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Leselupe.de > Humor und Satire
Nur-Mann!
Eingestellt am 27. 03. 2007 13:56


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tastifix
AutorenanwÀrter
Registriert: Mar 2007

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Wir Krone der Schöpfung... und doch lediglich Nur-MĂ€nner? Das kann nicht sein, das darf nicht sein, das widerspricht unserem Status durch sĂ€mtliche Jahrtausende hindurch von Anfang an. Und auch dem von noch frĂŒher.

Schon die AffenmĂ€nnchen hatten von jeher das Sagen. Sie und nicht etwa ihre schwĂ€chlichen Weibchen verteidigten mutig ihre Meute auf Biegen und Brechen. Notfalls sogar mit dem eigenen Leben. Also fußen wir auf unsere Überlegenheit ja wohl völlig zu Recht. Denn das ist der Beweis: Gott hatte die mĂ€nnliche Vorrangstellung bereits lange vor unserer Existenz bestimmt. Urvater Adam gab er noch ein ganzes End zusĂ€tzlicher grauer Zellen mit auf den Weg, auf dass sein hervorragendstes Wesen fĂŒr die spĂ€teren Aufgaben gewappnet war. Welche er ihm da aber zugedacht hatte, verriet er ihm erst spĂ€ter. Damit der Mann als zukĂŒnftige Beherrscher der Welt es fĂŒr alle Zeiten auch bliebe, schuf Gott GefĂ€hrtin Eva nicht etwa aus Adams erster, sondern aus einer x-beliebigen, höchstwahrscheinlich sogar der allerletzten Rippe. Mehr der Ehre fĂŒr das Weib erschien dem Herrn zu Recht als nun wirklich unpassend . Viel Gehirn plus ĂŒberragende FĂ€higkeiten stand diesem Geschöpf nach seinem DafĂŒrhalten ohnehin nicht zu. All das schenkte er in seiner göttlichen Weisheit lieber dem Adam.

Doch leider reichte Evas Grips dennoch(wie gemein!) dafĂŒr aus, den ersten Mann der Welt fein um den Finger zu wickeln und ihn mittels eines unter die Nase gehaltenen sĂŒĂŸen Apfels zur UrsĂŒnde zu verfĂŒhren. Liebe ging schon im Paradies durch den Magen. Der mĂ€nnliche Magen widerstand nicht und sagte trotz des strikten Verbotes seines Schöpfers jubelnd ja. Adam genoss dieses Werkzeug der SĂŒnde ungeachtet der zu erwartenden negativen Folgen. Gottes Strafe fiel fĂŒrchterlich aus. Er warf die Beiden einfach aus dem Garten Eden raus.

Eva und Adam plagten sich fortan auf der Erde. Frau bĂŒĂŸte hart fĂŒr ihren Frevel, der Menschheit die ewige GlĂŒckseligkeit des Paradieses gestohlen zu haben, hatte ihrem Manne untertan zu sein, musste von morgens bis abends erbĂ€rmlich schuften und auch noch so ganz nebenbei unter Schmerzen Kinder gebĂ€ren. So was kommt von so was!

Eingedenk Gottes Befehl, sich ĂŒber die Erde zu verbreiten, um sie dann letztendlich zu beherrschen, erwiesen sich diese Ureltern der Menschheit in einer ganz bestimmten Hinsicht als alles andere als faul. Jene Order befolgten sie nur zu gerne, vorrangig Adam war da mit Freude bei der Sache. So kriegten sie denn auch rasch Nachwuchs. Usw. ... usw. ...

Die Menschheit wuchs und wuchs.
In der Steinzeit jedoch war das Leben eher ziemlich ungemĂŒtlich. Hinter jedem Felsbrocken lauerten Gefahren, zum Beispiel wilde Tiere jeder GrĂ¶ĂŸe ĂŒberall. Aber wir MĂ€nner behaupteten uns als Keulen-, Steine- und Pfeile schwingende Helden, die auch da schon auf Grund der ĂŒberragenden Denkleistungen unserer grauen Zellen mit allen UnflĂ€tigkeiten des Alltags prima fertig wurden. Um unser Image zu bewahren, jagten wir Mammuts und Ă€hnlich reizende tierische Mitbewohnern der Mutter Erde klugerweise besser als Gruppe. Einer allein wĂ€re sonst in den sicheren Tod gerannt. Doch das war ein sorgsam vor den Weibern gehĂŒtetes Geheimnis. Nicht, dass die sich noch bestĂ€rkt fĂŒhlten und infolge glatt ihre Verpflichtung vergaßen, uns absolute Bewunderung und daraus resultierenden Gehorsam zu leisten. Das hĂ€tte uns gerade noch gefehlt!

So aber hockten unsere schwachen Frauen derweil furchtbibbernd ums Höhlenfeuer herum und widmeten sich lieber der lÀcherlich leichten Hausarbeit wie Nachwuchs-in-den-Schlaf-Wiegen und Knochennadel-Schneiderarbeiten. Kehrten wir als Sieger aus dem ungleichen Kampf Mensch-Tier heim, umgarnten sie uns mit schmachtenden Blicken. Das wiederum werteten wir unbezweifelbar als Evas Erbgut!

Ab und an stĂŒrzten wir mutigen MĂ€nner uns in kriegerische Auseinandersetzungen mit umliegend wohnhaften, fremden Sippen. Eindringlinge dezimierten wir rigoros und entfĂŒhrten, wenn möglich, zur Strafe deren Frauen. Manchmal erklĂ€rten die sich mit Wonne damit einverstanden und ergriffen die Gelegenheit zu einem leidenschaftlichen Flirt hocherfreut beim Schopfe. Rache ihrer besseren HĂ€lfte brauchten sie da nicht zu fĂŒrchten. Die lag in der heimatlichen Höhle und pflegte tapfer ihre Wunden, falls sie dazu ĂŒberhaupt noch in der Lage war.
Alles folgte unserem Kommando, den Befehlen muskelbepackter und ĂŒberaus schlagfertiger MĂ€nner, den SteinzeitkapitĂ€nen. Welch` Balsam fĂŒr unsere Seele!

Millionen Jahre zogen ins Land. Mann spĂŒrte es förmlich: Sein Gehirn wuchs und wuchs. Wir strotzen nur so von steigender Intelligenz, daraus resultierender Einsichtig- und TĂŒchtigkeit. Die Seele triumphierte: Ja, dies und das hatten wir in der Steinzeit noch nicht gewusst, noch nicht gekonnt. Einfach toll, so eine gewichtige Hirnmasse. Dieser Erkenntnis wegen erfuhr unser stolzes mĂ€nnliches Ego einen Adrenalinstoß nicht unerheblichen Ausmaßes. Dessen Auswirkung war famos. Wir schlugen uns hoch erhobenen Hauptes in bester King Kong Manier mit beiden Armen gegen die Brust und ließen auch den entsprechenden Schrei ertönen. Damit die ganze Welt und besonders unsere weiblichen HĂ€lfte ja nie daran zu zweifeln begann, welch tolle Kerle wir doch waren. Es funktionierte bestens. Zumindest noch fĂŒr eine ganze Weile.

Jedoch arbeitete die fortschreitende Evolution gegen uns. Unser inzwischen weit ĂŒbersteigertes Selbstbewusstsein verhinderte, dass wir es rechtzeitig bemerkten. Doch selbst dann hĂ€tten wir es nicht mehr stoppen können. Da tat sich im Geheimen etwas, was uns auf Dauer so gar nicht gefiel, uns im Laufe der Zeit vom selbst erstellten Sockel der Ich-GefĂ€lligkeit herunter schubsen sollte.

Bis aufs Mark erschĂŒttert hatten wir einzusehen: Die weibliche HĂ€lfte der Menschheit war zwar nur aus einem verschwindend kleinen Teil des mĂ€nnlichen, fast ĂŒberirdisch vollkommenen Körpers geformt worden. Aber zum Pech fĂŒr uns MĂ€nner hatte der Schöpfer allen Lebens auch ihr die FĂ€higkeit geistig-seelischer Weiterentwicklung verliehen sowie noch obendrein die fĂŒr Frauen so sehr charakteristische WesenszĂŒge. Genau die sollten uns durch sĂ€mtliche Jahrtausende hindurch echtes andauerndes und stets wachsendes Kopfzerbrechen bescheren.

Bereits in der Antike fing das Theater an. Wir wĂ€hnten uns noch als Spitze allen Seins, fast unbesiegbar und beinahe auch noch unfehlbar. Weit gefehlt! Das Unheil nahte in Gestalt eben dieser doch nur zweitrangigen Geschöpfe. So zweitrangig, wie wir die ganze Zeit geglaubt hatten, waren die leider nicht mehr. Die fĂŒr Frauen typischen Eigenschaften hatten sich unmerklich fĂŒr uns verstĂ€rkt, gepaart mit einer uns mĂ€nnlichen Wesen fremden stetig ausgeklĂŒgelteren Raffinesse. Und mit eben dieser erzogen sie uns zu ihrem mehr als willigen Werkzeug.

Ob als Sklavin, Geliebte, Freundin oder auch Ehefrau... Sie alle wurden zu Meisterinnen in der Kunst des Umgarnens, des Spinnens. Jede entwickelte ihre eigene Taktik. Die Spule der Schmeichelei verhalf ihnen fast immer zum Erfolg. Unsere mĂ€nnlichen Eitelkeit ließ sich nur zu gerne einwickeln, wir uns gebauchpinselt um 180 Grad den Kopf verdrehen.
In all den folgenden Jahrhunderten, Mittelalter bis in die Gegenwart, trugen wir Armen dieses nicht ganz unwichtige Körperteil falsch herum, ohne jede Chance, aus jenem ver-rĂŒckten Taumel zu fliehen. Die holde Weiblichkeit hielt uns bestens im Griff.

Offiziell waren zwar wir die Kriegsherren, die FĂŒrsten, Könige und Kaiser, doch in unserem RĂŒcken stand das nur scheinbar so hilflose schwache Geschlecht, hypnotisierte uns mit seinen weiblichen Reizen. Je nach Notwendigkeit und Lage der Dinge fielen sie uns auch in denselbigen, dirigierten, manipulierten und intrigierten sich triumphierend durch sĂ€mtliche Jahrtausende des Weltgeschehens.

Wehrlos ihnen ausgeliefert, waren wir Wachs in ihren HĂ€nden, brannten lichterloh und verbrannten uns oftmals ihretwegen ganz gehörig die Finger. Die Krone der Schöpfung verlor mehr und mehr ihre Zacken bzw. den Durchblick. Derweil besiegte die Weiblichkeit so gar nicht mehr unterwĂŒrfig den letzten Rest SchĂŒchternheit und infolge dann uns. Die Frauen trieben es immer dreister. Waren wir bisher diejenigen gewesen, die bei Nichtgefallen Geliebte, Freundin oder auch sogar Ehefrau von sich stießen, verstießen oder im Extremfall sogar zu Boden stießen, drehten diese Emanzen doch tatsĂ€chlich den Spieß um und erhoben sich in unerhörter Keckheit gegen ihren Herrn und Meister. Per oralem Nudelholz fĂŒgten sie unserem Prestige gröbste Kratzer zu, setzten nicht allein die bekannten weiblichen, sondern sogar herkömmliche Waffen ein und erwiesen sich, wurden dann wir ihnen als Geliebte, Freunde bzw. Ehemann zu lĂ€stig, als mordlĂŒsterne Bestien.

Demzufolge lagen die Beherrscher der Welt oftmals fast zermatscht vor ihnen auf dem Boden. Die da gar nicht mehr so charmante, holde Weiblichkeit frohlockte. Frohlockte allerdings nur relativ kurze Zeit. Bis dato hatten sie unsere RatschlĂ€ge nur zu gerne genutzt, unseren Schutz fleißig in Anspruch genommen. Doch all das fehlte jetzt, wie sie entsetzt und ernĂŒchtert feststellten. Denn unser Gehirn lag in den letzten Zuckungen. Mittlerweile der alleinigen Verantwortung fĂŒr alles und jedes mehr als ĂŒberdrĂŒssig, ereilte sie gerade noch rechtzeitig die schockierende Erkenntnis, taktisch einen gravierenden Fehler gemacht zu haben.

Reuevoll leisteten sie hastig Erste Hilfe, kleisterten uns mit Charme-Komplimente-Kleber wieder zusammen und verdrehten uns ein zweites Mal den Kopf um 180 Grad.. Da sie ja inzwischen immens an Klugheit zugelegt hatten, sogar in der richtigen Richtung. Wir hatten unser Gesicht wieder und sie konnten erneut in dasselbige aufschauen. Was sie dann auch strahlend taten. Wir waren ja wieder zu etwas nutze.

Und ein drittes Mal verdrehten sie uns den Kopf...
Sind wirklich wir MĂ€nner die Herrscher dieser Welt...??

__________________
Das geschriebene Wort lĂ€sst der Seele FlĂŒgel wachsen!

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Pete
Guest
Registriert: Not Yet

Gute Argumentation.

Da wird mir nun einiges klar ...

Die Pointe kriegst Du noch besser hin, wenn ich mir so Deine anderen Texte ansehe (z.B. Bett ... put!).

Eine Möglichkeit: Die Klammer zum Anfang/Einstieg besser schließen, d.h. auf eine Behauptung/These/Feststellung zurĂŒckkommen.

Wenn Du das noch hinkriegst, hat das EssayqualitÀt.

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