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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Nicht mehr ganz neu, aber immer noch gut
Eingestellt am 03. 02. 2008 12:28


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paulenullnullzwei
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Kolumne

Die Feuilletons waren in den zurückliegenden Jahren von diversen Mahnmaldebatten geprägt. Soll man oder soll man nicht, und wenn ja, wie und wo und an was sollte überhaupt gemahnt werden? Fragen, die in hochstudierten Köpfen hin und her gewälzt wurden - mit oft auch zweifelhaften Ergebnissen.



Bei uns auf der Fußgängerzone z.B. hat man einen gläsernen Riesenwürfel aufgestellt, welcher, bedruckt mit Opfernamen, vor zukünftigem Naziterror schützen soll. Die symbolisierte Fragilität der Welt wurde ins Feld geführt, und damit die gebotene Achtsamkeit gegenüber faschistischen Strömungen, um den Entwurf an den Mann zu bringen. Ich find das Mahnmal eher schick, was eventuell aber nicht Ziel des Künstlers war und denke dabei an die Schlagzeilen in unserer Provinzzeitung, wenn dereinst ein unachtsamer Brummifahrer rückwärts an die Fragilität ran rumpelt. Da wird es von "Geplanter Neonazianschlag?" bis "Glas war der Stein des Anstoßes!" durch die Lokalteile rauschen.

Falls ich mal Opfer eines Gewaltregimes werden sollte, für mich braucht's keinen Glaswürfel. Spielt einfach einmal im Jahr meinen Lieblingssong im Radio. Langt mir völlig.

Apropos Mahnmal, da ich nur unweit von Vater Rhein wohne, besuchen mich sommers des Öfteren uneingeladene Gäste - Lieblingsgetränk Blut, mein Blut! An sich achte ich alle Geschöpfe des Himmels gleich, aber was zu weit geht... Deswegen galt es ein Mahnmal zu setzen: "Bis hier hin und nicht weiter, Freunde!" Also hab ich notgedrungen einen der Burschen gekillt und die sterblichen Überreste als Fanal an der Wand kleben lassen. Ich dachte, das sollte als abschreckendes Zeichen reichen. Dachte ich... Wie abgebrüht muss man eigentlich sein, wenn man trotz dessen fröhlich weiter piekt, als wäre nix gewesen?

Ja, gegen diesen Werteverfall, gegen den sollte man mal einen Glaswürfel in die Fußgängerzone stellen!

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