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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Neugierde VIV
Eingestellt am 16. 11. 2001 22:49


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Weg des Weisen
Hobbydichter
Registriert: Oct 2001

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Ich wollte mit der ganzen Drogenszene nichts zu tun haben. Ich fand es widerw├Ąrtig, damit Geld zu verdienen andere s├╝chtig zu machen. Als ob es nicht reicht, wenn man sich selbst zerst├Ârt. Ich rief Andy, und wir verschwanden aus dem Ganja. Er versuchte mich umzustimmen, aber ich sagte, da├č ich auf keinen Fall einsteige. Ich sagte ihm auch, da├č er auch einen Abflug machen sollte, denn er w├╝rde nicht mehr lange leben, wenn er hier bleiben w├╝rde. Er meinte dann, da├č er schon l├Ąngst dran gedacht habe, aber erstens kam er nicht mehr vom Koks los, und zweitens reichten Simons Arme sehr weit. Ich sagte ihm, da├č wir heute abend weiter reden w├╝rden, ich br├Ąuchte erst mal Zeit zum Nachdenken. Das war das letzte Mal, da├č ich ihn lebend sah. Er war ein feiner Kerl. Ich machte einen langen Spaziergang, ging in ein Caf├ę, und sagte zu mir, da├č ich Andy nicht zur├╝cklassen w├╝rde. Daf├╝r bedeutete er mir zuviel. Es war schon abends, als ich zu dem Haus zur├╝ckging. Ich h├Ârte aus einem Raum laute Stimmen. Ich stellte mich unter das Fenster und h├Ârte zu. ÔÇ×Es ist aus und vorbei, du alte Koksnase. Ich habe keinen Bock mehr mich um dich zu k├╝mmern. Viel hast du eh nicht gemacht. Eigentlich warst du mehr zu meiner Unterhaltung da. Jetzt reicht es aber. Das war Simon der da sprach. Andy antwortete prompt: ÔÇ×Was bist du doch f├╝r ein Schei├čkerl. Ich habe dich doch erst mit den Dealern bekannt gemacht. Ohne mich w├Ąrst du eine kleine Nummer. Du wirst auch noch deine Rechnung bekommen.ÔÇť Das wahr wohl zuviel f├╝r Simon. Ich h├Ârte dann nur noch zwei Sch├╝sse. Ich h├Ârte auf zu denken. Ich rannte zum Eingang, nahm Anlauf und sprang gegen die T├╝r. Paul kam mir entgegen, ich gab ihm einen Kick in die Fresse, und als er runterfiel, zog ich mein Knie voll hoch. Man konnte richtig h├Âren, wie sein Kiefer brach. Simon war wie erstarrt. Er hatte die Knarre noch in der Hand, konnte sich aber nicht richtig bewegen. Ich ging zu ihm, und trat ihm die Knarre aus der Hand. Sie lag dann greifbar auf dem Boden. Ich griff sie, und scho├č ihm mitten zwischen die Augen. Er fiel um wie ein nasser Sack, mit einem erstaunten Blick in den Augen. Sp├Ąter fragte ich mich, wie ich so genau treffen konnte. War wohl Gl├╝ck. Ich ging zu Paul, der immer noch wimmern am Boden lag. Es ging alles so rasend schnell. Ich scho├č ihm zweimal in den Kopf. Dann ging ich noch mal zu Simon, und ballerte das Magazin leer. Andy lag auf dem Boden. Er hatte aber ein L├Ącheln im Gesicht. Er hatte wohl mit dem letzten Atemzug inneren Frieden gefunden. Ich durchsuchte noch das Zimmer nach Geld, denn ich w├╝rde erst mal untertauchen m├╝ssen. Ich fand mehrere tausend Mark. Ich mu├čte weinen, als ich Andy sah. Das erste Mal in meinem Leben weinte ich. Ich irrte ziellos durch die Stadt, und steuerte eine Pension an.ÔÇť Sven mu├čte dann auf die Toilette, und ich hatte etwas Zeit um nachzudenken. Jetzt hatte er schon drei Menschen umgebracht, es war unglaublich, ich kannte einen Killer. Er war da, und erz├Ąhlte alles mit so einer Gelassenheit, als ob er mit einem Nachbarn ├╝ber das Wetter plaudert. Er mu├č Andy sehr gemocht haben, um so zu handeln. Sven kam wieder, und erz├Ąhlte weiter. ÔÇ×Es war eine nette kleine Absteige, wo ich ungest├Ârt war. Es kostete 45 Mark pro Nacht, Fr├╝hst├╝ck inklusive. Die Frau, welcher der Laden geh├Ârte, war Witwe. Ihr Mann hinterlie├č ihr ein kleines Verm├Âgen, wovon sie sich dann die Pension kaufte. Ich unterhielt mich oft mit ihr, sie war eine nette alte Dame. Die Schie├čerei stand in allen Zeitungen, und war wochenlang Tagesgespr├Ąch Nummer Eins. Sie suchten nach einem Unbe-kannten, gaben aber irgendwann auf. Was h├Ątten sie auch anders tun k├Ânnen. War ja eh nur ein Schei├č Dealer. Sie wu├čten aber nicht, da├č Simon eine ganz sch├Ân hei├če Nummer war, und Kontakte nach ganz oben hatte. Ich traf dann eines Abends zuf├Ąllig Virgin auf der Stra├če, und er sagte mir, da├č er und AOB es gut fanden was ich gemacht hatte, und da├č sie dichtgehalten hatten. Er sagte mir auch, da├č er jetzt eine Freundin hatte, und da├č der Sex mit ihr wundersch├Ân war, und er erst dann gemerkt hatte, was ihm all die Jahre entgangen waren. Ich fragte ihn woher er wu├čte da├č ich Simon umgebrachte hatte. ER sagte, es stand ja in den Zeitungen, mit allen Namen, und sie wu├čten wie ich zu Andy stand, und deshalb kam nur einer in Frage . Ich sagte ihn, da├č es ja auch rivalisierende Gangs gewesen sein k├Ânnten. Virgin sagte nur, da├č sie das auch zuerst dachten, aber als er dann verschwunden war, war die Sache klar. Im nachhinein glaube ich, da├č Frau Diedrich, so hie├č die Witwe, von Anfang an wu├čte, da├č ich derjenige war, der gesucht wurde, irgendwie war ich ihr wohl sympathisch. Auf jeden Ich war dann auf Jobsuche, obwohl ich ja eigentlich nie arbeiten wollte. Ich las alle Stellenanzeigen, ging zwei Mal die Woche zum Arbeitsamt, war aber nichts zu machen. Wer nahm auch schon gern einen vorbe-straften M├Ârder ohne Schulabschlu├č und Ausbildung. Das ich viele Kenntnisse hatte, schien die Leute nicht zu interessieren. Dann erz├Ąhlte mir meine Vermieterin, da├č sie jemanden kenne, der ohne Vor-urteile ist, und schon ein paar Mal Exknackies geholfen hat, in den unterschiedlichsten Berufen. Ich hatte ihr erz├Ąhlt, da├č ich ein paar Sprachen spreche, und sie gab mir die Adresse von dem Typen. Er hie├č Frank Sommer, und hatte eine Zeitungsverlag, wo ausschlie├člich fremdsprachige Zeitungen ge-druckt werden. Er suchte einen, der gut Franz├Âsisch spricht, und ich hatte in all den Jahren weiter Sprachen ge├╝bt, und gerade Franz├Âsisch lag mir sehr am Herzen. Wohl auch, weil ich da ein paar sch├Âne Monate verbracht hatte, mit Yvette. Er h├Ątte nat├╝rlich auch irgendjemanden mit Abschlu├č nehmen k├Ânnen, aber da Frau Diedrich, so hie├č die alte Dame, ein gutes Wort f├╝r mich eingelegt hatte, wollte er mich mal kennenlernen. Wir unterhielten uns eine Stunde auf Franz├Âsisch, und da ich ihm anscheinend sympathisch war, behielt ich den Job. Ich sa├č den ganzen Tag im B├╝ro, und sprach mit Kunden aus Frankreich. Ab und zu machte ich ein paar ├ťbersetzungen. War zwar nicht schlecht, aber das Richtige auch nicht. Das machte ich zwei Jahre lang, dann war es Zeit zu gehen. Ich hatte viel Geld gespart, denn ich ging abends kaum weg, sondern nach der Arbeit auf direktem Weg nach Hause. Ich bezahlte zum Schlu├č 1000 Mark im Monat bei Frau Diedrich, mit drei Mahlzeiten am Tag. Den Rest sparte ich. Ich hatte so gut wie keine Ausgaben. Abends unterhielt ich mich entweder mit Frau Diedrich, sie wurde immer verge├člicher, und ich wei├č nicht mehr, wie oft ich mir die selben Ge-schichten angeh├Ârt habe. Das machte mir aber nichts aus, sie hatte ja keinen anderen. Sie sagte mir mal, wenn man jemanden wirklich mag, dann spielt es keine Rolle, wer oder was er fr├╝her oder auch in der Gegenwart macht, solage man sich versteht. Damit hatte sie irgendwie recht. Nehmen wir mal die Rechten, ich hatte immer eine Abneigung gegen sie, weil sie so sinnlose Gewalt verursachen, und wenn man sie fragt warum sie rechts, dann drucksen sie rum, und erz├Ąhlen, da├č die Ausl├Ąnder ihnen die Arbeitspl├Ątze wegnehmen, aber wenn sie dann mal die Chance haben einen Job zu bekommen, dann lehnen sie ab, weil er nicht gut genug f├╝r sie ist. In der Firma wo ich war, war auch ein Rechter, wir wurden dann ganz gute Freunde, und wir diskutierten oft in der Pause, und ich habe ihn wohl zum Nachdenken gebracht, denn er lie├č sich die Haare wachsen, und wurde viel toleranter, und ab und zu gingen wir aus. Von Frau geblieben, und Freunde Diedrich die Ehe war kinderlos hatte sie auch nicht. Es kamen auch immer weniger G├Ąste. Ich brachte es nicht ├╝bers Herz zu gehen. Sie wollte mich um-sonst wohnen lassen, aber das konnte ich nicht annehmen. Geldsorgen hatte sie keine, denn neben der Erbschaft ihres Mannes, bekam sie auch noch eine sehr gute Rente. Das andere was ich Abends machte, war nat├╝rlich lesen. Frau Diedrich wollte sich andauernd mit mir Filme angucken, aber ich habe ihr dann stets gesagt, da├č wir alles machen k├Ânnen, aber blo├č kein Fernsehen gucken. Ich ha├čte Fernsehen. Die Leute wissen anscheinend gar nicht, wie sehr das Fernsehen abstumpft. Vor allem die Talkshows, da mu├č man ja verbl├Âden. Sie ist dann eines Tages friedlich eingeschlafen. Sie hat mich in dem Testament als Haupterben eingesetzt. Sie hinterlie├č mir 250000 Mark, und nat├╝rlich noch die Pension. Das einzige, was ich tun mu├čte, wenn ich die Erbschaft annehmen wollte war, da├č ich die Pension weiterf├╝hre. Das war ihre Bedingung. Da hatte ich keine Probleme mit. Mit dem Geld reno-vierte ich alles, und es wurde ein richtig schmucker Laden. Ich setzte auch Annoncen in den Zeitun-gen, und es lief alles gut. Ich stellte noch ein paar Leute ein. ├ťberwiegend welche aus dem Knast. Eines Tages kam ein P├Ąrchen an. Sie waren auf der Durchreise, und wollten nur eine Nacht bleiben. Fr├╝her dachte ich immer, da├č es so was wie Liebe auf dem ersten Blick nicht gibt, da├č das nur eine Erfindung derjenigen war, die sowieso keine andere bekommen h├Ątten. Aber nun hatte es mich er-wischt. Sie war eigentlich nicht sonderlich h├╝bsch, aber sie hatte etwas an sich, da├č ich gar nicht so genau beschreiben kann. Vielleicht ihr L├Ącheln oder die Haare, oder alles zusammen. Keine Ahnung. Ich hatte mich jedenfalls schwer verliebt. Sie sich wohl auch in mich, denn sie starrte mich die ganze Zeit an. Sie kam dann Nachts in mein Zimmer, und wir liebten uns. Sie sagte mir, da├č sie so was noch nie vorher getan hat, und ob ich jetzt denke, da├č sie eine Schlampe ist. Ich sagte ihr, da├č ich sie liebe, und ob sie mich heiraten wolle. Das h├Ârt sich an wie aus einem schlechten Film, ich wei├č, mag sein da├č sowas auch nur einem von einer Million passiert, aber es ist wahr.Sie sagte ja, und gab ihren Freund den Laufpass. Wir heirateten ein paar Tage sp├Ąter, und ich war so gl├╝cklich wie nie zuvor in meinem Leben. Alles war so sch├Ân, so harmonisch, und als sie sagte, da├č sie schwanger ist, da weinte ich zum zweiten Mal in meinem Leben. Dann kam der Tag, der alles ver├Ąnderte. Es war Winter, und Melanie, meine Frau, war kurz vor der Entbindung. Wir hatten unsere Pension zugemacht, und waren allein. Es klingelte dann an der T├╝r, ich machte auf, und mir schlug jemand mit einem Gegenstand gegen den Kopf. Ich sp├╝rte dann noch einen Schmerz im Magen, dann wurde ich ohnm├Ąchtig. Ich wachte dann auf und hatte riesige Kopfschmerzen. Ich tastete nach meinem Kopf, und sp├╝rte einen Verband. Ich schrie rum, und es kam dann eine Schwester und ein Arzt. Ich rief dann immer wieder den Namen meiner Frau. Der Arzt und die Schwester schauten sich betroffen an. Ich forderte dann die beiden auf, mir zu sagen was los ist. Das taten sie dann. Ich habe nie wieder was h├Ąrteres geh├Ârt. Ich lag drei Monate im Koma, und die Geschichte machte Schlagzeilen. Vielleicht hast du auch davon geh├Ârt. In den Zeitungen hie├č sie nur ÔÇ×Die Rache der Br├╝derÔÇť. Der an der T├╝r klingelte, war ├ťmits j├╝ngerer Bruder. Die anderen Br├╝der waren auch da. Insgesamt 4 Mann. Sie schlugen mir einen Base-ballschl├Ąger in die Fresse, so da├č ich vorne alle Z├Ąhne verlor.

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flammarion
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also,

neugierde ist das nicht mehr. diesen teil kannst du "Dann-Geschichte" nennen. z├Ąhl mal die danns und pr├╝fe, ob sie wirklich wichtig sind! lg
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Old Icke

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dann

ja werde es nochmal durchgehen, danke f├╝r den tip:-)

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