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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ohne Hoffnung kein lebendig sein
Eingestellt am 05. 09. 2002 13:50


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Janek S.
???
Registriert: Sep 2002

Werke: 11
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Ohne Hoffnung kein lebendig sein...

Die Geburt war schwierig. Es gab einige Komplikationen, aber letztendlich kam ein anscheinend gesunder Junge zur Welt. Anscheinend gesund; denn etwa eine Woche nach der Geburt bekam er Fieber. Der Arzt sagte, es sei eine Grippe. Doch nach der Untersuchung des Blutbildes, musste er den Eltern eine schreckliche Nachricht begreiflich machen.
Der Junge hatte eine sehr schlimme und seltene Krankheit, er wird nicht mehr lange zu leben haben und benötige dennoch eine Ă€ußerst schwierige Operation.
NatĂŒrlich schockierte das die Eltern enorm und sie brachen in TrĂ€nen aus. Schließlich liebten sie ihr Kind und wollten es auf keinen Fall verlieren. Sie willigten also in die Operation ein, welche mit einer Überlebenschance von 30% durchgefĂŒhrt wurde.
Die Eltern bangten und weinten. Sie hielten einander fest und beteten zu einem Gott, an den sie bisher noch nie wirklich glaubten.
Sie wollten doch einfach nur ein wenig GlĂŒck haben und eine möglichst lange Zeit mit ihrem Kind verbringen können.
Zeit; doch was ist schon Zeit? Jeden Tag, den sie mehr hĂ€tten, wĂŒrden sie intensivst nutzen und genießen.
Die Operation war nun vorbei und der Junge erwachte aus der Narkose. Er sah schrecklich mitgenommen aus und hatte ein Gestell in den Kopf geschraubt.
Aber er lebte! Er lebte tatsĂ€chlich! Die Eltern atmeten auf, lachten und weinten vor Freude und GlĂŒck und umarmten ihren Sohn, insofern dies möglich war.
Doch nun sollten sie erneut zum Arzt, welcher sie mit dunkler Miene empfing. Er sagte, dass nun die Lebenserwartung des Jungen wie bereits angekĂŒndigt bei eineinhalb bis zwei Jahren liege. Maximal drei, aber auf gar keinen Fall mehr.
Die Eltern nahmen dies auf, aber realisierten es nicht wirklich.
Jetzt lebte ihr Sohn und jetzt können sie soviel Zeit wie möglich mit ihm verbringen. Sie verließen das Zimmer und auch das Krankenhaus, nachdem sie sich von ihrem Kind verabschiedeten.
Draußen hĂŒpfte die Frau, tanzte und umarmte ihren Mann. All das mit trĂ€nenden Augen, denn der Gedanke an den viel zu frĂŒhen Tod ihres Kindes war ja unweigerlich da.
Es begann zu regnen, doch die Sonne schien noch immer. Schnell bildete sich ein Regenbogen und der Mann sagte: „So wie dieser Regenbogen soll das Leben unseres Jungen sein. Es beginnt, verlĂ€uft kunterbunt und lebensfroh, doch irgendwann neigt es sich dem Ende zu und ist etwas spĂ€ter auch vorbei, genauso kunterbunt, wie es begann. Doch es soll ein großer Regenbogen werden und der bunteste, den es gibt. Ich werde alles dafĂŒr geben, dass es der grĂ¶ĂŸte, schönste und ewigste Regenbogen der Welt wird!“
Drei Wochen spÀter kam der Junge aus dem Krankenhaus und war ein sehr lebensfrohes Kind.
Er tollte, tobte, spielte und die Eltern genossen jede freie Minute mit ihm, nahmen sich Urlaub und vernachlĂ€ssigten alles andere. Nun waren sie ausschließlich fĂŒr ihr Kind da. Sie fuhren viel weg und unternahmen allerlei.
Sie wollten ihrem Kind das Leben so schön wie möglich gestalten.
Sie erlebten dadurch aber auch selber wunderschöne Augenblicke.
Immer, wenn ihr Kind lachte wussten sie, wie schön das Leben ist, aber auch wie vergÀnglich.
Sie merkten nun, dass alles jeden Moment vorbei sein könnte und lebten deshalb viel intensiver.
Sie nutzten jeden Tag mit ihrem Sohn; alles, was sie ihm an Liebe schenkten und an Zeit opferten, kam noch stĂ€rker zurĂŒck.
Nun ist der Junge bereits elf Jahre alt und besucht ein Gymnasium im 1.Jahr.
Er ist ausgesprochen intelligent und lebensfroh. Somit ĂŒberhört er auch Beschimpfungen oder andere Beleidigungen, welche seine Körperbehinderung betreffen.
Er hat einen großen Freundeskreis und schöpft das Leben bestmöglich aus.
Seine Eltern sind ĂŒberaus glĂŒcklich und möchten natĂŒrlich noch lange Zeit das Heranwachsen ihres Sohnes erleben. Sie hoffen, dass er sich noch lange bester Gesundheit erfreuen kann und seinen Mitmenschen noch so lange wie möglich eine wunderschöne Zeit beschert.
Doch selbst wenn er gestorben ist, wird er allen seinen Freunden, Bekannten und Verwandten in ewiger Erinnerung bleiben. Als Mensch, der ihnen die Schönheit und die Wonne des Lebens vor Augen fĂŒhrte und ihnen allen eine wunderschöne Zeit bescherte.
Die Zeit unendlicher Freude, aber auch tÀglich neuer Hoffnung.

__________________
Wer keinen Mut zum trÀumen hat, hat keine Kraft zum KÀmpfen!

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

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Hört sich fast wie ein Bericht an, ist es eine wahre Begebenheit oder eine ErzÀhlung?

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Barbarella
Guest
Registriert: Not Yet

Gott ist groß !

Ich kann mich Michael nur anschließen: ist es ein eigenes Erlebnis oder das eines Freundes ?
Janek, Du hast gut beschrieben, was andere in dem Satz "Die Hoffnung stirbt zuletzt" ausdrĂŒcken - kurz, aber einfĂŒhlsam und prĂ€gnant.
Egal, ob eine wahre Geschichte oder nicht, aber fĂŒr mich ein neues Zeichen fĂŒr die GĂŒte Gottes, die Leben schenkt - und daß jedes Leben lebenswert ist, egal, was Ärzte in ihrer eigenen Unvollkommenheit sagen (mĂŒssen). Und falls wirklich wahr, hat es die Eltern nĂ€her zu Gott (zu dem sie beteten) gebracht ?
Viele GrĂŒĂŸe von
Barbarella

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Janek S.
???
Registriert: Sep 2002

Werke: 11
Kommentare: 8
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Als erstes möchte ich sagen, dass diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht!
Ich habe sie gehört und war so gerĂŒhrt von diesem Schicksal, dass ich einfach darĂŒber schreiben musste.
Leider weiß ich nicht, was nun aus diesen Menschen wurde.
Aber ich hoffe, dass es ihnen noch immer gut geht.
Vilen Dank fĂŒr die nette EinschĂ€tzung!
__________________
Wer keinen Mut zum trÀumen hat, hat keine Kraft zum KÀmpfen!

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Peterchen
Festzeitungsschreiber
Registriert: Sep 2002

Werke: 4
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Hallo Janek, eine schöne, aber traurige Geschichte...
Leider wird dem "Augenblick" oft viel zu wenig Wert zugeordnet. Es muß erst zu Situationen kommen, wie du sie beschrieben hast. Erst dann erkennt so mancher mit welchem GlĂŒck er durchÂŽs Leben geht. Man weiß erst was man hatte, wenn man es nicht mehr hat. Bei allem Genörgel, bei allem Rumgemecker an Kleinigkeiten sollte man dieses beachten und sich ĂŒberlegen, ob es einem wirklich so schlecht geht wie man tut. Der Verlust eines Menschen ist der grĂ¶ĂŸte Verlust ĂŒberhaupt, Liebe zu geben und zu empfangen ein Hauptgewinn...
Also, schöne Geschichte die zum Nachdenken anregt,
Peterchen.

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