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Leselupe.de > Gereimtes
November Rain
Eingestellt am 24. 11. 2007 23:33


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Walther
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November Rain


Es tr├Âpfelt der Novemberregen
Auf die Krempe seines Huts.
Nicht immer ist er guten Muts;
Nicht jeder Regen ist ein Segen:
Aber regnen, regnen tutÔÇÖs.

Er schlie├čt fest seinen Mantelkragen,
F├╝hlt sich ekelig und kalt.
An solchen Tagen ist man alt,
Selbst wenn sie dumm sind, jene Klagen:
Diese Tage ├Ąrgern halt.

Mit gro├čen Schritten geht er weiter.
Hat den Wegrand klar im Blick,
Verflucht das Pech und das Geschick:
Das Leben eine H├╝hnerleiter,
Oben bleiben ist der Trick.

Die Wolken dr├╝cken seinen Himmel,
H├Ąngen grau und fett und schwer:
Er f├╝hlt sich unwohl und so leer,
Verachtet sich und das Gewimmel,
Treibt ein Steinchen vor sich her.

Am Ende steht er vor der T├╝re,
Sucht den Schl├╝ssel und tritt ein:
Man kann zu zweit alleine sein.
Er schw├Ârt die Eide, spricht die Schw├╝re,
Wahrt die Ehre, wahrt den Schein.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Walther
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Hallo Karl,

Danke f├╝r Deinen Eintrag und Deine Bemerkungen hinsichtlich des Formalen. Du fragst nach der Pointe. Das ist eine schwierige Frage, weil Humor etwas ist, das nicht alle Menschen gleich verstehen.

Das Gedicht wirkt dann, und dann z├╝nden auch die kleinen ironischen Schlenker, ich habe es ausprobiert und jedesmal laute Lacher produziert, wenn man es so (vor-)liest, wie es gemeint ist. Da ist einer, der ein wenig ungl├╝cklich mit sich und der Welt ist, er macht einen Novemberspaziergang, denkt sich seinen Teil ├╝ber Welt und Leben, kehrt nach Hause zur├╝ck und wahrt das, was man, wenn man Verantwortung hat, tut: den Schein. Der (An-)Schein ist fast alles im Leben, auch wenn wir es gern authentisch haben w├╝rden. Wir k├Ânnten es nur kaum ertragen, wenn jeder gleich mit der - meist recht unangenehmen - Wahrheit und Weisheit ins Haus platzte.

Ich habe es gerne etwas Feinsinniger, was meine Ironie angeht. Mir liegt der laute Effekt ebenfalls nicht so sonderlich.

Das Gedicht selbst ist in der Tat technisch anspruchsvoll. Die Form ist so unter der (Sprach-)Melodie verborgen, da├č man es fast nicht bemerkt.

Wer die Strophen gegen den Strich liest, wird in jeder eine Pointe finden. Den Schlu├čpunkt setzt die letzte: Hier kehrt der Ehemann und Vater und das funktionierende Glied im deutschen Wirtschaftsk├Ârper an den heimischen Herd zur├╝ck, und egal, was gedacht, was getr├Ąumt und was spekuliert wurde auf dem Weg durch den Novemberregen, nun gilt:

quote:
Am Ende steht er vor der T├╝re,
Sucht den Schl├╝ssel und tritt ein:
Man kann zu zweit alleine sein.
Er schw├Ârt die Eide, spricht die Schw├╝re,
Wahrt die Ehre, wahrt den Schein.
Das ist b├╝rgerliche Pflichterf├╝llung pur: Die wahre Freiheit ist das zu tun, was man mu├č. Wer sagte das: Schau an, Friedrich Schiller.

Na denn.

Lieber Gru├č W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Karl Feldkamp
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Lieber Walther,
alles, was du schreibst kann ich voll und ganz akzeptieren. Ich mag deinen feinsinnigen Humor. Und in der Tat steckt in jeder Strophe ein kleine Pointe. Allerdings wird die Pointe am Ende kaum in den vorher gehenden Strophen vorbereitet. Vielleicht m├╝sste wenigstens irgendwo einmal erw├Ąhnt werden, dass dieser Mann z.B. verheiratet ist.
So hat die letzte Strophe nahezu auch nur eine ├Ąhnliche Pointe wie die anderen Strophen.
M├Âglicher Weise ist f├╝r eine Schlusspointe noch ein weitere Strophe n├Âtig?
Das Gedicht hat ja etwas von einer Ballade. Mir fehlt der letzte Akt. (Siehe Erlk├Ânig - in seinen Armen das Kind war tot.)

Hoffentlich konnte ich mich verst├Ąndlich machen.
Liebe Gr├╝├če
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

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Walther
Routinierter Autor
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Hallo Karl,

danke f├╝r Deine Erl├Ąuterungen. Ich glaube, ich habe verstanden, wo f├╝r Gerd und Dich das Problem liegen k├Ânnte. Ich schaue mal in mir nach, wo ich die 6. Strophe finde.

Mehr in B├Ąlde an dieser Stelle.

Gru├č Ihr Lieben

W.
__________________
Walther
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