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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Nimm den Gürtel, bitte!
Eingestellt am 13. 06. 2016 17:36


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Isegrims
Wird mal Schriftsteller
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Valerie trifft ihn in einer Nacht, die voller Schatten, Illusionen, Sterne und Träume ist. Zuvor hat sie getrunken, viel getrunken, und sich zurecht gemacht. Leuchtend rote Lippen, ein Kleid, das sich vorne durchknöpfen lässt. Ohne Unterwäsche. Die braucht sie nicht für das, was sie vorhat. Bis auf das Tropfen des Wasserhahns im Bad neben Martins Schlafzimmer, ist es still in dem prächtigen Anwesen mit den Säulen am Eingang und den alten Bäumen dahinter. Seit Sonnenuntergang fliegen keine Jets über den Stadtwald und seit die Zugehfrau weg ist und ihr Töpfe mit vorgekochtem Essen, Lamm, Kartoffeln und Gemüse da gelassen hat, ist sie alleine. Von weitem hört sie das Taxi. Valerie setzt sich in den Fonds. Sie überqueren den Fluss, der im Dunst versinkt. Die Silhouette der Stadt ergießt sich vor ihren Augen: Türme der Gier und dazwischen die bleichen, verlassenen Kirchen.

Sie lässt sich zu einer Tankstelle in der Nähe des Zoos fahren und gibt dem Taxifahrer die vereinbarte Summe, damit er sie wieder abholt. Hinter dem Gebäude wartet sie im Halbdunkel. Aufmerksamkeit will sie nicht erregen. Sie kennt ihn nicht, hat ihn nie gesehen, ein paar Mails, ein kurzes Telefonat, mehr nicht. Eine Onlineanzeige unter „Erotische Kontakte“. Obwohl das, was sie will, etwas anderes ist. Erotik klingt zu kuschelig. Seine Stimme gefällt ihr. Stimmen sagen alles. Er verstünde sie, nähme sich sie ohne zu fragen. Die Einsamkeit vergessen, spüren. Sie nimmt ein Taxi, das sie von dem Villenviertel am Hügel zum anderen Ende der Stadt bringt. Dorthin, wo die grauen Mietshäuser aneinandergereiht sind.

Eine schwarze Limousine – Mercedes – hält neben ihr, wie er es gesagt hat. Er steigt nicht aus, öffnet die Beifahrertür. Sie kommt näher, sieht den Fahrer, hört ihn. Es ist die Stimme vom Telefon. Er lächelt und seine Augen gefallen ihr, weil sie Leben ausstrahlen. Wie ein Wind hört er sich an, tief und aus dem Bauch heraus. Valerie ist angespannt und setzt sich zu ihm ins Auto. Er heiße Boris, sagt er ihr. Sie schließt die Tür, hört das satte Klacken, der Wagen fährt an.

„Da sind wir mitten in der Nacht“, sagt er.
„Ja, weiß selbst nicht, warum.“
„Ist auch egal.“
„Vielleicht.“
„Hast du?“

Er spricht den Satz nicht zu Ende. Sein Blick wird kühl und fest. Valerie zieht am Saum ihres Kleidchens, lüftet es und setzt sich mit nackter Haut auf das dunkle Leder. Ein einzelnes, hellblondes Haar darauf wischt sie weg. Die Fußmatte fühlt sich wie ein Teppich an und die Armaturen glänzen.

„Ja, habe ich. Wie du es wolltest.“
„Ich kenne eine Kleingartensiedlung in der Nähe. Da ist niemand nachts. Dort fahren wir hin.“
Er startet den Motor, rollt von der Tankstelle. Ihre Stimme ist leise, die Zunge unkontrolliert, verzerrt. Sie ist klar genug, um sich zu wünschen, was er von ihr verlangt.
„Knie dich auf den Sitz und streck den Arsch nach vorne!“
Die Trance nimmt zu, sie folgt dem Klang. Ihr Hintern nach oben gereckt, ihm entgegen, weiß und rund. Die Beine drückt sie zusammen, die rötlichen Schamlippen schimmern durch, epiliert, glatt.
„Gefällt es dir?“
Anstatt einer Antwort, ein klatschender Laut. Rechts und links auf die Arschbacken. Er hinterlässt einen rötlichen Abdruck. Valerie gefällt es, sie spürt die Hitze.
„Setz dich hin, wir sind gleich da!“
„Was machst du beruflich?“, fragt sie ihn.
„Bei einer Bank. Bereichsleiter.“
„Aha, interessant. Ich arbeite zur Zeit nichts.“
„Ist schwer heutzutage. Wenn du raus bist aus dem Job, ist’s aus.“




„Ach, das macht nichts. Ich glaube an Schicksal und an die Energie, die in mir steckt. Jeder hat eine besondere Kraft, weißt du. Bist du verheiratet?“
„Ja, bin ich. Wir sind gleich da.“
„Fickst du mit ihr?“
„Nicht oft.“

Er biegt ab, runter von der beleuchteten Straße. Schemenhaft sind Zäune erkennbar. Nach einer Weile hält er hinter einer Biegung. Den Motor macht er aus, die Scheinwerfer lässt er an.

„Steig aus und stell dich vors Auto.“
Sie reißt die Tür auf und atmet die schwüle Nachtluft. Wie schnell sie seine Anweisungen befolgt, sich ins Licht stellt. Er bleibt sitzen, lehnt sich zurück, spürt das Pochen in der Hose. Valerie wankt und stellt sich hin, die Beine leicht gespreizt, das muss ihm gefallen. Grillen zirpen laut. Die Hitze hat nicht abgenommen. Auf ihrer Haut hat sich ein Schweißfilm gebildet.

„Knöpf das Kleid auf“, ruft er aus dem geöffneten Fenster.
Hastig zerrt sie an den Knöpfen. Die Finger sind ungelenk, der Wodka macht sie langsam. Bei einigen braucht sie mehrere Anläufe. Von oben nach unten. Das Kleid klafft auf und das Fleisch wird sichtbar. Es glänzt olivfarben im Licht. Sie steht auf ihren Heels ganz gerade, stolz und herausfordernd. Sie kennt die Wirkung ihres Körpers. Die schlanken Beine, die kleinen runden Brüste. Die feinen Fältchen, die sich in ihr Gesicht geschnitten haben, verbergen sich im Schatten der des Nachthimmels ebenso wie ihr Alter. Sie sieht jung und makellos aus. Das Kleidchen streift sie einfach ab und legt es auf die Motorhaube. Strümpfe und Heels, mehr nicht. Nackt. Sie präsentiert sich ihm. Das Warten beginnt. Sie weiß, was folgt, dass sein Schwanz steinhart sein wird, dass er sie stoßen und benutzen will. Ohne dass er es verlangt, dreht sie sich um, beugt sich nach vorne und streckt sich ihm entgegen. Der rötliche Handabdruck zeichnet auf den Pobacken ab.

Boris sagt nichts mehr und steigt aus. Er wird angezogen bleiben. Kurzärmliges Hemd. Chinos. Loafer, ein etwa untersetzter Mann, dunkelblond, aber er riecht männlich und herb. Valerie dreht sich zu ihm, den Kopf nach hinten gereckt. Schwarze, leuchtende Augen treffen ihn. Seine Hand umfasst ihren Hals, als wolle er ihre Reaktion prüfen. Ihr Blick bleibt fest auf ihn gerichtet. Kraft geht von ihr aus, Stolz, den er prüfen will. Er holt aus und ohrfeigt sie. Nicht stark, dennoch wankt sie und heult auf. Auf die linke Wange, auf die rechte. Ihre Augen weichen nicht, verklären sich nicht, bleiben blitzend und präsent. Sie steht direkt vor der Motorhaube. Er packt sie an den Hüften, wendet sie. Die Blicke lösen sich. Sie versteht und stützt ihre Hände auf dem warmen Metall ab. Wie ein Bogen, eine gespannte Brücke. Der Geruch von Flieder, der von einem der Gärten ausgeht, vermengt sich mit dem Gemisch aus Öl und Benzin, den die Limousine abgibt.

„Schlag mich jetzt, schlag mich!“
„Erst den Arsch, zeig mir erst deinen Arsch!“
Valerie streckt sich weiter nach hinten, wackelt mit dem Hintern, auffordernd, während er beginnt, sie zu klatschen. Auf jeden Schlag folgt ein Schrei. Kehlige Laute, die tief von innen hervorbrechen. Das Blut schießt ihr in die Kehle. Sie wird durstig und ihre Erregung nimmt zu. Die trüben Traumbilder des Rausches weichen und es breitet sich eine wohlige Ruhe aus, gleichzeitig ein Kribbeln, Ameisen, Gier. Es war gut, aus dem dumpfen Zustand der Fühllosigkeit aufzuwachen. Sie fühlt sich, während Ströme von Feuer sie durchglühen. Dennoch ist es nicht genug. Sie braucht mehr.

„Nimm den Gürtel, bitte.“

Er sagt nichts, atmet schwer. Je härter seine Schläge sind, desto erregter werden ihre Laute. Seine Handflächen schmerzen. Er ist dran, also zieht er Valerie an den Haaren zu sich, drückt ihren Kopf zu Boden, lässt sie knien und öffnet den Reißverschluss seiner Hose. Der Asphalt reibt auf der zarten, öligen Haut. Sein aufgerichteter Schwanz springt ihr ploppend entgegen. Ihre Augen nach oben, zu ihm gerichtet, umfasst sie das harte Ding. Er gefällt ihr. Nicht, dass sie viele berührt und gesehen hätte, aber der hier ist dick. Die Eichel ist rosafarben und sieht wie die Spitze eines Kirchturms aus. Die Äderchen am Schaft treten hervor, pulsieren. Sie küsst entlang des Stabes, hilft mit der Zunge nach, öffnet den Mund und saugt ihn ein. Gutes Gefühl. Macht überkommt sie. Mit jedem Zungenschlag verlangt er mehr. Sie gibt und nimmt zurück, sie spielt mit ihm, wohl wissend, dass sie ihm keinen Höhepunkt schenken wird. Bis zum Gaumen, bis zum Rachen gleitet er in sie, bis Valerie würgen muss. Sie reißt sich den Mund auf für ihn, damit er nur die Ränder ihrer Zähne zu spüren bekommt, keine Kratzer oder Bisse, obwohl sie sich den Geschmack des Fleisches vorstellt, das Blut, das ihn durchpulst.
Er keucht, lehnt sich zurück, schließt die Augen und zieht sie dennoch nach einer Weile an den Haaren zu sich und stellt sie auf die Füße. Ganz nah steht er vor ihr. Sein Atem haucht sie an. Er riecht nach Tabak, nach Bier und süßlichem Schweiß. Es erregt sie, als er ihr erst einen und dann zwei Finger in den Mund steckt, die sie abschleckt. Die angefeuchteten Finger gleiten in ihre Pussy, dann in ihr Poloch. Valerie stöhnt, will mehr, will viel mehr. Boris weiß das, klemmt ihre Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger, zieht und klatscht die Brust mit der anderen Hand. Da ist er, der Schmerz, das Kribbeln im Bauch und im Kopf. Dann nimmt er den Gürtel, stellt sie sich in gebeugter Position zurecht. Zischende Laute. Weiche, vorsichtige Schläge zunächst, jeder gefolgt von einem brummenden Seufzer Valeries. Striemen zeichnen sich ab.

„Stärker, bitte stärker“, seufzt Valerie.
Vor ihm wimmerndes, verzerrtes Fleisch, das auf ihn wartet, das ihn verlangt, das nach Befriedigung giert, unbedingt. Nichts ist für ihn selbst übrig. Es erregt ihn, sehr sogar, und dennoch findet er sie nicht, vermag es nicht, sie zu stoßen. Sie geht auf in der schwülen Sommerluft, im schemenhaften Schatten der Nacht, dem Zirpen der Grillen, dem Geruch der Blumen und des Grases. Da ist nichts mehr, nur sie und ihre erschreckende Präsenz.

Valerie hingegen hat es geschafft, ist da, wo sie hinwollte, ihr Sehnen erreicht das Ziel. Sie ist ein Feuerball, eine Königin. Ihre nackte gerötete Haut, trägt die Schwielen und Schwellungen auf ihrem Hintern, die Zeichen. Glück durchströmt sie, dehnt sich in ihr aus und explodiert in ihrem Kopf, lässt sie strahlen. Energie, die allein von ihr ausgeht. Ein bronzefarbener Leib wie eine antike Statue. Die nackte Valerie reckt sich auf, stellte sich gerade, dreht sich ein letztes Mal um, damit er sie sehen kann, wirft ihren Kopf zurück und schaut ihn mit brennenden Augen an. Blitze durchjagen ihn, Augenstrahlen, die nichts unentdeckt lassen. Jetzt nicht, niemals. Sie legt sich auf die Motorhaube, streckt die Beine zum Himmel, wie Türme, wie Säulen. Er verharrt, mit geöffneter Hose, heraushängendem Schwanz, aufgeknöpftem Hemd, fahlen Haaren. Der Gürtel fällt ihm aus der Hand.

Sie ist verschwunden. Ein Traumbild. Vielleicht war sie nie da. Und Boris? Er muss sein Leben ändern.

__________________
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Isegrims
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Ich erzähle eine Geschichte, was darin passiert mag deutlich beschrieben sein und dient ausschließlich der Geschichte selbst.
viele Grüße
Isegrims
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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
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Hallo Isegrims,

quote:
Ich erzähle eine Geschichte, was darin passiert mag deutlich beschrieben sein und dient ausschließlich der Geschichte selbst.

heißt es unter deinem Text.Ich glaube dir, dass das Beschriebene deiner Geschichte dienen soll.Nun, das ist wohl auch der Normalfall. In dem Satz erscheint das Wort „Geschichte“ gleich zweimal, aber ich habe während und nach dem Lesen keine richtige Geschichte gefunden.

Wirkliche Geschichten leben von Konflikten, die gelöst werden, offen bleiben oder gar neue auslösen. Erst das erzeugt die erforderliche Spannung, die zum Weiterlesen anregt. In diesem Text gibt es keine erkennbaren Konflikte.

Der Inhalt ist rasch erzählt:

Eine junge Frau (ich tippe auf über Mitte dreißig, denn irgendwo im Text werden ihre Falten erwähnt) schleicht sich nachts aus dem Haus, um eine männliche Internetbekanntschaft zu treffen, einen Mann, den sie noch nie gesehen hat. Könnte interessant werden. Gab es hier zwar schon bis zum Erbrechen häufig, aber man weiß ja nie. Doch Pustekuchen.

Sie steigt flugs in seinen Benz und findet den Knaben toll. Er erweist sich zwar als alles andere als wortgewandt, aber was solls. Bereits der fünfte seiner knappen Sätze lautet „Knie dich auf den Sitz und streck den Arsch nach vorne!“

Bereits an dieser Stelle, hätte man den Text weglegen können. Jeder, der hier mal gestöbert hat, ahnt, was kommt. Spätestens, als der Knabe ihr ein paar scheuert und sie dies devot geschehen lässt, weiß man endgültig, wohin die Reise geht. Tausendmal beschrieben!!!

Aber weiter. Sie möchte noch mehr und bittet ihn, mittels Hosengürtel ihr den nackten und natürlich makellosen (das Adjektiv darf ja nie fehlen) Hintern zu malträtieren.
Der Rest erschöpft sich in weiteren Schlägen, eine nicht zu Ende geführte Fellatio und ein bisschen Herumrühren mit den Fingern. Das war es auch schon, aber die Protagonistin ist happy.

Du gibst dir zwar viel Mühe, das Innenleben deiner Valerie zu durchleuchten, aber sie blieb für mich trotzdem fremd - der alle Klischees bedienende Benz-Dödel ohnehin.

Das klingt jetzt alles ziemlich hart, und du wirst das natürlich völlig anders sehen. Um meine Meinung stärker zu verdeutlichen, habe ich mal mit dem „Blaustift“ im Text herum gemalt. Viele meiner Anmerkungen mögen überzogen sein oder zumindest so erscheinen, aber niemand zwingt dich, sie zu akzeptieren. Ich konnte nicht anders, als mich diesem Text in heiterer Form zu nähern. Ernst nehmen konnte ich ihn nämlich an kaum einer Stelle.

Gruß Ralph



Valerie trifft ihn in einer Nacht, die voller Schatten, Illusionen, Sterne und Träume ist. Zuvor hat sie getrunken, viel getrunken (Na ja – wers braucht), und sich zurecht gemacht. Leuchtend rote Lippen, ein Kleid, das sich vorne durchknöpfen lässt. Ohne Unterwäsche. Die braucht sie nicht für das, was sie vorhat. Bis auf das Tropfen des Wasserhahns im Bad neben Martins (Wer ist Martin?) Schlafzimmer, ist es still in dem prächtigen Anwesen mit den Säulen (Wozu die Säulen? Sie spielen keine Rolle – es sei denn als Phallus-Symbole) am Eingang und den alten Bäumen dahinter. Seit Sonnenuntergang fliegen keine Jets über den Stadtwald und seit die Zugehfrau weg ist und ihr Töpfe mit vorgekochtem Essen, Lamm, Kartoffeln und Gemüse da gelassen hat, ist sie alleine. (Wen interessiert das oder kommst du irgendwann in dem Text auf diese Umstände zurück? Nö) Von weitem hört sie das Taxi. Valerie setzt sich in den Fonds. Sie überqueren den Fluss, der im Dunst versinkt. Die Silhouette der Stadt ergießt sich vor ihren Augen: Türme der Gier (Was meinst mit „Türme der Gier?) und dazwischen die bleichen, verlassenen Kirchen.

Sie lässt sich zu einer Tankstelle in der Nähe des Zoos fahren und gibt dem Taxifahrer die vereinbarte Summe, damit er sie wieder abholt. Hinter dem Gebäude wartet sie im Halbdunkel. Aufmerksamkeit will sie nicht erregen. Sie kennt ihn nicht, hat ihn nie gesehen, ein paar Mails, ein kurzes Telefonat, mehr nicht. Eine Onlineanzeige unter „Erotische Kontakte“. Obwohl das, was sie will, etwas anderes ist. Erotik klingt zu kuschelig. Seine Stimme gefällt ihr. Stimmen sagen alles. (Was zu beweisen wäre) Er verstünde sie, nähme sich sie ohne zu fragen. Die Einsamkeit vergessen, spüren. Sie nimmt ein Taxi, das sie von dem Villenviertel am Hügel zum anderen Ende der Stadt bringt. Dorthin, wo die grauen Mietshäuser aneinandergereiht sind. (Ich nehme mal an, dass du diesen Satz nur vergessen hast, zu streichen, denn Madame wartet ja bereits hinter der Tankstelle. Wenn du aber die Wegstrecke näher bezeichnen willst, gehört das nach oben)

Eine schwarze Limousine – Mercedes (Mercedes unbedingt! In einen Mazda wäre sie wohl nicht eingestiegen?) – hält neben ihr, wie er es gesagt (angekündigt) hat. Er steigt nicht aus, öffnet die Beifahrertür. Sie kommt näher, sieht den Fahrer, hört ihn. Es ist die Stimme vom Telefon. Er lächelt und seine Augen gefallen ihr, weil sie Leben ausstrahlen. Wie ein Wind hört er sich an, tief und aus dem Bauch heraus. (Wind – tief aus dem Bauch heraus! Ich lache mich schlapp. Nachdenken beim Schreiben – du hast sicherlich nicht gewollt, dass er sie mit einem Furz begrüßt) Valerie ist angespannt und setzt sich zu ihm ins Auto. Er heiße Boris, sagt er ihr. Sie schließt die Tür, hört das satte Klacken, der Wagen fährt an.

„Da sind wir mitten in der Nacht“, sagt er.
„Ja, weiß selbst nicht, warum.“ (Das ist doch Blödsinn! Sie weiß doch sehr wohl, warum sie gekommen und eingestiegen ist. Sie ist doch kein naives Schulmädchen mehr)
„Ist auch egal.“ (Was soll denn – bitte schön – egal sein?)
„Vielleicht.“
„Hast du?“ (Was sie haben oder nicht haben soll, bleibt dein Geheimnis. Also kann das raus, oder durch etwas ersetzt werden, was wichtig ist und sich dem Leser erschließt)
Er spricht den Satz nicht zu Ende. Sein Blick wird kühl und fest. Valerie zieht am Saum ihres Kleidchens, lüftet es und setzt sich mit nackter Haut auf das dunkle Leder. Ein einzelnes, hellblondes Haar darauf wischt sie weg. Die Fußmatte fühlt sich wie ein Teppich an und die Armaturen glänzen.

„Ja, habe ich. Wie du es wolltest.“ (Ich wusste schon bei: „Hast du?“ nicht, was damit gemeint sein könnte. Und jetzt weiß ich es immer noch nicht. Was hattse denn nu? Oder ist das nur sinnloses Aufgebausche?)
„Ich kenne eine Kleingartensiedlung in der Nähe. Da ist niemand nachts. Dort fahren wir hin.“
Er startet den Motor, rollt von der Tankstelle. Ihre Stimme ist leise, die Zunge unkontrolliert, verzerrt. (Die Zunge ist verzerrt?? Ich könnte mir vorstellen, dass sie träge oder schwer von der Sauferei geworden ist – aber verzerrt?) Sie ist klar genug, um sich zu wünschen, was er von ihr verlangt. (Na, das lässt ja hoffen.)
„Knie dich auf den Sitz und streck den Arsch nach vorne!“ (Zur Windschutzscheibe? Hübsche Vorstellung)
Die Trance nimmt zu, sie folgt dem Klang. (Welchem Klang folgt die Trance? Dem Klang seiner Stimme, den Fahrgeräuschen? Ich fürchte mal, dass sich hier immer wieder Sätze einschleichen, die vielleicht das Außergewöhnliche der Situation unterstreichen sollen, die aber sinnlos und ohne direkten Handlungsbezug als Blase frei in der Luft schweben, wo sie gleich nach dem Lesen platzen)
Ihr Hintern nach oben gereckt, ihm entgegen, weiß und rund. (Also doch nicht in Richtung Frontscheibe, sondern „ihm entgegen“. Macht 30 € wegen Verstoß gegen die Anschnallpflicht. Ich frage mich, warum soll die kleene Suffkuh ihm während der Fahrt den Hintern unter die Nase recken, wo man doch nach dem Erreichen des Fahrzieles fast alle Zeit der Welt für solche Spielchen hat. Ein bisschen bekloppt ist das schon – oder?)
Die Beine drückt sie zusammen, die rötlichen (ist das erwähnenswert? Jeder hier weiß doch, welche Farbe die Dinger haben. Hättest du zum Beispiel „grünlich“ geschrieben, wäre meine Leselust schlagartig wieder da gewesen. Vielleicht eine Nummer mit einer Außerirdischen. Das hätte mich schon interessiert. Aber so. Nur rötlich – schade) Schamlippen schimmern durch (Nee die schimmern nicht durch. Wodurch denn? Die Dinger liegen ja frei. Wenn sie schon schimmern sollen, dann schimmern sie einfach), epiliert, glatt.
„Gefällt es dir?“
AnStatt einer Antwort, ein klatschender Laut. Rechts und links auf die Arschbacken. (Er - der Laut hinterlässt …? Saubere Sprache ist etwas anderes) hinterlässt einen rötlichen Abdruck. Valerie gefällt es, sie spürt die Hitze.
„Setz dich hin, wir sind gleich da!“
„Was machst du beruflich?“, fragt sie ihn.
„Bei einer Bank. Bereichsleiter.“ (Wozu jetzt diese Frage nach dem Beruf? Wäre er Straßenbahnschienenritzelreiniger, würde es dann etwas an der folgenden Handlung ändern? Würde sie schreiend aus dem Auto springen? Ich glaube nicht. Oder willst du hier lediglich darauf verweisen, dass es sich um einen Knaben mit vermeintlichen Niveau handelt? Es gibt da so ne Werbung...)
„Aha, interessant. Ich arbeite zurzeit nichts.“
„Ist schwer heutzutage. Wenn du raus bist aus dem Job, ist’s aus.“
„Ach, das macht nichts. Ich glaube an Schicksal und an die Energie, die in mir steckt. Jeder hat eine besondere Kraft, weißt du. (In diesem Satz erfährt man endlich mal etwas über diese Frau, und ich fange sie an zu bedauern. Wer solche Sätze los lässt, ist geistig schon ein wenig unterbelichtet.) Bist du verheiratet?“
„Ja, bin ich. Wir sind gleich da.“
„Fickst du mit ihr?“
„Nicht oft.“

Er biegt ab, runter von der beleuchteten Straße. Schemenhaft sind Zäune erkennbar. Nach einer Weile hält er hinter einer Biegung. Den Motor macht er aus, die Scheinwerfer lässt er an.

„Steig aus und stell dich vors Auto.“
Sie reißt die Tür auf und atmet die schwüle Nachtluft. Wie schnell sie seine Anweisungen befolgt, sich ins Licht stellt. Er bleibt sitzen, lehnt sich zurück, spürt das Pochen in der Hose. (Das ist jetzt ein Perspektivwechsel hin zu ihm. Kann man machen, aber wenn es sich bei einer so kurzen Geschichte vermeiden ließe, wärs vielleicht besser) Valerie wankt und stellt sich hin, die Beine leicht gespreizt, das muss ihm gefallen. Grillen zirpen laut. Die Hitze hat nicht abgenommen. Auf ihrer Haut hat sich ein Schweißfilm gebildet.

„Knöpf das Kleid auf“, ruft er aus dem geöffneten Fenster.
Hastig zerrt sie an den Knöpfen. Die Finger sind ungelenk, der Wodka macht sie langsam. Bei einigen braucht sie mehrere Anläufe. Von oben nach unten. Das Kleid klafft auf und das Fleisch (Oh Gott) wird sichtbar. Es glänzt olivfarben im Licht. (Das Fleisch! Ich hätte glatt vermutet, dass es die Haut wäre, die da glänzt)
Sie steht auf ihren Heels ganz gerade, stolz und herausfordernd. Sie kennt die Wirkung ihres Körpers. Die schlanken Beine, die kleinen runden Brüste. Die feinen Fältchen, die sich in ihr Gesicht geschnitten haben, verbergen sich im Schatten des Nachthimmels ebenso wie ihr Alter (Na klar, der Nachthimmel wirft Schatten und verbirgt damit die Falten im Gesicht. Sie steht im grellen Scheinwerferlicht, und Selbiges kommt nicht gegen den Schatten des Nachthimmels an. Logisch)
Sie sieht jung und makellos aus. Das Kleidchen streift sie einfach ab und legt es auf die Motorhaube. Strümpfe und Heels, mehr nicht. Nackt. (Da bereits ganz am Anfang darüber berichtet wurde, dass sie nix drunter hat, bin ich jetzt richtig überrascht, dass sie nun nackt ist)
Sie präsentiert sich ihm. (Wem sonst?) Das Warten beginnt. Sie weiß, was folgt,(Punkt und mit einem vernünftigen Satz fortfahren. Man muss nicht immer alles in einen Satz quetschen wollen) dass sein Schwanz steinhart sein wird, dass er sie stoßen und benutzen will. Ohne dass er es verlangt, dreht sie sich um, beugt sich nach vorne und streckt sich ihm entgegen. Der rötliche Handabdruck zeichnet sich auf den Pobacken ab.

Boris sagt nichts mehr und steigt aus. Er wird angezogen bleiben. (Wer weiß denn das? Viola? War das zwischen ihnen abgemacht?) Kurzärmliges Hemd. Chinos. Loafer, ein etwas untersetzter Mann, dunkelblond, aber er riecht männlich und herb. (Nichts gegen die Beschreibung von seinen Klamotten, seiner Statur und den Gerüchen, die er verströmt – aber dann bitte in verständlichen Sätzen)
Valerie dreht sich zu ihm, den Kopf nach hinten gereckt. Schwarze, leuchtende Augen treffen ihn. (Ja, sie leuchten im Scheinwerferlicht. Blendet das nicht?)
Seine Hand umfasst ihren Hals, als wolle er ihre Reaktion prüfen. Ihr Blick bleibt fest auf ihn gerichtet. Kraft geht von ihr aus, Stolz, den er prüfen will. (Kraft und Stolz – wie heroisch das klingt. Und dabei war Valerie eben noch ein trunkenes und nervöses Etwas, das sogar Probleme hatte, die Knöpfe vom Kleid aufzukriegen. Woher dieser Wandel?)
Er holt aus und ohrfeigt sie. Nicht stark, dennoch wankt sie und heult auf. (So viel zu Kraft und Stolz, der schon bei einer „nicht starken“ Ohrfeige komplett zusammenbricht. Hätte sie an dieser Stelle den Blödmann kräftig in die Eier getreten, hätte aus der Geschichte vielleicht noch etwas werden können. Aber so kommt lediglich das, was immer bei der Beschreibung derartiger Spielchen kommt. Auf der Lupe nix Neues!)
Auf die linke Wange, auf die rechte. Ihre Augen weichen nicht, verklären sich nicht, bleiben blitzend und präsent. (Ich denke sie wankt?) Sie steht direkt vor der Motorhaube. Er packt sie an den Hüften, wendet sie. (Man wendet vielleicht einen Braten oder eine Grillwurst, aber keine Frau. Ich bitte dich!) Die Blicke lösen sich. (Logisch, wenn er sie „wendet“.) Sie versteht und stützt ihre Hände auf dem warmen Metall ab. Wie ein Bogen, eine gespannte Brücke. (Ne gespannte Brücke? Ach ja - eine Spannbetonbrücke... hm... aber dann wäre sie ja vorgespannt) Der Geruch von Flieder, der von einem der Gärten ausgeht, vermengt sich mit dem Gemisch aus Öl und Benzin, den die Limousine abgibt. (Scheint wohl doch ne alte Karre zu sein, wenn sie Öl verliert)

„Schlag mich jetzt, schlag mich!“ (Na gut, wenns ihr gefällt)
„Erst den Arsch, zeig mir erst deinen Arsch!“ (Ach du Scheiße! Kurzsichtig ist der leitende Bankangestellte mit leichtem Hang zum Sadismus also auch noch. Sie steht doch schon mit dem Hinter ihm zugewandt und obendrein sogar zur „Brücke gespannt“)

Valerie streckt sich weiter nach hinten, wackelt mit dem Hintern, auffordernd, während er beginnt, sie zu klatschen. (Er klatscht sie! Ich dachte, er klatscht ihr auf das auffordernd wackelnde und willig dargebotene Sitzfleisch. Wie klatscht man eigentlich jemanden? )
Auf jeden Schlag folgt ein Schrei. Kehlige Laute, die tief von innen hervorbrechen. Das Blut schießt ihr in die Kehle. (Jetzt übertreibste aber! Wenn die Kehle voller Blut ist, wäre es angebracht, den Notarzt zu rufen.) Sie wird durstig und ihre Erregung nimmt zu. (Was haben Durst und Erregung gemein? Hättest du geschrieben: Es dürstete sie nach mehr – was auch bekloppt klingt – wäre es zumindest vom Sinn her richtig) Die trüben Traumbilder des Rausches weichen (Wo kommen denn plötzlich die trüben Traumbilder des Rausches her? Und was sind überhaupt trübe „Traumbilder des Rausches“? Du schwingst hier mit Wortkeulen um dich, deren Sinn dir selbst nicht klar zu sein scheint. Und das bezieht sich nicht nur auf diese Textstelle) und es breitet sich eine wohlige Ruhe aus, gleichzeitig ein Kribbeln, Ameisen, Gier. (Probiere es einfach mal aus. Versuche beim Empfinden von einem aus sexueller Gier erwachsenden Kribbeln eine wohlige Ruhe zu empfinden. Funktioniert das? Ich ahne, was du meinst, aber du bringst es so rüber, dass man nur grinsend den Kopf schüttelt)
Es war gut, aus dem dumpfen Zustand der Fühllosigkeit aufzuwachen. Sie fühlt sich, während Ströme von Feuer sie durchglühen. (In wohliger Ruhe lässt sie sich von Feuerströmen durchglühen. Die Frau hat ein Nervenkostüm! Übrigens – der letzte Satz mag zwar den gewollten Schwulst vermitteln, aber er ist nicht zu Ende geschrieben. Wie fühlt sie sich denn?) Dennoch ist es nicht genug. Sie braucht mehr.

„Nimm den Gürtel, bitte.“

(Wieder folgt ein Perspektivwechsel) Er sagt nichts, atmet schwer. Je härter seine Schläge sind, desto erregter werden ihre Laute. (Laute sind nie erregt. Sie sind der Erregung geschuldet) Seine Handflächen schmerzen. Er ist dran, also zieht er Valerie an den Haaren zu sich, drückt ihren Kopf zu Boden, lässt sie knien und öffnet den Reißverschluss seiner Hose.(Vorher bitte „wenden“ – sie steht doch mit dem Rücken zu ihm) Der Asphalt reibt auf der zarten, öligen (???) Haut. Sein aufgerichteter Schwanz springt ihr ploppend entgegen.(Jetzt macht der Bankiers-Schwengel auch noch ein leicht knallendes Geräusch – nichts anderes drückt das Wort „ploppen“ aus. Sein Ding könnte aus der Hose schnippen, schnellen, springen und und und… ploppen definitiv nicht – ist doch kein Sektkorken.) Ihre Augen nach oben, zu ihm gerichtet, umfasst sie das harte Ding. Er (Wer ist er? Ihr gefällt „es“, nämlich das Ding. Grammatikalisch wäre das korrekt - klingt aber saudoof) gefällt ihr. Nicht, dass sie viele berührt und gesehen hätte, aber der hier ist dick. (Was hat die Dicke vom Bankerschwengel mit der Anzahl der von ihr bereits in Augenschein genommenen Männlichkeiten zu tun? Da müssen mindestens zwei Sätze her.) Die Eichel ist rosafarben und sieht wie die Spitze eines Kirchturms aus. Die Äderchen am Schaft treten hervor, pulsieren. (Ok. Jetzt wirft der Nachtschatten scheinbar keine Schatten mehr, und dem Leser ist es vergönnt, etwas mehr über die äußeren Einzelheiten dieses außergewöhnlichen Phallus zu erfahren. Das Interesse an derartigen Details ist stets riesig. Dass derartige (tausenfach gelesene) Beschreibungen der Handlung alles andere als dienlich sind, wollen wir daher gern in Kauf nehmen.) Sie küsst entlang des Stabes, hilft mit der Zunge nach, öffnet den Mund und saugt ihn ein. (Sie saugt den Mund ein – das kommt davon, wenn man vor lauter Aufzählungen den gewollten Satz aus den Augen verliert.)
Gutes Gefühl. Macht überkommt sie. (Macht kann sie nicht überkommen, höchstens ein Gefühl von Macht. Es kann ihr auch mit Macht kommen, aber das ist etwas völlig anderes und wird bis zum Schluss aufgespart) Mit jedem Zungenschlag verlangt er mehr. Sie gibt und nimmt zurück,(Punkt) sie spielt mit ihm, wohl wissend, dass sie ihm keinen Höhepunkt schenken wird. Bis zum Gaumen, bis zum Rachen gleitet er in sie, bis Valerie würgen muss. (dreimal „bis“ in einem Satz – ganz schön bis(sig))
Sie reißt sich den Mund auf für ihn (für sich wird sie es ja wohl nicht tun), damit er nur die Ränder (Nennt man die Kauflächen der Zähne Ränder? Hm. Aber Kauflächen würde ja noch bescheuerter klingen) ihrer Zähne zu spüren bekommt, (Mensch mach Punkte! Solche Sätze sind ja nicht auszughalten!) keine Kratzer oder Bisse, obwohl sie sich den Geschmack des Fleisches vorstellt, das Blut, das ihn durchpulst. („…keine Kratzer oder Bisse, obwohl sie sich den Geschmack des Fleisches vorstellt, das Blut, das ihn durchpulst“ – Dieser Satzteil ist stilistisch ne Katastrophe und in seiner Aussage einfach nur geschwollener Unfug)
Er keucht, lehnt sich zurück, schließt die Augen und zieht sie dennoch nach einer Weile an den Haaren zu sich und stellt sie auf die Füße. Ganz nah steht er vor ihr. Sein Atem haucht sie an. (Wieder so ein Unfug. Atem kann nicht anhauchen. Der Knabe ist es, der sie mit seinem Atem anhaucht. Wir sind hier auf einer Literaturplattform und nicht bei einem mittels WhatsApp geführten Nachrichtenaustausch.) Er riecht nach Tabak, nach Bier (und so fährt der Auto – toll) und süßlichem Schweiß. Es erregt sie, als er ihr erst einen und dann zwei Finger in den Mund steckt, die sie abschleckt. (Komisch – wie häufig von „Erotikern“ das Wort „abschlecken“ benutzt wird. Abschlecken: da denke ich an kleine Kinder, die sich die Hände mit Eis bekleckert haben oder gar an Hunde, die einem die Hände abschlecken. Frage: Ist dieses Wort der Erotik wirklich zuträglich?) Die angefeuchteten Finger gleiten in ihre Pussy, dann in ihr Poloch. (Poloch – bei dem Wort muss ich immer zweimal hingucken, um zu erfassen, was gemeint ist. Ich persönlich finde es eher kindlich albern. Ich habe für diesen Begriff 37 Synonyme gefunden – da muss es doch etwas geben, was sich genauso verwenden lässt) Valerie stöhnt, will mehr, will viel mehr. Boris weiß das, klemmt ihre Brustwarzen zwischen Daumen und Zeigefinger, zieht und klatscht die Brust mit der anderen Hand. Da ist er, der Schmerz, das Kribbeln im Bauch und im Kopf. Dann nimmt er den Gürtel, stellt sie sich in gebeugter Position zurecht. Zischende Laute. Weiche, vorsichtige Schläge zunächst (Weiche, vorsichtige Schläge lösen zischende Laute aus? Man lernt halt immer dazu), jeder gefolgt von einem brummenden Seufzer Valeries. Striemen zeichnen sich ab.

„Stärker, bitte stärker“, seufzt Valerie (brummend?).
Vor ihm wimmerndes, verzerrtes Fleisch (Erotik mit Schlachthaus-Wortschatz – ist aber auch nix Neues, genauso wie alles andere, das in diesem Absatz noch folgt), das auf ihn wartet, das ihn verlangt, das nach Befriedigung giert, unbedingt. Nichts ist für ihn selbst übrig. Es erregt ihn, sehr sogar, und dennoch findet er sie nicht, vermag es nicht, sie zu stoßen. Sie geht auf in der schwülen Sommerluft, im schemenhaften Schatten der Nacht, dem Zirpen der Grillen, dem Geruch der Blumen und des Grases. (Donnerwetter – das nenne ich mal poetisch)
Da ist nichts mehr, nur sie und ihre erschreckende Präsenz. (Sie ist präsent - „anwesend“ ist beispielsweise ein Synonym für präsent - aber der Maestro findet die Dame nicht. Findest wenigstens du das nicht ein wenig merkwürdig)
Valerie hingegen hat es geschafft, ist da, wo sie hinwollte, ihr Sehnen erreicht das Ziel. Sie ist ein Feuerball, eine Königin. Ihre nackte gerötete Haut, trägt die Schwielen (die kommen sicherlich erst später – wenn überhaupt) und Schwellungen auf ihrem Hintern, die Zeichen. Glück durchströmt sie, dehnt sich in ihr aus und explodiert in ihrem Kopf, lässt sie strahlen. (Erstaunlich, mit welch einem Pathos das Ergebnis dieser Steißklopferei beschrieben wird. Es ist ja nichts Ungewöhnliches, dass es Zeitgenossen gibt, die sich verdreschen lassen müssen, um eine ausreichende Befriedigung zu erlangen. Warum nicht? Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass deiner Madame nach dem Erreichen des Höhepunktes gleich der Schädel explodiert. Für diese Spezies ist das doch wohl eher sexueller Alltag) Energie, die allein von ihr ausgeht. Ein bronzefarbener Leib wie eine antike Statue. Die nackte Valerie reckt sich auf, stellte sich gerade, dreht sich ein letztes Mal um, damit er sie sehen kann, wirft ihren Kopf zurück und schaut ihn mit brennenden Augen an. (Perspektivwechsel) Blitze durchjagen ihn, Augenstrahlen, die nichts unentdeckt lassen. (Was gibt es denn zu entdecken? Oder wieder nur Schwulst?) Jetzt nicht, niemals. Sie legt sich auf die Motorhaube, streckt die Beine zum Himmel, wie Türme, wie Säulen. (Eine gelungene Mischung aus (immer noch) Pathos und ausgelutschten Klischees. Tja, etwas Erotisches zu schreiben ist schwierig)
Er verharrt, mit geöffneter Hose, heraushängendem Schwanz, aufgeknöpftem Hemd, fahlen Haaren. Der Gürtel fällt ihm aus der Hand. (Na, nun sind wir endlich wieder bei ungezierter Sprache)

Sie ist verschwunden. Ein Traumbild. Vielleicht war sie nie da. Und Boris? Er muss sein Leben ändern.
(Zum Schluss noch ein wenig Mystik – du lässt aber so gut wie nichts aus)


Uff – ich bin durch!!!

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Isegrims
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Hallo Ralph Ronneburger

bitte entschuldige, dass ich erst jetzt auf deinen umfänglichen Kommentar antworte: erst hatte ich keine Zeit, dann musste ich nachdenken, wie ich darauf reagiere und dann hatte ich wieder keine Zeit.

Ich danke dir für die Zeit, die du dir genommen hast und die ausführliche Einschätzung.
Spätestens bei der Textkritik stelle ich fest, dass das Suhlen in einem Text, der dir so gar nicht gefällt, dir immerhin enormen Spaß bereitet hat.

Tja, was soll ich sagen. Für mich ist das kein gänzlich misslungener Text. Klar, die Darstellung des Aktes ist viel zu lang geraten und der Plot nicht ausgreift genug, wollte ich doch gar keinen "erotischen" Text schreiben, eher einen über die Einsamkeit und das Begehren in der Großstadt, wollte die Fantasien (die hier in der Rubrik übrigens auch bei den gefeirten Texten die Frivolität von Altmänner- und Alzweiberfantasien repräsentieren) fehl leiten und so was wie eine Mystifizierung schaffen. Ist mir nicht gelungen, macht nichts. In deinem Kommentar hast du die Anspielungen entweder nicht gesehen, nicht sehen wollen oder als schwülstig abgetan, macht nichts. Der Autor ist schuld an dem, was er anrichtet.

Vielleicht noch eins: die Technik, mit der du den Text auseinandernimmst, dieses bewusste Missverstehen, der Spott und all das, diese Art bder Textkritik kann ich nahezu über jeden Text gießen...

quote:
Das klingt jetzt alles ziemlich hart, und du wirst das natürlich völlig anders sehen. Um meine Meinung stärker zu verdeutlichen, habe ich mal mit dem „Blaustift“ im Text herum gemalt. Viele meiner Anmerkungen mögen überzogen sein oder zumindest so erscheinen, aber niemand zwingt dich, sie zu akzeptieren. Ich konnte nicht anders, als mich diesem Text in heiterer Form zu nähern. Ernst nehmen konnte ich ihn nämlich an kaum einer Stelle.

aber um dich selbst zu zitieren, ich nehme die Kritik wirklich heiter, bin ganz und gar nicht beleidigt und freue mich darüber, dass ich einiges gelernt habe. Deswegen bin ich hier und deswegen habe ich den Text veröffentlicht!

Vielen Dank und viele Grüße
Isegrims
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lapismont
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Hallo Isegrims,

quote:
ich nehme die Kritik wirklich heiter, bin ganz und gar nicht beleidigt und freue mich darüber, dass ich einiges gelernt habe. Deswegen bin ich hier und deswegen habe ich den Text veröffentlicht!

Und? Wirst Du die schwache Sexszene zu einer Geschichte
quote:
über die Einsamkeit und das Begehren in der Großstadt
ausbauen?

Mein Tipp, streich alles zwischen
quote:
„Ja, habe ich. Wie du es wolltest.“
und
quote:
Er verharrt, mit geöffneter Hose, heraushängendem Schwanz, aufgeknöpftem Hemd, fahlen Haaren. Der Gürtel fällt ihm aus der Hand.

Dann kommst Du Deinem Ziel näher.

cu
lap
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Isegrims
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Hallo lapismont

ich danke dir herzlich für deine Einschätzung.
Das ist mein erster Ausflug in dieses Genre und ehrlich gesagt brauche ich einen Moment, um zu akzeptieren, was du und Ralph über die Sexszene sagen

quote:
Und? Wirst Du die schwache Sexszene zu einer Geschichte
quote:
über die Einsamkeit und das Begehren in der Großstadt
ausbauen?

zu einer Geschichte ausbauen? Ja, das werde ich machen, unbedingt sogar, ich möchte schon deshalb was draus machen, weil ich die Schwachstellen auch durch Euer Geedback kennen gelernt habe... die Szene und deren Beschreibung finde ich übrigens auch nach reiflichem Überlegen (Logikfehler drin, okay) nicht so schwach und, die Länge ist im Verhältnis zum restlichen Text nicht zielführend, mit der sprachlichen Gestaltung bin ich nicht so unzufrieden...

viele Grüße
Isegrims
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