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Leselupe.de > Kurzprosa
Nordindien Reisetagebuch
Eingestellt am 12. 10. 2002 01:15


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Tezetto
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Schon lange hatten wir geplant, nach Indien zu fahren. So f├╝hrte uns unsere Hochzeitsreise etwas unkonventionell mit dem Rucksack nach Rajasthan und Gujarat.

Wir hatten so viel von Indien geh├Ârt und gelesen, aber man mu├č sich einfach sein eigenes Bild machen: Indien ist so extrem, da├č man es nur lieben oder hassen kann, dazwischen gibt es nichts.Wir lieben es und m├Âchten immer wieder hinfahren, trotz all der Strapazen, die so eine Reise mit sich bringt. Vielleicht kommt ja etwas von der Stimmung mit dem Tagebuch unserer Nord-Indien-Reise r├╝ber. Viel Spa├č!

2. Juli 96: Delhi
Heute ist unser erster Tag in Indien. Jetzt ist Nachmittag, wir liegen auf dem Bett und ruhen uns ein wenig aus. Unten auf der Stra├če brodelt das Leben, wir wohnen in der Main Bazar Road, eine schmale Stra├če mit vielen kleinen Gesch├Ąften, voll mit Menschen, K├╝hen und Fahrzeugen aller Art. Es wird wie wild gehupt und gebimmelt, hupen ist hier zum Fahren fast noch wichtiger als das Gaspedal. Heute morgen haben wir auf der Dachterrasse unseres Hotels gefr├╝hst├╝ckt. Man hat von hier oben einen guten Blick ├╝ber die kleinen Seitengassen. ├ťber den Tischen thront ein dicker Ganesh auf einem Podest und am Himmel sehen wir viele sehr gro├če Greifv├Âgel. Ob das wohl Adler sind? Sieht schon toll aus. Nach einem st├Ąrkenden Fr├╝hst├╝ck hatten wir unsere erste Begegnung mit der ber├╝hmt-ber├╝chtigten indischen B├╝rokratie, n├Ąmlich bei der Reservierung eines Zugtickets. Man geht nicht einfach an den Schalter und kauft eins, nein, erst mu├č man einen Antrag ausf├╝llen. Dort mu├č man die exakte Zugnummer eintragen lassen, das Ganze quittieren und unterschreiben lassen, sich hiermit in die richtige Schlange stellen und wenn man Gl├╝ck hat, ist in dem gew├╝nschten Zug auch noch ein Platz frei. Wir hatten Gl├╝ck, und so k├Ânnen wir morgen nach Agra weiterfahren. Vom Bahnhof aus ist es nicht weit zum Connaught Place, und so sind wir dort hinspaziert, obwohl das jedem Rikschafahrer ein R├Ątsel ist, wie man freiwillig zu Fu├č gehen kann. Der Connaught Place ist recht un├╝bersichtlich, da alle Bl├Âcke des Kreises gleich aussehen. In der Mitte gibt es einen kreisrunden Park, in dem man sich ausruhen kann. Von dort aus sind wir mit einer Autorikscha nach Alt-Delhi zum Roten Fort gefahren, was eine abenteuerliche Aktion war, denn die Fahrer kennen weder Tod noch Teufel und klemmen sich furchtlos auch in die kleinste Verkehrsl├╝cke.Das Rote Fort ist ein riesiger Komplex mit sehr sch├Ânen Geb├Ąuden. Man betritt es durch ein Tor, dann kommen viele kleine Gesch├Ąfte in einem Arkadengang, es glitzert und schillert und man kommt sich vor wie auf einem Bazar aus 1001 Nacht. Es folgt ein Park und eine Halle aus rotem Sandstein mit vielen S├Ąulen, in der fr├╝her der ber├╝hmte Pfauenthron von Shah Jahan gestanden hat, bevor die Perser ihn gestohlen haben. Weil es hier angenehm k├╝hl ist, ruhen wir uns ein wenig aus. Hinter der Empfangshalle folgen verschiedene Geb├Ąude aus Marmor mit wundersch├Ânen Intarsienarbeiten. In den B├Âden sind ├╝berall kleine Rinnen, durch die fr├╝her einmal ein kleiner Bach flo├č, um die R├Ąume zu k├╝hlen. Nach dem roten Fort haben wir dann den Versuch unternommen, ├╝ber den Chandni Chowk, die Einkaufsstra├če Alt-Delhis zu gehen, aber es ist nicht ├╝bertrieben zu sagen, da├č man vor lauter Menschen, Autos, Rikschas und was sich sonst noch fortbewegen kann, nicht durchkam. Wir wollten dann zur├╝ck ins Hotel, unser Rikschafahrer schien aber nicht zu wissen, wo es ist und ist erst einige Zeit herumgefahren, hat dann mehrmals Kollegen nach dem Weg gefragt und es dann irgendwann auch gefunden. In einem Schuhgesch├Ąft gegen├╝ber unseres Hotels habe ich mir dann noch ein Paar "Kleiner Muck"-Schuhe gekauft, sehr sch├Ân! Abends haben wir in Ruhe noch eine Kleinigkeit auf der Dachterrasse gegessen und sind noch mal durch die Stra├če spaziert. Tags├╝ber ist hier ja schon viel los, aber nach Einbruch der Dunkelheit tobt hier das Leben. Wir genie├čen die Atmosph├Ąre und gehen zeitig schlafen, da wir morgen fr├╝h raus m├╝ssen, um den Zug nach Agra zu bekommen.

3. Juli 96: Von Delhi nach Agra
Nach einer durchschwitzten Nacht stehen wir um halb sechs auf und fr├╝hst├╝cken auf dem Dach. Es kreisen Adler und Geier am Himmel. Wir fahren durch die noch leeren Stra├čen zum Bahnhof Nizzamuddin. Die Zugfahrt nach Agra dauert drei Stunden. Hier angekommen, versuchen wir, einen Zug nach Jaipur zu reservieren, aber in den n├Ąchsten Tagen sind alle besetzt. Dann m├╝ssen wir wohl einen Bus nehmen, Busse kriegt man immer. Wir mieten eine Autorikscha f├╝r zwei Tage und finden ein akzeptables Hotel

In einem kleinen indischen Restaurant, in dem wir die einzigen Touristen sind, essen wir superlecker zu Mittag, Linsen mit Bohnen und eine Art Gem├╝sepfannkuchen. Eigenartig ist nur das gr├╝ne Neonlicht, das hier alles etwas komisch aussehen l├Ą├čt. So gest├Ąrkt fahren wir zum Fort von Agra, das den gleichen Erbauer wie das in Delhi hat. Da hier aber immer wieder etwas von verschiedenen Architekten dazugebaut wurde, sind die Geb├Ąude sehr unterschiedlich. Trotzdem pa├čt alles ganz gut zusammen. Die Marmorintarsien sind ein Traum. Tragisch ist die Geschichte von Shah Jahan, der auch das Taj Mahal f├╝r seine geliebte Frau erbaute, das etwas weiter unten am Jamuna steht. Er wurde von seinem machtgierigen Sohn entthront und verbrachte seine letzten Lebensjahre hier im Fort in Gefangenschaft, von wo er durch das Fenster seines Gef├Ąngnisses das Grabmal seiner Frau sehen konnte. Bevor wir zum Taj Mahal fahren, gehen wir noch mal ins Hotel um und frisch zu machen, es sind bestimmt 40┬░ im Schatten. Das Taj Mahal ist unbeschreiblich. Wenn man durch das Eingangstor kommt und das Taj sieht, das in der Sonne fast zu schweben scheint, fehlen einem die Worte. Ich hatte einen Klo im Hals und konnte nichts sagen, so sch├Ân ist es! Wir sind um das Taj herumgegangen und haben es uns von allen Seiten angesehen. In der Grabkammer ist es recht dunkel, die Sarkophage stehen in der Mitte, von einem Marmorgitter umgeben. Wir haben Blumen aufs Grab geworfen und ein Mann leuchtete die Einlegearbeiten an den W├Ąnden mit einer Taschenlampe an. Dadurch fingen die Bl├╝ten aus Karneol an zu leuchten, der umgebende Marmor glimmte ein wenig und die schwarzen Stiele blieben dunkel. Traumhaft sch├Ân! Wir haben danach noch sehr lange im Park gesessen und zugesehen, wie das Taj in der untergehenden Sonne seine Farbe ver├Ąndert. Anschlie├čend haben wir in der Shanti-Lodge auf der Dachterrasse gesessen, Postkarten geschrieben, lecker gegessen und dabei zugesehen, wie neben dem Taj Mahal die Sonne langsam untergeht. Dabei kreisten viele V├Âgel und Flughunde am Himmel. Einfach fantastisch!


4. Juli 96: Von Agra nach Jaipur
Heute nacht haben wir zum ersten Mal so richtig gut geschlafen, aber Torsten geht es nicht so gut, deshalb ist er am Vormittag im Hotel geblieben und hat sich ausgeruht, w├Ąhrend ich mir mit der Rikscha verschiedene Gesch├Ąfte angesehen habe, eine Teppichfabrik, ein Stoffgesch├Ąft, wo ich einen Sari anprobiert habe und ein Laden, in dem Marmoreinlegearbeiten wie die im Taj Mahal hergestellt werden. Das ist eine Heidenarbeit, sehr sch├Ân und sehr teuer, aber gucken kostet ja nichts. Auf dem Weg zum Hotel haben die Rikschafahrer an einem Stra├čenstand etwas zu essen gekauft, Biryani, ein Reisgericht. Das haben wir dann im Hotel mit Torsten, dem es zum Gl├╝ck wieder besser ging, gegessen. So gest├Ąrkt sind wir durch die Stadt zum "Baby Taj" gefahren. Wir kamen dabei an einem Kali-Tempel vorbei, in dem eine mit ihrer Totenkopfkette recht blutr├╝nstig aussehende Kali-Statue stand. Das Baby Taj sieht ganz anders aus wie das Taj Mahal, der Name kommt wohl daher, da├č es auch ein Marmor-Grabmal f├╝r eine Frau ist. Es wurde aber acht Jahre vor Baubeginn des Taj Mahal fertiggestellt. Auch sehr sehr sch├Ân, mit vielen Wandmalereien innen an den W├Ąnden und Decken, die irgendwie nicht sehr indisch aussehen. Bei beiden Geb├Ąuden aber liegt die Frau genau im Zentrum, alles ist auf ihr Grab hin ausgerichtet und der Mann liegt links daneben. Abends haben wir dann unsere Bustickets abgeholt, wobei uns der Verk├Ąufer, der auch ein Schmuckgesch├Ąft hat, ├╝berreden wollte, f├╝r ihn Edelsteine mit nach Deutschland zu nehmen. Eine ziemliche Nervens├Ąge, so da├č wir froh waren, als wir im Bus sa├čen. Die Fahrt nach Jaipur dauerte sechs Stunden, von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens, mit diversen Unterbrechungen. Ziemlich m├╝de kamen wir in Jaipur an, haben aber als Entsch├Ądigung ein tolles Zimmer mit gro├čem Bad und Aircondition. Das Hotel war ein Tip von Richard aus Los Angeles, den wir in Delhi kennengelernt hatten. Ein guter Tip!

5. Juli 96: Jaipur
Wir haben bis zw├Âlf geschlafen, in Ruhe gefr├╝hst├╝ckt und dann eine Weiterfahrt f├╝r Montagnacht nach Udaipur gebucht, so haben wir also vier Tage in Jaipur. Da wir kaum noch Geld haben, hat uns Soni, der Rikschafahrer, der aussieht wie Mario Adorf mit rotgef├Ąrbten Haaren, zur Bank und dann in die Altstadt gefahren. Die Altstadt von Jaipur steht komplett unter Denkmalschutz. Sie hei├čt ja auch die rosa Stadt, weil alle H├Ąuser einmal f├╝r den Besuch eines K├Ânigs in der Begr├╝├čungsfarbe rosa gestrichen wurden, aber f├╝r meinen Geschmack ist das eher ein orangerot. Die Altstadt hat eine tolle Atmosph├Ąre, man f├╝hlt sich um Jahrhunderte zur├╝cckversetzt. W├Ąhrend wir so durch die Stra├čen liefen und ich die sch├Ânen Saris bewunderte, die vor den kleinen Gesch├Ąften hingen, standen wir auf einmal vor dem Palast der Winde, ohne da├č ich es bemerkte. Der Palast ist ja nur eine Fassade, hinter der die Frauen des Herrschers das Leben auf der Stra├če beobachten konnten, ohne selbst gesehen zu werden. Er tr├Ągt seinen Namen aber trotzdem zu recht, denn in den kleinen Fensternischen weht immer ein angenehm k├╝hlender Wind und man hat einen sch├Ânen Blick ├╝ber die Altstadt. Man kann sich gut vorstellen, wie hier fr├╝her die Haremsdamen in bunten Gew├Ąndern gesessen und das Treiben auf der Stra├če beobachtet haben. Von hier aus sind wir ein St├╝ckchen weitergegangen zum Jantar Mantar, einer Sternwarte, die man auch schon vom Palast der Winde aus sehen konnte. Es ist schon erstaunlich, was die Leute vor ein paar hundert Jahren schon alles erfunden haben, um den Himmel zu erforschen. Hier leiden wir allerdings selber ganz sch├Ân unter dem Himmelsk├Ârper, der Sonne hei├čt. Deshalb fahren wir zur├╝ck ins Hotel und ruhen uns bis Sonnenuntergang aus. Abends gehen wir noch mal in die Altstadt. Wir lernen Bantu und seine Freunde kennen, er ist ein Sikh, der uns bei einem Kaffee viel ├╝ber seine Religion erz├Ąhlt. Die drei fahren uns anschlie├čend mit ihren Motorr├Ądern zur├╝ck ins Hotel. Das war eine sehr interessante Bekanntschaft und wir beschlie├čen, morgen zusammen zum Affentempel zu fahren.

6. Juli 96: Jaipur
Um halb elf haben wir uns mit Bantu und Shiva getroffen und sind in einem kleinen Caf├ł Kaffee trinken gegangen. Nach einer halben Stunde stie├č Naeem dazu. Er arbeitet als Tierarzt in einer Tierklinik ganz hier in der N├Ąhe. Weil uns das interessierte, sind wir dort vorbeigefahren. Die Menschen hier haben eine gro├če Achtung vor allem, was lebt, deswegen i├čt hier auch kaum jemand Fleisch. Mit den Motorr├Ądern sind wir dann nach Galta zum Affentempel gefahren. Wir waren die einzigen wei├čen Touristen dort. Das ist Indien, so wie ich es mir immer vorgestellt habe, Frauen, die ihre bunten Saris in der Sonne trocknen lassen, bunt bemalte Tempel und Affen, K├Ąlbchen und badende Menschen. Dieser Tempel liegt in einer engen Schlucht und hat eine magische Atmosph├Ąre. Wir haben die Affen gef├╝ttert, die das hier gew├Âhnt sind und einem mit ihren kleinen H├Ąndchen die Erdn├╝sse aus der Hand nehmen. Ein komisches Gef├╝hl, denn ihre H├Ąnde f├╝hlen sich an wie die eines Menschen, nur viel kleiner. Eine alte Frau kam lachend auf mich zu, sah, da├č ich einen Fotoapparat hatte, fing an zu tanzen und rief immer wieder: Foto, Foto, Foto! Sie wollte da├č ich sie fotografierte Sie lachte die ganze Zeit und dr├╝ckte mir die Hand. Eine sch├Âne Begegnung. Weiter in die Schlucht hinein kamen in verschiedenen H├Âhen Wasserbecken. Im ersten Becken badeten die Frauen. Das Wasser f├╝r dieses Becken kam aus einem steinernen Kuhkopf, aber angeblich wei├č niemand wo dieses Wasser herkommt. Weiter oben ist ein 55 m tiefes Wasserbecken, in dem die M├Ąnner und sogar ein noch ganz junges K├Ąlbchen badeten. Die Jungs machten sich einen Spa├č daraus, von der Mauer mehrere Meter tief ins Wasser zu springen. Von hier oben hat man einen phantastischen Blick ├╝ber die gesamte Tempelanlage. Weiter unten f├╝hrte ein weiterer schmaler Weg den Berg hinauf, vorbei an einem Geb├Ąude wo ein Sadhu sa├č und M├Ąnner musizierten. Ganz oben setzten wir uns auf die Treppe, um uns ein wenig auszuruhen. Nach wenigen Minuten kam ein freundlicher kleiner alter Mann mit langem wei├čen Bart, blo├čen F├╝├čen im wei├čen Gewand und mit Gehstock zu uns. Baba, ein heiliger Mann. Er begann ein Gerspr├Ąch mit Bantu und Naeem, sie erz├Ąhlten ihm, da├č wir gerade geheiratet h├Ątten. Er segnete uns, indem er seine Hand auf unseren Kopf legte und wir seine F├╝├če ber├╝hrten. Dann setzte er sich zu uns und unterhielt sich mit uns. Er war sehr heiter, sehr einfach und hatte eine umwerfende Ausstrahlung. Seine Augen waren voller Liebe. Naeem zeigte mir, wo Baba wohnt. Dort oben am Felsen war eine kleine Terrasse, wo an der hinteren Wand zum Felsen hin ein kleines Loch in Bodenh├Âhe war, circa einen halben Meter hoch und breit. Dahinter war eine kleine dunkle H├Âhle ohne irgendwelche M├Âbel. Da lebt und meditiert Baba. Zum Abschied segnete er uns noch einmal, indem er uns mit heiliger Asche einen Strich auf die Stirn machte. Er gab uns auch etwas Asche in die Hand und sagte, da├č ich en wenig davon auf meine Zunge tun und etwas W├╝nschen solle, indem ich das Bild seines Meisters ansehe. Diese Begegnung hat Torsten und mich tief beeindruckt. Unten vor dem Tempelbezirk war ein kleines Restaurant, wo wir gem├╝tlich unter den B├Ąumen sitzend, eine indische Cola mit dem Namen ├ČThums up" getrunken haben. Schmeckt besser als die richtige Cola, ist nicht ganz so s├╝├č. Jetzt ging es wieder zur├╝ck und nach Gaitor zur Grabanlage der k├Âniglichen Familie. Auch hier keine Touristen, es ist herrlich ruhig, nur die Pfauen rufen und der Wind rauscht. Die Gr├Ąber sehen aus wie kleine Tempel und sind aus Marmor. Hier sind so feine Schnitzereien, wie man sie in Stein gar nicht f├╝r m├Âglich h├Ąlt. Wir sitzen in einem der Geb├Ąude, w├Ąhrend der Himmel sich dunkelgrau f├Ąrbt und wir ein Gewitter erwarten. Es fallen aber nur ganz wenige tropfen, was sehr erfrischend ist. Der wei├če Marmor, der verlassene Ort und der dunkle Himmel bilden eine ganz unwirkliche Atmosph├Ąre. Wir fahren zur├╝ck ins Hotel. um halb acht holen Bantu und Naeem uns ab. Wir fahren zuerst zu Bantu nach Hause. Er hat eine sch├Âne Wohnung, in der gerade seine Tante mit ihren Kindern aus Afrika zu Besuch ist. Bantu und Naeem haben eine Hochzeitstorte f├╝r uns gekauft, sehr sch├Ân und sehr lecker. Wir m├╝ssen uns gegenseitig lecker duftende Rosenbl├╝tenketten um den Hals legen, gemeinsam die Torte anschneiden und uns gegenseitig mit einem St├╝ck Kuchen f├╝ttern. Hochzeit auf indisch. Die Familie spendet uns Applaus. Jetzt machen sich alle ├╝ber den Kuchen her, besonders nat├╝rlich die Kinder. Als alles aufgegessen ist, machen wir uns auf den recht weiten Weg nach Choki Dali, einem Traum aus 1001 Nacht! Es war wie im M├Ąrchen. Choki Dali ist eine Anlage im typisch rajasthanischen Stil, wo verschiedene K├╝nstler, im Gel├Ąnde verteilt, ihr K├Ânnen zeigen. Es gibt kein elektrisches Licht, ├╝berall brennen Petroleumlampen und ├╝ber uns leuchten die Sterne. Wir sehen einen Mann, der auf althergebrachte Art Pfeile ├╝ber dem Feuer schmiedet, auf einem Podest spielte eine Musikgruppe mit Tablas und davor tanzte ein kleiner Junge und forderte uns zum Mittanzen auf. Die Musik ist sehr rhythmisch und der Tanzstil ist dem orientalischen Tanz sehr ├Ąhnlich, so da├č es sehr viel Spa├č gemacht hat, dort zu tanzen. Nur die Kopfbewegungen sind sehr schwer! Wir sind auf einem Kamel durch die Anlage geritten, haben einem Puppenspieler zugesehen, der gleichzeitig Akrobatische Dinge mit seiner Zunge machen konnte, zum Beispiel Perlen im Mund auf einen Faden aufziehen und mit Kugeln aus dem Mund auf Tellerchen schie├čen, die er auf St├Ąben auf seiner Stirn balancierte. Es gab auch eine Seilt├Ąnzerin und einen Astrologen, der Papageien Zukunftskarten ziehen lie├č. Erst am Ende erf├Ąhrt man dann, da├č die Prognose nicht f├╝r einen selbst, sondern f├╝r den Papagei gilt. Als weiterer H├Âhepunkt am Tag der Superlative folgt ein phantastisches Essen im Punjabi-Stil. Wir sitzen an Eisentischen auf einer Wiese und eine Musikgruppe spielt indische Musik. Wir bekommen ein Thali, ein Gericht mit vielen kleinen Sch├╝sselchen, in denen unterschiedliche Speisen sind. S├╝ndhaft lecker! Zum Abschlu├č haben wir dann noch Betel gekaut, der sehr frisch schmeckt. Auf dem R├╝ckweg haben wir uns gegenseitig Lieder vorgesungen und waren um ein Uhr todm├╝de wieder im Hotel. Ein w├╝ndersch├Âner, einzigartiger Tag ist vorbei.


7. Juli 96: Jaipur
Um halb elf haben wir uns mit Naeem und Shiva zum Fr├╝hst├╝ck getroffen. Wir waren in einem Restaurant nahe dem Sisodia Rani Palast, an dem wir gestern schon vorbeigefahren sind. Der Palast steht mitten in einem See, aber es geh├Ârt ein sch├Âner Park und ein Tempel dazu. Anschlie├čend waren wir im Kino und haben uns einen indischen Spielfilm angesehen. der Film dauerte drei Stunden, es wurde mit aller Inbrunst geliebt und gelitten und nat├╝rlich immer wieder gesungen, wobei pro Lied mindestens vier mal die Kost├╝me gewechselt wurden. Das war sehr lustig und nat├╝rlich haben die guten am Ende gesiegt und sind ein Paar geworden. Nachmittags sind Torsten und ich noch mal zum Palast der Winde gefahren, haben Fotos gemacht und ich habe mir einen Rock gekauft. Wir haben an den Marktst├Ąnden gest├Âbert und einen Parf├╝mstand mit zig verschiedenen ├ľlen gefunden. Wir haben uns durch die verschiedenen Sorten geschn├╝ffelt und schlie├člich ein Parf├╝m mit dem Namen ├ČNine Flowers" gekauft. Riecht sehr gut! Der Verkehr in Indien ist erstaunlich, anfangs dachte ich, da├č schon eine Menge Fatalismus oder Gottvertrauen dazugeh├Ârt, um hier Motorrad zu fahren. Aber obwohl links und rechts und ├╝bewrall gefahren, ├╝berholt und abgebogen wird, mit Fahrrad- und Autorikschas, Autos, Bussen, LKWs, Pferde-, Ochsen- und Kamelkarren, wobei mittendrin noch die K├╝he in aller Seelenruhe herumstehen, f├Ądelt sich hier alles wie von unsichtbarer Hand gelenkt, ineinander.

9. Juli 96: Von Jaipur nach Udaipur
Heute sind wir mit dem Nachtzug aus Jaipur um zehn Uhr morgens in Udaipur angekommen. Udaipur ist viel kleiner und gem├╝tlicher als die St├Ądte, in denen wir bisher waren. Es ist wundersch├Ân hier und es herrscht eine gelassene Atmosph├Ąre. Wir wohnen im Badi Haveli, dem ├Ąltesten Hotel am Ort, es ist ein altes Wohnhaus mit tausend kleinen Eckchen, Treppchen, Nischen und Terrassen, sehr sehr indisch, wir haben ein gem├╝tliches Zimmer mit 2 Dachterrassen nach links und rechts und ├╝ber eine kleine Treppe au├čen an der Wand kommt man auf noch eine Dachterrasse. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht und man kann gem├╝tlich bei einer Tasse Tee ein Sonnenbad oder den Sonnenuntergang genie├čen. Man sieht viele Reiher, die in Richtung See fliegen. Wir f├╝hlen uns direkt wohl hier! Nachmittags haben wir ein wenig die Stadt erkundet. Torsten hat es nicht mehr ausgehalten mit den langen Haaren und ist hier zu einem Friseur gegangen. Der Schnitt ist gut geworden und die kurzen Haare stehen Torsten viel besser. Wir gehen zur├╝ck ins Hotel und ruhen uns auf der Terrasse aus. Auf einer Terrasse am Nachbarhaus sehen wir eine Affenfamilie herumtoben. Da m├╝ssen wir wohl immer die T├╝ren gut verschlie├čen, damit die Affen uns nichts stibitzen! Wir haben auch ein Streifenh├Ârnchen auf der Terrasse, die gibt es hier zu Tausenden und mit N├╝ssen kann man sie gut anlocken. Die H├Ârnchen sehen sehr lustig aus, wenn sie rennen, als ob sie aus Gummi w├Ąren. Besonders auffallend sind aber die g├╝nen Sittiche, die w├Ąhrend des Fliegens ein Riesengeschrei veranstalten (wenn sie irgendwo sitzen, sowieso). So unterscheiden sie sich also kaum von unseren blauen Schreih├Ąlsen zuhause. Auf der Dachterrasse des Wonderview haben wir zu Abend gegessen, man hat von hier wirklich eine sch├Âne Aussicht auf den See mit dem Lake Palace in der Mitte und auf den wundersch├Ân beleuchteten Stadtpalast. Als es dunkel wurde, kamen aus den umliegenden Bergen Tausende von Flughunden ├╝ber den See herangeflogen. Im Gegenlicht waren ihre Fl├╝gel transparent. Nach einem leckeren Essen sind wir wieder zur├╝ck ins Badi Haveli spaziert.

10. Juli 96: Udaipur (Ranakpur)
Obwohl im Moment Regenzeit ist und wir schon 10 Tage in Indien sind, hat es erst einmal geregnet, und das war nachts. Heute morgen sind wir mit Anne-Claire, einer Schottin, Naomi und Caroline, zwei Holl├Ąnderinnen, und Clemens, einem ├ľsterreicher, mit einem gemeinsam gemieteten Jeep 100 km nach Ranakpur zur Jain Tempelanlage gefahren. Der Weg f├╝hrte durch die Berge durch sehr unterschiedliche Landschaften. Sattgr├╝ne Wiesen wechselten mit kargen Felsen und sandigem Boden, an einigen Stellen waren sogar kleine Bambushaine. Hier und da waren kleine D├Ârfer, in denen man sich um Jahrhunderte zur├╝ckversetzt f├╝hlte. Kleine H├Ąuser mit Lehmziegeln, Frauen in bunten Saris mit gro├čen Nasenringen und riesigen Kr├╝gen oder Riesenb├╝ndeln Zuckerrohr auf dem Kopf. Und immer wieder Schafe, Esel, Wasserb├╝ffel, Kamele und nat├╝rlich K├╝he, K├╝he, K├╝he. Die K├╝he in den Stra├čen werden wir wahrscheinlich vermissen, wenn wir wieder in Deutschland sind. Nach fast vier Stunden Fahrt durch die Berge, was uns durch die Rappelei einen tauben Hintern bescherte, sind wir endlich da. Da wir alle sehr hungrig sind, gehen wir erst einmal in die Klosterk├╝che, um etwas zu essen. F├╝r 10 Rupien sa├č man an langen Tischen auf Holzb├Ąnken. Jeder hatte ein Metalltablett mit 2 Sch├╝sseln vor sich stehen. Der Reihe nach kamen M├Ąnner mit Tschapattis, kleinem fritierten Geb├Ąck, Sambar, Dal, Gem├╝se und Reis an den Tischen vorbei. Man konnte sich immer wieder nachschenken lassen, bis man satt war. Alles superlecker. Ich habe in diesem Urlaub noch nichts gegessen, was nicht vorz├╝glich geschmeckt h├Ątte und Torsten ist auch ganz begeistert. Anschlie├čend sind wir in den Tempel gegangen. Vor dem Betreten mu├čte man drau├čen alles E├čbare und alle Ledersachen abgeben. Von au├čen macht der Tempel nicht viel her, aber innen verschl├Ągt es einem den Atem vor lauter Pracht. 1444 S├Ąulen aus Marmor, wovon keine wie die andere ist, wundervolle filigrane Muster aus Marmor an den Decken und W├Ąnden. Man kann bei der Feinheit der Arbeiten gar nicht glauben, da├č das alles aus Stein ist. Ein M├Ânch f├╝hrt uns herum. Er zeigt uns auch eine S├Ąule, die mit Absicht ein wenig schief steht, da der Mensch nichts perfektes schaffen darf, denn das kann nur Gott. Darum mu├č auch dieser phantastische Tempel einen kleinen Fehler haben. Die G├Âtterstatuen in den Nischen haben Augen aus Glas mit Silber, wodurch die Augen selbst aus der dunkelsten Ecke wie Diamanten strahlen. Die Jains sagen, da├č die Augen der Spiegel der Seele sind. Nachher habe ich mich noch einige Zeit mit dem M├Ânch unterhalten und er hat mir eine Rosenbl├╝te geschenkt. Es gab noch einen kleineren Tempel nebenan mit teilweise erotischen Skulpturen. Leider waren gerade diese extrem verwittert oder absichtlich zerst├Ârt. Den Kopf voll mit neuen Eindr├╝cken ging es in einer vierst├╝ndigen R├╝tteltour zur├╝ck ins Hotel nach Udaipur. Im Moment genie├čen wir einen Tschai, einen indischen Tee mit viel Milch und Kardamom, auf der Dachterasse. Wir waren auch noch mal in der Stadt unterwegs und ich habe in dem Laden, wo Torsten gestern das indische Hemd mit passender Hose gekauft hatte, auch eine sch├Âne Hose und eine Bluse gekauft. Das Handeln macht gro├čen Spa├č und zum Besiegeln des Kaufs trinken wir mit dem Verk├Ąufer eine Tasse Tee. Vom Laden aus sind es nur wenige Meter zu dem Restaurant, wo wir uns zum Abendessen mit Anne-Claire und Clemens treffen. Hier haben wir gem├╝tlich zusammengesessen und Reiseerlebnisse ausgetauscht.. Da wir aber alle vier kaputt waren von der weiten Tour, die wir heute gemacht haben, sind wir alle recht fr├╝h zur├╝ck in unsere Hotels gegangen und haben wir die Murmeltiere geschlafen.

11. Juli 96: Udaipur
Wir haben phantastisch geschlafen, an beiden Seiten haben wir die Fl├╝gelt├╝ren zu den Terrassen aufgemacht, so da├č der Wind durch den Raum ging. Nach dem Fr├╝hst├╝ck im Innenhof mit vielen Blumen, wo auch eine Schildkr├Âte heruml├Ąuft, sind wir zum Jagdish-Tempel gegangen, der direkt an der n├Ąchsten Ecke liegt. Eine steile Treppe f├╝hrt zum Tempel hinauf. Im Tempel selbst waren fast nur Frauen und Kinder, es war das reinste Farbenmeer mit den vielen bunten Saris. Wie trist mu├č diesen Leuten unser Land vorkommen! Indien ist eine Orgie aus Farben und Ger├╝chen. Leider war das Tempel├Ąu├čere mit einem abenteuerlichen Bambusger├╝st verkleidet, da er gerade restauriert wird. Vor den Stufen unten sitzen den ganzen Tag Frauen, die bunte Blumenkr├Ąnze aus Rosen, Tagetes oder Night-Star, eine Blume, sie nachts ihre Bl├╝ten ├Âffnet und sehr intensiv und s├╝├č duftet, als Opfergaben f├╝r den Tempel verkaufen. Hierher bringt auch jeden Tag zur Mittagszeit ein Elefant Gras f├╝r die K├╝he. Nur 100 m weiter ist der Eingang zum Stadtpalast. Es ist der gr├Â├čte Palast Nordindiens, wirklich riesig und total verschachtelt. In den vielen Zimmern, die mit Glas und Silber-Einlegearbeiten oder ganzfl├Ąchigen Bemalungen oder Spiegeln verziert sind, w├╝rde man sich garantiert verlaufen, wenn nicht kleine Pfeile an den T├╝ren einem den Weg zeigen w├╝rden. Besonders prachtvoll ist ein kleiner Innenhof mit Pfauenreliefs. Im gro├čen Palasthof k├╝hlen wir uns mit kalten Getr├Ąnken ab. Wir sind dann heute nochmal zum Friseur gegangen, weil Torsten sich auf altherk├Âmmliche Weise mit dem Rasiermesser rasieren lassen wollte. Im Anschlu├č daran hat der Friseur uns noch eine Kopfhautmassage gemacht, ein tolles Gef├╝hl! Ich wollte zuerst nicht, aber es hat sich gelohnt. Jetzt sitzen wir wider auf dem Dach und vom Tempel her kommt schon seit geraumer Zeit ein monotoner Gesang mit Trommeln. Die Menschen hier sind sehr religi├Âs, es gibt zahllose Tempel und selbst im kleinsten Laden gibt es einen Hausaltar mit G├Âtterstatue und R├Ąucherst├Ąbchen und frischen Blumen. Sogar in jedem Bus gibt es einen Altar und wir haben gesehen, wie vor der Fahrt R├Ąucherkerzen entz├╝ndet und Lenkrad und Bremspedal gesegnet wurden. Da geh├Ârt hier ganz selbstverst├Ąndlich zum t├Ąglichen Leben. Um drei Uhr nachmittags sterbe ich fast vor Hunger und wir gehen im Mayur Caf├ę, das sich zu unserem Stammrestaurant entwickelt, etwas essen. Ich esse ein leckeres Gem├╝securry und Torsten einen knubbeligen Gem├╝seburger. Danach gings ans Handeln. In einem winzig kleinen Laden habe ich eine Saribluse und einen alten Sri mit sch├Âner Goldborte gekauft. Die Verk├Ąuferin war sehr nett, sie n├Ąht die Sachen fast alle selber an einer uralten N├Ąhmaschine. Einige H├Ąuser weiter war ein Laden, der Ma├čanfertigungen anbot. Nach z├Ąhem Handeln hat Torsten dort zwei Nehrujacken in Auftrag gegeben. Es ist unglaublich, wie weit man hier alles runterhandeln kann. Morgen um 5 ist Jackenanprobe, ich bin schon mal gespannt!. Heute Abend werden wir feudal im Lake Palace dinieren. Wir ziehen uns fein an und lassen uns zur Anlegestelle des Bootes fahren. Dort ist schon eine elegante Rezeption aufgebaut und es wird ├╝berpr├╝ft, ob man eine Reservierung hat. In einem kleinen Boot mit Baldachin setzen wir ├ťber zum Lake Palace. Vor dem rosavioletten Himmel und der untergehenden Sonne sieht der Palast sehr sch├Ân aus inmitten des Sees. Vom Anlegeplatz aus geht es einige Stufen hinauf zur marmornen Empfangshalle. Da wir noch etwas Zeit bis zum Dinner Haben, sehen wir uns hier etwas um.. Es ist wirklich sehr sch├Ân hier in dem ehemaligen Maharajapalast, sehr viele Arkaden mit wundersch├Ânen Verzierungen, geschmackvolle M├Âbel und gem├╝tliche Sitzecken, alles mit sehr viel Liebe gemacht und sch├Âne kleine Innenh├Âfe mit Brunnen und vielen kleinen Lichtern. Genau der passende Ort, um die Flitterwochen zu feiern, und wir sind auch in der Stimmung dazu. Wir suchen uns ein gem├╝tliches Pl├Ątzchen in einem separaten kleinen Raum in der Nahe der Cocktailbar. Vom offenen Fenster aus kann man die Wellen rauschen h├Âren und man hat einen sch├Ânen Blick durch die Bar und den angrenzenden Innenhof, in dem jemand Sitar spielt. Es herrscht eine Atmosph├Ąre wie im M├Ąrchen und wir f├╝hlen uns wie Prinz und Prinzessin, w├Ąhrend wir unseren Mangococktail schl├╝rfen. Um neun gehen wir ins Restaurant an unseren reservierten Tisch, um das B├╝ffet zu genie├čen. Es gibt verschiedene Sachen und wir probieren von allem ein bisschen. Der Nachtisch mit Ananas und Mangoeis ist besonders lecker. M├╝de vom Essen und von den Eindr├╝cken fahren wir mit dem B├Âtchen zur├╝ck an Land und in unser Hotel. Heute Abend haben wir mal so richtig uns beide gefeiert.

12.Juli 96: Udaipur
Heute sind wir fr├╝h aufgestanden, weil Torsten um acht einen Massagetermin mit dem Friseur und ich eine Verabredung mit Manju zum Haaref├Ąrben habe. Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen des Handelns. Wir wollen einige Miniaturmalereien auf Seide kaufen, aber so etwas zu einem vern├╝nftigen Preis in vern├╝nftiger Qualit├Ąt zu bekommen, ist nicht so einfach! Dabei erz├Ąhlt einem jeder Rikschafahrer, da├č er Art Student sei, Miniaturmalerei mache und bald mit seiner Klasse zu einer Ausstellung nach Deutschland f├Ąhrt, deshalb sollte man sich jetzt noch schnell seine Schule ansehen und etwas kaufen. Wenn das stimmen w├╝rde, w├Ąre Udaipur in ein, zwei Wochen ausgestorben bei den vielen Leuten, die alle nach Deutschland fahren. Nach Aussage von Herv├ł, einem Franzosen, der in unserem Hotel wohnt, gibt es mindestens genauso viele, die in den n├Ąchsten Wochen nach Frankreich fahren. Schon komisch! Wir haben dann aber, nach langem, z├Ąhem und erm├╝denden Handeln doch noch ein paar sch├Âne Arbeiten zu einem vern├╝nftigen Preis gefunden. Besonders nett ist eine kleine Malerei auf Knochen mit einer Szene aus dem Kamasutra. Das ist doch ein passendes Mitbringsel von einer Hochzeitsreise nach Indien! M├╝de vom Handeln habe ich mich am Nachmittag ein wenig hingelegt und mir dann von Manju die rechte Hand mit Henna bemalen lassen. Die Hennakruste ist sehr z├Ąh und geht schlecht ab. Bin mal gespannt, wie das nachher aussieht. Soll angeblich zwei Wochen halten. Weiter gings zu Jackenanprobe f├╝r Torsten. Die Jacken sehen schon sehr gut aus. Abends sind wir mit Herv├ł zu Meera Kuta Mandir gefahren, einer rajasthanischen Tanzvorstellung. Es war sehr interessant, es gab einen Pfauentanz, Gruppentanz, einen Tanz mit Zimbeln und vieles mehr. Besonders eine T├Ąnzerin, ein junges M├Ądchen, war sehr elegant und fein in ihren Bewegungen. Eine etwas ├Ąltere und pummeligere Dame brachte einen eher akrobatischen Tanz. Sie balancierte mehrere Tonkr├╝ge und Sch├╝sseln auf dem Kopf und tanzte dabei noch abwechselnd auf Glassplittern oder Schwertern. Unglaublich! Torsten mu├čte schon etwas fr├╝her gehen, um seine Jacke abzuholen. Ich bin mit Herv├ł noch bis zum Ende geblieben und habe gewartet bis Boepie, der Rikschafahrer, mit dem wir auch schon in Ranakpur mit dem Jeep waren, uns abholte. Ich habe dann mit Torsten noch geraume Zeit auf die Jacken gewartet. Es hat sich aber gelohnt, sie sind sehr sch├Ân geworden. Wir haben dann noch die Rucks├Ącke gepackt, denn morgen geht es weiter nach Mount Abu. Wir sind fast ein bi├čchen traurig, aus Udaipur wegzugehen, es hat uns sehr gut gefallen hier.

13. Juli 96: Von Udaipur nach Mount Abu
Um halb acht sitzen wir auf den Stufen der Reiseagentur und warten auf den Bus nach Mt. Abu. Mit einiger Versp├Ątung geht es los. Mit uns fahren einige indische Flitterw├Âchner, denn Mt. Abu ist ein Ort, wo frischverheiratete Inder mit Vorliebe hinfahren. In einem Buch von Gita Mehta lese ich ein sehr sch├Ânes Sufizitat: Die Hitze Deines Hierseins Blendet meine Augen Wirft meine Haut auf D├Ârrt mein Fleisch Wende Dich nicht voll Verachtung von mir Oh Geliebter, siehst Du nicht Da├č nur die Liebe mich entstellt Die Landschaft, durch die wir fahren, ist beeindruckend. Sehr gebirgig, wild zerkl├╝ftet und es geht in Serpentinen immer weiter hoch, Mt. Abu ist der h├Âchste Punkt Rajasthans. Gegen drei Uhr sind wir da. Ein vern├╝nftiges Zimmer zu finden erweist sich als sehr schwierig, da Wochenende und fast alles belegt ist. So haben wir nur ein winzig kleines, sehr gammeliges Zimmer gefunden, das bereits von diversen K├Ąfern und anderem Getier bewohnt wird. Wir haben es gut mit Baygon ausgespr├╝ht und haben erst einmal einen Spaziergang gemacht. Der Weg um den See herum ist sehr sch├Ân und romantisch, ├╝berall finden sich kleine, versteckte Sitzgelegenheiten am Wasser. Irgendwie sieht es hier nicht sehr indisch aus, eher wie am Gardasee, was wohl auch an der Kirche liegt, die am Hang steht. Es ist hier angenehm k├╝hl. Nach einem leckeren Essen gehen wir wieder ins Hotel, setzen uns vors Zimmer und beobachten durch eine durchbrochene Wand eine Horde Affen im Hinterhof. Abends Haben wir noch einen kleinen Stadtbummel gemacht. Sobald es dunkel wird, ist hier alles auf den Beinen und es ist sehr gem├╝tlich. Hier gibt es viele kleine Gesch├Ąfte mit sch├Ânn Sachen. In einem Gesch├Ąft f├╝r Modeschmuck finden wir viele sch├Âne Ketten und anderen Kleinkram.

14. Juli 1996: Mount Abu
Nach einer Nacht in dieser muffigen Absteige, die wohl nur f├╝r Insektologen ihren Reiz hat, checken wir in Windeseile aus und ziehen ins Lake Palace, das auch direkt am See liegt und sauber und gem├╝tlich ist. Wir sind sehr froh, da├č hier ein Zimmer frei wurde! Heute morgen haben wir auch endlich ein paar sch├Âne G├Âtterstatuen aus Bronze gefunden, wonach wir schon so lange gesucht haben. Nat├╝rlich ist Ganesh auch dabei, Torstens Lieblingsgott mit einem Elefantenkopf, der als Beseitiger aller Hindernisse bekannt ist. Ist auch eine sympathische Figur! Nach einem Imbi├č im Madras Caf├ł fahren wir zum Dilwara-Tempel, der neben dem Tempel in Ranakpur ein weiterer wichtiger Tempel der Jains ist. Mount Abu ist einer der vier heiligen Berge der Jains. Wir haben allerdings nicht bedacht, da├č heute Sonntag ist und Scharen indischer Touristen in den Tempel str├Âmen. Es ist sehr voll und sehr laut und sehr weit entfernt von der friedlichen, meditativen Stimmung in Ranakpur. Schade, denn die Marmorschnitzereien sind hier so fein, da├č man sie eher f├╝r Elfenbein als f├╝r Marmor h├Ąlt. Besonderes die h├Ąngende Decke ist ein Traum. Man kann gar nicht glauben, da├č sie aus einem einzigen Marmorblock geschnitten worden ist. Da man dies alles bei dem Menschenauflauf nicht so recht genie├čen kann, fahren wir zur├╝ck ins Hotel. Ich schlafe ein wenig, denn die Bergluft macht sehr m├╝de. Dann machen wir uns auf, um die Bergwelt zu erkunden. Leider verliert sich der Weg, den wir gehen, nach einigen hundert Metern im Gestr├╝pp. Wir beschlie├čen, zur anderen Seite, auf der kaum etwas w├Ąchst, weiterzuklettern. Von hier oben hat man eine phantastische Aussicht ├╝ber den See und die Stadt. Es geht auch ein angenehmer Wind, obwohl die Sonne ganz sch├Ân knallt. Wir machen Rast und genie├čen die Aussicht. Auf dem R├╝ckweg spazieren wir den See entlang zur├╝ck ins Hotel und machen uns einen gem├╝tlichen Abend.

15. Juli 1996: Mount Abu
"Only those items that are ready shall be served" steht auf der Karte des Madras Caf├ę, au├čerdem "Outside eatables are not permitted" Ob man hier nur am Vortag gekochtes bekommt? Da wir drau├čen auf der Terrasse sitzen, werden wir wohl gar nichts kriegen, denn, siehe oben, und das obwohl wir zu einer Zeit bestellt haben. "Customers are requested to place orders at a time". Aber trotz der eigenartigen Karte ist das Essen hier sehr lecker und der kleine Junge, der uns bedient, ist auch sehr nett. Gestern hatten wir ihn ziemlich verwirrt, als Torsten alleine am Tisch sa├č und auf indisch zwei Tee bestellte. Da konnte er nicht verstehen und dachte, da├č Torsten die indischen Zahlen wohl verwechselt hat, bis ich schlie├člich auftauchte. Da mu├čten wir alle sehr lachen. Ich mu├č vor unserem R├╝ckflug unbedingt noch Gew├╝rze f├╝r Tee und Essen kaufen. Heute morgen sind wir mit dem Tretboot auf dem Nakkisee herumgefahren, haben die Aussicht genossen und dabei Mango- und Orangensaft geschl├╝rft. Wir sind schon seit Ewigkeiten nicht mehr Tretboot gefahren! Nachmittags haben wir einen Spaziergang zum Honeymoon-Point und zum Ganesh-Tempel gemacht. Die Landschaft links und rechts ist einfach toll und vom Honeymoon Point aus hat man eine herrliche Aussicht ├╝ber sie Berge. An den Felsen haben sich sehr viele indische P├Ąrchen verewigt. Hier ist es angenehm ruhig und wir ruhen uns im Schatten der Felsen etwas aus. Gar nicht weit von hier ist der Ganesh-Tempel, der wie ein wei├čer Klecks im Hang klebt. Man mu├č jede Menge Treppen steigen, um dorthin zu kommen. Der Tempel ist viel kleiner, als er von unten aussieht. Im Schrein sitzt eine mit roter Farbe und frischen Blumen geschmm├╝ckte Ganesh-Statue. Am Honeymoon-Point haben wir noch ein P├Ąuschen gemacht und beobachtet, wie die Ameisen unsere Kekskr├╝mel wegschleppen. Im Moment sitzen wir wieder im Madras Caf├ł. Ich habe gerade ein leckeres Masala Dosa gegessen, das ist eine Art Riesencr├łpe mit einer Kartoffel-Gew├╝rz-Pepperoni-F├╝llung. Mittlerweile kann ich auch schon ganz gut mit den Fingern essen ohne allzuviel zu kleckern. Gleich werden wir zur├╝ck zum Hotel bummeln, denn wir m├╝ssen noch unsere Rucks├Ącke packen, morgen geht es weiter nach Diu. Auf dem R├╝ckweg haben wir im Park noch einen ziemlich abgefahrenen Sadhu kennengelernt. Er sa├č neben einem kleinen Tempel, war ziemlich bekifft und winkte uns zu sich her├╝ber. Er erz├Ąhlte uns, da├č er mit dem Fahrrad aus Nepal nach Mount Abu gekommen sei und in der N├Ąhe in einer H├Âhle wohnt. Au├čerdem h├Ątte er auch viele deutsche Anh├Ąnger. Er hatte wirres Haar, war sehr ausgemergelt, trug einen roten Lendenschurz und bot uns sein Chillum an. Ein sehr unheiliger Heiliger! Zur├╝ck im Hotel ist wegen des starken Gewitters der Strom ausgefallen. Wir sitzen hier jetzt bei Kerzenlicht und h├Âren, wie es drau├čen pl├Ątschert. Zwar ist nach wenigen Minuten der Strom wieder da, aber es ist Notstrom und das Licht ist sehr funzelig.

16. Juli 1996: Von Mount Abu ├╝ber Ahmedabad nach Diu
Nachdem es die ganze Nacht gewittert hat, ist es heute morgen wieder trocken. Wir fr├╝hst├╝cken auf der Terrasse und sehen zu, wie die Berggipfel in den fallenden Wolken verschwinden und die Wolken immer tiefer sinken. Um halb neun geht es dann mit dem Bus los nach Ahmedabad. W├Ąhrend der Fahrt werden wir mit Cassetten gequ├Ąlt, die klingen, als ob der Recorder sie schon mindestens dreimal gefressen hat. Wir sitzen nat├╝rlich auch genau unter den Lautsprecherboxen. Nach 7 Stunden Fahrt kommen wir in Ahmedabad an. Ahmedabad ist unheimlich schw├╝l und schmutzig. So ├Ąhnlich stelle ich mir Kalkutta vor. Man sieht viele Menschen, die zwischen f├╝rchterlichen Auspuffgasen schwere Karren ziehen. Jetzt sitzen wir in der Reiseagentur und warten, da der Bus nach Diu erst in viereinhalb Stunden geht. Drau├čen gie├čt es in Str├Âmen und Torsten vertreibt sich die Zeit, indem er mit den Angestellten hier ├ČVier Gewinnt" spielt. Um halb zehn soll es endlich losgehen, aber der Bus ist noch nicht da. Es hat zwar aufgeh├Ârt zu regnen, aber ich bin vollkommen am Ende und habe das Gef├╝hl, da├č ich gleich umfalle. Mein Kopf brummt und meine Blase spielt verr├╝ckt. Ahmedabad gibt sich wirklich keine M├╝he, irgendwelche Sympathiepunkte zu sammeln. Die Fahrt nach Diu kann man kurz und knapp als die H├Âlle bezeichnen. Idiotische Mitreisende, die bei jeder Geschwindigkeit die Fenster bis zum Anschlag offenlassen m├╝ssen, Durchzug und nicht regendichte Fenster, nasse Sitze und was einem sonst noch so an Nettigkeiten einf├Ąllt, diese Busfahrt bot alles. Wir sind vollkommen fertig.

17. Juli 1996: Diu
Es haben sich die Strapazen gelohnt. Diu ist ein sch├Ânes kleines verschlafenes ├ľrtchen mit vielen bunt angestrichenen H├Ąusern. Wir haben auch ein sch├Ânes Hotel gefunden. Nachdem wir uns ein paar Stunden hingelegt haben, sind wir zum Nagoa Beach gefahren, der 8 km vom Ortskern entfernt ist. Es ist ein sch├Âner Sandstrand mit vielen Palmen, die Sonne scheint, und wir werfen uns in die Brandung und sammeln Muscheln. Nachmittags fahren wir zur├╝ck in die Stadt, essen etwas, und ich lege mich schlafen, weil ich noch sehr m├╝de von der Anreise bin. Torsten sitzt noch lange auf dem Balkon, schreibt, und h├Ârt dem bunten Treiben vor dem Haus zu.

18. Juli 1996: Diu
Wir haben erst mal ausgeschlafen, wir sind beide ziemlich erk├Ąltet von der Anreise. Wir fr├╝hst├╝cken und fahren anschlie├čend zum Strand. Es ist sehr windig und bew├Âlkt, deshalb bleiben wir nicht so lange. Im Hotel essen wir etwas und ruhen uns noch ein paar Stunden aus. Abends bummeln wir ein bi├čchen durch den Ort und sehen uns die alte portugiesische Kirche an, Diu war ja bis 1963 portugiesische Kolonie. Die Kirche ist 400 Jahre alt und hat einen sehr fein geschnitzten Altarraum aus dunklem Holz. Marienstatuen werden angeleuchtet und sehen ganz unwirklich aus. Man f├╝hlt sich um Jahrhunderte zur├╝ckversetzt. Seitlich ist noch ein Kreuzgang mit einem sch├Ânen Innenhof voller Pflanzen. Von der Stimmung her ist es hier wie in dem Film "Mission". Wir bummeln noch ein wenig weiter, essen zu Abend und sitzen noch gem├╝tlich auf dem Balkon. Wir haben heute beide nicht besonders viel Energie, hoffentlich ist es morgen besser.

19. Juli 1996: Diu
Es regnet in Str├Âmen. Torsten geht es gar nicht gut. Zum Gl├╝ck ist nebenan eine Apotheke, dort kaufe ich ein buntes Sortiment Tabletten gegen Grippe und Durchfall. Hoffentlich hilft es. Im Restaurant unten scheint heute der Tag des aufs├Ąssigen Mitarbeiters zu sein, obwohl es alles bestimmt keine b├Âswilligen Mi├čverst├Ąndnisse sind. Ich bestelle zwei Portionen Toast und eine gro├če Kanne Kaffee mit zwei Tassen. Stattdessen bekomme ich eine Portion Toast und eine kleine Kanne Kaffee mit nur einer Tasse. Als ich dem Kellner sage, da├č wir eine gro├če Kanne haben m├Âchten, bringt er stattdessen einen Deckel f├╝r die kleine Kanne. Eine zweite Portion Toast gab es auch nicht, aber wenigstens eine zweite Tasse. Wir ziehen uns aufs Zimmer zur├╝ck und Torsten legt sich hin, um sich auszukurieren. Ich setze mich auf den Balkon und lese. Obwohl es in Str├Âmen gie├čt, ist der Himmel ganz hell. Gegen halb f├╝nf h├Ârt der Regen schlagartig auf, der Himmel ist wieder blau und die Sonne scheint. Die V├Âgel scheinen nur darauf gewartet zu haben und ein Schwarm gr├╝ner Sittiche fliegt mit viel Gekreisch vor dem Haus herum.

21. Juli 1996: Diu
├ťber gestern gibt es nicht viel zu berichten, Torsten und mir ging es nicht gut, so da├č wir den ganzen Tag im Bett geblieben sind. Wegen des Wetters war das kein Verlust, denn es hat sich jetzt so richtig eingeregnet. Heute nach dem Fr├╝hst├╝ck ging es uns wieder besser. Als es auch mal aufh├Ârt zu regnen, machen wir einen Spaziergang zum Fort. Dort angekommen, geht der Regen wieder los und wir retten uns in einen Tordurchgang. Hier kann man ganz gut trockenere Zeiten abwarten. Als der Regen schw├Ącher wird, wagen wir den R├╝ckweg und haben sogar das Gl├╝ck, eine Rikscha zu finden. Das Fort wirkt sehr wuchtig und ├╝berall stehen Kanonen herum. In einem Teil des Forts ist heute ein Gef├Ąngnis untergebracht. Wenn man sich das hier so anguckt, ist das wohl sowas wie Alcatraz. Wer hier einsitzt, ist wirklich ├╝bel dran! Da an Badeurlaub nicht mehr zu denken ist, fahren wir morgen nach Ahmedabad, hoffentlich mit einem besseren Bus als auf der Hinfahrt (Daumen dr├╝ck). Als wir uns abends im Hotel mit wachsenden Am├╝sement indische Musikvideos ansehen, ist pl├Âtzlich wieder der Strom weg. Schon erstaunlich, wie dunkel dunkel sein kann! Bei uns sieht man ja nie so eine absolute Finsternis. Aber wir haben vorgesorgt und haben Kerzen dabei. Hat schon was romantisches mit dem Kerzenschein bei dem Unwetter drau├čen.

23. Juli 96: Von Diu nach Ahmedabad
Nach einer n├Ąchtlichen Busfahrt sind wir nach 12 Stunden von Diu in Ahmedabad angekommen. Wir hatten zum Gl├╝ck einen besseren Bus und sind trotz der ├ťberschwemmungen zeitig angekommen, auch wenn wir teilweise Umwege durch die Felder machen mu├čten. Das lag bestimmt daran, da├č der Bus vor der Abfahrt gesegnet worden ist. Vorne ist ein kleiner Altar, an dem ein Junge R├Ąucherst├Ąbchen entz├╝ndete und mit ihnen das Lenkrad und das Bremspedal segnete. Schade, da├č Diu so verregnet war, es h├Ątte sonst ganz sch├Ân sein k├Ânnen. Ahmedabad erscheint uns heute auch bei weitem nicht mehr so schlimm wie auf der Hinfahrt. Nachdem wir bis mittags geschlafen haben, machen wir uns auf zum Calico-Textilmuseum. Dachten wir zumindest, stattdessen landen wir auf einem Riesen-Stoffmarkt, wo gerade Ausverkauf ist. Auf 2 Etagen gibt es Saris, Saris, Saris. Trotzdem habe ich noch keinen f├╝r mein Kost├╝m gefunden. Hoffentlich finde ich noch einen in Dehli. Wir beschlie├čen, zum Sabarmati Ashram zu fahren, dem Ashram, das Gandhi nach seiner R├╝ckkehr aus S├╝dafrika gegr├╝ndet hat, wo er lebte und von wo er den Salzmarsch startete. Obwohl das Ashram direkt an einer vielbefahrenen Stra├če liegt, ist es ruhig und friedlich, als ob man in eine andere Welt eingetreten w├Ąre. Dazu tragen wohl auch die vielen B├Ąume bei. Zur linken ist ein niedriges Geb├Ąude, in dem anhand von Fotos und Zitaten das Leben und Denken Gandhis gezeigt wird. Weiter hinten am Ufer des Sabarmati stehen die kleinen, einfachen H├Ąuser des Ashrams und auch das Haus, in dem Gandhi gelebt hat. Gandhis Zimmer ist nicht besonders gro├č und hat Fenster zum Flu├č hin. Am Boden liegen Strohmatten und es sind seine weltlichen G├╝ter zu sehen. Gandhi besa├č kaum etwas, ein niedriges Tischen, ein B├Ąnkchen, ein Kissen mit einer Decke, die drei Affen, eine Taschenuhr und nat├╝rlich ein Spinnrad. In der Ecke steht noch sein Gehstock und seine Sandalen. Man hatte uns das Zimmer aufgeschlossen, so da├č wir ganz alleine dort waren. Es ist schon ein komisches Gef├╝hl, so ganz alleine an einem historischen Ort zu sein, irgendwie zeitlos. Ich konnte es mir nicht verkneifen, einmal Gandhis Gehstock anzufassen. Tief beeindruckt fuhren wir zur├╝ck.

24. Juli 1996: Ahmedabad
Heute morgen sind wir ein wenig durch die Stadt geschlendert auf der Suche nach der Jami Masjid. Morgens ist hier erstaunlich wenig Verkehr. Wir kommen an vielen Marktst├Ąnden vorbei und sehen auch einen bunt bemalten Elefanten. Bevor wir die Moschee fanden, haben wir uns das Grabmal von Ahmed Shah angesehen, das etwas versteckt in einer Seitengasse liegt. Frauen d├╝rfen den Grabraum allerdings nicht betreten. Vor dem Grabmal wurden wir von einer Horde Kinder umringt, die uns etwa hundertmal fragten: What's your name? Das ist wahrscheinlich der einzige englische Satz, den sie k├Ânnen. Eine Ecke weiter war auch der Eingang zur Jami Masjid, die einen riesigen Vorhof hat, mit wei├čem Marmor gepflastert und deshalb so hell, da├č man kaum gucken kann. Mitten auf dem Hof ist ein Wasserbecken zur rituellen Reinigung. Dort konnte man auch sch├Ân im Schatten sitzen und sich die Moschee ansehen. Sie wird von 260 S├Ąulen getragen und sieht nicht sehr islamisch aus, was wohl daran liegt, da├č zum Bau S├Ąulen aus Hindu- und Jain-Tempeln gestohlen wurden. Heute habe ich auch endlich sch├Âne Stoffe f├╝r mein Kost├╝m gefunden! In einem kleinen, schmalen Laden in der ersten Etage eines Hauses. Es entpuppte sich als so etwas wie Ali Babas Schatzkammer. Unmengen toller Stoffe, und der Verk├Ąufer holte immer noch mehr aus den Regalen und machte einem die Wahl schwer. Nachmittags sind wir dann ins Kino gefahren und haben uns einen indischen Actionfilm mit dem Titel "Army" angesehen. War etwas komplizierter als Daraar, da es um 6 M├Ąnner und eine Frau ging und man so die Geschichten von sieben Leuten verfolgen mu├čte. Aber die Guten siegen immer, auch wenn sie auf dem Weg dorthin unendliche Schmach erleiden m├╝ssen. Die B├Âsen sind von einer Schlechtigkeit, die kaum zu ├╝bertreffen ist und sobald der B├Âse tot ist, verl├Ą├čt das Publikum das Kino, selbst wenn der Film noch weitergeht.

25. Juli 1996: Von Ahmedabad nach Delhi
Heute mu├čten wir sehr fr├╝h aufstehen, weil wir nach Delhi zur├╝ckfliegen. Mit der Autorikscha ging es zum Flughafen Ahmedabad. Ich verstehe wirklich nicht, warum Indian Airlines so einen schlechten Ruf hat, denn der Flug ging p├╝nktlich, die Maschine war in Ordnung und das Essen war auch okay. Wir sind sogar 5 Minuten zu fr├╝h in Delhi angekommen. Hier ist es viel w├Ąrmer und es scheint die Sonne. Eigentlich hatten wir eine Reservierung f├╝r das Hotel Namaskar, aber es ist voll, deshalb wohnen wir jetzt im Hotel Ricky in einer Seitengasse der Main Bazar Road und haben sogar eine Klimaanlage. Wir ruhen uns erst einmal aus, w├Ąhrenddessen es auch hier zu regnen anf├Ąngt und der Strom mal wieder ausf├Ąllt. Aber wir haben ja Kerzen und eine Taschenlampe dabei, Torsten ist immer f├╝r alles ger├╝stet. Mit Regen hatten wir hier eigentlich nicht gerechnet und sind etwas entt├Ąuscht, aber wir freuen uns sehr, wieder in Delhi zu sein, denn uns gef├Ąllt es hier sehr gut. W├Ąhrend wir im Leema Restaurant aufs Essen warten, kommt auch wieder die Sonne raus. Es geht das Ger├╝cht, da├č hier schon Leute verhungert sind, w├Ąhrend sie aufs Essen warteten. Auf geht es zu einer ausgedehnten Schn├Ąppchenjagd. Wir finden einen Laden mit Unmengen sch├Âner Kleinigkeiten wie Parf├╝m├Âlen, R├Ąucherst├Ąbchen, Windlichter, kleine Statuen, Tee und was das Herz sonst noch begehrt. Eine echte Schatzgrube, die wir mit gro├čen T├╝ten verlassen. Am Janpath haben wir auch endlich eine sch├Âne Bettdecke gefunden, cremefarben und mit unz├Ąhligen kleinen Spiegeln bestickt. Die sieht bestimmt toll aus auf unserem Bett! Wir haben dann eine kleine Pause im Hotel eingelegt und sind abends wieder losgezogen. Wir haben ayurvedische Medizin gekauft, die man bei uns ja nicht so leicht bekommt, Gew├╝rze, Parf├╝mflacons und ein T-Shirt f├╝r Torsten mit dem Om-Zeichen. Wie sollen wir das blo├č alles nach Hause kriegen!


26. Juli 1996: Delhi
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Kultur. Nach einem ausgedehnten Fr├╝hst├╝ck haben wir uns eine Rikscha f├╝r den ganzen Tag gemietet und sind zuerst zum Qtab Minar gefahren, das 13 km au├čerhalb von Delhi liegt. Es ist eine Siegess├Ąule, die vor 800 Jahren von einem Moslemherrscher als Sieg ├╝ber den Hinduismus gebaut wurde. Der Turm hat 5 Stockwerke mit Balkonen, die sich nach oben hin verj├╝ngen. Nebenan steht die erste Moschee Indiens und im Hof die ber├╝hmte eiserne S├Ąule. Sie ist 1500 Jahre alt und niemand wei├č, warum sie nicht rostet. Man sagt, wenn man sich mit dem R├╝cken an die S├Ąule stellt und man es schafft, sie zu umarmen, Hat man einen Wunsch frei. Wir haben es beide geschafft, mal sehen, ob das klappt! Nach einer kleinen Erfrischung im Schatten ging es weiter Zum Bahai-Tempel, der die Form einer Lotosbl├╝te hat. Erliegt inmitten einer sehr sch├Ânen Parkanlage und ist von 9 Wasserbecken umgeben. Der wei├če Marmor des Tempels blendet richtig und auf der Treppe dorthin verbrennt man sich die F├╝├če, so hei├č ist der Boden. Im Innern sind B├Ąnke aufgestellt, man kann sich hinsetzen uns beten oder meditieren. Es herrscht eine sehr friedvolle Atmosph├Ąre. Von hier aus ging es durch die sengende Sonne weiter zu Humayums Grab. Es ist 100 Jahre vor dem Taj Mahal erbaut worden und ist aus rotem Sandstein. Unterhalb der Terrasse, auf der das Grabmal steht, sind 56 Katakomben f├╝r Familienmitglieder. Wir sind in eine hineingegangen. Drinnen war es sehr dunkel und es gab Unmengen Flederm├Ąuse, die erschreckt herumflogen, als wir kamen. Oben im eigentlichen Grabmal sind auch Frauen, T├Âchter und Br├╝der beigesetzt und ein wenig weiter sogar sein Friseur. Auf dem R├╝ckweg haben wir noch das Gate of India gesehen und haben f├╝r heute genug von allen Sehensw├╝rdigkeiten. Wir sind sehr hungrig und gehen lecker essen im Lord's Caf├ę. Die Bedienung, ein junges M├Ądchen, ist sehr nett und hat eine tolle Ausstrahlung.

27. Juli 1996: Delhi
Heute ist schon unser letzter Tag in Indien, heute Nacht geht es zur├╝ck. Die Zeit ist wirklich umgeflogen! Heute morgen sind wir zum Laxmi-Tempel spaziert, der ist nicht weit von Pahar Ganj, dem Viertel, in dem wir wohnen, entfernt. Der Tempel ist riesig, fast wie ein kleines Dorf mit dem ganzen Drumrum. Die Birla-Laxmi-Tempel sind von dem Industriellen Birla in ganz Indien errichtet worden. Dieser hier ist einer der ersten und stammt aus dem Jahr 1933. Der Tempel ist sehr sch├Ân, mit vielen Gem├Ąlden, die einem den rechten und den falschen Lebensweg auf drastische Weise veranschaulichen, vielen Spiegeln und sch├Ânen Verzierungen. Die S├Ąulen enden fast alle in Elefantenk├Âpfen. Links vom Haupttempel ist noch ein kleiner Ganeshtempel, Torsten hat ihn nat├╝rlich auf Anhieb gefunden. Von hier aus sind wir zum State Emporium gefahren, wo wir einen schon geschnitzten Beistelltisch gesehen haben. Wir wollten mit Dollar bezahlen, hatten aber nat├╝rlich mal wieder keine Ausweise dabei, das alte Spiel. Also noch mal mit der Rikscha zum Hotel und zur├╝ck zum Emporium, wo wir das Tischchen dann gekauft haben. Von hier aus sind wir zum Park in der Mitte des Connaught Place spaziert, wo wir uns, auf dem Rasen sitzend, die Ohren haben saubermachen lassen. Es ist unglaublich, was diese M├Ąnner einem mit viel Feingef├╝hl alles aus dem Ohren holen. Man merkt nachher richtig, da├č man besser h├Ârt. Nach diesen ganzen Aktivit├Ąten haben wir wieder gro├čen Hunger und gehen ins Lord's Caf├ł. Wir schlendern ein wenig wehm├╝tig noch ein letztes Mal ├╝ber den Main Bazar und geben unser letztes Geld aus. Im Hotel packen wir zum letzten Mal die Rucks├Ącke, ruhen uns noch ein wenig aus und fahren zum Flughafen. Hier erfahren wir, da├č es heute keinen Flug nach Paris geht, da das Flugzeug mit Maschinenschaden in Bangkok steht. Auch mit gro├čem schauspielerischem Einsatz haben wir es nicht geschafft, umgebucht zu werden, weil wir ein preisreduziertes Ticket haben. So bleiben wir doch noch etwas l├Ąnger in Indien und fahren zum Centaur Hotel, ein First Class Betonklotz in der N├Ąhe des Flughafens. Hier gibt es noch ein Buffet f├╝r die Air-France-Opfer. Auf dem Zimmer sehen wir noch ein wenig fern und k├Ânnen nicht so recht einschlafen, weil es hier so furchtbar leise ist.

28. Juli 1996: Von Delhi nach D├╝sseldorf
Die Klimaanlage scheint die ganze Nacht auf "Schockfrosten" gestanden zu haben, es ist eisig kalt! Nach dem Fr├╝hst├╝ck erfahren wir, da├č wir schon um 15.00 Uhr zum Flughafen gebracht werden sollen, wahrscheinlich haben wir doch einen fr├╝heren Flug als den um Mitternacht. Das w├Ąre sch├Ân, denn dieses Hotel ist absolut unindisch und k├Ânnte ├╝berall in der Welt stehen. Wir haben uns noch ein St├╝ndchen am Swimmingpool in die Sonne gesetzt. Von drei bis f├╝nf sitzen wir in der Hotellobby und warten mit den anderen auf den Bus zum Flughafen. Um f├╝nf geht es endlich los und die Maschine nach Paris startet um halb acht. Um ein Uhr nachts kommen wir in Paris an und k├Ânnen uns noch ein paar St├╝ndchen im Sheraton ausruhen, wo wir ein absolut gigantisches Bett haben. Da k├Ânnte eine Gro├čfamilie drin schlafen. Auch ansonsten ist das Hotel sehr sch├Ân eingerichtet, alles sieht ziemlich nach Philippe Starck aus. Um 7.20 Uhr geht es dann weiter nach D├╝sseldorf. Um zwanzig nach acht sind wir wieder auf heimischem Boden und werden von Peter am Flughafen abgeholt.

Ende
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┬ę by Torsten Sammet 1981-2017

"Eine strenge und unumst├Â├čliche Regel, was man lesen sollte und was nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die H├Ąlfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten." Oscar Wilde

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Zerok
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Hallo Tezetto und Tezettos Frau!

Indien ist ein Reiseland, das auch mich reizt und so habe ich mir mal Euren Reisebericht zu Gem├╝te gef├╝hrt.

Ich muss sagen: Es f├Ąllt mir schwer, den Text zu beurteilen...
Nach den ersten Tagen Eurer Erz├Ąhlung habe ich mich gefragt, warum Ihr den Text geschrieben habt.
Wollt Ihr andere Leute auf Nordindien neugierig machen?
Wollt Ihr was vom Land und den Leuten erz├Ąhlen?
Wollt Ihr m├Âglichst viel der Reise in Erinnerungen behalten (also auch viele Kleinigkeiten, die einem Fremden wie mir, der Euch weder pers├Ânlich kennt, noch Fotos der Gegend betrachten kann, sehr unwichtig und erm├╝dend erscheinen) und habt deshalb diese Geschichten als Ged├Ąchtnisst├╝tze aufgeschrieben?

Es kam mir so vor, als sei Letzteres Eure Motivation gewesen.
Deutlich wurde auf eine vollst├Ąndige Darstellung der Ereignisse wert gelegt. Doch viele interessante Details bei den gr├Â├čten Momenten Eurer Tour habt Ihr nicht preisgegeben.
Das ist bedauerlich, denn mit etwas mehr Aufwand h├Ąttet Ihr die Geschichten deutlich interessanter schreiben k├Ânnen.

Es h├Ątte meiner Meinung nach dem Bericht gut getan, sich ein bisschen mehr Zeit f├╝r die Highlights zu lassen, mehr zu beschreiben, Atmosph├Ąre aufkommen zu lassen - wie es zum Beispiel beim Taj Mahal in Ans├Ątzen zu erkennen war.

Daf├╝r h├Ąttet Ihr einige Sachen weglassen k├Ânnen.
Dass man in Indien zum Beispiel gute und billige Jacken kaufen kann, hat Euch offensichtlich sehr beeindruckt.
Aber ich als Leser konnte Eure Begeisterung, so wie ihr davon erz├Ąhlt habt, nicht nachvollziehen.

├ťberlegt Euch, was Ihr interessant findet, wenn Ihr einen fremden Reisebericht lest. Das wird im Zweifel auch einem fremden Leser bei Euren Berichten gefallen.

Da ich noch in Indien war, ist mir die Bedeutung einiger Begriffe unbekannt.
Was ist Gujarat?
Wie sieht der Ganesh aus? (Das habe ich mich am Anfang gefragt, sp├Ąter habt Ihr es dann doch erkl├Ąrt.)
Was ist ein Sikh?
Was ist/sind Tablas?
Wieviele DM waren damals 10 Rupien?
Was ist Sambar, was ist Dal? Wonach schmeckt es?
Dazu h├Ątte ich mir ein paar Erkl├Ąrungen gew├╝nscht.

Ein paar zus├Ątzliche Abs├Ątze erleichtern das Lesen.

Mein Fazit: Ihr habt sicherlich eine grandiose Reise gemacht. Leider konnte ich durch Euren Bericht die Gro├čartigkeit Eures Urlaubs nur erahnen.
Schade.

Viele Gr├╝├če
Zerok

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Tezetto
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Hallo Zerok,

ich habe den Text als Tagebuch f├╝r mich selbst geschrieben, nicht f├╝r andere, um die vielen kleinen Dinge in Erinnerung zu behalten. Daher auch keine athmosph├Ąrischen Schilderungen, denn die habe ich sowieso in meinem Kopf.

Mein Mann hat den Text hier eingestellt, ohne da├č ich es wusste. Er wird nur f├╝r Leute interessant sein, die das, was geschildert wird kennen und vielleicht wiedererkennen.

liebe Gr├╝├če
Claudia
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