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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Nur ein Jahr...
Eingestellt am 06. 09. 2000 02:05


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Diana Leibacher
Autorenanw├Ąrter
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Nur ein Jahr...

Leise klang die Musik vom Dorf ans Ufer, welche von den heransp├╝lenden Wellen einen noch traurigeren Beiklang bekam, als sie sowieso schon hatte. Die Sonne war schon lange untergegangen und der Mond spiegelte sich auf den heranpl├Ątschernden Wogen, silbrig und zart. Seleniala sa├č am Ufer, ihre zierlichen F├╝├če vergruben sich im Sand und das schimmernde Wasser umfloss ihre Zehen. Sie hatte ihre Arme um die dicht am K├Ârper angezogenen Beine geschlungen und ihr Kopf ruhte auf den Knien. Sehns├╝chtig und unendlich traurig starrte sie auf das Meer hinaus, w├Ąhrend der Nachtwind mit ihrem weichen Haar spielte. Gedankenverloren lie├č sie eine Hand sinken und griff unbewusst nach einer halb im Sand vergrabenen Muschel. Ihre Finger s├Ąuberten die Muschel von Sand und Pflanzenresten, strichen dann ├╝ber die Schale und f├╝hlten die einzelnen Jahre, die die Muschel gebraucht hatte, um die Gr├Â├če ihrer Hand zu erreichen.
Jahre, schoss es ihr durch den Kopf, nein, nicht Jahre, nur Eines. Auf den Tag genau war es ein Jahr her, als sie beide hier gestanden hatten, im strahlenden Sonnenschein, um sich von einander zu verabschieden in einer innigen Umarmung. Sie l├Ąchelte in Gedanken an sein jugendliches Lachen, dass von Vorfreude und Abenteuerlust sprach. Im Hintergrund auf kleinen Wellen schaukelte das Beiboot mit den drei Kameraden von ihm. Sie lachten und riefen ihnen etwas zu, aber der Wind trug die Worte aufs Meer hinaus. Sie winkten und machten sich augenscheinlich lustig ├╝ber die lange Verabschiedung, doch es war gutm├╝tig gemeint.
Noch einmal sah er sie an, l├Ąchelte, wenn auch mit einer Spur von Wehmut. Er hielt ihre H├Ąnde, seine Daumen streichelten ihre Handr├╝cken voller Z├Ąrtlichkeit, w├Ąhrend sie mit den Tr├Ąnen k├Ąmpfte. Sie freute sich f├╝r ihn, dass wusste er, doch w├Ąre es ihr lieber gewesen, wenn er bliebe. Er hatte ihre H├Ąnde zum Abschied noch einmal fest gedr├╝ckt und gemeint, dass er in einem Jahr wieder zur├╝ck sei. Als nun die Tr├Ąnen langsam ihre Wangen entlang perlten, fing er eine Tr├Ąne mit einem Finger auf, schmunzelte liebevoll und lie├č die Tr├Ąne auf sein Taschentuch fallen. Dann nahm er das Tuch und schob es in den G├╝rtel, fast schon ehrf├╝rchtig.
Als er sich umwandte konnte sie ihm nur noch nachstarren, nicht einmal einen letzten Gru├č brachte sie ├╝ber die Lippen, w├Ąhrend er durchs kniehohe Wasser auf das Beiboot zuwatete. Im Boot ruhte sein Blick noch lange auf ihr, so als ahne er, dass er sie nie wieder sehen w├╝rde. Bald war auch das gro├če Schiff am Horizont verschwunden ....
Seleniala blickte wieder auf die Muschel in ihrer Hand, legte sie behutsam in den Sand und beobachtete wie die Flut langsam aber stetig die Muschel mit Sand ├╝berdeckte. Das Wasser drang nun schon an die Waden der jungen Elfe, doch sie wollte nicht aufstehen. Heute, sp├Ątestens heute h├Ątte er wieder zur├╝ck sein m├╝ssen. Sie wollte warten und wenn sie Jahre warten musste. Hinter sich h├Ârte sie kl├Ągliches Maunzen, sachte wandte sie den Kopf , es war Moon, ihr Kater. Er wimmerte sie an, hob eine Pfote um zu ihr zu gelangen, aber Wasser verachtete er. Und immer wenn die Wogen sein Fell ber├╝hrten machte er einen eleganten Satz nach hinten, um ihnen auszuweichen. Er entfernte sich dadurch immer mehr von ihr und war sichtlich w├╝tend dar├╝ber, denn sein Schwanz peitschte ├╝ber den Sand und seine Ohren waren leicht nach hinten gelegt.
Er folgte ihr schon seit sie ein kleines Kind war, fast schien es ihr so, als k├Ânne er mit ihr sprechen und sie verstehen. Selbst wenn er sie nicht verstand, so wusste er bestimmt, so glaubte sie, das sie traurig war. Er hatte es immer gesp├╝rt und dann ihre N├Ąhe gesucht. Vielleicht um sie zu tr├Âsten, vielleicht weil er wusste, dass sie ihn in ihrem Kummer umso liebevoller streichelte, das beruhigte ungemein.
Die Wellen versuchten Seleniala weiter ins Land zu dr├╝cken, doch sie hielt sich erbittert fest, ein seltsamer Schimmer in ihren Augen machte sich breit. Moon jaulte furchtsam auf, sein Maunzen wurde immer kl├Ąglicher, wie als hoffe er, dass Seleniala dadurch von ihrem Plan Abstand nehme. Doch sie blieb sitzen, starrte in die Ferne und nahm nichts um sich herum wahr. Ihre Gedanken wanderten in eine Zeit zur├╝ck, in der sie noch mit ihm zusammen gewesen war. Einzelne Gespr├Ąchsfetzen h├Ârte sie wieder und wieder, bis sie langsam einen Zusammenhang ergaben.
Er hatte ihr mit gl├Ąnzenden Augen von dem Schiff erz├Ąhlt und das dies nun seine letzte Chance sei die Welt zu sehen, bevor er sich mit ihr zusammenschloss. Viele der jungen M├Ąnner dachten genauso wie er, noch einmal die Freiheit des Ungebunden seins sp├╝ren, einmal noch mit den Jugendfreunden auf Abenteuer hinausziehen und dann, wenn er zur├╝ckkam, wollte er bei ihr bleiben f├╝r immer. Sie hatte widerwillig zugestimmt, denn eigentlich w├Ąre es in 2 Monaten soweit gewesen und sie w├Ąren zusammengekommen. Alles war schon vorbereitet gewesen und vielleicht h├Ątte sie schon bald Nachwuchs. Aber so nicht, denn ein Schiff blieb immer lange Zeit fort, nicht nur f├╝r wenige Monate. Aber sie hatte ihn nicht zwingen wollen, lieber sollte er sich noch einmal austoben und dann zufrieden bei ihr bleiben, als ein ganzes Leben sich fragen wie es wohl gewesen w├Ąre, wenn er mitgefahren w├Ąre.
Ihre Erinnerung wanderte weiter, oft hatten sie diskutiert und sogar dar├╝ber gesprochen, was sie tun solle, wenn er nicht zur├╝ckkam. Sie sch├╝ttelte den Kopf, nein, sie w├╝rde sich keinen anderen suchen! Lieber wollte sie sterben oder ewig warten!
Die Wogen erreichten nun die H├Âhe ihrer H├╝ften und sie fr├Âstelte, Moons Klage war zu einen Wimmern geschrumpft und ihr wurde schlagartig klar, dass sie, wenn sie blieb nicht auf ihn warten konnte. Ihre Glieder waren kalt und verkrampft, lie├čen sich kaum mehr bewegen vor K├Ąlte. Sie bekam es mit der Angst zu tun, verzweifelt ├Âffnete und schloss sie ihre H├Ąnde, um langsam Leben in sie zu bringen. Es kostete sie eine Unmenge an Kraft, bis sie in der Lage war sich St├╝ckchen f├╝r St├╝ckchen den Sand hochzurobben. Moon lief derweil am Ufer auf und ab, er hatte sofort gemerkt, dass sich ihre Stimmung ge├Ąndert hatte und nun stie├č er kleine fordernde Laute aus, die fast wie ein Anfeuern klangen.
Endlich hatte sie den trockenen Strandabschnitt erreicht, ersch├Âpft lie├č sie sich fallen. Ihr Atem kam nur sto├čweise aus den Lungen und ihr Herz raste, doch sie l├Ąchelte. Moon rieb seinen Kopf z├Ąrtlich an dem ihren, schnurrte laut vor Freude und lehnte sich schlie├člich an ihre Seite. Lange lagen die Beiden unbeweglich im Sand, sp├╝rten mit jeder Faser ihres Seins, dass sie lebten und froh dar├╝ber waren.
Als Seleniala sich endlich aufrichtete waren Stunden vergangen und die Flut tat ihre letzten Atemz├╝ge. Der Mond war ein ganzes St├╝ck weitergezogen und vom Dorf klang schon lange keine Musik mehr heran. M├╝de l├Ąchelte sie Moon an, strich ihm z├Ąrtlich ├╝ber den Kopf und nickte ihm zu. Sie deutete in Richtung Dorf und Moon lie├č sich nicht zweimal bitten, sondern sprang schnell auf und tapste zum Waldrand.
Auf halbem Weg blieb Seleniala noch einmal stehen und drehte sich um, wieder suchte ihr Blick das Meer ab, noch immer hoffend, doch kein Schiff war zu sehen. Der Nachtwind strich ihr verspielt durch das Haar, liebkoste sie z├Ąrtlich, dr├╝ckte den leichten Stoff ihres Kleides eng an ihren K├Ârper und umarmte sie tr├Âstend. Der Sand zu ihren F├╝├čen w├Ąrmte ihre kalten Glieder die Tiere des Waldes riefen sie aufmunternd weiter zu gehen. Seufzend wandte sie sich den B├Ąumen zu, holte tief Atem und verschwand zwischen ihnen ohne sich noch einmal umzublicken.
Wenige schritte entfernt von der letzten Flutwelle getragen wurde ein fast lebloser K├Ârper herangesp├╝lt. Bleich sah der Mond auf ihn herab, die Wogen zogen sich zur├╝ck und der K├Ârper blieb regungslos, ungesehen am Strand liegen...

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Diana Leibacher
Autorenanw├Ąrter
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Zuwenig Phantasie, zuviel Realismus...

Lieber Karl,

ich finde es wirklich schade, da├č du meinen Beitrag an Grammatik und Realismus orientierst. Denn wenn du weitergelesen hast, wirst du merken, da├č die Welt in der die Geschichte spielt nicht die Erde ist.
Was ist ├╝brigends daran so schlimm auszudr├╝cken, das die Sonne schon vor langer Zeit untergegangen war und nun der Mond sich im Wasser spiegelt? Es h├Ątte ja auch wolkenverhangen und kein Mond zu sehen sein k├Ânnen, oder?
Hmm, es geht doch eigentlich um den Inhalt und nicht, ob ich wie in der Schule f├╝r meine grammatikalischen Fehler eine 6 bekommen h├Ątte. Ich bin kein Deutschlehrer und schreibe so, wie es mir im Gef├╝hl liegt, nicht wie es vom Satzbau her richtig w├Ąre. Und wenn ich einen Satz offen lasse, hat das vielleicht sogar einen Sinn, n├Ąmlich dem Leser freien Raum zu lassen und seine eigenen Phantasien auszuleben.
Hast du dir vielleicht mal ├╝berlegt, warum ich diesen Text geschrieben habe? In welcher Stimmung ich war? Bestimmt nicht.. jedenfalls vermute ich es. Es gibt keine schlechten Geschichten, denn niemand wei├č was im Kopf des Verfassers vorging, und ich denke, das jede Geschichte auf ihre Weise gut ist, aber man die Geschichten von anderen nicht beurteilen kann, da man den Hintergrund, oder den Anla├č nicht kennt.
Ich habe nichts gegen Kritik, aber sie sollte sich meiner Meinung nach nicht auf die Grammatik beziehen und schon gar nicht darauf, ob die Umst├Ąnde und Begebenheiten m├Âglich, logisch oder reel sind. W├╝rde jeder nach diesen Kriterien schreiben, k├Ânnte man gleich als Berichterstatter f├╝r eine Zeitung arbeiten, denn dort braucht man nur die Fakten, nicht das Geschn├Ârksel...

Huh... naja, nimms nicht pers├Ânlich, aber dies ging mir im Kopf herum, als ich deine Kritik las und es mu├čte einfach raus *schmunzel*.. wie gesagt, ich schreibe so, wie es in meinem Kopf herumspukt... *zwinker*

Bye...
Diana

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Diana Leibacher
Autorenanw├Ąrter
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Hi du!

Klar werde ich mir deinen Beitrag durchlesen und *schmunzel* genauso ehrlich sein wie du....
Aber heute wahrscheinlich nicht mehr... mu├č mein Bett h├╝ten... da ich krank bin... ich hatte nur mal kurz meine E-Mails abgeklappert... aber morgen werde ich mir deinen Text gerne "reinziehen"...

Bye du...
Diana

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Frank Zimmermann
Junior Mitglied
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Pilcher

Es ist ja sicherlich Geschmacksache, aber nach wenigen S├Ątzen habe ich die Lekt├╝re abgebrochen, denn ich konnte es nicht l├Ąnger ertragen. So viele Klischees und so viel Kitsch in so wenigen Zeilen...
Doch zum Trost bleibt der Autorin ja die Hoffnung als "Rosamunde Pilcher der Leselupe" gew├Ąhlt zu werden.

F

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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

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2 von 10 Punkten

Ich kann mich da Frank nur anschlie├čen: Klischees. Jede Menge Klischees, so dick aufeinander aufgestapelt, da├č der Schmalz ganz unten schon zu schmelzen beginnt.
Die Idee, da├č sie wartet, dann hoffnungsvoll dem Leben doch noch eine Chance gibt und er als "pointe" doch noch angesp├╝lt wird, ist ja ganz nett, aber miserabel ausgef├╝hrt. Im R├╝ckblick kommt NICHTS r├╝ber, und das, liebe Diana, ist meiner Meinung nach das Kriterium, nach dem sich gute von schlechten Geschichten unterscheiden. Und es gibt schlechte Geschichten!
Negativ ist auch die recht unglaubw├╝rdige Darstellung dieser Katze (alle Fantasy-Autoren, die ich gelesen habe, sind sich einig, da├č Katzen in jeder Dimension existieren, und da sie viel zu stur sind, um sich zu ├Ąndern und sich niemals einem Hund derma├čen angleichen w├╝rden, ist dein Moon keine Katze!), und wenn DANN noch Rechtschreib- und Grammatikfehler hinzukommen, die einfach nerven, ist das Ergebnis recht d├╝rftig.
Aber wenn du nur f├╝r dich schreibst, d├╝rfte dir das ja ziemlich egal sein...
__________________
Andrea Rohmert

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