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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Nordsee ist Mordsee
Eingestellt am 14. 09. 2008 14:15


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luellebroer
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2008

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Unser Sommerurlaub bedeutete im Jahr 2007 eine geplante Woche zelten an der Nordsee; also den Peter – ein guter Freund von mir - nach einer mehr als kompletten AusrĂŒstung gefragt und den von Mutter geliehenen Nissan Micra so voll gestopft, dass eins von den Kindern wohl zu Hause bleiben musste. Letztendlich passten dann doch alle und die 350 Kilometer Fahrt waren ein Kinderspiel. Campingplatz Harlesiel direkt am Wasser, und Platz fĂŒr uns hatten sie auch noch. Also Klamotten aus dem Kofferraum und Zelt aufgestellt, was nach eineinhalb Stunden komplett eingerichtet stand. Danach Orientierungsphase auf dem Campingplatz, wo wir auch einen kleinen Laden ausfindig machten, wo es alles Mögliche gab - sauteuer, aber man war erst mal versorgt.

Dann endlich auf zum Meer, das nur fĂŒnf Minuten vom Zelt entfernt war. Der Wind spĂŒlte mit einem Hauch den schmutzigen Alltag weg, die salzige Luft zog bis in feinste Äderchen. Von hier aus konnte man einige Inseln sehen: Spiekeroog , Langeoog und Wangerooge, auf zuletzt benannter Insel konnte man sogar den Leuchtturm und Westturm erkennen.

Die erste Nacht war saukalt und meine beiden Unterlagen boten nicht ein bisschen Komfort. Egal - ab fĂŒnf Uhr morgens hörte man die Möwen kreischen und die Welt war wieder in Ordnung. Sonnenstrahlen wĂ€rmten das Zelt blitzschnell auf, und plötzlich schlief ich ein.

Kurz nach elf Uhr wurde ich dann auch endlich wach, wobei ich jeden Knochen in meinem Körper spĂŒrte. Kurz gefrĂŒhstĂŒckt und mit meinem Sohn Merlin zum Strand, ab ins Wattenmeer. Hunderte von Metern nur Schlamm und Schlick, Krebse suchen, die wir auch fanden, aber meist nur sehr kleine. Wir waren die HĂ€lfte der Strecke bis zu den Inseln gelaufen, bis die schleichend nahende Flut uns zur Umkehr aufforderte.

Den Rest des Tages hieß es herrlich am Strand abhĂ€ngen, die Seele baumeln lassen, einfach mal gar nichts tun. Merlin hatte ich nur ab und zu mal gesehen, den Rest der Zeit war er auf dem riesigen Spielplatz unterwegs, wo sich unzĂ€hlige Kinder tummelten. Auszeit fĂŒr Papa.

Abends dann wieder auf zum Strand, wo mein großer Sohn Falk und ich uns ein Bierchen gönnen wollten; aber das war nicht wirklich angenehm, weil sich der Regen so allmĂ€hlich einnistete. Letztendlich hockten wir im Zelt und bei zunehmendem Wind machte ich mir Gedanken um die Standfestigkeit unserer Behausung. Mitten in der Nacht ziemlich berechtigt, weil es immer stĂŒrmischer wurde und das Zelt sich herrlich durchbog. Doch ein paar Leinen vergessen?

Wir ĂŒberlebten die Nacht, wobei Merlin einfach alles verschlafen hatte- zum GlĂŒck. Am nĂ€chsten Morgen zog ich noch mal alle Leinen nach, Heringe noch mal neu gesetzt und alles ein wenig strammer. Das Zelt bei Sonnenschein noch mal imprĂ€gniert - ist mir bis heute ein RĂ€tsel, warum Falk das Zeug mit hatte. Danach duschen - Klamotten unter den Arm, ab zum Duschkabinen-Container, nackig gemacht, Wasser Marsch! Kalt. Noch mal gedreht - Kalt! Also wieder angezogen, nĂ€chste Kabine, Hahn aufgedreht - auch kalt. Wieder raus und einige Leute an einem Wohnwagen gefragt, die mir dann sagten, dass es im HauptgebĂ€ude keine Probleme gĂ€be. Das waren nur zweihundert Meter Weg, also kein Problem. Ein paar Stufen hoch und unter die feudale Dusche. Kurz gefĂŒhlt - ah, warm! Wieder nackig gemacht und das wohlig warme Wasser genossen. Noch ein bisschen Shampoo........verdammt! Das stand noch in der ersten Duschkabine.....dann halt ohne.

Auf dem RĂŒckweg besuchte ich noch mal Duschkabine eins, wo das Shampoo tatsĂ€chlich auf mich wartete. Eingesteckt und zurĂŒck zum Zelt, wo ich mir ein Buch nahm und mich in die Sonne setzte zum Trocknen. Merlin flog an mir vorbei:„ Ich gehe auf Toilette."
„ Viel Spaß", wĂŒnschte ich ihm beilĂ€ufig. Zehn Minuten spĂ€ter kam er wieder. Ich fragte mich nur, warum er so komisch breitbeinig ging? Grand Maleur in der Hose - nicht das auch noch. Außerdem fing es an zu regnen. Das Kind ins Auto gesetzt und ab zu den feudalen Duschen. GlĂŒcklicherweise war da nicht viel los und so konnte ich Kind und Kleidung zusammen sĂ€ubern. Wieder zurĂŒck zum Zelt. Das Wetter wurde schlechter, der Wind frischte auf. Wir beschlossen nach Wilhelmshaven zu fahren, wo ein Marine-Museum ist, das wir besuchen wollten. Ab ins Auto, Falk am Steuer, vor die Schranke am Ausgang gefahren, die automatisch aufging. Wieso jetzt nicht? Falk schaute nach: Mittagspause von 12.30 Uhr bis 14.00 Uhr. Ja, wir hatten tatsĂ€chlich 12.35 Uhr. Also wieder zurĂŒck zum Zelt.

Irgendwann schafften wir es dann doch noch bis nach Wilhelmshaven und fanden das Marine-Museum auf Anhieb. Hier konnten wir uns vor dem schlechten Wetter verstecken und zusĂ€tzlich interessanteste Sachen erleben: Der Gang durch ein U-Boot, wo man endlich mal einen Eindruck davon bekam, wie eng es dort wirklich ist und wo man sich ausmalen konnte, was die Mannschaft so alles ertragen musste. Danach ein MinenrĂ€umer, schon etwas gerĂ€umiger, etwas komfortabler, aber immer noch ziemlich eng. Zuletzt ein Zerstörer von etwa 1965, der schon sehr gut ausgestattet war, aber auch eine sehr große Mannschaft beherbergen musste. Immer wieder schĂŒttete es und beim Gang ĂŒber Bord wurden wir natĂŒrlich immer wieder nass. Auf dem obersten Deck des Zerstörers war es ĂŒbrigens ziemlich hoch, geschĂ€tzte gute zwölf Meter ĂŒber dem Wasser; wenn man dann noch zum Ausguck hoch schaute, der noch mal fĂŒnf bis sechs Meter höher war, konnte einem schon etwas schwindelig werden. Wir staunten schon, dass man so ein Schiff sicher steuern konnte, weil man von der BrĂŒcke aus auch so viel nicht sehen konnte - ging halt alles per Instrumente.

Als schon fast alle Besucher verschwunden waren, entdeckten Merlin und ich noch einen großen ratternden Apparat, in den man wie durch ein Periskop hinein schauen konnte. Es prĂ€sentierten sich uns uralte Schwarz-Weiß-Photos in aufbereiteter 3-D-Optik von der deutschen Marine, vom ollen Kaiser Willem, dem Zaren und so weiter. Alle paar Sekunden wechselte das Bild und es kam mit lauten GerĂ€uschen - fast wie in einem MĂŒhlenwerk - das nĂ€chste. Wie gebannt starrten wir in diesen Kasten, bis wir alles gesehen hatten. Ende der Vorstellung.

ZurĂŒck in das heftige Wetter. Ich zog Merlin hinter mir her, weil der Wind wie wahnsinnig drĂŒckte, so dass ich mich auch ziemlich stark dagegen lehnen musste. „ Na, das kann ja eine Nacht werden!" sagte ich noch witzelnd.

Die Fahrt zum Campingplatz war nicht gerade ein VergnĂŒgen, weil man wegen des starken Regens nicht viel sah. Diesmal funktionierte wenigstens die Schranke; aber mir fiel sofort auf, dass ein hektisches Treiben herrschte. Warum nur? Als wir an unserem Zeltplatz ankamen, wussten wir warum: Der Wind hatte ganze Arbeit geleistet und sĂ€mtliche Zelte wie KartenhĂ€user zusammengefaltet. Die meisten waren schon abgerĂ€umt, weil die Leute ihr Wohl in der Flucht suchten. Unsere Behausung hatte es auch nicht verschont, auch wenn ich morgens noch alles neu gespannt hatte - die Zeltstangen aus Fieberglas waren alle zerborsten. Mitten im heftigsten Regen hieß es alle Sachen aus dem zerstörten Zelt zu holen und ins Auto zu packen. Alles nass, Merlin traurig, Falk und ich kĂ€mpften uns gegen den Wind und nach einer Stunde waren wir abfahrbereit. DurchnĂ€sst und erledigt traten wir die Heimreise an und waren spĂ€t in der Nacht sicher zu Hause. Nur noch schlafen - ging es uns wohl allen durch den Kopf.

Als ich dann alleine auf dem Sofa saß und resĂŒmierte, flog mir ein leichtes LĂ€cheln ĂŒbers Gesicht: Wer nach Abenteuer schreit, der soll es doch auch haben. Am liebsten wĂ€re ich am nĂ€chsten Tag gleich wieder los gezogen........Abenteurer halt.

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Ralph Ronneberger
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Autor mit eigener TV-Show

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Hallo luellebroer,

da muss ich flammarion Recht geben. Ich schiebe den Text dann auch gleich mal zu den TagebĂŒchern. Na ja, das kann schon mal passieren - vor allem wenn man noch neu ist und sich erst durch die vielen Rubriken wĂŒhlen muss.

Gruß Ralph
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Duisburger
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Ich muss Retep da schon recht geben.
Auch wenn wir uns hier im "Tagebuch" befinden, so darf man diesen Begriff nicht zu wörtlich nehmen. Was hier steht, soll sicherlich einen tagebuchĂ€nlichen Charakter haben, jedoch ist dies hier im Gegensatz zum eigenen Tagebuch in der Schublade ein Tagebucheintrag fĂŒr den geneigten Leser.
Vor diesem Hintergrund sollte der Text schon interessant geschrieben sein und den Leser in spannender und / oder fesselnder / humorvoller Weise an den Erlebnissen des Protagonisten teilhaben lassen.
Das hier ist mir zu aufzÀhlend und zu sehr auf den Protagonisten bezogen. Es fesselt micht nicht, macht mich nicht neugierig.

lg
Duisburger

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