Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5498
Themen:   93804
Momentan online:
296 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Neusprech
Eingestellt am 27. 01. 2018 14:56


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
onivido
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2015

Werke: 33
Kommentare: 367
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um onivido eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Nun gut ich bin ein etwas Ă€lteres Semester, nicht mehr so flexibel. Was schlimmer ist, ich bin alergisch. Alergisch gegen die Sprachbevormundung das “Verschandln” meiner Muttersprache durch einer, mit komplexen untermauerten , Teenie Mode genannt “PoliticalCorrectness”.
Beginnen wir mit der gendergerechten Sprache. Stellen Sie sich vor Sie wĂŒrden in der Zeitung lesen ”Studenten finden keine Wohnung in Berlin” . WĂŒrde das bedeuten, dass Studentinnen von dieser Wohnungsnot nicht betroffen sind? Vielleicht, weil sie immer zur Not irgendwo beischlafen könnten?
Oder zum Beispiel “Politiker missachten den Willen ihrer WĂ€hler”. Mal ganz ehrlich, an wen wĂŒrden Sie zuerst denken? Richtig, an eine Politikerin, Angela Merkel. WĂŒrde zu lesen sein “die Vorstellungen vieler Politiker sind weltfremd”. Wieder wĂŒrde sofort vor ihrem geistigen Auge eine blonde, etwas fĂŒllige, Dame erscheinen. Diese Beispiele belegen, dass die mĂ€nnliche Form eines Wortes im deutschen Sprachgebrauch das weibliche Geschlecht keineswegs ausschliesst.
Schlimm ist auch die Sache mit den in Ungnade gefallenen Wörtern. Allen voran dass ehrwĂŒrdige Wort “Weib”. Es wurde sogar aus einem Gebet verbannt.Bei diesem Wort kommt es auf seine Kombination mit einem Adjektiv an. Ein “bissiges Weib” ist durchaus als eine Beleidigung anzusehen und auch als eine solche gedacht. Aber ein “tolles Weib” ist eine schwĂ€rmerische Beschreibung einer tollen Frau, nur viel bildhafter, viel weiblicher. Eine tolle Frau ist nicht genau dasselbe. Eine “Prachtfrau” geht gar nicht. Es muss ein Prachtweib sein. NatĂŒrlich wĂŒrde kein Femenclown diese Bezeichnung je zu hören bekommen, weil Lichtjahre davon entfernt.
Nun haben die PC JĂŒnger auch herausagefunden, dass das Wort “ Zigeuner” oft einen negativen Sinn wiederspiegelt und wollen das Wort verbannen. Ok, ich werde keinen Angehörigen dieser Minderheit Zigeuner nennen, aber ich möchte weiterhin ein Zigeunerschnitzel essen und niemand kann es mir krumm nehmen, wenn ich singe: ”was kann ich denn dafĂŒr, ein Zigeuner ist mein Herz”.
Ja und da haben wir auch den “Neger”. Ganz schlimm. Die eingewanderten Schwarzen meinten, dass dieses Wort die gleiche Verachtung ausdrĂŒckt wie das amerikanische Wort “negro” und die Deutschen, wie immer, haben sich von AuslĂ€ndern sagen lassen, was das deutsche Wort “Neger” zu bedeuten hat. Unglaublicherweise gibt es noch Menschen, die sich diesem Diktat nicht unterordnen. Sie werden schief angesehen, besten Falls.
Und erst Mohrenstrasse. Dass geht gar nicht. Der Name muss geÀndert werden, unbedingt. Und was soll mit dem Mann geschehen, der gemeinerweise Ulrich Mohr heisst? Gelstrafe, oder GefÀngnis, wenn er sich weigert seinen Namen zu Àndern?
Warum gibt es eigentlich so viele Mohrenapotheken. Waren die Mohren (Mauren) vielleich dafĂŒr bekannt besonders wirksame Heilmittel zu verwenden? Kaum dĂŒrfte das Wort Mohr etwas Negatives ausdrĂŒcken. Niemand wĂŒrde eine Apotheke “Ganovenapotheke oder Quacksalberapotheke “ nennen. Also warum soll eine altehrwĂŒrdige Mohrenapotheke von jetzt an Möhrenapotheke” heissen?
Gut, man kann niemanden davon abhalten sich von diesen Dummheiten gĂ€ngeln zu lassen. Vielleicht sind sie sogar wirklich wichtig, weil sie Anstand und Höflichkeit ersetzen, Begriffe, die den apps –JĂŒngern meist unbekannt sind.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Wipfel
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2008

Werke: 57
Kommentare: 719
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Wipfel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi onivido, keine Ahnung wie hoch dein Alter dich segnet. Doch es schĂŒtzt vor Torheit nicht. Zumindest solltest du die Zeichensetzung deines Textes dir ansehen. Schon nach zwei Worten wĂŒrde ein solches deinem Satzbau gut tun.

Zum Inhalt: ich halte es fĂŒr undifferenziertes Gequatsche. Kinder haben ein: "Stop! Hör auf! Ich mag das nicht." Damit bringen sie zum Ausdruck, was ihnen nicht gefĂ€llt...

Werte einer Gesellschaft Ă€ndern sich. Das ist eine GesetzmĂ€ĂŸigkeit. Ich fĂŒrchte, dass die Werte sich gerade zurĂŒckentwickeln. Gerade auch durch solche Texte. Ich kann das nicht verhindern, doch ich muss es nicht gut heißen.

GrĂŒĂŸe von wipfel

Bearbeiten/Löschen    


Blumenberg
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2016

Werke: 18
Kommentare: 272
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Blumenberg eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo onivido,

tut mir leid, aber in Bezug auf deinen hier eingestellten Text teile ich die Meinung von Wipfel.

Du lieferst hier eine Art Zwischending zwischen einem Essay und einer Kolumne, ein wirklicher Proatext ist das in meinen Augen nicht. Hier liegt, glaube ich, auch das Hauptproblem, ein solcher Text muss sauber durchargumentiert sein und das ist deiner nicht.
Du reist hier gleich mehrere unterschiedliche Themen aneinander (geschlechtsneutrale Sprache, verbotene AusdrĂŒcke, "Neger und Mohren"). Allerdings tust du das, ohne die Themen wirklich tiefergehend zu berĂŒhren, sondern du bietest dem Leser nur Behauptungen ( an an, ohne diese wirklich zu begrĂŒnden.
Der Begriff "Weib" ist nicht wegen seiner Kombination mit einem Adjektiv in Verruf geraten, sondern weil der Ausdruck an sich durch seinen tradierten Gebrauch eine negative und frauenfeindliche Konnotation aufweist. So ist der von dir herausgegriffene Ausdruck "tolles Weib", in meinen Augen ebensowenig positiv besetzt wie "bissiges Weib", das liegt nicht am Adjektiv sondern am verwendeten Substantiv. In seiner ursprĂŒnglichen Verwendung bezeichnet ĂŒbrigens der Ausdruck "toll" auch nichts Positives, sondern meint töricht oder geistig umnachtet und zwar auch genau in der Kombination mit Weib. Ein Namen indem sich diese ursprĂŒngliche Verwendung noch findet ist beispielsweise die Tollkirsche. Hier hast du dir ein denkbar schlechtes Beispiel fĂŒr den Umgang mit tradierten Wörtern gesucht. Ein "netter Fettsack" wird auch nicht durch die Verwendung des Adjektivs "nett" zu einer positiven Beschreibung eines anderen Menschen, sondern bleibt abwertend und verletzend.

Gleiches gilt fĂŒr deine Passage zum Ausdruck "Neger und Mohren". Die von dir aufgestellte These, nur Schwarze wĂŒrden diesen Ausdruck abwertend finden, ist schlicht falsch und wird wie das danach Folgende ĂŒberhaupt nicht begrĂŒndet. Ebenso wie die Behauptung, dass hĂ€tten ominöse AuslĂ€nder den Deutschen eingeredet. Als Beleg fĂŒr eine solche These heranzuziehen, die Leute wĂŒrden sonst solche NamenszĂŒge nicht verwenden oder Mohr heißen , trĂ€gt in meinen Augen ĂŒberhaupt nicht, da das kein Argument ist.

Der Titel deines Textes ist, nehme ich an, eine Anspielung auf George Orwells 1984 und die ist, ich muss das so hart sagen, in Bezug auf diesen Text einfach vollkommen fehl am Platz.


Ich bin mir nach dem Lesen nicht sicher, ob es sich hier um den Versuch handelt in die Gedankenwelt eines rechten Verschwörungstheoretikers einzutauchen, oder ob das tatsÀchlich deine Ansichten sind. Ich will es nicht hoffen.

So oder so ist das in meinen Augen ein Text fĂŒr die Tonne. Das liegt aber nicht daran, dass ich die darin eingenommenen Positionen nicht teile sondern weil er, unbhĂ€ngig davon, ob er der Mehrheit nicht gefĂ€llt, einfach nicht sauber durchargumentiert ist. Das gilt auch fĂŒr dein Fazit, warum die Verbannung des Wortes Neger Anstand und Höflichkeit ersetzen sollen ist mir vollkommen schleierhaft.

Nichts fĂŒr ungut,

Blumenberg

Bearbeiten/Löschen    


Weltenwandler
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2018

Werke: 3
Kommentare: 22
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Weltenwandler eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo onivido,

an sich finde ich es gut, dass du Aufmerksamkeit darauf lenkst, dass möglicherweise nicht alle AuswĂŒchse korrekter Ausdrucksweise legitimiert sind. Die Bedeutung eines Wortes Ă€ndert sich jedoch. Wo frĂŒher das Wort "Frau/vrouwe" eine edle Dame beschrieb, ist es heute eine neutral konnotierte Aussage, jemanden als Frau zu bezeichnen. Wenn man sich mit Sprachgeschichte auskennt und somit ein wenig Nostalgie aufkommt, ist das berechtigt, aber leider keine Argumentation, wie schon in den vorhergegangenen Kommentaren deutlich wurde.

Fazit:
Das Thema des Textes ist gut gewĂ€hlt, da es auf Interesse stĂ¶ĂŸt und diskutierbar ist!
Die Umsetzung ist leider etwas fragwĂŒrdig, da du es bei reiner MeinungsĂ€ußerung belĂ€sst und der Text als so kurzes Prosawerk nicht als "sprachkĂŒnstlerisch" gelten kann.

Möglicherweise kommt ein kĂŒnstlerisch gestalteter, aber eher beschreibender und nicht wertender Text besser an als der vorliegende !

Liebe GrĂŒĂŸe
Weltenwandler

Bearbeiten/Löschen    


1 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.



Werbung