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Leselupe.de > Feste Formen
Ode an die Pellkartoffel (Asklepiadische Ode)
Eingestellt am 12. 08. 2010 11:41


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Bernd
Foren-Redakteur
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Pellkartoffel, so hei├č, dampfende gelbe Frucht,
gut gew├╝rzt, etwas Salz, dazu noch Pfeffer gestreut,
Quark mit Zwiebel und Apfel
setzt die Krone dem Mahle auf.

Freunde kommen zu Tisch, m├╝de nach langem Marsch,
hungrig, durstig, ersch├Âpft, aber auch gutgelaunt.
Messer, Gabel und L├Âffel
liegen schon auf dem Tisch bereit.

Pellkartoffel, gesch├Ąlt, dampfende hei├če Frucht,
weich und mehlig und gut, schmelzende Butter drauf:
Der Geschmack ist so k├Âstlich,
wer verschm├Ąht solch ein feines Mahl?


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 12. 08. 2010 11:41

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Bernd
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Danke f├╝r die Antworten.
Ich habe eine Frage zur Formatierung.
Wenn ich es anders formatiere, bleibt es dann eine Ode?


Pellkartoffel,
         so hei├č,
                  dampfende
                           gelbe
                                    Frucht,
gut gew├╝rzt,
         etwas Salz,
                           dazu noch
                                    Pfeffer gestreut,
Quark mit Zwiebel
                  und Apfel
setzt
         die Krone
                  dem Mahle
                           auf.

Freunde kommen zu Tisch,
                           hungrig nach langem Marsch,
hungrig, durstig, ersch├Âpft,
                           aber auch gutgelaunt.
Messer,
         Gabel
                  und L├Âffel
liegen schon
         auf dem Tisch
                  bereit.

Pellkartoffel, gesch├Ąlt,
                           dampfende hei├če Frucht,
weich und mehlig und gut,
                           schmelzende Butter drauf:
Der Geschmack ist so
                           k├Âstlich,
wer verschm├Ąht
                  solch ein feines
                                    Mahl?
__________________
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HerbertH
???
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Solange die Formatierung zur Odenstrophe metrisch passt, sowieso keine Frage.

Wenn sie dagegen geht, vielleicht eher nicht, weil die Odenmetren sowieso nicht immer leicht zu erkennen sind....

Ist nat├╝rlich nur subjektiv.

lG

Herbert
__________________
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kakadu
???
Registriert: Jun 2010

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quote:
wer verschm├Ąht solch ein feines Mahl?
Keiner, lieber Bernd! Ich schon gar nicht, zumal Du die Kartoffeln
so lecker nach Asklepiades zubereitet hast.

Die eigenwillige Formatierung gef├Ąllt mir auch. Ich f├╝rchte nur, dass
hier keiner mehr die Odenform erkennt, und das f├Ąnd ich schade.

Liebe Gr├╝├če
Claudia

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Pelikan
Guest
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Also, ich habe von einer Ode so viel Ahnung, wie ein Huhn vom Schlittschuhlaufen dennoch gef├Ąllt mir dieser Text.
Schon alleine, weil solch eine Kleinigkeit wie die Pellkartoffel ├╝berhaupt den Weg in die Dichtung fand.
Die Dichter streben immer nach Gro├čem - ist ja auch nichts
Falsches dabei, doch man ├╝bersieht, dass es Gro├čes nun nicht so oft gibt und wir uns letztlich alle von Kleinem n├Ąhren
(geistig wie k├Ârperlich) und diesem geb├╝hrt auch eine Aufmerksamkeit. Und diese Aufmerksamkeit habe ich hier gefunden - dieses freut mich sehr, weil ich, mit zunehmendem Alter, das angeblich Kleine im Leben immer mehr zu sch├Ątzen wei├č. So ist mir der besagte "Spatz in der Hand" inzwischen kostbarer als die Taube auf dem Dach oder die Nachtigall...
Wobei ich n├╝scht Negatives gegen diese beiden gesagt
haben will

Mit herzlichen Gr├╝├čen, Pelikan

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JackoF
???
Registriert: Jun 2010

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Hallo Bernd,

m├Âchte nun gerne auf Deine Asklepiadische Ode eingehen.
Denke mal, es ist dieses Schema :
Asklepiadische Ode :
x┬┤ x x┬┤ x x x┬┤ // x┬┤ x x x┬┤ x x┬┤
x┬┤ x x┬┤ x x x┬┤ // x┬┤ x x x┬┤ x x┬┤
x┬┤ x x┬┤ x x x┬┤ x
x┬┤ x x┬┤ x x x┬┤ x x┬┤

Inhaltlich, wie auch sprachlich und versig, ist sie f├╝r mich sehr gelungen - es macht Freude, sich in diesen Pellkartoffelgenuss reinfallen zu lassen.

Hier sp├╝rt man sehr gut diese inhaltlich belegte Oden-Struktur.Ebenso diesen inhaltlichen, kaskadischen Entwicklungs-Aufbau
Durch diese Klimaxierung beginnt man es richtig zu schmecken, und wegen Deines inhaltlichen "so" Darstellens, liegt diese Ode au├čerhalb jeder L├Ąppischkeit - echt mal eine Ode sinnig, zeitgeistig, und hier an die Pellkartoffel !!!!(und nicht nur dieses ewig Schnulzige)

Bin nun mal an Deine optische Kaskadierung rangegangen(Puhh, schon doof hier, diese Arbeit :-)) )

Wie Du es schon anfragtest, sollte ja doch das Versma├č irgendwie erkennbar bleiben - zumal nur die wenigsten diese Form kennen !
Habe nun im Folgenden Deine Formatierung etwas gebannt / und mit Z├Ąsur-Slashes.
Guck doch mal :-)) :


Ode an die Pellkartoffel (Asklepiadische Ode)


Pellkartoffel,
        so hei├č /.........................<= mit Slash wegen Z├Ąsur
        dampfende gelbe Frucht,

gut gew├╝rzt,
        etwas Salz /..................<= mit Slash wegen Z├Ąsur
        dazu noch Pfeffer gestreut,

Quark mit Zwiebel
        und Apfel
setzt
        die Krone
        dem Mahle auf.

Freunde kommen zu Tisch /......<= mit Slash wegen Z├Ąsur
        m├╝de.............................. <= anstelle von hungrig ÔÇ×m├╝deÔÇť
        nach langem Marsch,

hungrig, durstig, ersch├Âpft /.....<= mit Slash wegen Z├Ąsur
        aber auch gutgelaunt.

Messer, Gabel und L├Âffel
liegen schon auf dem Tisch bereit.

Pellkartoffel, gesch├Ąlt /....................<= mit Slash wegen Z├Ąsur
        dampfende hei├če Frucht,

        weich und mehlig und gut /.....<= mit Slash wegen Z├Ąsur
        schmelzende Butter drauf:

Der Geschmack ist so k├Âstlich,
wer verschm├Ąht
        solch ein feines
        Mahl?

----------------------------


Bernd, so w├╝rde ich es formatieren - was meinst Du ?
a) optisch zum sich entwickelnden Inhalt passend, und
b) die Odem-Form noch erkennbar / klar, mM :-))

Habe hier gerne etwas mitgelernt,
und etwas mitprobiert,

wieder ein askleptisches Tsch├╝ss, Jacko

--

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Bernd
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Ich stimme bei beidem zu. "Hungrig" habe ich im Original ge├Ąndert.

Die andere Darstellung habe ich gelassen, damit man es noch erkennt.

Viele Gr├╝├če von Bernd

PS: Pablo Neruda hat ein Buch "Elementare Oden" geschrieben, in dem er unter anderem die Seeaalsuppe pries, aber auch die Zwiebel.

Ich habe ein Gericht meiner eigenen Heimat verwendet.
Leider kenne ich Nerudas Oden nur aus ├ťbersetzungen, weil ich seine Muttersprache nicht verstehe.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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