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Leselupe.de > Gereimtes
Novemberballade
Eingestellt am 13. 11. 2003 18:55


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Ikarus
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Registriert: Mar 2002

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Novemberballade

Tr√ľbsalflair und Nieselregen,
Feuchtes Laub auf Straßen, Wegen.
Dichte, satte Nebel wallen,
Unsichtbare Schritte hallen.

Morgendunst, Gespensterstille,
Vogelnest in Ast und Zwille
Leer, nur Tann- und Weidenmeisen
Fiepen kleinlaut ‚Äď Falken kreisen

Unterm Grau und aus dem Weiher
Dampft es einsam, fliegt der Reiher
Furchtsam - an des Nachens Rumpf
Stiebt die Welle, schlägt sie dumpf.

Fades Gras und bleiche Fluren,
Raureif, Minustemperaturen.
D√ľrre Dolden, welke Blumen,
K√ľmmerliche √Ącker, Krumen.

St√ľrme! Banges Zittern! Tr√ľmmer
In den Wäldern - Sterngeflimmer
Selten, Mondglanz nur bescheiden,
Sonne rar an Tageszeiten.

Traktorspuren, Krähenschwärme,
Lange Nächte, Kuschelwärme.
Gelenkprobleme, Schnupfenplage ‚Äď
So sind halt Novembertage!

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lapismont
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Hallo Ikarus,

gefällt mir, ist glaub ich nur ein Holperer bei den Minustemperaturen drin.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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blaustrumpf
???
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Hallo, Ikarus

Mir gefällt deine Novemberballade nicht ganz so gut.

Gewiss, es ist witzig, Zeilen "√ľberlaufen" zu lassen. Aber der Effekt erm√ľdet beim zweiten Mal bereits sich und mich. Du k√∂nntest das ohnehin durch ein einfaches Umstellen zumindest in der dritten Strophe vermeiden.

Mein erster Vorschlag:
Unterm Grau und aus dem Weiher
Dampft es, einsam fliegt der Reiher.
Furchtsam an des Nachens Rumpf
Stiebt die Welle, schlägt sie dumpf.

Gut, das mit der Welle wirkt dann ein bisschen √ľbertrieben. Da ich bisher weder einen furchtsamen Reiher noch eine dito Welle gesehen habe, fehlt es meinem Erfahrungshorizont vielleicht ein bisschen an H√∂he. Aber gleichzeitig stieben und dumpf anschlagen, das ist f√ľr mich ohnehin ein schiefes Bild. Was willst du beschreiben, die Bewegung des Stiebens oder den ged√§mpften Klang?

Mein zweiter Vorschlag:
Unterm Grau und aus dem Weiher
Dampft es, einsam fliegt der Reiher.
Wellen an des Nachens Rumpf
stieben auf und schlagen dumpf.

Dann k√∂nnen die ihres Ichs bewussten Wellen selbst entscheiden, ob sie beispielsweise am Bug aufstieben wollen und vielleicht unterhalb des Dollbords dumpf anschlagen. F√§hrt der Nachen eigentlich, was das Stieben nahelegen w√ľrde, oder ist er verankert, was sich f√ľr die dumpfen Wellenschl√§ge empf√§hle?

Die Novemberst√ľrme fahren in dein Gedicht ein wie in eine Fichtenschonung. Der Effekt ist sicher beabsichtigt, aber der Aufbruch, den die Gesamtstimmung erleidet, ist mir zu beil√§ufig. In meinen Augen packst du gerade in diese Strophe zuviel an unterschiedlichen Bildern. Ich w√ľrde wohl eher auf diesen Vierzeiler verzichten, als die Angelegenheit durch Aufteilen in zwei Strophen in die L√§nge zu ziehen. Die elegische Stimmung der ganzen Ballade ist dadurch geschlossener, was dem √úberraschungseffekt der abschlie√üenden beiden Zeilen nur zutr√§glich sein kann.

So. Das war's. Sch√∂ne Gr√ľ√üe von blaustrumpf


__________________
Daf√ľr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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huesera
???
Registriert: Nov 2003

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hallo ikarus,
mir gefällt dieses werk sehr gut. es scheint, als wabern zwischen den zeilen förmlich tröpfchenschwere nebelschwaden hervor . du beleuchtest den november von allen seinen seiten und das mit durchgängig interessanter wortwahl und guten reimen.
lediglich √ľber die "minustemperaturen" bin ich auch gestolpert. ich h√§tte das e durch ein apostroph ersetzt, damit der fluss erhalten bleibt.
lg huesera

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Ikarus
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Hi Lapismont und huesera,

danke euch beiden sehr.

Was den Holperer betrifft:

"Raureif, Minustemperaturen"

Anfangsbetonung liegt auf Rau, was einen unbetonten "reif"
nach sich zieht. Nächste Betonung liegt auf der Silbe "Min".
Versucht die Zeile zu leiern oder ohne jede Betonung schnell
zu sprechen. Ich denke, es ist der Raureif, der's kompliziert macht:

"Raureif, kalte Temperaturen" Probiert diesen Satz mal (obwohl mir "kalt" ja nicht gefällt!)

Letztendlich bemerke ich keinen Holperer. 8 Silben und gleicher
Rhythmus stimmen mit den Strophen davor und danach √ľberein.

Vielleicht ist es wirklich nur ein Problem der Aussprache!?

Lieben Dank euch
Ikarus

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Ikarus
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Hi Blaustrumpf,

gerne antwortet ich dir!!!

Dein Vorschlag lautet:

"Unterm Grau und aus dem Weiher
Dampft es, einsam fliegt der Reiher.
Furchtsam an des Nachens Rumpf
Stiebt die Welle, schlägt sie dumpf."

...finde ich gut. Insofern das "einsam" nach dem Komma zu setzen und f√ľr stiebt ein anderes Wort zu finden. Denn da haste Recht, stiebt passt nicht unbedingt, da es ja ein sehr ruhiger Weiher ist.

√úbrigens. Der Nachen ist angekettet.

Nur w√ľrde ich gerne den Reiher furchtsam lassen, da
nach eigener Erfahrung er sehr ängstlich und vorsichtig ist und verschwindet, wenn er Schritte hört...Um ihn zu fotografieren braucht man ein grooooooooooooßes Objektiv!

Nun, die vorletzte Strophe sollte nix weiter wie den Sturm
beinhalten. Wollte nicht mehr bezwecken. Sturm, symptomatisch
f√ľr den Herbst, nat√ľrlich!
Also mit dieser Strophe hätte ich jetzt kein Problem.

Deine Kritik hat mich dennoch belehrt. Schade finde ich schon, dass dir meine Ballade nicht besonders gefiel...

Ich versuche mal das Bild gerade zu richten, was die Welle betrifft.

Danke dir, Blaustrumpf und liebe Gr√ľ√üe
Ikarus

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