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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nudeln der Hoffnung
Eingestellt am 15. 06. 2013 01:03


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Art.Z.
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Nudeln der Hoffnung

Der Trost der Ver√§nderung w√ľrde mich bald wieder treffen. Dessen bin ich mir sicher.

Schon damals, als ich verliebt meine ersten unsauberen Reime in die Welt hinausschrieb, war ich davon √ľberzeugt, dass sie nur Makulatur und mickrige Vorl√§ufer von jenem waren, was noch kommen sollte. Hoffen ist eine einfache wenn auch s√§ttigende Mahlzeit. Vielleicht kann man es mit Nudeln vergleichen. Ein gutes, schmackhaftes Nudelgericht f√ľllt den Magen und beruhigt einen. So auch Hoffnung.

Sie war √§lter, nicht dramatisch, aber √§lter. Ich war ein Welpe, der hinter einem Wollkn√§uel herjagen wollte. Auch wenn dieser Vergleich makaber klingt, da ihre st√§mmige Figur in ihren r√ľndlichen Ausma√üen der Form eines Kn√§uels nicht un√§hnlich schien, war sie f√ľr mich dieses weiche, flauschige Ziel der Begierde, das es zu erforschen galt. Und ich forschte. Auf Papier. Meine Gef√ľhle √ľberschlugen sich auf hastiger Jagd den bunten F√§den nach. Ich war im Wahn und suchte nach Sinn, was mich schlie√ülich zum Wahnsinn f√ľhrte. Verse purzelten nur so aus mir heraus, ich reimte Schmerz auf Herz und es ging vorw√§rts. Meine Werke strotzten vor Authentizit√§t, ich f√ľhle mich gro√ü, talentiert, verliebt. Was will man mehr? F√ľr einen Dichter gibt es nichts H√∂heres und Besseres als diese drei Adjektive.

Ihr gefiel mein zaghaftes Werben allem Anschein nach. Sie wollte bezirzt werden, begehrt sein, Erf√ľllung finden, von der sie bis dahin in ihren einsamen Lebensjahren so selten zu kosten bekam. Sie erz√§hlte mir von ihren Eltern. Kalte, schroffe Menschen. Sie trennten sich wie sie zusammengelebt haben. Im Streit. Und was sie hinterlie√üen, war ein achtj√§hriges M√§dchen voller Fragen und √Ąngste in einem fremden Land. Die Sprache hatte sie gerade erst gelernt und musste ihrer Mutter die Scheidungspapiere √ľbersetzen, von denen sie nichts verstand. Nur einzelne W√∂rter, ein paar S√§tze, aber nicht den Sinn, den Zusammenhang. Beamtendeutsch hatte sie in der dritten Klasse nicht gelernt. Der Vater besuchte sie nie zu Hause. Zuwider war ihm das Gesicht der Frau, die ihn die besten Jahre seines Lebens gekostet hatte. Diese habgierige Harpyie, die auch noch Alimente forderte, f√ľr seine Tochter, wie sie es immer betonte.

So blieb er in ihrer Erinnerung. Das waren die Fakten, die ihre Mutter nicht m√ľde wurde, jedes Jahr aufs Neue aufzuw√§rmen. Und sie brannten sich in ihrem Kopf ein. Ihr Vater war ein herzloses Arschloch!

Bei mir fand sie Trost, auch wenn ich ihr nicht helfen konnte, denn ich wusste nie, was ich auf ihre Probleme erwidern sollte. Ich h√∂rte zu und schrieb, verarbeitete alles zu Fragen-Klagen-Gedichten und zeigte sie ihr. Bekam Best√§tigung und machte weiter. Ob ich ihr helfen wollte oder nur Stoff f√ľr meine Schreibsucht suchte kann ich nicht mehr genau sagen, aber wir beide hatten unseren Nutzen von diesem romantischen Intermezzo. Jeden Tag redeten wir ein wenig und gingen alleine schlafen. Wieso? Ich sch√§tze, nur Katzen kuscheln mit ihren Kn√§ulen. Hunde jagen ihnen blo√ü nach. Irgendwann redeten wir nicht mehr und sie verschwand aus meinem Leben. Der Grund war wohl meine mangelnde Initiative. Was sie von mir erwartet hatte, wusste ich, es war wohl, was jede Frau irgendwie erwartet ohne es zuzugeben. Sei's drum. Was blieb war das Schreiben, das ich zu der Zeit periodisiert hatte und jeden Tag wie ein Ritual betrieb. Doch ich merkte, dass sich etwas ver√§ndert hatte. Ich hatte keine Ideen mehr. Was mir einfiel war langweilig und leer. Die sch√∂nen Reime gefielen mir nicht mehr. Mir wurde bewusst, dass ich, ohne zu jagen ‚Äď egal wie sinn- und zweckentfremdet ich dieses Wort verstand ‚Äď als Schreiber nicht weiter kam. Also ging ich wieder auf die Jagd.

Mein nächster Wollknäuel entsprach seinem Namen nur im metaphorischen Sinne. Sie war klein, schlank, zierlich und sehr nachdenklich …

‚Ķ Was f√ľr ein komischer Kerl. Redet kaum und schreibt dauernd. Ob er was √ľber mich schreibt? Wer macht den sowas? Wir sa√üen auf einer Bank bei unserem ersten Treffen und er kritzelte dauernd in seinem Notizbuch, statt mit mir zu reden. Aber wie seine Augen gegl√§nzt haben. Voller Leidenschaft. Und dann hat er sich total s√ľ√ü entschuldigt, und erkl√§rt, dass ihn Gedanken erschlagen und er sie nur indem er schreibt loswerden k√∂nnte. Hatte er wegen mir so viele Gedanken? Ich bin doch gar nicht so geheimnisvoll, eigentlich ganz normal, durchschnittlich. Nicht zu dick, nicht zu d√ľnn, obwohl ich wieder paar Kilo zugenommen habe, oh man, ich muss wieder eine Di√§t anfangen, und meine Haare sehen aus...

… , das hatte ich schon nach wenigen Treffen gemerkt. Sie war sehr nervös und unsicher, zupfte dauernd an ihrem Pullover und zog ihn nach unten, wie um ihre Beine zu verdecken.

‚ÄěDeine Beine sehen gut aus‚Äú, sagte ich √ľberzeugend. Der Blitz meiner Worte lie√ü mich schon den Donner ahnen, der mir in wenigen Augenblicke die Ohren rot f√§rben und bet√§uben w√ľrde. Was hatte ich da gesagt? 'Deine Beine sehen gut aus?' Eine plumpere Anmache gibt es ja nicht.

‚ÄěDanke‚Äú, antwortete sie z√∂gernd und f√ľgte hinzu: ‚ÄěDu bist sehr direkt mit deinen Komplimenten.‚Äú

‚ÄěJa‚Äú, sagte ich mir gedanklich die Hand √ľber die Stirn wischend.

Ich wei√ü nicht mehr genau, wie das weitere Date verlief, allein die Nacht ist mir in Erinnerung geblieben. Ich verbrachte sie mit ihr. Auf Papier. Ich schrieb und schrieb und schrieb und schrieb die ganze Nacht hindurch. Ich hatte wieder Ideen, ich war wieder kreativ. Allein die Existenz einer Frau in meinem Leben gab mir Inspiration und Luft zum Atmen. Ich hatte wieder das Gef√ľhl von damals, als ich zum ersten Mal Verse drosch bis jedes Licht erlosch. Doch auch dieser Wollkn√§uel entrollte sich irgendwann und √ľbrig blieb ein d√ľnner, traurige, roter, langer Faden der mich nicht mehr reizte. Zwar zehrte ich noch einige Zeit von meiner Beute, doch bald waren die Reserven verbraucht und ich litt wieder Hunger. So geht es mir bis heute, wobei es meinem Erinnerungsverm√∂gen nicht mehr unterliegt die Zeitspanne meines literarischen und zwischenmenschlichen Fastens zu erfassen.

Doch der Trost der Ver√§nderung wird mich bald wieder treffen. Dessen bin ich mir sicher. Und so werde ich wieder auf die Jagd gehen. Vielleicht suche ich im Park und lasse mich von der Natur zu l√§cherlichen Zeilen inspirieren, die mir als d√ľrftige Mahlzeit helfen, die Zwischenzeit meiner fruchtlosen Tage zu √ľberstehen. Auch sie sind nur Makulatur, Zwischenzeugnisse von Gef√ľhlen, die unwiederbringlich vergehen werden. Das erste Mal bleibt zwar in der Erinnerung bestehen, doch abgewandt, genauso wundersch√∂n und unvergesslich wie zuvor, doch wird es mich nie wieder anl√§cheln.

Ich werde wieder jemanden treffen, wir werden uns unterhalten und etwas unternehmen, dann wird mehr daraus. Es ist immer das selbe. Wir gehen ins Kino, dann schick essen, am Besten beim Italiener. Nudeln der Hoffnung mit Tomatensauce, bis mich wieder die Gewissheit ereilt, dass das einzige, was sich nie √§ndert, die Ver√§nderung selbst bleibt. Und auch dar√ľber werde ich schreiben.

Version vom 15. 06. 2013 01:03
Version vom 15. 06. 2013 11:51

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Schade eigentlich: Man merkt deinem Text die Bem√ľhung an, doch stimmt fast gar nichts. Damit meine ich nicht blo√ü die Rechtschreibung ("auf hastiger Jagt"), die Wortwahl ("in ihren r√ľndlichen Ausma√üen"), die Grammatik ("als ich verliebt meine ersten unsauberen Reimen in die Welt hinausschrieb") und falsche Zeitenverwendung ("Schon damals, als ich verliebt meine ersten unsauberen Reimen in die Welt hinausschrieb, war ich davon √ľberzeugt, dass sie nur Makulatur und mickrige Vorl√§ufer von jenem sind"), sondern auch stilistisch geht Vieles daneben.

Ich nehme an, du bist Osteuropäer oder sonst ein Ausländer und noch nicht so lange in der Bundesrepublik. Es wäre sicher keine verkehrte Idee, wenn du deine Texte, bevor du sie in der Leselupe postest, zuerst einem Deutschen vorlegst, der lesen und schreiben kann. Die vielen Fehler schrecken wirklich ab, deinen Text bis zum Ende zu lesen.
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Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schließlich groß genug. J. P. Sartre

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