Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
368 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
OP
Eingestellt am 23. 04. 2010 13:56


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Epiklord
Festzeitungsschreiber
Registriert: May 2009

Werke: 66
Kommentare: 49
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Er weiß nichts von meinen Ängsten,
mein Vater ist Chirurg,
er operiert gerade, nahe
den Langerhansschen Inseln,
ganz und gar darauf konzentriert.
Es würde auch nicht gehen,
denn ich wandele auf Trauminseln,
im verstrahlten Bikiniatoll,
spüre gebärende Frauen auf,
mit Kindern wie Geschwüre, während
Vater auf der Suche ist
nach einem Inselkarzinom.
An jenem Ort begegnet Vater mir –
und dem schmarotzenden Krebs;
der doch kein Teil von mir ist,
wenn er sich auch eingenistet,
in mir seinen Anker geworfen hat,
bleibt er für mich wie ein Pilz,
den Baum, seinen Wirt, zu töten.
Meine Zeit läuft ab und seine.
Ich werde ihn ertragen wie
Sokrates Xanthippe ertrug.
Erwache aus der Betäubung.
Nun hat Vater Zeit für meine Belange.
Er hätte nichts von den Ängsten geahnt;
es gab dafür keine Gründe –
eine harmlose Geschwulst, unbedeutend
und alles wäre gut.

*

__________________
Einen Roman zu lesen ist wie eine Kreuzfahrt, und jede abgestandene Floskel löst sofort eine Flaute aus. (Epiklord)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Karl Feldkamp
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2006

Werke: 850
Kommentare: 4772
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Karl Feldkamp eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Epiklord,
ein Gedicht zur Vater-Sohn-Dramatik. Ich finde es gut - bis auf ein paar Kleinigkeiten. Leider kann ich mit der Korrekturfunktion nicht umgehen. Änderungsvorschläge findest du in der 2., 3., 13. und in der vorvorletzten Zeile.

Er weiß nichts von meinen Ängsten,
mein Vater, der Chirurg,
operiert gerade, nahe
den Langerhansschen Inseln,
ganz und gar darauf konzentriert.
Es würde auch nicht gehen,
denn ich wandele auf Trauminseln,
im verstrahlten Bikiniatoll,
spüre gebärende Frauen auf,
mit Kindern wie Geschwüre, während
Vater auf der Suche ist
nach einem Inselkarzinom.
An jenem Ort begegnet er mir –
und dem schmarotzenden Krebs;
der doch kein Teil von mir ist,
wenn der sich auch eingenistet,
in mir seinen Anker geworfen hat,
bleibt er für mich ein Pilz,
um den Baum, seinen Wirt, zu töten.
Meine Zeit läuft ab und seine.
Ich werde ihn ertragen wie
Sokrates Xanthippe ertrug.
Erwache aus der Betäubung.
Nun hat Vater Zeit für mich.
Er hätte nichts von den Ängsten geahnt;
es gab doch keine Gründe dafür–
eine harmlose Geschwulst, unbedeutend
und alles wäre gut.

Herzliche Grüße
Karl
__________________
Bei jedem Irrtum hat die Wahrheit eine neue Chance.

Bearbeiten/Löschen    


Epiklord
Festzeitungsschreiber
Registriert: May 2009

Werke: 66
Kommentare: 49
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
OP

Karl, ich danke dir. Werde es übernehmen.

Schönes Wochende

Epiklord
__________________
Einen Roman zu lesen ist wie eine Kreuzfahrt, und jede abgestandene Floskel löst sofort eine Flaute aus. (Epiklord)

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!