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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Old Vic
Eingestellt am 17. 12. 2006 15:59


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Haarkranz
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Vic

Anke wälzte sich schlaflos, wie fast jede Nacht seit sie auf der gottverlassenen Insel festsaßen. Sie als Einzige, so der Vorwurf der Anderen, war nicht bereit sich ins Unvermeidliche zu schicken. Muss ich mich schicken, aus Solidarität etwa? Ging es ihr zum xten mal durch den Kopf
Wieso hindere ich, zehn ausgewachsene Weiber zwischen achtzehn und dreißig Jahren, zu leben? Sollten sie doch ihren Vorstellungen frönen. Was brauchen die mein Einverständnis, Solidarität gar, ein wenig tiefer könnten die das hängen.
Wenn die Nachricht aus dem seit einem Jahr verstummten Radio stimmt, sind wir die einzigen Menschen auf der Welt. Alle Anderen, weltweit krepiert. Pandemie.
Kein Flugzeug holt uns mehr hier raus. Hatten wir zu kapieren. Was sollten da Lebensentwürfe? Gestaltetes neues Leben, wie Frau Doktor „hochtrabend“ Inge es propagiert? Das Fundament sei Vic, ausgerechnet Vic, der fröhliche alte Säufer, mit seinen fünfundsiebzig Lenzen.
Wenn nicht Vic, wer dann? folgerte Inge umwerfend konsequent, und wenn Vic, dann aber dalli, in Hinblick auf sein Alter.
Das interessante, Vic war bereit, warum auch nicht, jedoch als erste Anke!
Doch ich will nicht, das ist das Dilemma.
Dass du kein Kind willst, gut dafür haben wir Verständnis, ist aber nicht nur deine Angelegenheit. Du musst dich stellen, so Dr. Inge, die Wortführerin der „Neues Leben“ Fraktion. Wir müssen gebären, um menschliches Leben auf unserem Planeten zu erhalten. Du willst dich drücken, wir werden das auf keinen Fall dulden.
Der Druck verstärkte sich von Tag zuTag, die Damen gaben sich die Tür zu meinem Zimmer in die Hand, redeten pausenlos auf mich ein, den Anfang zu machen. Ich blieb hart.
Vic lief herum wie Falschgeld. Traf er mich, schlug er die Augen zu Boden, quetschte sich an mir vorbei, machte den Eindruck nicht hinter dem zustehen, was er verlangte. Etwas musste geschehen, er und ich waren die Hauptpersonen, diese Position galt es auszubauen. Sprechen, miteinander reden, ausloten, wie er zu dieser idiotischen Posse stand.
Als ob er meine Gedanken gelesen, wich Vic bei unserer nächsten Begegnung nicht aus. Ganz im Gegenteil, er vertrat mir den Weg und sagte: „Kind, wir müssen reden.“
„Worüber Vic?“
„Komm heute Abend auf mein Zimmer.“
Konnte viel bedeuten diese Einladung, aber ich bin einen Kopf größer als er, und gut in Form. Von der Gewaltseite drohte keine Gefahr. Also ging ich zu ihm.
Ich staunte nicht schlecht als Vic, bevor ich nur ein Wort gesagt hatte, erklärte:
„Ich will das alles nicht! Was denken sich die Weiber eigentlich, wie komm ich dazu den Zuchtbullen zu geben? Bedenken die mein Alter nicht? Gut, ich war blöd genug, mich mit Inge einzulassen. Jetzt bildet die sich ein, weil das geklappt hat, könnten wir Adam mit zehn Even spielen.
Das mit dir hab ich vorgeschützt, weil du die Einzige bist, die nicht mitmacht. Konnt ich mich prima hinter dir verstecken. Seh aber, wie die dich unter Druck setzen.
Könnte unangenehm werden, die Inge ist dabei Allmachtsfantasien zu entwickeln.
Ich hab nichts zu fürchten, ohne mich läuft hier ja nichts.“
„Ja Vic, ich nickte freundlich, du bist auf der sicheren Seite. Nur hast du eine Ahnung was zu tun ist?“
„Um ehrlich zu sein, nichts Durchschlagendes. Deshalb sitzen wir hier, zwei Köpfe kriegen mehr geregelt. Wir könnten uns täglich treffen, auf dein oder mein Zimmer gehen, Kriegsrat halten. Unsere Gegner legen unsere Zusammenkünfte als Tete-a-Tete aus, so gewännen wir Zeit.“
„Was nutzt uns Zeitgewinn, Vic?“ fragte ich, und er hatte die, für die Situation einzig passende Antwort: „Wir sähen Zwietracht! Gehen wir davon aus, sexuelles Bedürfnis wird zehn junge Frauen, sicher nicht in das Bett eines Fünfundsiebzigjährigen treiben, so haben wir unseren wirklichen Gegner schon ausgemacht! Eine menschheitbeglückende Ideologin, unsere Inge! Sie ad absurdum führen, ist unsere Aufgabe, ganz langsam und schön subversiv.
Du wirst die mürrische, sich ins Unvermeidliche schickende Anke geben. Ich den in immer tiefere Depression versinkenden Liebhaber. Dr. Inge wird kontrollieren wollen, mich fragen, na wie klappt es, bist du glücklich? Ich werde mir diese rüde Penetration meiner Intimsphäre verbitten.
Du knöpfst dir die Damen vor. Machst Andeutungen, fragst, was wollt ihr von dem Vic? Was stellt ihr euch vor? Nach meiner Erfahrung bringt der es nicht mehr.
Aber Inge hat bestätigt, er hätte noch gut gekonnt, wirst du zu hören bekommen.
Du darauf: Inge, seht sie euch doch an, hat absolut keine Ahnung.
Garantiert wollen die Damen Details. Die gibst du ihnen. Erzähl von meinem fruchtlosen Bemühen, die Stange gerade zu kriegen. Auch alle Hilfestellung deinerseits, niente.
Sie werden das Inge brühwarm hinterbringen, die wird dich vernehmen wollen. Du hälst dich zurück, gibst dich genant. Dementierst, und auch wieder nicht. Das wird sie verlocken, von ihren Erfahrungen mit mir zu sprechen. Du hörst dir das an. Am nächsten Tag, nachdem du mich befragt hast, stellst du Inge vor versammelter Mannschaft zur Rede.
Inge sagst du: „Ich habe Vic vorgeworfen, was du mir, von ihm und dir, im Bett erzählt hast. Was du unterschlugst, Vic war sternhagelvoll! Ein Zustand in dem keine Kinder gezeugt werden sollten. Vic sagt, auch nicht könnten!
Wenn er sich besöffe, könnte er mit jeder, zur Not auch mit einer Schimpansin. Aber ohne Schnaps geht nichts, und es käme sowieso nur heiße Luft!“

Genau so hab ich das angeleiert, die Inge herausgefordert.
„Das hat er dir erzählt,“ fauchte Inge, „gelogen, sag ich, gelogen von hinten bis vorne! Sicher war Alkohol im Spiel, wie das beim einfädeln solcher Begegnungen immer der Fall ist. Aber sternhagelvoll, dass ich nicht lache! Angst hat unser Knabe, ich schwör‘s euch. Angst vor der Vorstellung, der Mitschöpfer eines neuen Menschen zu werden. Es gibt auch einen Beweis für seine Verlogenheit!“
Inge hatte immer lauter gesprochen, zuletzt schrie sie.
Die Frauen von dem Geschrei neugierig geworden, hatten alles stehen und liegengelassen, umstanden uns in großem Kreis. Oben auf dem Balkon stand Vic, seine Pfeife zwischen den Zähnen, blinzelte er besorgt zu uns hinunter.
„Hier der Beweis!“ Inges Stimme überschlug sich, als sie mit wildem Griff ihr Kleid im Ausschnitt packte, und es mit einem Ruck auseinander riss. „Seht ihr mein Tönnchen“, triumphierte sie, und legte beide Hände zärtlich auf ihren tatsächlich schwangerschaftlich runden Bauch. „Vierter Monat!“ schrie sie, „kann nicht zeugen der Vic! Das ich nicht lache! Bin ich Maria? Vom Herrn geschwängert? Von einem Herrn sicher, von dem nämlich, der da oben mit der Pfeife im Maul auf uns runterschaut. Von dem, der sich zu drücken versucht, seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit zu tun, dem wir, das schwör ich euch jetzt und hier, das nicht durch gehen lassen werden!“
Alle schauten rauf zu Vic, nachdem Inge sich erschöpft, in einen der langsam brüchig werdenden Korbsessel hatte fallen lassen.
Augenscheinlich störte ihn der Ausbruch nicht im geringsten. Als Jutta ihn fragte, ob Inges Ungeborenes tatsächlich von ihm sei, zuckte er die Achseln, „genau wissen das nur Mütter,“ kicherte er. „Väter sind bei der Zeugung, meist nicht auf dem Gipfel ihrer kognitiven Möglichkeiten.“
„Aber Vic!“ fuhr Elvira dazwischen. „Du bist der einzige Menschenmann hier auf der Insel, unser Ziegenbock Eriwan wird sie doch nicht geschwängert haben!?“
Vic, beschäftigte sich umständlich mit seiner Pfeife, kratzte darin herum. Bevor er sich jedoch umwandte, um auf sein Zimmer zu gehen, meinte er:
„Vierter Monat hat sie behauptet. Sind also noch fünf Monate, die vergehen schnell, da erfahrt ihr bald, ob Eriwan oder ich es gewesen sind.“ Sprach‘s und verschwand.
Inge glotzte ihm mit offenem Mund hinterher. Kaum jedoch war die Tür hinter Vic ins Schloss gefallen, zischte sie, das soll er mir büßen, und rannte die Treppen zur Veranda hinauf. Oben angekommen, drehte sich zu den ihr nachschauenden Frauen um, und schrie:
„Kommt alle rauf, voran! Dem zeigen wir wo Bartel den Most holt! Das lassen wir uns nicht gefallen!“
„Uns hat er nicht beleidigt!“ Elvira ließ ihren Arm wie eine Schlange zu Inge hochzucken, „du, du wirst einen Ziegenbock oder auch nicht gebären!“




Jutta griente, und in Zittas Kehle gluckste ein Lachen, von dem sich alle schnell anstecken ließen. „Wirst du ihn Eriwan nennen, Inge, und wie, wenn‘s ein Mädchen wird?“
Ein Mädchen wird Aida heißen, Anna sang: „Hoooolde Aiiiiida! Oder vielleicht Dr. Aiiida, Inge?!“
Elvira fand den Scherz herrlich, schüttete sich aus vor Lachen, wobei sie zwischen den einzelnen Lachsalven, „Dr. Aiidaa, Frau Dr. Aiidaa prustete.“
Inge, dass muss man ihr lassen, erkannte schnell, die Situation war ihr entglitten. Sie brachte es fertig das Feuer ihrer Wut zu löschen, den Spieß herumzudrehen, Elvira anzunehmen.
„Elvira,“ schmeichelte sie, „jetzt hast du genug gelacht, ich verspreche dir, wird es ein Ziegenmädchen, nenn ich es Aida, und promoviert wird es auch.“
„Promo was wird es, hab nicht verstanden?“
„Stell dich nicht blöd, Elvira, wir machen das Zicklein zum Doktor, einverstanden?“
Vic mußte hinter der Tür gelauscht haben. Bevor die Stimmung sich zu Inges Gunsten änderte, war handeln gefragt.
Plötzlich stand er neben ihr. „Meine Damen,“ er erhob seine Stimme kaum, stand oben neben Inge, und sah auf uns hinunter.
Als es still geworden war, ließ er das Schweigen eine Weile lasten, bevor er begann:
„Liebe Damen, als ihr mir erstmals euer Ansinnen vortrugt, glaubte ich an einen schlechten Scherz. Mittlerweile bin ich eines Besseren belehrt. Gesetzt den Fall, ich käme euren Wünschen nach, machte mich zu eurem Eber, Stier oder wie soll ich die Stellung nennen, zu der ihr mich befördern wollt. Unterstellt auch, ich könnt euch allesamt schwängern, es wär fatal! Ihr würdet im Verlauf der nächsten Jahre Kinder zum Fürchten kriegen!
Mädchen und Jungen die sämtlich Halbgeschwister wären, heranwüchsen, um zu fünfzig Prozent identisches Erbgut auszutauschen, und so weiter und so weiter. Diese Insel würde über kurz oder lang, von genetisch schwachen, bestenfalls Halbidioten, übervölkert sein. Mord und Totschlag wären an der Tagesordnung, mangels ausreichender Nahrung, frässen sich unsere Nachkommen alsbald gegenseitig.
Vom Erhalt des Menschengeschlechtes, von dem Frau Dr. Inge träumt, kann keine Rede sein. Ich möchte euch deshalb noch einmal bitten, die nächsten fünf Monate zuzuwarten, dann festzustellen, was Dr. Inge auf die Welt bringt. Ich hoffe es wird ein Bockmensch oder Menschbock, vor allem männlichen Geschlechts. Ein solches Wesen ist, wie ihr wisst, in längstens zwei Jahren geschlechtsreif, paart euch mit dem, das ergibt garantiert grössere genetische Vielfalt, als eine Paarung mit mir.“
Wilde Pfiffe, waren der Lohn für Vics unverschämte Ausführungen.
„Was fällt dir ein Vic,“ schrie Elvira. „Mit Inges Eriwan-Balg mich paaren, bist du wahnsinnig! Wozu müssen wir die Menschheit retten? Die war doch auch ohne die Epidemie nicht mehr zu retten. Lasst uns hier ruhig leben, Konserven haben wir in Überfluss, genug Diesel für den Generator, also Strom. Zu lesen jede Menge, Videos ohne Ende.
Für den Trieb werden wir lesbisch, vielleicht hilft Vic ja auch, zu saufen haben wir genug. Nicht Vic, ganz ohne Zeugungswut, nur so als Fick, kriegst du die Stange manchmal gerade?“
„Vergiss mir nicht den Eriwan, Elvira! Denk an die ollen Griechen, der Pan war auch ein Bock, und was für einer,“ lachte Vic, von seiner Verandawarte auf uns runter.
„Nein Vic, der Erivan stinkt so abscheulich, den bitte nicht. Was dich angeht, fürchte dich nicht, was du gesagt hast, ist hier angekommen. Wäre doch schauerlich die Brut, die wir uns zeugten. Lass Dr.Inge sich, mit dem was sie zur Welt bringt paaren, sollte es Schwanz und Eier haben.“
„OK dann Mädchen, machen wir Frieden. Ich hab ehrlich gesagt, nichts gegen einen Fick wenn‘s mich gelüstet, mir Lust gemacht wird. Könnt vögelnd sterben. Nur als Programm ist es abscheulich.
Komm mit, Elvira. Hab oben in den Hügeln ein lauschiges Plätzchen, erzählen wir uns, wie es war als wir noch lebten.“
„Stopp,Vic! Ich lebe noch, fühle mich puppenlustig! Weiß nicht was ich aus früherem Leben erzählen soll, früher ist jetzt und jetzt ist hier.“
„Schon gut, Mädchen. War mir Metapher, seit ich hier bin, fühl ich mich paradiesisch, folgere daraus, dem alten Leben bin ich ausgebüchst.“
„So bist du auch, der Dr. Inge ausgebüchst?“
„Jau, dem Rabenaas, verfluchte Schnabelfotze!“
„Was soll das, Schnabelfotze, Vic?“
„Kennst du nicht, Eliken, bei Schnabelfotzen geht es nur von hinten. Das richtige für Erivan, der tut’s nur so.“
„Heißt das, niemals ein Aug in Auge Fick?“
„So ist es, ne Schnabelfotzige, sah nie ein Auge in Verzückung brechen. Hält einfach nur den Rammelarsch dir hin.“
„Wirf’s nicht zu weit weg,Vic, wenn ich so richtig hoch auf Touren bin, lieb ich den Rückstoß, möchte den nicht missen.“
„Wer schon, Elvira? Doch du sagst es, auf Touren, von Sinnen animalisch sein, da lieb ich deine strammen Kugelhälften, such mir den glühend roten Schlitz und pfähle dich!“
„Vic! Schäm dich, doch ja, mach voran, ich komm mit!“
„Brav Mädchen! Hast Courage!“
„Wieso Courage? Brauch ich die?“
„Nicht unbedingt, es sei, ich weiht dich ein.“
„Weihtest mich ein?“
„Ja offenbarte mich, wie man so sagt.“
„Streich nicht wie eine Katze um den heißen Brei! Sag schon!“
„Mal langsam Mädchen, kommt schon noch, ein kurzer Flug gefällig?“
„Wie ist mir Vic, wo bin ich?“
„Lauschiges Plätzchen, hab ich Wort gehalten?“
„Ja hast du von gesprochen, lauschiges Plätzchen in den Hügeln.“
„Und?“
„Ja, ja. Sieht so aus, wie kam ich her? Muss ich mich fürchten, Vic?“
„Fürchten? I wo, wovor?“
„Vor dir, vielleicht?“
„Vor mir, nein sicher nicht. Du weißt warum wir hier sind.“
„Wir wollten vögeln!“
„So ist es, Kind.“
„Nur vögeln wollte ich den alten Vic, nicht jemand der mich eleviert!“
„Der dich was?“
„Eleviert, mich werkzeuglos von einem Ort zum anderen transportiert.“
„Schätzchen, wie sollt dir das geschehen?“
„Wie? Keine Ahnung. Doch ich bin hier und eben war ich dort. Dazwischen nichts!“
„Dazwischen nichts und keine Ahnung, du meinst du weißt nicht wie du hergekommen?“
„Genau! Erklär mir Vic, wie bin ich hergekommen, sonst wird das nichts mit uns, ich bin so trocken wie der Wüstensand!“
„Ja, wenn das mal so einfach wäre.“
„Was soll das heißen, Vic? Du bist also im Bilde, nur ich, ich. Falsch. Du bringst es mir nicht rüber, stimmt‘s?“
„So ähnlich, ja. Am besten, du fragst weiter.“
„Ich soll weiter fragen? Wonach denn, Vic, verdammt?“
„Einfach nach dem was auf der Hand liegt.“
„Was auf der Hand liegt, was ich wissen könnte, wollt ich?“
„Sehr gut mein Mädchen, weiter so, nur Mut!“
„Wie kam ich her?“
„Mit mir.“
„Geschenkt, wie kamen wir her, Vic?“
„Schon besser. Wie kamen wir bloß her? Lass mich überlegen, auf die Insel?“
„Nicht auf die Insel, in die Hügel hier?“
„Wie auf die Insel, da ist kein Unterschied, lebendig jedenfalls.“
„Lebendig, Vic! Verarsch mich nicht.“
„Davon, kann keine Rede sein, Elvira.“
„Was hat die Insel, mit den Hügeln hier zu tun?“
„Ganz einfach, die Hügel liegen dieser Insel auf.“
„Liegen der Insel was?“
„Auf, liegen ihr auf, basta.“
„Du meinst, sie liegen drauf, aufgehäuft?“
„Sicher, so sagte ich, liegen der Insel auf.“
„Geschwollen wie du schwätzt, muss das sein?“
„Ja, dem Grunde nach.“
„Dem Grunde nach, Vic, ich mag nicht mehr. Die Stimmung ist dahin. Bring mich zurück.“
„Wohin zurück? Elvira.“
„Zu den Anderen, bitte Vic. Ein wenig fürcht ich mich.“
„Du fürchtest dich?“
„Ja, sagt ich doch.“
„Vor einem alten Mann? Du bist größer, besser in Form, hat jedenfalls die Anke gedacht, als sie zu mir auf’s Zimmer kam, als ich sie zu begehren vorgab.“
„Du hast sie also nicht begehrt?“
„Nein, wie sollt ich.“
„Warum dann das Theater?“
„Ein Spiel vielleicht, Elvira.“
„Vic, ich komm da nicht mehr mit. Ich trau mich nicht zu sagen was ich denk, und nicht zu denken, was mir schwant.“
„Was schwant dir?“
„Ein wüster Traum, die Wüste die ich bin. Das Nichts, dem ich mich kampflos stets ergeben.“
„Jetzt redest du geschwollen, Kind.“
„Schon gut, mir ist danach.“
„Versteh, du willst nicht sehen.“
„Kann nicht, Vic! Kann nicht!“
„Was hindert dich?“
„Du Vic, ich sagt es schon, mich graust‘s!“
„Dann schrei es raus: Victor mir graust vor dir!“
„Ich kann und will, Victor, nicht Gretchen sein!“
„Wobei ich so viel älter bin als Heinrich, geboren wurd ich in Arkadien.“
„Ich dacht es mir, seit du vom Bocke sprachst, die Mutter Nymphe, Hermes zeugte dich!“
„So könnte es gewesen sein, doch sieh mich an, ( zieht seine Hosenbeine hoch ) sind das die Füß vom Bock, nun Glatz, gibt‘s da Gehörn?“
„Nein Vic, seh nichts davon, nur sag, wie bin ich her gekommen? Erklär, dann drängst voll Lust und Eifer, mich zu dir.“
„Wär ich, der du zu ahnen glaubst, ich bin, vor Liebe wimmernd küsstest du den Boden, den mein Fuß geweiht.“
„Mag sein, doch wäre das nicht ich, ich suche Körper nicht die Liebe.“
„Richtig Elvira, wir sprachen nur von Lust. Also was zögern wir? ( tritt vor sie hin, zieht ihr den Pullover über den Kopf ) Selten sah ich, ein schöner Brüstepaar! Entzückend aufgerichtet der Knospen Krönchen, schau nur wie‘s linke zu mir rüber geilt.“
„Vic! O mein Gott was ist geschehen? Du bist ein Satyr, Pan, ein Faun, wo eben noch der Greis, ein strotzend schöner Jüngling, mit einer Lanze, Vic, ich fass es nicht! Komm nimm mich schnell, wer immer du auch seist, möchte nichts missen, sitz dir auf, zieh deinen Pfahl mir hoch bis in die Kehle. Dir Syrinx sein, für immer! Dein Lied nur flöten, gleich der Nachtigall!“
Reißt sich den Rest der Kleider runter, nackt springt sie den Jüngling an, der fängt und spießt sie auf.
„O Mordio o Zeter, ich leiste jeden Eid der mir würd abverlangt, noch nie ward die Schatull mir so gefegt, wie von dem Kerl. Was soll ich sagen, kann doch schreien nur: O Zeter, Zeter, Zeter Mordio! O Mordio Zeter, Zeter!! Wer bin ich? Das Eine schaut dem wüsten Schieben, Klammern, Stossen, Küssen zu, als ob zwei Fremde sich bekämpften, das Andre ist das Schreien, Stöhnen, Keuchen, Heulen! Nie kann genug mir werden von dem Reiben, Zucken, Rühren! O Fick mich so in alle Ewigkeit, wenn das der Himmel ist, so bin ich angekommen!“
„Bin nicht das Himmelreich, Elvira, der Bock nur aus Arkadien, der sich zu später Stund ‘nen Schabernack erlaubt. Schon als wir über Hügel tief sinnierten, die auf dem Unteren liegen, drauf nur, wie ich sagte, wurd dir flau.
Wie anders sind, frag ich dich, deine Hügel? Heute noch schwellend prall und morgen ausgeleert, bloß hautige Falten noch. So keuch ich dir bei jedem Stoß, der dir die Seel, den Leib, lustvoll sich dehnen lässt, das Lied von der Vergänglichkeit. Und stieß ich dich von einem Himmel in den anderen, hielt es die Uhr nicht an, und angewidert müsst herab ich klettern, von dem was eben du noch warst, doch morgen sicher nicht mehr bist.“
„Red nur, spuck aus, schmäh mich, nur halt nicht ein,o Vic, wer immer du auch bist! O sei mir Fickmaschine bis in Ewigkeit. Mache mich beutelig, faltig, kerb Runzel neben Runzel, nur lass nie nach in dem Bemühen, mir tief vermählt zu sein. Verlässt mich gleich, morgen oder in unmessbarer Zeit der lieben Sonne Licht, sei‘s drum, nur hör nie auf mit deinem rein und raus, nie auf mit rühren, lecken, saugen! Nie auf zu biegen, drehen, beugen, spreizen, dehnen! Wo war ich nur? Mir ist als hätt ich nie gelebt. Wer waren die, die schworen Liebe wär, was sie versuchten! Die Anstalt für Vollendung hielten! Erquickten sich an meinem zagen Fiepen, brüsteten sich mit Wolllust die nie war.
Mit Dornen, sollt zu Paaren ich sie treiben! Aus Dornen Futterale flechten, dass ihre müden Wurzeln, sich blutig rissen an den spitzen Stacheln.“
„Halt ein Elvira, komm zurück zur Erde!“
„Wie sollt ich Vic, hab Himmel doch geschaut?“
„War der Chimäre, Mädchen, flamboyante Mähne, Fantasia die dich rauschend überrannt! Du bist nicht du mit mir, wie ich nicht ich! NurTeil, Schale, da ausgebrochen wo benötigt, dann ausgerichtet auf Empfindung, anderes ausgespart, ganz konsequent. Das was dich in den Himmel schauen ließ, sind Ganglienknoten zielstrebig geknüpft, sodaß Membran du warst, für jeden Sinn der dir gehorcht, mit jedem Seufzer der noch nie getan, mit jedem nie dir holden Glück, warst du vermählt.“
„Vorbei? Jetzt nur noch leere Hülse sein? Vic, sag warum?“
„Sieh mich doch an.“
„Warum bin ich nicht tot, der alte Vic! Sag, was geschah mir? Wer löscht die Feuerbrände mir im Hirn, wie soll ich leben in der alten Haut?“
„Du bist nicht alt, Elvira, um eine Stunde älter, als vor einer Stunde.“
„Ja, ja, nicht alt. Schrott bin ich Schrott.“
„Auch das nicht, Mädchen. Erkenne einfach, du warst halb, ach was, ein viertel achtel, sechzehntel! Mache dich rund, zum Vollen. Vergiß den Himmel, nicht du bist es, die Himmel war! Du warst halluzinierende Halluzination.“
„Vic, Halluzination? Nicht Wirklichkeit?“
„Wie Leben immer, was stellst du dir vor? Was sollte Wirklichkeit bewirken? Zeus, Pan, Hermes, Platon, Charlemagne, Päpste, metzelnde Khane, mordende Meuchler,
Stalin, Hitler, Pol Pot? Glaub mir Elvira, nie war da Reales. Atomgezirpe nur, vor dunklem Nirgendwo!“
„Sag Vic, wie geht es weiter?“
„Wir gehen zu den Anderen zurück, waren nicht lange weg, ne knappe Stunde. Du erzählst wie gut es dir ergangen.“
„Erzähl? Erzähl was mir geschehen?“
„Ja warum nicht, wir saßen auf den Hügeln und stritten. Wie liegen die? Sind wir jetzt einig?“
„Gut, von dem was war, kein Wort?“
„Wovon denn, war doch nichts! Old Vic, hat nur sein Maul groß aufgerissen, Sand wo du hinschaust, was sollt hier lauschig sein?“
„Jüngling, Satyr, Vergangenheit und nie gewesen?“
„Du redest wirr, Elvira, fieberst du?“
„Fiebere ok, bleibt Schatz mir was ich fühlte. Egal ob’s Himmel oder Hölle war.“
„Da bist du ja, Elvira, hab dich gesucht. Wollt Vic, uns nicht zu lauschigem Platz entführen?“
„Führen wohl eher, Anke. Stell dir den Alten als Entführer vor?“
„Wirf‘s nicht zu weit weg, man soll den Tag nicht vor dem Abend schelten.“
„Du hattest doch Gelegenheit, ihn in der Liebeskunst zu prüfen, Anke. War dein Bericht erfunden? Du sprachst ihm alle Möglichkeiten ab, vielleicht hat er sich doch, in deinem Bett zum Jüngling hin gemausert?“
„Bitte Elvira, bring nicht das Nichts zusammen mit Erfüllung, selbst Worte wecken mir Erinnerung!“
„Ach Bett und Jüngling! Ich nehme an du zürnst dem Wörtchen „zum“ das Bett vom Jüngling trennt.“
„Fast siehst du‘s richtig, was noch fehlt ist MEIN.“
„Dein Bett mit Jüngling, Anke?“
„Wie lang Elvira, sind wir ohne Mann?“
„Wenn du so fragst, viel zu lang.“
„Den Vic siehst du nicht als Mann?“
„Nein wie könnte ich, besser wie könnte er‘s sein?“
„Kam mir so in den Sinn, als ich dein Lächeln sah, Elvira. So lächelte ich auch einst, lange, viel zu lange ist es her. Von welchen Zaubertrank hast du getrunken, der deinem Auge dieses Strahlen leiht?“
„Geschlafen, Anke, ach geträumt hab ich. Einsame Sonneninseln kamen vor im Traum, möglich auch Jünglinge, ich hab`s vergessen.“
„Niemals, Elvira, hätte ich geglaubt, wie fad Traumparadies ganz ohne Männer ist. Vielleicht sind wir verhext, zuviel uns über Männer hergemacht. Was braucht man sie, warum nur Männer? Das Stückchen steifes Fleisch, dafür die vielen Kilo blöden Kerl verkraften. Wie schön und sauber, ein Plätzchen ohne IHN.“
„Frevle nicht Anke, wir sind doch Katzen nur auf heißem Blech!“
„Hast recht Elvira, der Männermangel lässt uns krümmend, den eignen Körper zur Umarmung suchen. Was soll nur werden, sag, was wird aus uns?“

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Aceta
???
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Idee und Ausführung

Guten Abend,

die Idee hinter diesem Text gefiel mir auf Anhieb. Der Anfang liest sich auch locker-leicht. Ich hatte zunächst den Verdacht, Old Vic würde die Widerborstige in eine Falle locken - aber es kommt anders. Egal - die Story liest sich ...

Aber dann gleitet die sprachliche Gestaltung zur Textmitte hin irgendwie etwas zu sehr ins Vulgäre
- jedenfalls für meinen Geschmack
- jedenfalls vergliechen mit dem Anfang.

Und dann hatte ich plötzlich das Gefühl, der oder die Autorin sei sprachlich-formal etwa 200 Jahre gealtert!!

Mit dem Beitrag insgesamt hat mich das nicht unbedingt versöhnt - ich habe in diesem Teil, der überwiegend aus Dialog besteht, nicht mehr die Handlung verstanden.

Welche geheimnisvollen griechischem Sagen werden hier Wirklichkeit? Welchen Bezug gibt es zu der eher SF-mäßigen Einleitung einer die Menschheit ausgerottet habenden Pandemie?

Ich habe die Geschichte ganz gelesen - wohlwissend, ich selbst mute den Leserinnen und Lesern oft lange Texte zu. Wohlwissend, die Stimmung einer Autorin oder eines Autors ändert sich, wenn viele Tage an einem Werk geschrieben wird - und "rund" wird ein Werk erst langsam und später.

In diesem Werk empfinde ich einen Stilbruch zwischen Anfang und Ende, wobei ich glaube, der Anfang ist viel neuer als das Ende.

Bewerten will ich es hier nicht - denn wie gesagt: die Idee finde ich verdammt gut, und meine Gesamtbewertung würde dem Beitrag nicht gerecht werden ...
Ich würde mich freuen, wenn er "runder" würde!

Mit freundlichem Gruß

Aceta
__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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