eigentlich mei-nen Meister machen, aber das konnte warten. Wir bauten dann unser eigens Haus, gut, da├č ich Maurer war, und viele Kollegen haben mir geholfen. Wir haben das Haus schnell hochgezogen. Alles war wunderbar. Ich hatte eine sch├Âne Frau, vier hinrei├čende Kinder, ein Haus am Stadtrand mit einem gro├čen Garten weg von der Stadt und zwei sch├Âne Hunde. Ich begann jetzt doch noch mit der Mei-sterpr├╝fung, nachdem ich nicht mehr damit gerechnet hatte. Ich war gerade 30 geworden, und ich sa├č auf unserer Veranda mit einem Bier in der Hand, und dachte mir, was ich eigentlich f├╝r ein Gl├╝ckspilz war. Da sprach eine Stimme, die ich schon fast vergessen hatte. ÔÇ×Sch├Ân hast du es hier, und ich dachte schon du endest als Jungfrau.ÔÇť !0 Jahre hatte ich diese Stimme nicht mehr geh├Ârt, mit einem Schlag war alles wieder da. Es war Sven wie er leibt und lebt. Er erz├Ąhlte mir an diesem Abend, was er die letzten Jahre gemacht hat. Der Tag war eigentlich nicht schlecht gelaufen, es war Sonntag, und ich hatte lange geschlafen. Dann hatten wir ein gemeinsames Fr├╝hst├╝ck mit der ganzen Familie. Nach-mittags gingen die beiden ├Ąlteren Kinder raus spielen, die Zwillinge waren erst zwei Jahre alt, und machten ihr Mittagsschl├Ąfchen. Dann hatten Susanne und ich das erste Mal nach Monaten wieder Sex. War richtig gut nach der langen Pause. Abends spielten wir dann ein bi├čchen Karten.

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