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Leselupe.de > Gereimtes
Oh schlechte Welt
Eingestellt am 28. 09. 2005 14:12


Autor
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Lupus Corridor
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2002

Werke: 7
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Anklage:
Die Welt sie war gemein zu mir
Gebissen hat mich da ein Tier
Dort hat gestochen eine MĂŒcke
Die Welt ist voller List und TĂŒcke.

Ein jeder will mir immer Mieses
Niemand verhilft mir je zum Recht
Man verwehrt mir das und dieses
Langsam find ich's scheisse, echt.

Hab mich stets bemĂŒht zu leisten
Hab nie versucht mich zu erdreisten
Mich ungerecht wo zu bedienen
Ich wollt mir meinen Lohn verdienen.

Dann hat man mir ganz schlecht gemacht
Was ich versucht hab zu erringen
Es hat die Welt mich ausgelacht
Und sich geweigert Recht zu bringen.

Jetzt endlich hab ich mich entschieden
Lasse alles stehn und liegen
Hau den Hut drauf, lass es sein
Niemand pisst mir mehr ans Bein.

Könnt alle mich am Hintern kĂŒssen
Laßt es Euch schmecken, ich bin weg
Will nichts mehr hörn und sehen mĂŒssen
Vom ew'gen Ungerechtheitsdreck.
__________________
L.C.

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hallo Lupus C.

eine Kleinigkeit, die mir auffÀllt: versucht, statt verschucht. Ansonsten gefÀllt's mir

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ollrich
Guest
Registriert: Not Yet

FĂŒr den ersten Teil, wĂŒrd ich glatt Zehn Punkte geben,
doch wie so oft im Leben, folgt auf Sonnenschein der Regen.
Die Verteidigung könnte man, denke ich, einfach
weglassen und das Ganze als ausgesprochen gelungene Ironie darstellen.

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Lupus Corridor
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2002

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Verteidigung

Danke fĂŒr Deine Anregung, ich hab sie gleich mal umgesetzt. Vielleicht wirkt's dann besser, bin ja noch relativ neu (ĂŒberhaupt im Lyrik-Forum).

L.C.
__________________
L.C.

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Udogi-Sela

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Registriert: May 2003

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Oh schlechte Kritiker!

Ein paar Gedanken ĂŒber diese „Oh schlechte Welt“

Titel: „Anklage“: Eine Anklage mĂŒsste jemanden oder etwas anklagen, aber wie man liest handelt es sich um eine Klage.

1. Strophe:
Die „Welt“ wird beklagt, doch was ist mit „Welt“ gemeint?
Erst mal ein Tier. Aber welches?
Dann stach eine MĂŒcke, gefolgt von der Behauptung: „Die Welt ist voller List und TĂŒcke.“

Ein Tier biss, eine MĂŒcke stach und schon ist die ganze „Welt“ gemein und „voller List und TĂŒcke.“ Nicht umsonst gibt es den Spruch von der MĂŒcke, aus der man einen Elefanten macht.

2. Strophe:
„Ein jeder will mir immer Mieses“
ist eine Behauptung, die sich nur aus der Ansicht des Klagenden begrĂŒndet. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass irgendein indischer Tagelöhner oder eine Putzfrau in New York dem Protagonisten „Mieses will“.

„Niemand verhilft mir je zum Recht“
d.h., der Schreiber dieser Zeile steckt stÀndig in der Klemme, indem man ihm Unrecht angedeihen lÀsst. Keiner verhilft ihm zu seinem Recht, aber wozu auch? Da kann er lange warten. Wer hilft ihm, wenn nicht er sich selbst?

„Man“ (Wer ist „man“?) verwehrt mir das und dieses (Was ist das und dieses?)

„Langsam find ich’s scheiße, echt.“
Na, endlich!

Aber wenn man meint, es ist genug, bricht sich die Klage noch durch zwei weitere Strophen Bahn.

In den letzten zwei Strophen wird dem Leser klargemacht, dass der Protagonist sich entschieden hat, aber wofĂŒr?
Er flĂŒchtet! LĂ€sst alles stehn und liegen! LĂ€sst „es“ (Was?) sein! Ist weg! Will nichts mehr hören und sehen! „Oh schlechte Welt!“

Fazit: Ich, in dem Fall der Protagonist, empfinde die Welt in allen Bereichen negativ und deshalb haue ich ab.

Aber wohin?

IN DIE WELT!

Lupus Corridor, ich hoffe, Du verstehst das nicht falsch; ich schreibe hier nur meine Gedanken auf, und wenn Du die Wirkung Deines Gedichtes so beabsichtigt hast, ist es Dir gelungen!

Herzlichst
Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Lupus Corridor
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2002

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ErklÀrung

Ich hab das ganze nicht aus meiner negativen Sicht geschrieben sondern aus der Sicht mancher ewigen Jammerer in meiner nÀchsten Umgebung, die stÀndig alles negativ sehen, die eben immer glauben man, die Welt, einfach alle tun ihnen unrecht.

Mit Deiner Interpretation der "MĂŒcke" hast Du völlig recht.

Das ganze soll auch verdeutlichen, daß diese Leute, auch wenn sie schon hundertmal gesagt haben, daß sie etwas Scheiße finden, nicht aufhören den Grund wieder und wieder und wieder durch immer neue Argumente, die schon keiner mehr hören will, zu untermauern, es wird zur ewigen Litanei.

Und trotzdem wird durch das Jammern nichts besser, weshalb die Betreffenden weiterjammern, anstatt etwas zu unternehmen, nĂ€mlich von der bösen Welt in die Welt zu flĂŒchten, die sie ist, eine die derjenige sich selbst bereitet.

Im großen und ganzen also hast Du das schon ganz gut durchschaut )

Liebe GrĂŒĂŸe und danke sagt
L.C.
__________________
L.C.

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Haget
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MoinMoin Lupus Corridor,
mancher sieht sich als Mittelpunkt der Welt und nimmt krumm, wenn diese ihn nicht so sieht. Und ihn Ă€rgert „die Fliege an der Wand".
Dieses kommt fĂŒr mich gut rĂŒber.
__________________

Haget wĂŒnscht Dir Gutes!
Selbst dĂŒmmste SprĂŒche machen oft Sinn
- auch krumme Pfeile fallen irgendwo hin!

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