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Leselupe.de > Feste Formen
Öl (in spanischen Trochäen)
Eingestellt am 17. 07. 2010 12:04


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Bernd
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Registriert: Aug 2000

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Öl ist wichtig, denn wir alle
fahren gerne mit dem Auto,
heizen gerne unsre Wohnung,
wenn es draußen schneit und stürmet.

Auf dem Meeresgrunde bohrten
wir ein tiefes, tiefes Bohrloch
in den schweren Meeresboden
und das Erdöl quoll nach oben,

quoll nach oben in die Plattform,
aus der Plattform in die Schiffe,
aus den Schiffen in die Pipelines,
aus den Pipelines in die Werke.

In den Werken aber ward es
hochveredelt zu Benzin dann,
dessen Preis wir heftig schalten,
das wir aber trotzdem kauften.

Preisen wir die Ölkonzerne!
Wärme geben sie und Freiheit,
lassen von der Zukunft träumen,
schaffen ein bequemes Leben.

Unterdessen gab es eine
Explosion im Ölgestänge
und die Plattform sank nach unten
und ward nimmermehr gesehen.

Doch das Öl, das strömte weiter,
quoll jetzt ungebremst nach oben,
und die Menschen dachten lange
drüber nach, was jetzt zu tun sei:

Sie besprühten es mit Giften,
und das Öl begann zu sinken,
aus dem Auge, aus dem Sinne!
Doch das Öl quoll immer weiter,

keine Trichter, die es führten,
keine Rohre, die es sperrten,
kein Ventil, kein Hahn, kein Schieber,
der das Öl am Fließen hindert,

und es floss und ward zu Klumpen,
die zu allen Küsten aus dem
Golf von Mexiko gelangten,
alle Sperren überwanden.

Ölgefiedert schwanden Vögel,
doch der Boss fuhr in den Urlaub,
und das Öl quoll immer weiter,
keiner konnte das verhindern.

„Hört mal auf, nach Öl zu bohren!“
drang der Ruf des Präsidenten
durch die Presse aller Länder,
„Wartet, bis wir alles wissen!“

„Du zerstörst uns unsre Freiheit!“
war die Antwort. „Die Gerichte
werden sie uns wiedergeben!
Öl zu bohren bringt Profite!“

Endlich klappte es: Ein Trichter
dichtete am Meeresboden
nach so langer Zeit das Rohr ab,
und die Konstrukteure feiern.

Doch das ausgeströmte Öl treibt
gut vermischt mit Gift und Wasser
durch die Riffe an die Strände
und vermischt sich mit den Gräsern.

Preisen wir die Ölkonzerne!
Wärme geben sie und Freiheit,
lassen von der Zukunft träumen,
schaffen ein bequemes Leben.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 17. 07. 2010 12:04
Version vom 17. 07. 2010 12:22
Version vom 17. 07. 2010 13:57
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Version vom 19. 07. 2010 08:10

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MarenS
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Eine lange aber gern gelesene Dichtung. Mit folgender Strophe hatte ich etwas Rhythmusprobleme, mag an mir liegen aber schau sie noch mal an:

und es floss und ward zu Klumpen
die im Golf von Mexiko bald
zu den Küsten hingelangten,
alle Sperren überwanden.

Es grüßt dich die Maren

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

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Danke für den Hinweis, Maren.

Das Problem hier ist "Mexiko", das man nicht ändern kann.
Ich glaube nicht, dass man zum Beispiel sagen kann "Im Golf von Mexikoe". Das würde das Problem lösen.

Besser klingt es vielleicht, wenn man "bald" weglässt.

und es floss und ward zu Klumpen
die im Golf von Mexiko
zu den Küsten hingelangten,
alle Sperren überwanden.

Darüber hatte ich auch nachgedacht, aber es wäre ein Formverstoß, vielleicht aber nicht so schlimm, wie das nachgesetzte "bald".

Ich nehme provisorisch das "bald" weg.

In gewisser Hinsicht wird "Golf von Mexiko" damit zugleich zu einer Art Schlüssel.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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MarenS
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2005

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Schön wäre es natürlich, wenn es ohne Formfehler ginge.
Noch etwas:

Ölgefiedert schwanden Vögel,
und der Boss fuhr in den Urlaub,
und das Öl quoll immer weiter,
keiner konnte das verhindern.

Wäre das kursiv gesetzte undeventuell durch ein "doch" ersetzbar?

Es grüßt die Maren

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