Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
405 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Niemandsland
Eingestellt am 06. 09. 2003 19:13


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Otmar
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 97
Kommentare: 23
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Niemandsland

W├Ąhrend ich dieses schreibe
verhungert ein Kind.
W├Ąhrend Du dieses liest
verhungert ein Kind.
Was haben wir beide
dagegen getan?
Unser einziger Trost bleibt
nichts daf├╝r getan zu haben
und im Glauben an unsere
Ohnmacht Ruhe zu finden.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um blaustrumpf eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Markus 14, 3-8

Hallo, Otmar

In deinem hier ver├Âffentlichten "Niemandsland" gibt es in Sachen Zeichensetzung durchaus Grund zu Anmerkungen. Heute will ich aber einmal nicht "Formalkram" zu meinem Thema machen, sondern mich mit dem Inhalt, der "Message" besch├Ąftigen.

Deine beiden Pr├Ąmissen in allen Ehren: Sie tragen nicht wirklich dein Fazit. Du kannst nicht alle kennen, die dein Gedicht lesen. Es ist in meinen Augen reichlich arrogant, von dir und deinem (behaupteten) Nichtstun auf das der anderen zu schlie├čen.

Damit will ich nun meinerseits nicht behaupten, dass du deutlich weniger gegen den Hunger in der Welt unternimmst als der Durchschnitt derer, die die Leselupe nutzen. Wogegen ich mich allerdings verwahre, ist die Annahme, dass alle Ruhe f├Ąnden oder auch nur an ihre Ohnmacht glaubten.

Die "soziale Frage" per Gedicht zum Thema zu machen oder gar eine Antwort zu finden, ist nat├╝rlich immer eine problematische Angelegenheit. Die neue deutsche Betroffenheit in allen Ehren - aber was willst du eigentlich erreichen mit deinem "Niemansland"?

Gewiss, wenn nur ein einziger Mensch durch deine wenigen Zeilen dazu animiert wird, eine der vielen Hilfsorganisationen zu unterst├╝tzen, ist das schon ein Erfolg. Die Hoffnung, dass dadurch auch nur ein einziges Kind weniger verhungern wird, ist allerdings sehr blau├Ąugig.

Nat├╝rlich ziehe ich mich nicht auf Markus 14,3-8 zur├╝ck und r├Ąkle mich in meinem Sessel. Das Problem ist jedoch so gro├č, dass ein bisschen Privatinitiative mehr oder weniger ├╝berhaupt nichts ├Ąndern wird. Da kann man sich dann allerdings auch zehn Zeilen Betroffenheit im Grunde sparen.

Sch├Âne Gr├╝├če von blaustrumpf
__________________
Daf├╝r bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

Bearbeiten/Löschen    


Otmar
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 97
Kommentare: 23
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo "blaustrumpf"!
Wenn Du das origin├Ąre meiner Zeilen anzweifelst,
so beneide ich Dich.

Gru├č Otmar

Bearbeiten/Löschen    


blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um blaustrumpf eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo, Otmar

Es tut mir Leid, dass ich mich nicht unmissverst├Ąndlich ausgedr├╝ckt habe. Das "Origin├Ąre" hatte ich mitnichten angezweifelt.

Meine Frage ist, was du glaubst oder hoffst, mit deinem Gedicht erreichen zu k├Ânnen.

Sch├Ânen Gr├╝├č von blaustrumpf
__________________
Daf├╝r bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

Bearbeiten/Löschen    


Edgar G├╝ttge
Guest
Registriert: Not Yet

Zun├Ąchst einmal: Solche Gedichte sind wichtig, die Leute sollen st├Ąndig mal aufger├╝ttelt werden.
Die Kritik daran, den Leser mit einzubeziehen, was wir beide dagegen getan haben, ist berechtigt. Den Leuten, die etwas dagegen tun, wird n├Ąmlich damit auf den Fu├č getreten, und das sind genau die Leute, die solch ein Gedicht zu Ende lesen. Wie die anderen zu erreichen sind, wei├č ich auch nicht.
Leider muss ich dir auch den Trost nehmen. Obwohl ich etwas dagegen tun will, bin ich mir n├Ąmlich nicht sicher, ob mein t├Ągliches Handeln indirekt dazu f├╝hrt, dass irgendwo auf der Welt jemand zu Schaden kommt. M├Âglicherweise ist jeder Tropfen ├ľl, den wir importieren schon zuviel (ich selbst habe kein Auto und heize mit Gas). M├Âglicherweise ist die Unterst├╝tzung einer in dieser Hinsicht falschen Unternehmensstrategie durch Kauf bestimmter, auf den ersten Blick harmloser Produkte bereits ein Schritt auf dem Wege der Verdr├Ąngung und letztendlichen Vernichtung lokaler ├ľkonomien ... Hier liegt die Macht des kritischen Verbrauchers, des Mitmenschen.
Etwas verwirrend finde ich den Titel, ich hatte etwas anderes erwartet. Was, wei├č ich nicht genau. Irgendein leeres Land, eine W├╝ste, eine Polargegend, unber├╝hrte Natur. Er passt irgendwie nicht zum Inhalt.
Mit solidarischen Gr├╝├čen

Bearbeiten/Löschen    


Otmar
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 97
Kommentare: 23
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
W├╝ste

Hallo Edgar!

Der Titel soll die Umschreibung sein f├╝r:
Nicht zust├Ąndig, ohne mich, zu weit weg,
kaum einer f├╝hlt sich zust├Ąndig;
aber auch Deine Worte treffen zu:
W├╝ste, Polargegend (keiner will dorthin).
Es gibt ca. 150.000.000 hungernde Kinder
auf der Welt - ein "Niemandsland" mit
fast doppelter "Einwohnerzahl" Deutschlands.

LG Otmar

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!