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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nightlife
Eingestellt am 05. 11. 2000 11:00


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Sensiro
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

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Regen prasselt leicht gegen die Scheibe meines Autos. Es steht an einer Straßenecke und ich beobachte das Geschehen. Nicht einfach so. Ich warte auf jemanden.
Ich kann von meinem Standpunkt in alle drei Straßenrichtungen sehen. Nur was sich hinter mir abspielte kann ich nur ĂŒber die RĂŒckspiegel beobachten. Es ist sicher nicht die beste Gegend: Drogen, Prostitution, Gewalt. All dies steht hier an der Tagesordnung. Wen wundert es da noch, daß ich ausgerechnet hier auf ihn warte.
Sieh dir das an: schon wieder eine von diesen total bekifften Nutten, die in den abgewetzten Leggings an der Straßenecke gegenĂŒber warte, bis so ein Idiot kommt, um sie abzuschleppen und sie fĂŒr 50 Mark zu bumsen. Nicht nur, daß die bekifft ist, sie ist ganz offensichtlich ungepflegt und soweit ich es von hier aus beurteilen kann hat sie mehr Furchen im Gesicht als ein frisch gepflĂŒgter Acker. Ich will gar nicht wissen, wie lange sie die Scheiße schon macht. Na, lassen wir das. Deswegen bin ich ja nicht da.
Ich putze noch einmal meine Brille, ich will ja nicht, daß wegen einer ungeputzten Brille was schief geht. Ich habe nur diesen einen Versuch, denn ansonsten wĂ€re er ja gewarnt.
Wieder stolpert jemand aus der Bar an der Ecke gegenĂŒber heraus. Betrunken. Was kann man um 2 Uhr denn auch schon anderes erwarten, wenn einer aus einer „Tanzbar“ herauskommt. Wahrscheinlich geht er jetzt heim zu seiner Frau, weckt sie auf und fickt sie, so geil wie er jetzt ist. Scheißegal, ob sie will. Immer drauf, schließlich ist er ja der Mann. Idiot. So ein Haufen Geld ausgeben, um geil zu werden. Dann hĂ€tte er auch gleich zu der Nutte dort gehen können, die hĂ€tte ihn eine ganze Weile beschĂ€ftigt fĂŒr das Geld, was er da drin gelassen hat, seine Frau könnte in Ruhe schlafen und die Hure sich den nĂ€chsten Schuß kaufen, statt hier in der KĂ€lte sich den Tod zu holen. Obwohl eigentlich egal, den Tod holt die sich so und so demnĂ€chst oder hat ihn schon in sich.
Tod, passendes Stichwort. Ich putze noch mal das Zielfernrohr und schaue auf die Uhr. Er sollte bald rauskommen. Noch fĂŒnf Minuten. Sicherheitshalber lasse ich dann schon mal die Fensterscheibe auf der Beifahrerseite runter.
Ein Auto hĂ€lt bei der Nutte. Sie bewegt sich hin. Laufen kann man dazu schlecht sagen, eher fallen. Sie hĂ€lt sich an dem Auto fest und lĂ€ĂŸt tiefe Einblicke zu. Nur: Wer will die alten Dinger denn schon noch ernsthaft betrachten? Sie redet mit dem Kerl im Auto. Plötzlich fĂ€hrt das Auto wider los, obwohl die Nutte sich immer noch an ihm festhielt. Sie fĂ€llt hin, mitten in ein PfĂŒtze. Als sie sich wieder aufrappelt schreit sie dem Auto noch was hinterher. Wahrscheinlich sowas wie „Wichser“ oder „Penner“. Ist ja auch egal. Sie hebt ihre Tasche auf. und wringt ein wenig Wasser aus ihrem Pullover, den sie an hat. Sie geht wieder zurĂŒck an die Wand, an der sie sich vorhin schon angelehnt hat, weil dort ein kleiner Vorsprung ist, in den es nicht reinregnet. Dort zĂŒndet sie sich eine Zigarette an.
Ich lege das Gewehr in die Halterung, die ich fĂŒr diesen Zweck angefertigt habe. Gleich kommt er raus. Ich lade durch. Hoffentlich ist er so pĂŒnktlich wie immer. Und hoffentlich sieht mich die Alte nicht. Na, obwohl, die ist eh so zu, daß sie nix mehr gescheit mitkriegt.
Ich höre sie schreien. Aber wohl nicht wegen mir, denn ich höre auch noch eine zweite Stimme. Ich sehe im Augenwinkel einen Mann. Muß ihr ZuhĂ€lter sein. Bestimmt schreit er sie wegen des versauten Pullovers an, und warum sie bis jetzt noch nix verdient hat. Oder der Typ von vorhin kennt ihn und hat ihm Bescheid gesagt, was gelaufen ist. Tja, KĂŒnstlerpech. In dem Metier sollte man nicht wĂ€hlerisch sein, vor allem, wenn man so aussieht, wie die. Ich hoffe nur, daß der Typ nicht herschaut, der scheint nĂ€mlich noch recht klar zu sein.
Die TĂŒr geht auf, ein Mann tritt heraus. Ich drĂŒcke leicht auf den Abzug und der Rote Punkt erscheint. Ein wenig hoch, rechts. Scheiße, zwei Passanten. Finger vom Abzug. Sie sprechen mit ihm, aber schauen nicht rĂŒber. Sind wohl „GeschĂ€ftspartner“. Verpißt euch endlich. Gut so. Neu zielen. Ja, hab ihn. Ich drĂŒcke ab. Treffer!! Runter jetzt schnell und ruhig bleiben. Die beiden laufen zu ihn hin. Der ZuhĂ€lter weg. Die Nutte schnallt von alledem nix. Gut, dann mal den Motor starten und langsam wegfahren. Möglichst unauffĂ€llig und ohne noch mal hinzuschauen. Gut geglĂŒckt. Im RĂŒckspiegel sehe ich, daß die Kerle immer noch ĂŒber ihm sitzen. Offenbar rĂ€umen sie seine Taschen aus. Recht so.
Ich sollte mich anschnallen, bevor ich noch ein eine Verkehrskontrolle komme. Ich nehme meinen Gurt und will ihn einrasten lassen, aber es geht nicht. Ach das Tuch vom Gewehr. Wie hat sich das denn verhakt? Oh Mann!
Lichter von links. Wie? Scheiße. Brems doch ...

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Yossarian
Hobbydichter
Registriert: Oct 2000

Werke: 14
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Kotz.
Ich liebe es wenn Leute ĂŒber etwas schreiben wovon sie nicht den Pfurtz einer Ahnung haben. Deine Geschichte ist so mit Klischees gespikt, dass man förmlich darin watet. Voller vermutlich aus irgendwelchen Fernsehserien entnommenen Vorurteilen und verklĂ€rten Bildern. Ich kann hier nur mal Ralph zitieren "schreib ĂŒber was, dass du kennst". Also solltest du lieber mal selbst ins Nightlife eintauchen, anstatt nur darĂŒber zu schreiben.

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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

Werke: 21
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Einerseits finde ich das Gedankenspiel mit Huren, Killern und Tod ja ganz nett, und mir gefallen auch die Gedanken des Killers, die ihn doch recht menschlich erscheinen lassen.

Aber andererseits erscheint mir die Geschichte in sich einfach unlogisch. Da hockt jemand mit dem Gewehr im Anschlag im Auto, minutenlang. Vermutlich wird ihm der Arm lahm. Dann fĂ€hrt er langsam weg. Klar, fĂ€llt ja auch nicht auf, wenn plötzlich das Licht angeht und ein Wagen losfĂ€hrt. Oder fĂ€hrt er nachts ohne Licht? WĂŒrde den Unfall erklĂ€ren.

Es wirkt einfach nicht, und das kommt von den bereits von Yossarian kritisierten Klischees. Ob man deshalb die Finger von solchen Themen lassen muß, ohne vorher selbst zu Hure, Stricher, ZuhĂ€lter, Killer, etc. geworden zu sein, glaube ich nicht. Vielleicht wĂŒrde es ausreichen, sich ein bißchen mehr die Situation zu vergegenwĂ€rtigen.
__________________
Andrea Rohmert

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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

Werke: 115
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Hm ...

Hoppla!! man verzeihe mir als neuling in diesem Kanal den Fehler. *kicher* Hab aus Versehen diesen beitrag als Geschichte veröffentlicht. - Nichtsdestotrotz hier also meine Meinung. Hoffentlich diesmal an richtiger Stelle.
Nein, ich sollte ehrlich sein. Mir gefĂ€llt sie nicht so sehr. Der Plot ist recht arm und deine Sprache hĂ€lt sich durch Unnachvollziehbarkeit sehr zurĂŒck. Der ErzĂ€hler spricht in Gedanken, aber so denkt niemand. Sie erscheint mir zu ausfĂŒhrlich, wo dies nicht nötig ist ("... mehr Furchen im Gesicht als ein frisch gepflĂŒgter Acker..." - denkt man wirklich in solchen Metaphern? Zumal es die einzige in dem Text ist und er sich mit weiteren Gedanken eigentlich gar nicht aufzuhalten scheint. ("...sowas wie "Wichser" oder "Penner". Ist ja auch egal...")) und hĂ€lt sich an Stellen zurĂŒck, wo man mehr erfahren möchte oder sollte. Welche Motive hat der ErzĂ€hler, den Mann zu erschießen?
Die Beschreibungen an sich allerdings gefallen mir sehr gut. Man hat einen klaren Überblick ĂŒber die Straße, wie sie aussieht und wie die Stimmung dort ist. Dass aber jemand einen umbringt, halte ich fĂŒr recht uninteressant, sogar platt, denn mit der Stimmung kann man viel mehr machen.

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