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Leselupe.de > Gereimtes
Ode an die Mutter - Ungeheuer
Eingestellt am 06. 08. 2003 13:42


Autor
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shiva
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2003

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Ungeheuer

Der Mund ist versiegelt
die H├Ąnde verbrannt
tief in mir
ein Pochen
Gef├╝hle verbannt

Die Tage sie tr├╝gen
es ist schwarze Nacht
fast wollte ich leben
der Tod hat gelacht

Schreien
vor Schmerzen
das Herz rausgerissen
kurz vorm Zerbersten
qu├Ąlend mein Wissen

Ein Jammern
ein Flehen
wohin soll ich gehen
zu fr├╝h und zu sp├Ąt

Nie w├╝rd ich was sagen
aus Angst sch├╝rt ihr Feuer
schreit zu mir
die Fragen
Stirb nun, Ungeheuer

Gebote zu hassen
hier liegt der Verrat
die Folter zulassen
Doch bald
ist mein Tag

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black sparrow
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Registriert: Jun 2002

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hallo Shiva

Was soll ich sagen?
W├╝rde ich sagen, das Gedicht ist genial
und gef├Ąllt mir sehr, dann w├Ąre das eine Gratulation
zum Leiden.
Aber so ist es eben.
Man schreibt nicht, weil mans kann, sondern weil
man muss!
Kennst du die " Ode an meine Mutter" von Gottfried
Benn- " Mutter, ich trage dich wie eine Narbe auf
meiner Stirn..."-?
Vielleicht ist es immer so, dass wir die Kunst
wegen unserer Eltern entdecken, aber wir brauchen uns nicht bedanken, es ist eher als w├╝rden wir sagen:
"So, da habt ihrs!"

Pass auf dich auf

black sparrow

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Jongleur
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Aug 2001

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Wut?

Zustandsbericht. Anklage. Jammern. Klagen. Unterdr├╝ckte Wut, scheint mir, die in der (Ich-tr├Âstlichen) Drohung endet: bald ist *mein Tag.
Die ersten beiden Strophen finde ich am stimmigsten und am besten durchgetextet. Sch├Ân die unaufdringlichen Reimpaare.-
Eindringlich und flie├čend geschrieben. Ein verletztes, missachtetes "Kind" tr├Ągt zusammen, es geht um das Erleben der Tochter (?)
Deswegen erstaunt es mich, dass der Titel "Ungeheuer" sich auf die ferne Ausl├Âserin des Ich-Schmerzes bezieht.
Nicht klar gekommen bin ich mit der vorletzten Strophe.
Nie w├╝rd ich was sagen
aus Angst sch├╝rt ihr Feuer
schreit zu mir
die Fragen
Stirb nun, Ungeheuer

Aus Angst, *dass* die "Widerrede" ihr Feuer sch├╝ren w├╝rde?
*Wer* schreit Fragen?? Schreit - scheint eine Aufforderung, aber an wen blo├č?
Und dann, nach den "Fragen" der Verdammnissatz stirb nun, Ungeheuer - so pl├Âtzlich, gerade nach dem Anf├╝hren, dass das Lyrische Ich nichts offen ausspricht, anspricht. Dass da ... Fragen ... sind.
Aber "stirb nun" ist doch wohl eine Verw├╝nschung. Die dreizehnte Fee. Voodoo-Spruch zur nadelgespickten Puppe. - Das kommt mir nach diesen unverst├Ąndlichen Zeilen zu losgel├Âst.
Aber vielleicht ist es nur zu hei├č, und ich kapier deswegen nicht?
W├╝nschen w├╝rde man diesem Lyrischen Ich, dass es "den Absprung" schafft, es ist nie zu sp├Ąt, sich aus sch├Ądlichen Bindungen zu l├Âsen. Aber so lange der Rachegedanke noch mehr im Vordergrund steht, ist das Ich zu wenig achtsam f├╝r sich selbst, vermute ich.
Gr├╝├če vom Jongleur

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shiva
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jul 2003

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Danke

Vielen Dank f├╝r die tollen Antworten.

Klar ist - und das h├Ątte ich gar nicht vermutet -, dass jeder sofort versteht, was ich mit diesem Gedicht sagen m├Âchte. Das bin tats├Ąchlich ich, die da schreit und w├╝tend ist auf ihre eigene Mutter.

Es ist das erste Mal, dass ich etwas ├╝ber meine Mutter geschrieben habe.

Das misshandelte, gepr├╝gelte Kind. Pr├╝geln ohne Grund. Die Mutter schl├Ągt im Grunde sich selbst oder auch ihr eigenes beschissenes Leben. Sie hasst sich selbst, sie hasst die Welt und sie hasst ihre Kinder und gibt ihnen einen Gro├čteil der Schuld an ihrem - selbst verursachten - Elend.

Der Versuch, sich an jemanden zu wenden, scheitert. Nach au├čen hin ist die Mutter perfekt, freundlich, sachlich und ruhig. Doch andere - z.B. beim Sport - sehen die blauen Flecke - doch niemand - auch nicht der Lehrer - unternehmen etwas. Meine Aufforderung an die Gesellschaft (schreit zu mir die Fragen!), tut was! Denn immer noch werden in unserer (ach, so zivilisierten) Gesellschaft Kinder geschlagen und misshandelt. Das darf einfach nicht sein!

Wenn mir niemand helfen kann, dann gibt es nur eine L├Âsung: Stirb!!

Meine Mutter lebt noch, ich habe mich jedoch von ihr distanziert.

Sommerliche Gr├╝sse
shiva

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