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Leselupe.de > Kurzprosa
Ohne Erklärenden Titel
Eingestellt am 25. 03. 2004 23:41


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neuni
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2004

Werke: 11
Kommentare: 6
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Es gab einen Ersten und jedem in der Reihe Stehenden folgte ein Weiterer. Schaute man an der Reihe entlang so war kein Ende abzusehen, kein Letzter kam ins Blickfeld. Ginge man an der Reihe entlang so schien die Reihe noch immer genauso lang wie vom Ersten aus gesehen. Und trotzdem, würde man ewig weiter an der Reihe entlang gehen, so würde man sich einem nicht in der Reihe Stehenden annähren ohne Ihn je zu erreichen. Dieser umfasste alle der Reihe und war selber der Erste einer neunen Reihe, die sich in weiter Ferne einem Weitere nie zu erreichenden, alle umfassenden annährt, der selber der Erste einer Reihe von Ersten von aneinandergereiht Stehenden war. So gab es nirgendwo einen Letzten so war kein Ende abzusehen.

Manche in der ersten Reihe hatte einen Namen. Der Erste hieß „Erster“, der Zweite hieß „Zweiter“ und der Dritte hieß „Dritter“. Der dem man sich annähren würde falls man an der Reihe entlang ginge, trug den schönen Namen „Aleph“. Auch einige weiter hinter Aleph stehende trugen Namen wie etwa „Zweiter Aleph“, „Aplep der Dritte“, „zweiter Alphe der Vierte“ oder „Chi“. Alle Namen die existieren würde jedoch niemals ausreichen um jeden der stehenden zu benennen. So gab es die Namenlosen und die, die ein Namen hatten. Entfernte man sich immer weiter so würde die Menge derer die einen Namen hatten immer kleiner erscheinen. Die Menge der Namenlosen würde ins Unermessliche wachsen.

Manche in der ersten Reihe Stehenden waren stolz keinen Anderen zu umfassen als sich selber und der Ersten. Sie waren Schwarzgewandete einzelne, nur bereit ein Teil zu sein aber nicht Gemeinschaft vieler Teile. Nur der Erste wagte es sich von Ihnen wie von allen Anderen umfassen zu lassen. Die Schwarzen zählen ihn nicht zu den Ihren, obwohl er doch der Einzige war der Niemanden enthielt. Nie trug der Nächste eines Schwarzen ein Schwarzes Gewand, aber manchmal gehörte der Übernächste zu der dunklen Folge. Ein solches Paar war als schwarzer Zwilling bekannt. Alle Anderen außer den dunklen Gestalten umfassten mehr als einen in der Reihe weiter vorne Stehenden. Schaute man genauer hin, bildete jeder Nicht Schwarzgewandete eine Gemeinschaft deren Bestandteile einige weiter vorne stehende Schwarzgewandte waren. Anderseits würde sich aber auch jede nur denkbare Gemeinschaft von Schwarzgewandeten in der ersten Reihe stehend, auffinden lassen. Würde man sich entlang der Reihe der Schwarzen Aleph annähren können, wie man sich entlang der Reihe Aller Aleph annähren konnte?

Gäbe es einen letzten der Dunklen Reihe so würde vor ihm nur endlich viele stehende und damit auch nur endlich viele Schwarze stehen. Ihre Gemeinschaft wäre hinter dem Letzen Schwarzen in der Reihe stehend zu finden, da sie Diesen aber nicht nur Diesen enthielte. Der Nachfolger dieser Gemeinschaft könnte aber Keinen der endlich vielen Schwarzen enthalten. Er würde also nur sich selber und den Ersten enthalten und so mit allem Recht ein schwarzes Gewand tragen. So würde eine Letzte gleichzeitig Letzter und nicht Letzter sein. Da dies nicht möglich ist gibt es keinen letzten Schwarzen und man würde sich entlang der Reihe der Schwarzen Aleph annähren können.

Würde man sich auch entlang der Reihe der schwarzen Zwilling Aleph annähren können oder gab es ein letztes Zwillingspärchen? Ein weißer Rabe kennt die Antwort, da er die Reihe und die Reihe von Reihen und die Reihe von Reihen von Reihen im Fluge sieht.



__________________
9i

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xzar
Guest
Registriert: Not Yet

hallo,

ich weiß nicht recht, was ich mit diesem Werk hier anfangen soll. Ehrlich gesagt, sehe ich keine klare Handlung. Es ist eigentlich nur eine Beschreibung - eine bestimmte Reihenfolge, die ich aber - obwohl ich es zweimal gelesen habe - nicht ganz begriffen habe. Wer sind die Schwarzgewandeten? Und was hat es mit diesen Namen auf sich? Vielleicht möchtest du die Spannung durch diese Unklarheiten aufbauen - das gelingt aber zumindest in meinem Fall nicht.
Würde mich aber sehr interessieren, ob es nur mir so geht. Vielleicht irre ich mich.
Ich möchte aber auch erwähnen, dass mich der Anfang, genauer gesagt: der erste Satz, in den Text gezogen hat. Es ist ungewöhnlich, mit der Auflistung einer Reihenfolge anzufangen. Leider hält meine Aufmerksamkeit nicht lange durch.

mit lieben Grüßen,

Constantin

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Nicolas
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2004

Werke: 1
Kommentare: 18
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hallo neuni

mir ist die Beschreibung eher wie die dichterische Verschleierung eines mathematischen Problems erschienen. Ich hatte bei den Beschreibungen Bilder wie die Annäherung einer Hyperbel an die x-Achse oder die unendliche Teilung eines Teilchens und seiner Teile im Kopf. Aber irgendwie passen diese Modelle nicht auf die Beschreibung. Außerdem bin ich dann beim letzten Absatz ausgestiegen - vielleicht könnte ich es beim wiederholten Durchlesen verstehen, aber die Logik ist schon recht komplex.

Aber diese Beschreibung schreit geradezu nach einer allegorischen Deutung, einer realen Bedeutungsebene; diese lässt sich für mich nicht erkennen. Könntest du mir da vielleicht auf die Sprünge helfen?

Außerdem wird die Bedeutung noch unklarer, weil die Sprache teilweise nachlässig und fehlerhaft ist (oder ist das nur ein Trick?). Zum Beispiel: "Manche in der ersten Reihe Stehenden waren stolz keinen Anderen zu umfassen als sich selber und der Ersten." Das ergibt doch keinen Sinn! Es ist außerdem unklar, was mit dem "umfassen" eigentlich gemeint ist. Wenn sich die Glieder einer Reihe gegenseitig umfassen, wie kann es dann noch eine Reihe sein? Sind es dann nicht wieder kleine Reihen innerhalb der Reihe? (Oder habe ich alles komplett missverstanden?)

Peter

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Jo Klexx
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 13
Kommentare: 162
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Hallo

Whow,
ich bin begeistert: Zahlen-Mythologie als Mandala-Mantra. Und es hört sich an als wenn mir eine Weide zur Nacht die Biebel vorpflüstert
Nur ein Rätsel bleibt: Schwarze Raben können auch fliegen, warum siehts nur ein weisser Rabe?
Gruß
Jo

__________________
Sie...Sie...Sie SiGnatur Sie!

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
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Ich habe bei der Suche nach neunis Werken heute dieses gefunden.
Es ist ein wenig zwischen die Rechtschreibreform und die Reform der Reform gerutscht, aber nicht darum geht es.

Ich musste an drei Werke denken, die mich inspiriert haben.
1. Bolzanos "Paradoxien des Unendlichen"
2. an die Einführung der surrealen Zahlen durch Conway und Knuth in einem literarischen Werk,
3. an Gödels Beweis der Nichtbeweisbarkeit.

Außerdem an Hilberts Hotel.

Alles faszinierend. Wenn man hier neuni folgt, hat man großen Genuss am Werk.

Es ist eine Vermählung von Dadaismus und Mathematik.


Fast hätte ich Borges' unendliche Bibliothek vergessen.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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