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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Nicht wahr?
Eingestellt am 07. 07. 2011 00:13


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amuseme
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PROLOG:

Die Wohnungst├╝r ├Âffnet sich. Eine Frau tritt ein. Mit Einkaufst├╝ten. Sie schlie├čt die T├╝r. Stellt die T├╝ten ab. Dann hebt sie ihren Rock und zieht ihren Slip aus. Legt ihn auf einen Platz an der Kommode, der extra daf├╝r vorgesehen zu sein scheint. Streicht den Rock wieder glatt, nimmt die Einkaufst├╝ten und geht in die K├╝che.

Es sieht aus, wie Routine, wenn sie das tut. So, als t├Ąte sie das jeden Tag.
Nicht wahr?

DAS RITUAL:

Oft steht ein Mann dort im Flur, wenn die Frau hereinkommt, und schaut sich ihre Bewegungen selbstgef├Ąllig an, das Abstellen der Einkaufst├╝ten, das Heben des Rockes, der Slip gleitet ├╝ber die sonnengebr├Ąunten Beine, findet seinen Platz auf der Kommode. Rock glatt streichen, Einkaufst├╝ten greifen, in die K├╝che gehen.

L├Ącheln. Es ber├╝hrt ihn, wenn sie den Ritualen folgt. Wenn sie ihre Verf├╝gbarkeit ihm gegen├╝ber ernst nimmt. Es erregt und befriedigt ihn zugleich, auf eine spezielle unerkl├Ąrliche Art, die nie langweilig zu werden scheint.

Rituale sind keine Befehle, nicht wahr? Rituale sind vielmehr gemeinsame Formeln in der Mathematik zweier Menschen. Deren Gleichung keine Unbekannten duldet. Und doch Variabeln kennt.

Denn sie zieht den Slip nicht immer aus.
Denn Verf├╝gbarkeit kann nur gegeben werden, nicht genommen.
Denn was ist das Beugen eines fremden Willens wert, wenn dort schon l├Ąngst kein eigener mehr vorhanden ist.
Nicht wahr?

Manchmal beh├Ąlt sie ihn also an, den Slip. Nicht aus Nachl├Ąssigkeit, auch nicht aus Trotz. Und auf keinen Fall zur Provokation. Sondern weil sie eine Frau ist. Und weil Hingabe keine Allgemeing├╝ltigkeit hat. Und weil Liebe t├Ąglich neu verhandelt wird. Und weil alles andere Heuchelei w├Ąre.

Der Mann im Flur freut sich ├╝ber jeden Tag, an dem er sie den Slip ausziehen sieht.

Heute hat er es nicht gesehen.

Er hat viel zu tun, die Arbeit t├╝rmt sich, er ist nicht gleich aufgesprungen und in den Flur gegangen, als seine Zaubermaus nach Hause kam.
Das bereut er nun.
Sein Blick ruht auf den Zeilen eines Schriftst├╝cks, das er gegenlesen soll und bewegt sich seit zwei Minuten planlos zwischen vier Worten hin und her. Welche Worte, das k├Ânnte er jetzt nicht mit Bestimmtheit sagen, denn es fehlt ihm an Konzentration, sie zu lesen. Sein Hirn legt keinen gesteigerten Wert darauf, das zu ├Ąndern.





Hat sie den Slip ausgezogen?

Es klappert Geschirr in der K├╝che. Das Schriftst├╝ck besitzt mit Sicherheit mehr als vier Worte, soviel sagt ihm seine berufliche Erfahrung. Welche Worte?

Oder tr├Ągt sie ihn noch?

Er hat ohnehin keine Zeit, heute, nicht f├╝r mehr als Abendessen und vielleicht TV-Kuscheln etwas sp├Ąter, aber jetzt MUSS er arbeiten. Er MUSS diese Worte lesen, die in ihrer Anzahl mehr als vier ├╝bersteigen werden, nach wie vor ist er sich dessen sicher, Konzentration, Worte, welche sind das. Lesen!

Er k├Ânnte nachschauen, ob der Slip auf der Kommode liegt.

Seine Augen wandern wieder an den Anfang der Zeile.

Und wenn sie ihn ausgezogen hat, ja wenn schon. Das hei├čt ja nicht, dass er ihre Verf├╝gbarkeit nutzen MUSS. Was er MUSS, ist arbeiten. Die anderen Zeilen lesen. JETZT.

JETZT muss er einfach wissen, wo dieser verdammte Slip ist!
Himmel, wer ist hier eigentlich wessen Sklave, murmelt er, als er in den Flur tritt und zur Kommode geht.

Kein Slip. Auf der Kommode liegt kein Slip. Sie hat ihn an. Schade.

Nein, nicht schade. Es ist egal. Er hat keine Zeit. Er muss arbeiten. Sie k├Ânnte drei Slips ├╝bereinander tragen, es w├Ąre ihm recht. Arbeit ist Arbeit. Termin ist Termin. Sie m├╝sste schon betteln, um heute ├╝berhaupt seine Zuwendung zu bekommen, Slip hin oder her.

Er geht zur├╝ck ins Arbeitszimmer. Setzt sich auf den B├╝rosessel und schaut aus dem Fenster.

Vielleicht hat sie ihn doch ausgezogen, und statt auf die Kommode gleich in die W├Ąsche getan?

Egal. Soll sie.

Warum steht er jetzt schon wieder im Flur?

Die Ger├Ąusche aus der K├╝che klingen wie das Schneiden von Gem├╝se auf einem gro├čen Holzbrett. Ein Holzbrett, das er ihr gerne auch schon mal ├╝ber den blanken Hintern gezogen hat.

Es dauert nur eine Minute, denkt er, einfach kurz nachschauen, ob sie den Slip noch an hat und gut is. Denkt er.
Ich lasse mich dominieren von meiner eigenen Dominanz, denkt er auch. Und findet es albern.

Aber wenn sie ihn angelassen hat, warum? Geht es ihr nicht gut? Zieht sie sich zur├╝ck?

Das geht nun wirklich zu weit. Oder nein, immerhin hat er ihr versprochen, Verantwortung zu ├╝bernehmen. Sie zu beobachten, auf sie zu achten. Was w├Ąre dieses Versprechen wert, wenn er jetzt nicht nachschaut, ob sie ihren Slip an hat.
Nicht wahr?


Er geht in die K├╝che. Direkt zum K├╝hlschrank, als wolle er sich ein Glas Cola holen. Sie steht an der Arbeitsfl├Ąche, schneidet Karotten. Bemerkt ihn und l├Ąchelt ich an. Der kurze Rock f├Ąllt auf ihre Oberschenkel.

ÔÇ×Na du?ÔÇť

Die Gleichg├╝ltigkeit in seiner Stimme vermag das Schreien seiner Blicke auf ihrem Rocksaum kaum zu ├╝bert├Ânen. Einbildung!

Gleich wird sie sich an ihn schmiegen, sein K├Ątzchen, sein verschmustes Drachenkind. Dann kann er die Hand an ihrem Oberschenkel hinaufwandern lassen und wird in K├╝rze wissen, was in sliptechnischer Angelegenheit denn nun Sache ist. Sie wird seine Absicht nicht mal bemerken.

ÔÇ×Na du? M├Âchtest du eine Karotte?ÔÇť antwortet sie.

ÔÇ×Jo.ÔÇť

Schmiege dich, M├Ądchen!

Sie schmiegt nicht.

ÔÇ×Viel Arbeit?ÔÇť

ÔÇ×Auch.ÔÇť

Das w├Ąchst sich zu einer Farce aus. Dominant willst Du sein? Dominant was denn? Ein dominanter Karottenhase? Mann oder M├Ądchen?

Er legt das Gem├╝se weg, tritt auf sie zu, seine linke Hand packt ihren Nacken und nach einem ersten Erschrecken wird ihr K├Ârper weich, beugt sich leicht nach vorne und verharrt in neugieriger Duldungsstarre. Seine rechte Hand schiebt sich grob zwischen ihre Beine. F├╝hlt das nackte Fleisch. Kein Slip. Ein wohliges St├Âhnen entgleitet ihm, wie einem L├Âwen, der die Z├Ąhne im warmen Hals seiner Beute wei├č. Verf├╝gbarkeit! Sie ist so s├╝├č. St├Âhne, Katze! Jetzt!

Das St├Âhnen, das er sich erhofft, f├Ąllt ungewohnt aus. Ein Wimmern eher? Was ist?

ÔÇ×Was ist?ÔÇť er zieht seine Hand zur├╝ck und gleich f├Ąllt es ihm ein. Grob war er in der Nacht zuvor. Und lange. ÔÇ×Tut es weh?ÔÇť

Sie nickt.

Er k├╝sst.

Sie schmiegt.

Sich an ihn.

ÔÇ×Und du hast trotzdem den Slip ausgezogen?ÔÇť fragt er.

Er h├Ąlt. Umarmt. Besch├╝tzt.

ÔÇ×Ich liebe dich.ÔÇť sagt sie.

Sch├Ân.

Nicht wahr?

__________________
Geist ist geil!

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

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Liebe/r/s amuseme,

mir ist, wenn ich ehrlich bin, das - nicht wahr - ein bisschen aufgesetzt. Es wird im Lauf des Textes vier mal (und damit nach meinem Gef├╝hl zwei Mal zu oft) eingesetzt und soll, so interpretiere ich es, als direkte, wenn auch rhetorische, Frage, den Leser in die Handlung einbeziehen, ob er will oder nicht. Dazu wird es noch zus├Ątzlich durch die Verwendung als Titel hervorgehoben.

Ich finde durchaus reizvolle und interessante Teile, so z.B. den Kontrast zwischen der erotisch aufgeladenen Situation und den bewusst kurz, allt├Ąglich und nichtssagend gehaltenen Dialogen, leider aber auch gewollt geistreiches und phrasenhaftes.

Ich habe ├╝brigens nicht verstanden, warum der Mann den Slip nicht gesehen hat. Sie hat ihn, lt. Prolog, an der Kommode abgelegt. Selbst wenn er also auf die Kommode schaut, sollte er ihn gesehen haben.

Was die Behauptung: Denn Verf├╝gbarkeit kann nur gegeben werden, nicht genommen betrifft, so kann Verf├╝gbarkeit nat├╝rlich sowohl gew├Ąhrt, als auch erzwungen werden. Die in sich stimmige Erkl├Ąrung danach: Denn was ist das Beugen eines fremden Willens wert, wenn dort schon l├Ąngst kein eigener mehr vorhanden ist erkl├Ąrt etwas anderes.

Gr├╝├če
gareth





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Dominik Klama
???
Registriert: Nov 2008

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Das ist ziemlich gut und ziemlich interessant.

Die Verwendung des "Nicht wahr?" hat mich aber auch eher genervt. Ich w├╝rde das jedes Mal streichen und dann m├╝sste halt auch ein neuer Titel her.

Ist klar, der Autor / die Autorin (ich kann mich nicht entscheiden und finde auch auf dem Mitgliedsprofil keinen Anhaltspunkt) m├Âchte an den jeweiligen Stellen den Leser im Lesefluss einhalten lassen, damit er ├╝ber das gerade Gelesene kurz noch mal nachdenkt. Aber mir geht's so wie bei manchen Menschen, die diese Formel ungef├Ąhr alle vier Minuten in ihren Redefluss einflechten. Meist mit besonders erhobener Stimme dabei, als seien das zwei ├Ąu├čerst bedeutungsschwere Worte. Manchmal sind das Personen, da kann man sich gar nicht entscheiden, wollen die einem jetzt zustimmen, das eben Gesagte noch mal unterstreichen - oder wollen sie mit nur zwei W├Ârterm allem bisher Gesagten den Teppich unter den F├╝├čen wegziehen. (Falls ja, sollten sie doch bitte etwas mehr mit der Sprache herauskommen, meine ich.) Mindestens an einer der Stellen in diesem Text geht mir das genauso.

Ginge es darum, eine gewisse Interpretation des Erz├Ąhlten einerseits "aufzumachen", bzw. einfach mal nachzuhelfen, dass auch jeder Leser auf die Idee kommt, sie dann aber auch schon wieder in Frage zu stellen, damit die Textaussage offener bleibt, hielte ich es f├╝r ein legitimes Vorhaben, wollte aber, dass man's mit anderen sprachlichen Mitteln erreicht.



Das K├╝chenbrett kann so besonders gro├č nicht sein. Denn entweder taugt es dann schlecht zum Hinternverkloppen, ist unhandlich oder aber hat zu wenig Wumms - oder es ist ein Griff daran, wovon im Text aber nichts steht.




An mehreren Stellen versucht sich der Text darin, so etwas wie ein Essay ├╝ber Erotisches zu werden. Dagegen ist grunds├Ątzlich nichts zu sagen.


> Ich lasse mich dominieren von meiner eigenen Dominanz.
Das ist witzig und trifft ein real vorkommendes Problem von Beziehungen, die auf der Basis von Dominanz und Submission beruhen.


> Denn was ist das Beugen eines fremden Willens wert, wenn dort kein eigener mehr vorhanden ist?
Immer, wenn ich ├╝ber Sadomasochismus nachdenke, scheint mir das die Kardinalfrage zu sein. Andererseits: Was taugt eine Sexualit├Ąt, die die Bed├╝rfnisse des Partners einfach ├╝berrollt zu Gunsten der eigenen?



Aber:
> Rituale sind gemeinsame Formeln in der Mathematik zweier Menschen. Deren Gleichung keine Unbekannten duldet. Und doch Variabeln kennt.
Da mag ich nicht mehr mit. Das kommt mir so vor, als st├╝nde dort: "Lieber Leser, hast du ├╝brigens schon bemerkt, dass ich mich intellektuell ja auf der Stufe der Herrschaften Adorno und Foucault bewege?"




Mit der Kommasetzung hapert es leider gelegentlich.

> Es sieht aus, wie Routine, wenn sie das tut.
Das erste Komma hat hier nichts zu suchen.



> Sein Blick ruht auf den Zeilen eines Schriftst├╝cks, das er gegenlesen soll und bewegt sich...
Seit der Rechtschreibreform gilt mehr den je: Vor "und" kommt kein Komma. In diesem Fall aber doch einmal.



> Vielleicht hat sie ihn doch ausgezogen, und statt auf die Kommode gleich in die W├Ąsche getan?
Daf├╝r kommt vor diesem "und" kein Komma.



> ÔÇ×Und du hast trotzdem den Slip ausgezogen?ÔÇť fragt er.

> ÔÇ×Ich liebe dich.ÔÇť sagt sie.

Das macht man so:

ÔÇ×Und du hast trotzdem den Slip ausgezogen?ÔÇť, fragt er.

ÔÇ×Ich liebe dichÔÇť, sagt sie.




Aufs individuelle reale Einzelpaar bezogen ist nat├╝rlich alles m├Âglich, was die unter sich als "Sprache der Liebe" ausgemacht haben, aber in einem literarischen Text, wo Leser, die sie als so konkrete Personen nicht kennen, von sozusagem "dem Paar ├╝berhaupt" lesen, finde ich eine Koseform wie diese:
> seine Zaubermaus
etwas l├Ąppisch, bzw. fantasielos.

Angesichts der Tatsache, dass es sich nicht ums "durchschnittliche" Ehepaar handelt, sondern um eines, wo der eine Teil "Sklave" und der andere "Besitzer" ist. Auch angesichts der Tatsache, dass weiter unten das deutlich kr├Ąftigere
> sein Drachenkind
steht.



Allen Lesern, denen der Text gefallen hat - und es scheinen ja schon recht viele zu sein, wenn man den "Zensuren" in der Bewertungs├╝bersicht und deren Anzahl nach urteilt -, empfehle ich, jetzt amusemes "Schlampe" zu lesen. Kennt man jenen Text k├Ânnte man n├Ąmlich auf die Idee kommen, dass "die Frau" in diesem Text biologisch vielleicht gar keine Frau ist, obwohl im Text steht: "weil sie eine Frau ist".
Aber vielleicht ist sie nur vom F├╝hlen her eine Frau.
Das w├╝rde es noch mal eine Spur interessanter machen. F├╝r mich zumindest.

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Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

Werke: 24
Kommentare: 382
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Die Handlung hat schon was, da stimme ich mit meinen Vorrednern bzw. Vorschreibern ├╝berein, doch finde ich die Sprache h├Âlzern bis peinlich, zum Beispiel hier: "Das Schriftst├╝ck besitzt mit Sicherheit mehr als vier Worte, soviel sagt ihm seine berufliche Erfahrung."
__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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