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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Niemals (gelöscht)
Eingestellt am 23. 03. 2009 23:33


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nachts
???
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Heute ist nicht manchmal

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ridding
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Hallo Nachts,
ein toller Text, finde ich. Erotisch und ungewöhnlich, mit sehr grundsätzlichen philosophischen Überlegungen, die aber völlig ungezwungen Bestandteil des Textes sind.
Weil ich den Text so gut finde, habe ich mir die Mühe eines nochmaligen gründlichen Lesens gemacht und alles "angestrichen", was mir auffiel. Ich hoffe, du kannst mit einigen Sachen etwas anfangen. Es hat mir großen Spaß gemacht, mich bei diesem zweiten Durchgang noch tiefer in den Text einzulesen.
Gruß, ridding


Sie hatte sich an die Bar gesetzt. Nicht dem Gaffen ausgesetzt, nicht als Wartende präsentiert, dazu fehlte ihr gerade die Sicherheit. Vor sich ein Glas spanischen Merlot, betrachtete Dorothea die Sitzenden. Hauptsächlich Paare vergnügten sich an den Tischen, in Plaudereien oder tief schürfenden (ist aber beides möglich) Diskussionen verwickelt - und da gab es auch die Schweigenden, in stillem Einverständnis ihr Essen genießend, oder im Versuch den Moment festzuhalten.
Die Augen des Barkeepers fanden immer wieder zu ihr.
Inzwischen glaubte sie dabei einen zeitlichen Rhythmus zu erfassen, und den Blick zu spüren, selbst wenn sie gerade nicht in seine Richtung sah.
Er konnte höchstens Ende Zwanzig sein, die Nase, wie ständig schnüffelnd, vorgereckt - eine gegelte, ruhelose Spitzmaus.
So wie sie sich heute fühlte, wollte sie es nicht als männliches Interesse, oder Mutterkomplex, (ein Mann mit Mutterkomplex? Vielleich besser "Beschützerinstinkt".) sondern als Mitgefühl deuten.
Mitleid mit dieser Fünfzigjährigen, die zwar noch immer einen passablen, festen Körper hatte, und die Ausstrahlung einer sinnlichen Weiblichkeit, aber vielleicht wegen einer makellosen Jüngeren, mit festeren Brüsten und glatterer Haut hier vertrocknete.
Samuel hatte keine Jüngere, das wußte sie.
Sie war auch keine verblühte Schönheit auf der Suche nach Zweisamkeit, um das Alleinsein mit der Nacht nicht aushalten zu müssen.
An einem der Tische saß eine Frau in ihrem Alter. Sie war allein. Ihr Kleid war eine Spur zu eng und ihre Lippen eine Hauch zu grell für Dorotheas Dafürhalten. Die Frau erwiderte ihren Blick, taxierte sie schnell, starrte dann durch die Fensterscheibe in die Dunkelheit.
Wenn die fettesten Fische längst unter Deck gekühlt werden, streiten sich die Möwen noch um den Beifang. Galt sie bereits als Möwe?
Samuel würde kommen. Hoffentlich. Sie fuhr sich durch die schwarzen, kurzen Haare, nippte dann am schweren Wein.
Ihre Rivalin war seine Firma, die ihn aussaugte, seine ganze Kraft, seine Vitalität und seine Aufmerksamkeit forderte. Wie wenig Zeit verbrachten sie miteinander, so wenig Zeit zum Dahintreiben, träumen, genießen, sich Gutes tun. Und wie viel Raum nahm das Alltägliche ein?
Aber er lebte für das, was er aufgebaut hatte, auch mit Sechzig gab es für ihn keinen Grund sich zurückzuhalten. Die Verantwortung, der Stolz - mochte sein, auch die Macht - der Erfolg und natürlich auch der Wohlstand. Was davon, durfte sie in Frage stellen? Welches Recht hatte sie, ihm etwas davon rauben zu wollen? Für sich, für ihn oder für die Gemeinsamkeit?
Als das Handy ihr eine SMS ankündigte, wußte sie sofort - wieder war etwas dazwischen gekommen, eine Sitzung hatte länger gedauert, oder irgendein unaufschiebbares Problem war aufgetaucht.
Sie überflog die Nachricht von Samuel und knallte impulsiv das Handy auf den Tisch.
Ja, vielleicht war sie eine Sitzengelassene, eine in die Jahre gekommene Gewohnheit, aber gegen diese Gegnerin konnte man nicht kämpfen. Da gab es keine Augen zum Auskratzen und man konnte sie auch nicht mit brutaler Gewalt die Treppe hinunter schubsen, so dass sie sich die grazilen Gräten bräche.
Dorothea musste unwillkürlich lächeln. Dummes Weib, tadelte sie sich resigniert, dass hast du gewusst, als du ihn wolltest und weil er so ist, willst du ihn.

„Sie haben ein Lächeln, das strahlt irgendwie Wärme und Weisheit aus", sagte plötzlich eine dunkle Stimme neben ihr.
Sie hatte nicht einmal registriert, dass der Hocker besetzt wurde. Und wie der besetzt war!
Sie wandte sich dem Mann zu.
Er mochte um die Vierzig sein, im T-Shirt und schwarzem Sacco, gebräunt, mit unübersehbar gut trainiertem Körper. Seine Augenfältchen zogen sich beim Lächeln zusammen. Der drei Tage Bart und die vorwitzig spitze Nase gaben ihm etwas Abenteuerliches, Lässiges.
„Das ist die scheinbare Weisheit des vorgerückten Alters", sagte sie - nach kurzem Zögern, ob sie auf seine Plattheit überhaupt reagieren sollte. „Das werden sie später auch einmal erfahren.“
Er zupfte an einer Strähne seines verstrubbelten, blonden Haares und grinste breit. Schönes Gebiss, das Tier!
„Alter war noch nie eine Frage des Alters", glaubte er ihr sagen zu müssen.
Sie trank einen Schluck. Warum sich nicht unterhalten? Wann hatte sie sich das letzte Mal von einem fremden Mann ungestraft ansprechen lassen? Und - er sah interessant und sexy aus, nicht so ein einsamer, von (oder: mackenbehafteter) Macken behafteter Midlife Crysler (das Ursprungswort heißt midlife crisis), mit nervösen Tics und, von porno.de geröteten, hungrigen Augen.
Solche Exemplare liefen ihr bei offiziellen Anlässen und Feiern ständig über den Weg.
Sie pflegte diese Spezies mit einem vergifteten Dolch aus routiniertem Zynismus zu erlegen, mitten rein in die Männlichkeit, und, wenn sie besonders widerstandsfähig waren, auch noch, unter Samuels Anwesenheit, ("unter" passt für meinen Geschmack als Präposition nicht zu "Anwesenheit", also entweder "in" oder vielleicht "Augen"?) genüsslich auszuweiden.
„Was geht da gerade vor, hinter ihrer hübschen Stirn", unterbrach der Fremde ihre Gedanken. „Ich heiße übrigens Marian.“
Hübsche Stirn? Wo blieb der Rosenverkäufer? Wenn er sie ab jetzt nicht mehr mit Worthülsen bewarf, die geradezu schmerzhaft mit ihrem Intellekt kollidierten, (erscheint mir als Formulierung etwas geschraubt, vielleicht "ihren Intellekt beleidigten"?) wollte sie dem guten Marian, ob seiner Muskeln, eine Chance geben. (Woher eknnt sie seinen Namen?) Ihr Bauch, oder etwas in seiner Nähe, hatte für`s ("fürs", Auslassungszeichen nur dann, wenn lediglich ein Buchstabe ersetzt wird) erste entschieden.
„Also Marian, geben sie mir nun eine Prosecco aus, oder wie entwickelt sich das weiter?“
Sie bemerkte, dass er flüchtig seine blau grauen (ergibt nur zusammengeschrieben einen Sinn) Augen über den freiliegenden Teil ihrer gebräunten Brüste, mit dem silbernen Anhänger dazwischen, wandern ließ.
Sie war zufrieden mit der Entscheidung, für heute Abend das Schwarze mit den "gewährenden Einblicken" gewählt zu haben.
Seine Blicke durften entlang flanieren, staunend still stehen, ihretwegen auch ertrinken, oder etwas entzünden, so lange er ihr nicht geifernd in die Auslage stierte.
Der Anhänger war von Samuel, ein Sonnenrad (das müsste eigentlich golden sein). Er liebte Silber an ihr und beschenkte sie ständig mit Neuem.
Einmal hatte sie ihm gesagt, wenn sie vor ihm stürbe (sterbe), könnte er sie doch mit Silber übergießen und im Schlafzimmer ausstellen. Zumindest einen Abguss schien er damals erwogen zu haben.
Sie konzentrierte sich auf den Fremden, lächelte ihn an. Das sah nach einem zwanglosen Flirt aus, wenn gleich (zusammen)ihre Erinnerungen in Bezug auf „Zwanglos“ (groß geschrieben müsste es "Zwangslos" heißen, kleiner Scherz) schon etwas verblasst waren.
„Ich heiße Dorothea und warte auf niemanden heute.“
Der letzte Satz klang derber, als sie es gewollt hatte, richtig verbiestert. Das war ganz schwarze Witwe in ihrem Netz.(schwarze Witwen bauen meines Wissens als jagende Spinnen keine Netze) Komm doch näher, lieber Käfer! Sie war definitiv aus der Übung.
Marian spielte kurz mit seinem Weinglas, senkte die Augen, dann winkte er dem Barkeeper. Seltsamerweise verlangte er nicht zu zahlen, vielmehr bestellte er Prosecco. So leicht war er wohl nicht zu vergraulen.

Innerhalb der nächsten zwei Stunden begriff sie fasziniert, dass sie sich verwandeln konnte. Sie fühlte sich begehrenswert, seine unversteckten Blicke verrieten es ihr, da war Jemand, der sich die Zeit nahm, sie zu entdecken, Fragen stellte, neugierig war, Interesse hatte - und ihre Reize bemerkte.
Nicht, dass sie das Gefühl je hatte, Samuel würde sie nicht wahrnehmen - wenn sie denn Zeit füreinander hatten, aber jetzt und hier ...
Es war als würde sich ihre Weiblichkeit verpuppen, (das Verpuppen ist das vorhergehende Gegenteil, du beschreibst das Schlüpfen nach dem Puppenstadium) die abgestorbene, verwesende Haut verlassen, um ihre bunten Flügel in den neuen Tag zu recken. Nicht mehr kriechen - von Blüte zu Blüte, saugend ...
Es lag wahrscheinlich mitunter (?auch?) am Alkohol. Vielleicht sollte sie auf Mai thai umsteigen, um das Schlüpfen voranzutreiben.
Sie plapperten und philosophierten, tranken, lachten und hingen an den Lippen des Anderen.
Immer mal wieder legte der Mann ihr seine schmale Hand kurz auf den Unterarm, oder auf die Schulter, während besonders eindrücklicher Momente seiner Erzählungen. Nach einiger Zeit wurde diese Geste vom Besonderen zu etwas Vertrautem. Endlich beugte er sich zu ihr und küsste sie.
Sie erwiderte seinen Kuss lange. Ihre Zunge tief in seinem Mund, griff sie ihm fest in den Nacken.
Zum Abschluss biss sie ihm in die Unterlippe. Ein Schwindel erfasste sie, sein fester Oberkörper berührte die Seide über ihren sehnsüchtig - (hier passt kein Gedankenstrich, entweder ein Bindestrich oder gar nichts)harrenden Knospen. Sie blühten sofort auf, schmerzhaft und sichtbar.
Sie musste ihren (hier besser "den", da gleich nocmal "ihre" kommt) Impuls unterdrücken, ihre Hände sofort unter sein T-Shirt zu schieben.
Lachend schüttelte sie den Kopf, dann schob sie ihn weg, sah ihm in die Augen.
„Ich werde jetzt gehen Marian", sagte sie. „Merci beaucoup für das Abenteuer, das war wirklich ein Abend, der mir teuer bleiben wird - und dazu gehört keine billige Nacht.“
Schöne Rede, aber das Fleisch zog noch nicht die richtigen Schlüsse daraus. Sie spürte den heftigen Nachhall, das vertraute Zerren in ihrem Unterleib.
Verwirrt starrte er sie an.
Ihr wäre jetzt wohler gewesen, er hätte verständnisvoll genickt. Nicht wegen ihm ("seinetwegen", auch wenn es etwas aus der Mode kommt, folgt "wegen" ein Genitiv und kein Dativ) , sondern um die Vernunft wieder zu bewaffnen, die, mit dem Rücken an der Wand, gegen die Lust, das Prickeln und die Enttäuschung kämpfte.
„Ich bin nur heute in der Stadt", begann er, und sah vor sich auf den Tresen, „Komm (sieht schöner aus) bitte mit zu mir. Ich will nicht, dass wir so auseinandergehen. Ich bin ("wohne") in einer kleinen Pension, nicht weit von hier. Es soll dort immerhin ein gutes Frühstück geben.“
Er zog einen Schlüssel mit konischem Metallanhänger aus der Tasche. Fahrig löste er den Anhänger und drückte ihn ihr in die Hand. Dann hob er den Kopf und blickte sie an.
Aber es war schon zu spät, zu viel bettelnder Hund lag in den Augen, zu wenig harter Willen.
„Behalt das. Die Adresse ist drauf. Wenn du nicht kommst, werden sie mir das Ding in Rechnung stellen.“ Sein Lächeln misslang. „Aber es wird dich erinnern. Denk drüber nach!“
Entschlossen, die Melodramatik zu unterbrechen, stand Dorothea auf, wog spielerisch das Metallstück in ihrer Hand.
Bevor er sie wieder küssen konnte, drehte sie sich um.
Sie ließ sich von ihm in die Jacke helfen, zog nochmals tief die Luft ein, Joop, passte zu ihm - sah dann zum Ausgang. Sie schob das Hoteleigentum (gerade war es noch eine Pension) in die Tasche.
„Komm, wir nehmen ein Taxi", probierte er es noch einmal.
„Ciao", erwiderte sie, sich selbstinszenierend (klingt sehr geschwollen, kann man m.E. auch weglassen) und ging.

Draußen tauchte er plötzlich wieder neben ihr auf.
Dabei war es so ein schöner Abend gewesen, dachte sie bedauernd, und jetzt muss ich ihn abschütteln, wie eine schlechte Gewohnheit.
„Warte", sagte er, „begleite mich noch ein Stück, bitte, ich muss dir etwas zeigen. Es ist wichtig.“
War mit seinem Verstand alles in Ordnung? Wollte er sie etwa noch weiter bereden? (Kein schönes Wort, vielleicht: "Wollte er sie doch noch überreden?") Dabei wirkte er gerade so hilflos - das war höchstens Sancho Pansa und kein von sich überzeugter Ritter - (Ist das wirklich das richtige Bild? Schließlich ist Don Quichote auch nicht unbedingt das Symbol selbstbewusster Männlichkeit, selbst wenn er von sich und seiner Mission überzeugt ist.) so dass sie nachgab.
Er führte sie schweigend ein paar Straßen weiter zu einer Bar.
“Nur einen Moment", stellte sie klar und bereute ihre Nachgiebigkeit.
Hinter ihm trat sie ein.
Als sie sich drinnen an das Halbdunkel gewöhnt hatte, erstarrte sie. Der Mann an der Theke, auf den ihr Begleiter sofort zusteuerte, war Samuel. Durch seine Größe, ragte er unter den anderen Sitzenden auf. Sein markanter Schädel, mit dem kurzrasierten grauen Haar - sie starrte ihn an, wie einen wahr gewordenen Alptraum.
Genau das war er auch!
Alles an ihr wurde zu Eis, ihr Körper, ihre Gedanken - seelenlose, beißende Kälte umfing sie.
Er drehte seinen Kopf in ihre Richtung.
Wie konnte er lächeln? Sein Lächeln, das so spitzbübisch und jung war. Wie konnte er alles, was sie zusammen hatten, an einem Abend in den Schmutz treten? Und wie konnte er ihr ihre Würde einfach so vom Leib reißen, so dass sie nackt und gedemütigt vor ihm stand?

quote:
Nein, mehr als das, gehäutet hatte er sie, aus ihrem Fell gestoßen und sich einen Mantel daraus gemacht, damit er es warm hatte. Ja, er war im Winter seiner Männlichkeit angekommen, und jetzt fing er an bitterlich zu frieren!
(Ist diese Passage notwendig? Für meinen Geschmack sind gleich zwei schiefe Bilder drin. Zum einen "aus dem Fell stoßen", zum anderen das mit dem "Winter der Männlichkeit", das ja auch später gründlich widerlegt wird.)
Sie fand sich auf der Straße wieder, nicht herzzerreißend schluchzend, wie es ihr Herz forderte, sondern still, mit starrem Blick. Nein, sie würde nicht heulend durch die Straßen laufen, und sich die Haare raufen. Es war nur eine dreckige, kleine Komödie gewesen, ein Test, ist das Weib auch treu?
Und ja, sie war geschmeichelt und eingewickelt in einer Decke aus Aufmerksamkeit gewesen, und er hatte sie zerfetzt.
Für was? "Wofür?" oder "Warum?"?) Aus einer Laune heraus, oder lauerte da tiefe Angst?

Da war plötzlich die einst so vertraute Gestalt neben ihr, die sie jetzt gruseln ließ.
Er war ihr ein Unbekannter.
Schweigen.
Sie konnte nichts sagen. Sie hatte auch nicht die Kraft, vor ihm wegzulaufen.
„Ich ...“ begann er, aber sie schnitt ihm mit einer abwehrenden Handbewegung das Wort ab.
„Warum?“ hauchte sie schließlich, obgleich sie es nicht auch noch erklärt haben wollte. Aber da war etwas in ihr, dass sie nicht glauben lassen wollte, was doch so offensichtlich war.
Da war dieses mächtige, zeitlose Vertrauen und diese Nähe zu ihm, die sich nicht kampflos ergeben wollten.
Langsam schritten sie nebeneinander die Straße entlang.
Es begann zu regnen, aber sie spürte die Tropfen nicht.
„Aber was denkst du denn?“ fragte er zögernd.
Sie schüttelte müde den Kopf. War es nicht ganz unwichtig, was sie dachte, unwichtig für ihn? Unwichtig für sie beide?
„Weißt du", begann er erneut, "ich weiß, wie es mit uns ist.“
Sie stieß den Atem aus.
„Und wie ist es? Denkst du, ich bräuchte nur die passende Gelegenheit, ist es das?“
„Nein,“ rief er.
Und sie ahnte, dass dieses Nein die Wahrheit war, so funktionierte Samuel nicht, und trotzdem gab es kein Recht, sie so zu verletzen.

„Ich seh dich oft an, wenn du schläfst“, sagte er, "und es macht mich zum glücklichsten Menschen, dass du bei mir bist. Und ich habe nie etwas gefordert, weil alles was ich will, schenkst du mir. Dich lieben zu können. Wir haben nur sehr wenig Zeit miteinander, und die ist mir kostbar. Aber ich besitze dich nicht, vielleicht will meine Eitelkeit das manchmal so, aber weil ich dich liebe, will ich, dass du frei bist, frei zu tun, was du möchtest. Ich weiß, dass mir oft die Energie fehlt und ich weiß um deine Rücksicht. Aber du sollst blühen und erfüllt sein und egoistisch und glücklich. Weil nur in der Freiheit Liebe steckt, verstehst du?“
„Im Moment hätte ich es gern weniger pathetisch. Du meinst also, es macht mich glücklich mit einem jungen Mann, den du beauftragst, im Hotel zu vögeln?“
Sie schüttelte wieder den Kopf. Dachte er das wirklich?
„Was immer du tust", sagte Samuel, „mit wem du es tust, ich besitze dich nicht. Ich will dir zeigen, dass Liebe keine Bedingungen hat, keine Regeln für den Geliebten, nur entweder oder. Und ich habe Marian auch nicht beauftragt. Er ist der Sohn von Paul, einem alten Freund. Den einzigen Auftrag, wenn du es so nennen willst, den er hatte, war, dich kennen zu lernen. Was immer sich daraus entwickelte, war seine und deine freie Entscheidung, eure Freiheit. Aber ich weiß, du hast ihn sehr - beeindruckt.“
„Er wollte mit mir ins Hotel, du Arschloch", zischte sie, und hielt ihm das Metallteil unter die Nase.
„Ich will, dass du frei bist, alles tust was dich glücklich macht", wiederholte er, „und ich will, dass du keine Rücksicht nimmst, weil es mich nicht verletzen darf, weil ich dich liebe. Weil, dass, was letztendlich verletzt würde, wäre doch nur mein Stolz oder mein Ego.“
„Du blöder Idiot,“ rief sie, „du beschissener, kleiner Intrigant. Ich hätte mir die Seele aus dem Leib vögeln lassen sollen, von diesem knackigen, jungen Kerl.“
Sie starrte an ihm vorbei ins Leere. Ihre Mundwinkel zuckten.
„Vielleicht tu ich es ja noch.“
„Er ist nicht im Hotel, er wird wahrscheinlich jetzt bei Paul, schlafen", erwiderte Samuel und zog einen Schlüssel aus der Jackentasche. "Den hat mir Marian gegeben, er passt zum Anhänger.(hier würde ich keinen Absatz machen)
Wenn du willst, begleitet dich ein alter Mann dort hin, der um Vergebung fleht. Ja, vielleicht war es die beschissenste Idee, die ich je hatte - ja! Mea culpa, mea culpa, mea culpa!“
„Halt den Mund, du Komparse, du kannst deinen Text nicht!“ (Ein Komparse hat auch keinen Text.)
Sie wandte sich zu ihm. In ihren Augen waren Tränen. Sie hasste es, wenn er sie zum Heulen brachte, weil sie dabei immer das Gefühl hatte, um ihn zu weinen.
Mit beiden Fäusten trommelte sie heftig gegen seine Brust, dann packte sie ihn am Kragen seiner Jacke und zog ihn zu sich. Sie küsste ihn und schluchzte dabei weiter.

Das Zimmer war vorbereitet. In einem Sektkühler stand ihr Lieblingsprosecco bereit. Noch immer brodelte es in ihr. Sie schaute aus dem Fenster auf das nächtliche, beleuchtete München.
„Und warum, sollte er mich zu dir führen? Und was, wenn wir nicht gekommen wären?“
Samuel zog sich die Jacke aus und öffnete den Verschluss des Proseccos.
„Er sollte dich zu mir führen, damit ich es dir zeigen kann, beweisen kann, dass ich keine Frau habe, dich nicht besitze, sondern dich einfach liebe, in bedingungsloser Freiheit, was immer passiert, ob du bei mir bist oder nicht. Wenn ich es einfach nur sagte, wären es hohle Phrasen, einfach nur Sprüche, die man so generös von sich gibt. Und wenn ihr nicht gekommen wärt, hätte ich mich mit meinem Egoismus und meinem Besitzerstolz unter Gefechtsbedingungen auseinandergesetzt. So einfach - so schwer.“
Sie trat hinter ihn, legte ihre Hände um seine Brust, während er die Gläser füllte.
„Geh mit mir ins Bett, Samuel", flüsterte sie und riss sein Hemd vom Kragen abwärts auseinander. Knöpfe sprangen auf den Boden.
„Selbst schuld, wenn ich mich abreagiere", murmelte sie an seinem Hals.
Er stellte die verschütteten Gläser ab und drehte sich um.
Während er die Träger ihres Kleides von den Schultern streifte, zeichnete er mit den Lippen die Konturen ihres Schlüsselbeines nach.
“Scheiße, ich muss wieder heulen“, klagte sie, als seine Hände den Reißverschluss öffneten und das Kleid über ihre Hüfte nach unten zogen.
Sie stieg aus dem schwarzen Stoffknäuel und schleuderte ihre Schuhe mit aller Kraft gegen die Tür.
Was war mit diesem Abend passiert? Sie begehrte Samuel mehr als je zuvor, sie musste jetzt einfach über ihn herfallen. Und doch - ein bisschen weniger Vernunft und einen Schuss mehr „Scheißegal“, und Marian würde vielleicht vor ihr stehen, respektive unter ihr liegen und sie würde seinen Sixpack kraulen.
„Was ist?“, fragte Samuel. Er hatte sich vor ihr ausgezogen und war unter ihrem Blick zum Bett gegangen. Sein Körper besaß noch immer diese zähe Sehnigkeit, auch wenn er an Masse zugelegt hatte. Das Alter hatte seine Haut schlaffer und fleckiger werden lassen, und doch stand da ein attraktiver, kräftiger Kerl vor ihr.
Und verdammt nochmal, sie liebte ihn, wenn sie ihm nicht gerade den Kopf abreißen wollte. Und sie fing an zu verstehen, sein Wesen, seine Definition war wohl die wahre, weil selbstlose, nur musste er sich im Klaren darüber sein, dass sie ihre eigene Form gewählt hatte. Zum zweiten Mal an diesem Abend beschäftigte sie sich gedanklich kurz mit Augen auskratzen. Ihre eigene Selbstlosigkeit und Hingabe hatten gewisse eifersuchtsbedingte (Wirkt als Wort in diesem Zusammenhang sehr sperrig, kann man vielleicht ganz weglassen.) Grenzen.
„Ich schau dich noch eine Weile an", sagte Dorothea.
Sein erigierter Schwanz bestimmte nun das Bild. Groß, von dicken bläulichen Adern eingefasst.
Sie mochte es ihn anzuschauen, seine beinahe unmerklichen Bewegungen, sein Pulsieren, sein eigenes Leben.
Nebenbei öffnete sie ihren Bh und streifte ihren Slip ab.
Dann warf sie sich einfach auf ihn, so dass ihr Anprall sie beide auf das Bett fallen ließ.
Bevor er sie mit seinem Mund berühren konnte, drückte sie ihn an den Schultern auf den Rücken.
„Als du da gewartet hast", sagte sie dann, „hast du dir vorgestellt, wie Marian mich nimmt, wie er mich fickt?“
Er sagte nichts, schloss nur die Augen, als ihre Fingernägel rote Bahnen über seine Brust zogen. Er seufzte auf.
Sie kniff fest (überflüssig!) in seine Brustwarzen, behielt sie zwischen den langen Nägeln.
Sein Atem ging in kurzen Stößen.
„Mistkerl!“
Sie küsste ihn, ohne den Druck zu vermindern.
Er keuchte im Schmerz und ballte die Fäuste.
Sie war über ihm, seine Dorothea und sie wollte wie ein Sturm sein. Wie eine Welle, die ihn überrollt, ihn oben und unten vergessen macht, ihn Leben spüren lässt, Leiden, und nur den Augenblick zum Gesetz erhebt. Sie setzte sich auf seinen Mund, fordernd, gierig, schloss die Augen und gab sich seiner Zunge, seinen Lippen hin.
Sie drückte ihm ihre Pussi auf den Mund, (würde ich streichen, mit der Bezeichnung von Geschlechtsteilen ist es immer ein Problem, hier stört es die Stimmung des Textes) presste die Schenkel fest zusammen, bis er sich, dem Ersticken nahe, aufbäumte, rieb sich, ritt auf ihm, ließ sich wegreißen, war nur noch nasses, geschwollenes, empfindsames, wissendes, sehnendes Fleisch.
Dann legte sie sich flach auf ihn, schlug unbeherrscht seine hochgereckte Eichel, leckte dann langsam darüber, während ihre Finger sich vortasteten.
Haben will ich ihn, ganz haben, immer, immer, immer!
Als sich ihre Lippen saugend um seinen Penis schloßen, schob sie ihren Daumen weit in ihn, um seine Prostata zu umspielen. Ganz weich wollte sie ihn, offen und losgelöst. Sein Unterleib schob sich ihr zitternd entgegen. Ihre Zähne packten kurz seine Eichel, dann ließ sie seinen Schwanz tief in ihren Mund gleiten.
Sein enthemmtes, (finde ich hier als Adjektiv nicht so gelungen, vielleicht "unkontrolliertes"?) durch ihren Leib gedämpftes Schluchzen durchfuhr sie. Komm! Ja, komm!
Dann wurde sie selbst von der Flut weggerissen, umher gewirbelt, orientierungslos, entwurzelt, schlotternd, tierhaft, während der vertraute Geschmack seines Saftes ihren Gaumen erreichte und sie berauscht davon trank.
Es schien ihr eine Ewigkeit, bis die Kontraktionen sie zur Ruhe kommen ließen und ihr Samuel tauchte sein Gesicht weiterhin in zuckende, triefende Lust.

Später lag er neben ihr und hatte die Augen noch immer geschlossen. Sie richtete sich kurz auf, um sich Prosecco nachzuschenken. Vielleicht schlief er, seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Es war schön, wenn er es brauchte. Alles war schön, was er brauchte, auch der Gedanke an ihre unbeschränkte Freiheit. Sie küsste seine Stirn.
Und früh morgens würde er sie wecken, mit Zärtlichkeit und Sehnen und sie würde lange in seinem Geruch und seiner Wärme baden. Und dann wollte sie, dass er sie sich nahm, derb und roh, keuchend über ihren Rücken gebeugt, mit hart zupackenden Händen.
Und neben dem endlosen Verlangen schlummerte auf dem Kissen auch eine Gewissheit, und ein Vertrauen, dass viel tiefer lag, als dass die Nacht mit einem Fremden je dorthin gelangen konnte.
Dorothea ließ es geschehen, als ein muskulöser, williger Jüngling mit strahlend blauen Augen und glatter, streichelweicher Haut in ihrem Kopf auftauchte. Sag niemals nie. Sie öffnete ihre Schenkel und tauchte die Finger ins Lebendige.

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nachts
???
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Hallo Ridding,

merci beaucoup - dass du dich mit meinem kleinen Text so intensiv auseinander gesetzt hast.- und dass er dir Vergnügen bereitet hat, freut mich natürlich
Rechtschreibfehler gibts bei mir immer umsonst dazu, hab sie meist eingesehen und verbessert.
By the way:
Midlife crysler, schwarze Witwe, Mütterkomplex (schlag nach bei Jung/Psychodynamik und siehe auch Übertragung) Sancho (yes,Don Q hatte Willen und Ziel) sind wissentlich gesetzt
Sonnenräder gibts auch in Silber - aber sie trägt jetzt was anderes wegen der Nazi - Symbolik mit dem Rad
"Aus dem Fell stoßen" - das Bild hab ich wohl vogelwuid erfunden, hat mir irgendwie gefallen, fand ich angemessen brutal (und ist ja auch ne Fehlinterpretation von Doro)




liebe Grüße dir

Nachts
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EviEngel
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Lob

Ein toller Text, danke für die Einblicke und die packende Unterhaltung.

Gruß Evi
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nachts
???
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Hallo Evi

Merci beaucoup fürs Lob
war meine erste "Frauenrolle" ever
von daher find ich s natürlich spannend zu wissen ob mann/Frau, das was meine Prot so abliefert, auch nachvollziehen kann.
LG Nachts
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Estrella fugaz
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Hallo Nachts,

eigentlich wollte ich nur ein wenig in "Vergangenem" schnüffeln. Lange Texte meide ich immer ein wenig. Doch ich muss gestehen, diese Geschichte ließ mich nicht los. Sie las sich wie ein Roman. Übrigens hast du dich ausgezeichnet in die Frauenrolle hinein versetzen können. Mein Kompliment!

Lieber Gruß,
Estrella
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Ich schließe meine Augen, um zu sehen. (Paul Gauguin)

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