Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92193
Momentan online:
69 Gäste und 4 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Nordwind
Eingestellt am 10. 03. 2006 15:55


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Sno
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

Werke: 2
Kommentare: 4
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Sno eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Nordwind

Leise weht der eisige Nordwind durch die jungen BlĂ€tter, die sich vorlaut in den ersten warmen Momenten des FrĂŒhlings entfaltet haben. Voll von Energie und Lebenssaft, in ihrem pastellenen GrĂŒn, recken sie sich der Sonne entgegen.

Leise weht der eisige Nordwind durch die jungen BlĂ€tter, die zittern und sich schĂŒtteln, halb vor KĂ€lte, halb vor Angst, dass er sie erfriert und ihr junges Leben auslöscht. Sie zittern und rascheln so laut sie können, wiegen sich hin und her, reiben die jungen Triebe aneinander, so heftig, dass die dĂŒnnen Ästchen zu brechen drohen.

Leise weht der eisige Nordwind durch die jungen BlĂ€tter, in dem der kleine Nachtmensch segelt und er hört das Rascheln und Zittern der jungen BlĂ€tter. Er hĂ€lt ein und lauscht, was sie ihm erzĂ€hlen: von der lockenden Sonne, deren Strahlen an den jungen Trieben kitzeln, so verfĂŒhrerisch wĂ€rmen und immer wieder rufen: „Komm heraus, recke und strecke dich, ich werde dich wĂ€rmen und du sollst sprudeln vor Lebensfreude, komm, trau dich!“
Sie trauten sich, reckten und streckten sich der lockenden Sonne entgegen, die langsam am Horizont verschwand.
Und leise kam der eisige Nordwind, brachte die dunkle Nacht mit sich und den kleinen Nachtmenschen, der aufmerksam gelauscht hatte. Aus seinem samtblauen Umhang zog er ein kleines SĂ€ckchen, öffnete es behutsam – husch, blies er leicht hinein und leuchtend wirbelte der Sonnenstaub, legte sich wĂ€rmend auf die zarten jungen BlĂ€tter.

Leise weht der eisige Nordwind durch die jungen BlĂ€tter, die jetzt nicht mehr zittern mĂŒssen.

__________________
Wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann wird euer Aufstieg beginnen.

Khalil Gibran

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


HFleiss
gesperrt
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Jan 2006

Werke: 99
Kommentare: 1313
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Nordwind

Liebe Sno,

ein wunderschöner, zarter, poetischer Text.

Lieben Gruß
Hanna

Bearbeiten/Löschen    


xzar
Guest
Registriert: Not Yet

hallo sno,

es gibt ja beinahe regelmĂ€ĂŸig diese forderung nach streichung von adjektiven. und auch hier erscheint es mir notwendig, noch einmal darauf hinzuweisen, dass zuviele adjektive und auch adverben den lesefluss hindern. mut zur leerstelle.

nur als beispiel hier gleich im ersten satz.
Leise weht der eisige Nordwind durch die jungen BlĂ€tter, die sich vorlaut in den ersten warmen Momenten des FrĂŒhlings entfaltet haben.

anstatt den nordwind eisig zu nennen wĂ€re es außerdem doch eine idee, seine "eiseskĂ€lte" in einer handlung oder einem vergleich zu zeigen.

das nur als ĂŒberlegung fĂŒr dich.

lg
co

Bearbeiten/Löschen    


HFleiss
gesperrt
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Jan 2006

Werke: 99
Kommentare: 1313
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Nordwind

Ja, ich bin auch eine Freundin von einsamen Substantiven, aber nur dann, wenn ein Adjektiv keine Funktion hĂ€tte. Man sollte aber einen Lehrsatz nicht unbedingt zum Dogma machen, denn genau dieses Beispiel, das du angefĂŒhrst hast, zeigt, dass die Adjektive sinnvoll sind. Stell dir den Text so vor: Der Nordwind ... Schon nimmst du dem Text die Aussage, dem Nordwind seine Poesie, so beginnt eine Wettermeldung. Und das ist das Wunderschöne an diesem Text: er ist voller Poesie, auch dank der Adjektive, er ist im Grunde ein Gedicht. Man kann trefflicher darĂŒber streiten, ob "eisig" unbedingt das einzig mögliche Adjektiv ist, ich z. B. wĂŒrde "einsam" bevorzugen (aber ich habe den Text ja nicht geschrieben). Auch Adjektive, selbst wenn Mark Twain sie fressen wollte, haben manchmal erstaunlicherweise ihre Berechtigung, man kann eben nicht alles nur an einer Latte messen.

Lieben Gruß
Hanna

Bearbeiten/Löschen    


xzar
Guest
Registriert: Not Yet

danke fĂŒr die belehrung. was noch zu sagen wĂ€re: die verbindung zu abgedroschenen bzw. leeren phrasen (einsam+nordwind) ist ebensowenig zu empfehlen.

Bearbeiten/Löschen    


HFleiss
gesperrt
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Jan 2006

Werke: 99
Kommentare: 1313
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Nordwind

Ja, jeder hat so seine eigene Meinung, und jeder kann sie auch Ă€ußern, er sollte sie sogar Ă€ußern, mir persönlich sogar egal, wie. Bin sehr dafĂŒr.

Lieben Gruß
Hanna

____________________
Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein GedrÀnge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!