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Leselupe.de > Kurzprosa
Nun ist er da: der EURO
Eingestellt am 11. 01. 2002 23:10


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rabi
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Nun ist er da: der EURO

Erst hie√ü es: die Deutschen wollen ihn nicht, den Euro. Wollen sich nicht trennen von ihrer hei√ü geliebten D-Mark, die ihnen 50 Jahre lang Wohlstand beschert hat. Bis Ende Februar w√ľrden die Banken ja noch D-Mark annehmen und auch in den Gesch√§ften k√∂nne man noch damit bezahlen. Hie√ü es. Man h√§tte sich ja noch Zeit lassen k√∂nnen zumindest bis Mitte Februar, h√§tte alles ruhiger angehen lassen k√∂nnen. Theoretisch jedenfalls. Und dann: was sehen meine Augen am 3. Januar: lange Menschenschlangen an Postschaltern und in Kassenhallen, wo sonst die Angestellten d√§umchendrehend und nasepopelnd rumsitzen. Einen solchen Andrang hat es seit der Herstatt-Pleite nicht mehr gegeben. Ist Panik ausgebrochen oder gibt es was umsonst? Warum opfern so viele Menschen Stunden ihrer Zeit, um noch heute an das neue Geld zu kommen, frage ich mich. Dass Geld ein knappes Gut ist, das ist mir klar, aber so knapp ist es nun auch wiederum nicht, dass es nicht f√ľr alle reicht.

Plötzlich will jeder der erste sein, der die neuen Scheine in Händen hält. Dieselben Leute sind’s, die noch Wochen, noch Tage vorher öffentlich gemeckert haben, von wegen butterweiche Währung, und schade um die Mark. Vergessen sind alle die Vorbehalte.

Noch w√§hrend das Sylvesterfeuerwerk den Neujahrshimmel erleuchtet, dr√§ngten sich die ersten Kunden an die Geldautomaten, so als w√§ren die kurz nach Mitternacht gezogenen Scheine besonders wertvoll. Sehen ja auch alle neu aus und riechen gut. (Bestimmt gibt es auch schon einen ‚ÄěWetten, dass...‚Äú-Kandidaten, der die neuen Scheine am Geruch auseinander halten kann).

Und der Mensch gewöhnt sich schnell an das neue Geld. So wie er sich an die neuen Postleitzahlen gewöhnt hat, an die neue Rechtschreibregeln, oder auch an eine neue Geliebte. Und dann zählen all die Jahre mit der Verflossenen nichts mehr.

__________________
rabi

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