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Leselupe.de > Kurzprosa
Ohne Dich
Eingestellt am 03. 08. 2005 17:24


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cara
AutorenanwÀrter
Registriert: Dec 2003

Werke: 73
Kommentare: 43
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Ohne dich leben - was bedeutet das fĂŒr mich? Dich nicht mehr
sehen. Dich nicht hören. Dich nicht lesen. Dich nicht denken.
Dich nicht spĂŒren. Dich verbannen, was tut mir das an? Was tu
ich mir selbst an damit? Dich verleugnen ist mir nicht möglich,
dich auszulöschen vermag ich nicht, dich verdrÀngen will ich
nicht.
Wenn ich dich nicht mehr erfassen kann, kann ich auch nicht
mehr mit dir umgehen. Wenn du erst fort bist, weit weg von mir,
ist jede Begegnung ein Schock. Dein Name, achtlos hingeworfen,
ist dann Erschrecken. Dein Gesicht in meinen TrÀumen
Gefangennahme, dein Andenken in meinen RĂ€umen ein Schlag.
Deine Zeilen vor meinen Augen TrÀnen; ungeweint. Dir zu
schreiben Herzinfarkt, dir zu lauschen Zusammenbruch. Eine
einzige Qual, auf dich zu treffen - zufÀllig, ungeplant. Wo ich
doch ohne dich lebe.
Gleichwohl ist deine Abwesenheit stets gegenwĂ€rtig. DĂŒnne
Gaze trennt uns nur. Materialisierst du dich wie aus dem Nichts,
stockt mir der Atem, rast mein Herz, ĂŒberfĂ€llt mich Schmerz - es
ist wie Sterben. Denn der Vorhang zwischen uns hat nicht die
Macht, dich zu halten. Er verschleiert nicht das Fehlen deiner
PrÀsenz.
Deine absolute Nichtanwesenheit, die gÀnzliche Trennung von
dir macht jedes Guckloch in der selbst aufgerichteten Mauer zu
Russisch Roulette. Und in meiner schmiegt sich Öffnung an
Öffnung. Ich habe das Mauern verlernt, dein VermĂ€chtnis an
mich. Weit offen stehe ich - Herz, Seele, Geist sehnen sich nach
Licht. Wie könnte ich mich da verschließen?
Wenn ich dann Sehnsucht habe, muss ich dich sehn. Wenn dein
Klang in mir vibriert, muss ich dich auch von außen hören; sonst
macht mich die Schwingung brĂŒchig. Es ist besser, deine NĂ€he
begleitet mich, als dass mich ihre Verbannung zerreißt.
Ich muss einen Pfad finden, meinen Weg zwischen Qual und
Vergessen - beides ist dasselbe. Nicht die Erinnerung ist es, die
uns quÀlt, wir sind es, wir quÀlen uns zu oft mit ihr. Machen ein
Martyrium aus ihr. Erinnerung selbst ist Heilung. Und so
erkenne ich mit einem Mal:
Ohne dich leben kann ich, sogar, wenn ich es nicht will. Doch darf
ich nicht ohne dich leben, sonst sterbe ich langsamen Todes.
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich fĂŒrchte sie nicht mehr.

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