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Leselupe.de > Gereimtes
Oktober
Eingestellt am 25. 10. 2004 23:21


Autor
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Alina
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2004

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Oktober
Wildg├Ąnse rufen
Am graublassen Himmel,
Im Nebel der Morgen erwacht.
Laubteppich legt sich
Auf einsame Wege-
Herbst kam ins Land ├╝ber Nacht.

Goldastern leuchten
Im Licht m├╝der Sonne,
Reich geschm├╝ckt ist der Erntekranz.
Im Spreewald feiert
Man allerorts Kirmes-
Und trifft sich abends beim Tanz.

Kerzenschein f├Ąllt
Aus den Fenstern zur Stra├če,
F├╝r Gedanken bleibt wieder Zeit.
Holzfeuer knistern
In offnen Kaminen-
Fr├╝her bricht an Dunkelheit.

Apfelbaum ├Ąchzt
Unter der Last seiner Fr├╝chte,
Am Spalier h├Ąngt schwer letzter Wein.
(├ťberarbeitung:) Pfl├╝ck vor dem Frost
Eine Rose f├╝r dich-
Schl├Ąfst diesen Winter allein.

__________________
Ex oriente lux

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Alina

Wenn du unbedingt das hunderttausendste Gedicht ├╝ber den Oktober schreiben musstest - meinetwegen. Aber bleib dann wenigstens bei deinen Klischees vom Nebel, Laubteppich, Erntekranz und den Apfelb├Ąumen.

Rilke sollte tabu sein und wenn schon, dann zitiert werden. Oder geh├Ârst auch du zu jenen, die jetzt aus allen Wolken fallen und nicht wissen, dass Rilke das bereits in seinem Herbsttag schrieb:

"Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Bl├Ątter treiben."

Lotte Werther

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Alina
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2004

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Oktober

Hallo Lotte Werther,
ich danke Dir f├╝r Das Durchlesen und Bewerten meines Beitrages "Oktober".
Danke auch daf├╝r, dass Du mich auf einen gravierenden Fehler aufmerksam gemacht hast. Ich hatte eigentlich nicht die Absicht, etwas von Rilke zu verwenden.Irgendwie war mir die Zeile mit dem Haus in den Sinn gekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich vor l├Ąngerer Zeit einmal sehr viele Werke von Rilke gelesen habe.
Nat├╝rlich werde ich den Beitrag dementsprechend ├Ąndern- wie gesagt: es stand keine Absicht dahinter, eher der Zufall.
Es ist gut, aufmerksame Leser zu finden.Deshalb stelle ich meine Beitr├Ąge auch zu erst ins Internet, bevor ich damit in die ├ľffentlichkeit gehe.
Zum anderen: Was ist am Herbst eigentlich nicht klischeebehaftet?
Zu viel ist schon dar├╝ber geschrieben worden, angefangen von den "Gro├čen" wie Goethe, Heine oder Eichendorff.
Ich kann nur versuchen kleine Wortbilder zu malen, eben in meiner naiven Art.
Ganz herzliche Gr├╝├če
Alina



__________________
Ex oriente lux

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mirami
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Alina,

mir gef├Ąllt die Stimmung in deinem Gedicht sehr gut. ÔÇťF├╝r Gedanken bleibt wieder Zeit.ÔÇť f├Ąnde ich einen gelungenen Schluss.

Liebe Gr├╝├če
mirami

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Also, alle Welt einmal hinh├Âren, inklusive alle
Bausparkassen: Bitte niemals folgende Zeilen verwenden:

Wer noch kein Haus hat,
Der baut sich nun keins mehr-


Warum? Ja, weil es der Rilke irgendwann einmal gebraucht hat. Also, wehe irgendeiner benutzt es!!!
Man kann alles ├╝bertreiben und ich sehe in Alinas Worten
keinerlei Kopie - soweit ich wei├č, sind keine Worte
aus unserer Sprache verboten, auch nicht, wenn sie Herr
Rilke einmal gebraucht hat.
Liebe Alina - es gibt nichts mehr, was nicht schon
├╝ber den Herbst geschrieben wurde - au├čer man zieht sich
noch was Krampfhaftes aus der Nase, insofern sehe ich auch nichts Verwerfliches darin, sogenannte Klischees zu verwenden - der ganze Herbst wiederholt sich, nicht nur jedes Jahr, sondern immer in derselben Weise. So viel Neues gibt es also nicht. Man kann nat├╝rlich noch ein gedrechseltes und noch irgendein m├╝hsam orginelles Gedicht
schreiben wollen - aber mu├č man das? Ich meine nicht! -
Jeder sollte so schreiben, wie es ihm pa├čt, auch wenn es anderen nicht passen oder gefallen sollte.
Mir gef├Ąllt, ├Ąhnlich wie Mirami, die Stimmung Deines
Gedichtes und Du brauchst Dich f├╝r gar nichts zu entschuldigen. Mir ist ein scheinbar naives Gedicht in dem
eine Empfindung zu sp├╝ren ist immer noch lieber als einige
"Kopf-krampf-Geburten"bei denen man nichts so merkt, als
da├č der Schreibende nur originell sein wollte.

In diesem Sinne, liebe Alina,
einen sch├Ânen Herbsttag f├╝r Dich
und liebe Gr├╝├če
von Klopfstock

P.S. es gibt auf der Welt ein paar Leute, die
wissen wer Rilke ist, die aber nicht unbedingt
auf dem Bauch vor ihm liegen m├╝ssen

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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
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Liebe Lotte,

die Rilkesche Zeile kam gestern Abend in einem ziemlich langweiligen Fersehfilm vor mit der Bemerkung, ob sie vielleicht aus einem Theaterst├╝ck stamme. Du siehst andere Autoren handeln auch damit. Au├čerdem hat nicht unbedingt jeder so ein Ged├Ąchtnis, dass er noch wei├č woher aus seinem Unterbewusstsein etwas heraufgestiegen ist.

Ich finde Deine Tonart Alina gegen├╝ber unfreundlich: "Wenn schon, dann mach das bitte so, aber nicht so, oder geh├Ârst Du auch zu denjenigen, die jetzt aus allen Wolken fallen". So spricht man eigentlich mit Kindern, bei denen man die Geduld verliert, weil man ihnen schon 100 Mal dasselbe gesagt hat.
Auch Deine Anrede und Deine Abschlussformel h├Ątte menschenfreundlicher ausfallen k├Ânnen f├╝r meinen Geschmack.

Mir scheint, Du hast den Inhalt dieses Gedichtes nicht verstanden. Es geht nicht um den Oktober, es geht darum, wie der Oktober in dieser einzigartigen Landschaft des Spreewalds, die Du auf der Welt kein zweites Mal wiederfindest, gefeiert wird. Es ist kein Herbstgedicht, es ist eine Hommage an dieses Fleckchen Erde, das einigen Menschen Heimat bedeutet, und wenn Du genauer liest, dann wird Dir auch das Anheimelnde in dem Text deutlich werden, das traue ich Dir unbedingt zu.
"Wer noch kein Haus hat, der baut sich jetzt keins mehr", ja, warum denn nicht, weil n├Ąmlich schon ab Anfang November 10 Grad minus zu erwarten sind. So ist das n├Ąmlich gemeint in diesem Gedicht, wie immer Rilke, der zu meinen Lieblingsautoren geh├Ârt, es auch immer gemeint haben mag.

Alina pflegt ihre Texte vorzutragen, und sie holt sich hier Verbesserungsvorschl├Ąge f├╝r dieses Unternehmen. Wo bitte, liebe Lotte, ist Dein Verbesserungsvorschlag?

Ich habe ├╝brigens auch keinen, und ich denke, dass Menschen, die selbst nicht in der Lage sind, ihre Heimatliebe zu formulieren, dieses Gedicht gern haben werden, weil sie sich darin wiederfinden.

Liebe Gr├╝├če von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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