Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92250
Momentan online:
214 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Nullschlaf
Eingestellt am 06. 08. 2002 10:35


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
pleistoneun
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2002

Werke: 173
Kommentare: 57
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um pleistoneun eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Er gähnte, als er dem Vordermann ins Heck donnerte und schlief bei der polizeilichen Vernehmung beinahe ein. Auf dem Rückweg nachhause im Taxi kämpfte er energisch gegen den Schlaf an, der ihn immer wieder zu übermannen drohte. Er schüttete sich hektoliterweise Kaffee in den Rachen und hielt sich durch gigantische Mengen Aufputschmittel wach. Seit dem Herbst ´71 schlief er nicht mehr. Die Folge schrecklicher Albträume, die, wenn er sie träumte, jedes Mal Realität wurden.
Sein Taxi hielt und mit schlafwandlerischer Unsicherheit schleppte er sich in seine Wohnung. Vor seiner Eingangstür lag heute eine Leiche. Tod durch Pfeil - war nur unschwer zu erkennen. Das Wie und Warum waren ihm zweierlei. So begab er sich die Leiche ignorierend zur anstehenden Kaffeedusche in seine vier kahlen Wände. Mit dem Satz: „Ich mache durch!“, meinte er nicht die Nacht, sondern das Leben. Und er sagte es sich heute wieder. „Was ich in letzter Zeit durchmache“, sinnierte er intensiv und lauter als normal. Murmelnd stemmte er sich aus dem abgenutzten Fernseh-Sofa hoch und brühte sich einen türkischen Bohnenkaffee, der laut Verpackung länger wach als sich träumen ließe hielt. Selbst nachdem ein kleiner weißer Bär auf seiner Schulter Platz nahm und ihm Schlummertexte ins Ohr flüsterte und selbst nicht nachdem gut zehn geistliche Chinesen ihm ihn seiner Wohnung stumm zunickten und auch nicht nachdem Elfen und Feen ihn mit ihren hypnotischen Schlafgesängen in das Reich der Träume entführen wollten, wurde das Schlafwrack müde, sich wach zu halten. Schemenhaft fielen ihm viele kleine weiße Lichter auf, die an ihm vorbeiflogen und da waren auch zwei rote Lichter am Horizont, die sich aber nur kriechend näherten. Die unzähligen weißen Lichter interessierten ihn nicht, aber je stärker er auf das rote Licht zukam, desto wohler wurde ihm, er wollte eins werden mit dem hellen Licht, das ihn da so rot und letztlich stürmisch begrüßte.

Nach Zeugenaussagen soll er noch gegähnt haben, als er dem Geisterfahrer ins Heck donnerte.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Humor und Satire Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!