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Leselupe.de > Kurzgeschichten
November rain
Eingestellt am 18. 11. 2013 13:56


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dreistein
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2013

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November Rain

Ausgerechnet heute regnet es nicht. Mist.

Diese Symphonie, wenn man diesen Begriff nicht f├╝r altbackenes Gefiedel nimmt, sondern die Konstruktion maximal explodierender Emotionen, in die Form von Musik gegossen -

also dieses ganz gro├če Ding hellt jeden einzelnen miesen, grau-nass-kalten Tag auf als w├Ąre es der perfekte Sommertag, der sich allein seines Lichts und der wohlf├╝hlenden klimatischen Bedingungen als bester Tag des Jahres, wenn nicht des Lebens aufdr├Ąngen k├Ânnte.

Dass geht normalerweise nicht, klingt durchgedreht, aber so ist es.

20 Jahre ist es auf den Tag her, ein ungluablich sch├Âner Novembertag in S├╝dkalifornien, der seine Ambivalenz dadurch gewann, dass kaum jemand in dieser komischen gegend zu w├╝rdigen schien, w├Ąhrend in meiner Heimat gleichzeitig um die Wette gefr├Âstelt wurde, wie zu dieser Jahreszeit ├╝blich.

Los geht's: erledigt von einem ruppig-stressigen, aber dennoch um so gelungeneren B├╝rotag dreht sich der genervte Blick in Richtung der flimmernden Botschaft der s├╝├čen Frucht Musik.

Die bibbernden Nervenenden wollten Ruhe, keine Stimulans, sondern gieren maximaler Entspannung entgegen- und bekommen das Gegenteil.

Keine klampfend-humpende Popmusik schie├čt dem ergriffen erstarrenden, dann wild tanzenden H├Ârer in die Sinne, vielmehr ihr Gegenteil.
So unkonventionell und radiountauglich wie lang: ├╝ber 9 Minuten!

N├Ąher am Naturereignis als an dem, was sonst die Ohren erreicht.

Kein Mensch mit Seele, der nicht von G├Ąnsehaut ├╝berrannt wird, beim ersten bis 27sten aufmerksamen H├Âren.
Man m├Âchte weinen, auch wenn sonst alles gerade wunderbar w├Ąre, einfach nur der klingend vermittelten Emotionen wegen.

So intensiv kann man das nicht oft genie├čen, bestenfalls einmal pro Jahr, dabei macht es gnadenlos s├╝chtig. Ein schrecklicher Frevel m├╝sste es sein, dies allst├╝ndlich durch alle Wellen zu udeln, auf Dauerschliefe herauszuschreien, wie die weltweit angeglichene Dauerbesp├╝llung.
Ein kleines Schmuckk├Ąstchen, das nur zu ganz besonderen Anl├Ąssen ge├Âffent werden darf.

Zur Zeit des ekelig-regnerischen Novembers assoziiere ich dieses Erlebnis allj├Ąhrlich, nun greife ich aber nach ├╝ber 10 Jahren erstmals wieder zum Netz und lasse es rauschen.

Schei├č drauf, das geht jetzt bis zum Anschlag. Es ist eben nicht der beachtliche Klassiker ÔÇ×November Rain", mit ich es verbinde, sondern sein Nachfolger ÔÇ×Estranged" dieser unvergessenen Band. L├Ąngst ist sie nur noch Schall und wegd├Ąmmernde Erinnerung.
├ähnlich wie Pink Floyd nach ihrem H├Âhepunkt ÔÇ×The Wall" am Ende ihren Schaffenskraft waren, so ging es auch nach diesem Hammer von Song einfach nur noch kerzengerade vom Olymp ins Nichts.
Ein Nobelpreis f├╝r Musik, transportierte und konservierte Emotion geb├╝hrt ihnen. Yessss! Einmal h├Âren und schweben.

Ganz sicher wird es aber mancher auch nicht m├Âgen, schrecklich finden, hassen, warum auch immer.

So sehr unterscheiden sich die Menschen, mein Beileid allen die es nicht hinbekommen.

Der regnerische November bringt allj├Ąhrlich die Bescherung. Grad ist sie vorbei, wie unvorstellbar sch├Ân das wieder war.

Alles leuchtet. Danke.

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