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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Neulich bei einer Tasse Kaffee mit Sherlok Holmes ...
Eingestellt am 26. 02. 2002 22:06


Autor
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caroline
Hobbydichter
Registriert: Feb 2002

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Neulich bei einer Tasse Kaffee mit Sherlock Holmes ...

Ich bin mit nicht sicher, ob ich hier als Neuling gleich eine Finger├╝bung posten darf ... aber ich hatte heute so viel Spass dabei, dass ich der Versuchung einfach nicht wiederstehen kann *smiles*

Ob Roman oder Kurzgeschichte, die Charakt├Ąre sollten nat├╝rlich auch Charakter haben. Mir hilft dabei folgendes: Ich stelle mir vor, ich w├╝rde meine B├Âsewichte, Drachent├Âter und Juwelendiebe in einem Cafehaus treffen. Und n├╝tze die Gelegenheit, mit ihnen ein kleines Interview zu machen. Dabei lerne ich meine Charakt├Ąre besser kennen und die Details, die sie mir dabei verraten, machen meine Figur "lebendig", auch wenn die Info dann gar nicht so detailiert in meine Geschichten einbaue.

Als Beispiel hier ein Interview mit einem Detektiv.


Detektiv: Wollen Sie auch eine?

(Zigarettenpackung wird mir einladend ge├Âffnet entgegen gehalten, ich lehne mit einem h├Âflichen L├Ącheln ab.)

Detektiv: Wissen Sie, um die Uhrzeit sind die Dinger das einzige, was mich halbwegs wach h├Ąlt.

Ich: Sie sind wohl kein Morgenmensch. Hatten Sie eine lange Nacht? Ein interessanter Fall?

Detektiv: Ach, das mit den F├Ąllen ist nicht so, wie es sein sollte. Bei meinem Vater haben sie sich noch angestellt. Richtig froh waren sie, wenn er sich Zeit genommen hat. Als ich das B├╝ro dann von ihm ├ťbernommen hab, lief es anfangs ganz gut. Aber schaun's mich an, ich bin halt nicht wirklich das, was sich die Kundschaft erwartet, wenn's ins B├╝ro kommen.

Ich: Na, aber sie sehen doch sehr nett aus.

Detektiv: Genau das meine ich. Ich bin 23 und sehe nett aus. Letztens hatt eine alte Dame sogar "adrett" gesagt. Aber ich sehe halt nicht aus wie einer, der den Fall im Griff hat, wenn's hart auf hart kommt.

Ich: Und haben sie ihn im Griff?

Detektiv: Wissen sie, ich bin nicht mein Vater. Der ist durch die F├Ąlle durch wie eine Dampfwalze. Knallhart. Diretissima. Ich bin da anders. Ich beobachte, h├Âre zu. Und dann, wenn ich alle F├Ąden in der Hand habe, dann ziehe ich das Netz zu. Ganz behutsam und unauff├Ąllig, bis es kein Entrinnen mehr gibt.

Ich: na, klingt doch gut

Detekiv: *seufzt* Aber es is halt nicht, was die Kundschaft sich erwartet. Die wollen einen Haudrauf, so einen richtig harten Whiskeytrinker. Aber ich trinke nicht. Keinen Tropfen.

Ich: Ist das nicht ein bisserl extrem?

Detektiv: Ich hab gesehen, wie mein Vater daran zugrunde gegangen ist. Richtig langsam vor die Hunde gegangen. Jeden Abend ist er heimgekommen, irgendwann in der Nacht. Stockbesoffen wie ein Schotte.

Ich: haben sie ihn mal gefragt, wieso?

Detektiv: Hab ich, ich war damals gerade elf. Mitten in der Nacht ist er ├╝ber den Garderobenst├Ąnder gefallen, und da lag er dann im Flur. Wie ein gestrandeter Wal. Ich bin aufgewacht, wusste zuerst gar nicht was passiert ist. Und da stand ich dann vor ihm wie er hilflos am Boden lag. Ich war w├╝tend auf ihn, weil er so erb├Ąrmlich schwach wurde durch den verdammten Alkohol.

Ich: Und was hat er gesagt, wieso hat er getrunken?

Detektiv: Um zu vergessen. Vergessen, zu was Menschen f├Ąhig sind. Welche hundsgemeinen Spielchen die Leute da draussen so mit einander treiben. Er hat immer so sehr mitgelebt, wollte immer helfen. Die halbe Zeit hat er f├╝r irgendeinen armen Teufel umsonst gearbeitet. Und jetzt ... nichts als Schulden. Gedankt hat es ihm keiner.

Ich: Und wieso sind Sie Detektiv geworden?

Detektiv: Ich hatte das Gef├╝hl, dass ich es ihm schuldig bin. Als mein Vater starb, da wusste ich einfach, dass ich es tun muss. Irgendjemand muss sich ja drum k├╝mmern, dass manchmal auch die Guten gewinnen. Manchmal w├╝nschte ich, ich w├Ąre so wie er.



Also dann, ich w├╝nsche euch viel Spass beim Kaffeetrinken!










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mrjingle
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2002

Werke: 6
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Schau dir mal unter Humor&Satire den Beitrag "Das Interview" an. Es ist vielleicht nicht ganz das, was du hier gewollt hast, aber du hast es immerhin initiert.
Gr├╝├če
Stephan
__________________
Die Geister die ich rief
werd ich nun nicht wieder los.
Sollen sie ruhig bleiben,

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