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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Olli-Baby
Eingestellt am 08. 04. 2001 20:25


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Kyra
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2001

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Olli-Baby

Oliver war immer das NesthĂ€kchen der Familie gewesen, jedenfalls bisher. Obwohl er grade seinen dritten Geburtstag hinter sich hatte, nannten ihn alle Olli-Baby. Alle, das waren seine Mammi, sein Pappi und seine beiden viel Ă€lteren BrĂŒder. Olli-Baby liebte sie alle und war immer gut gelaunt und ausgeglichen. Seine Mammi meinte, es lĂ€ge daran, dass sie ihn so lange gestillt hatte. Wenn Olli-Baby Schokolade bekam, ließ er erst seine BrĂŒder beißen, bevor er selber etwas aß und wenn er mĂŒde war quengelte er nicht, sondern legte sich einfach hin und schlief.
Aber seit zwei Monaten war alles anders. Seine Mutter hatte ihm schon seit einiger Zeit neue Gutenachtgeschichten erzĂ€hlt, obwohl er die neuen Geschichten nicht mochte und immer wieder bettelte, sie soll die alten erzĂ€hlen. In den alten Geschichten war er Löwi, der kleine Löwe im Urwald und erlebte immer wieder neue Abenteuer. Aber plötzlich kam in den Geschichten die kleine Schwester von Löwi vor. Mammi nannte sie Löwa. Löwi musste jetzt hĂ€ufig Löwa retten oder Löwa selber half ihm aus der Patsche. Olli-Baby mochte Löwa nicht. Schließlich hatte seine Mammi gesagt, sie wĂŒrde bald fĂŒr einige Tage verreisen und mit einem Schwesterchen fĂŒr ihn wiederkommen. Sie hatte schon vorher immer wieder von einem Schwesterchen gesprochen, aber es hatte ihn nicht interessiert. Olli-Baby hat ihr klar gesagt, er wolle kein Schwesterchen, aber seine Mammi hatte nur gelacht. Dann war seine Mammi weggefahren. Als sie weg war sprachen alle nur von seinem Schwesterchen. Sein Pappi meinte er wĂ€re jetzt schon groß und alle nannten ihn plötzlich Oliver.
Als seine Mammi zurĂŒckkam hatte sie wirklich ein winziges Baby dabei. Das Baby hieß Nadja und wurde von allen Nadilein genannt. Oliver durfte das Baby ansehen und streicheln, aber er musste ganz vorsichtig sein. Als er seine Legosteine in ihre Wiege legte um mit ihr zu spielen, bekam er schimpfe. Wie sollte er dann mit dem Baby spielen, wenn alles verboten war. Mammi erklĂ€rte ihm, es wĂŒrde noch etwas dauern bis Nadilein mit ihm spielen könnte.
Mammi kĂŒmmerte sich den ganzen Tag nur um das Baby, Oliver spielte viel mit Astor und Mitzi. Astor war ein gutmĂŒtiger alter SchĂ€ferhund, Mitzi die verfressene Tigerkatze.
Als Oliver mit seiner Mammi eines Morgens zum Einkaufen gingen, schaute eine Nachbarin in den Kinderwagen und meinte, so ein niedliches Baby hÀtte sie auch gerne. Oliver schob ihr den Wagen zu und sagte
„ich schenk sie dir, nimm sie mit Nachhause“
Mammi lachte komisch, nahm ihn bei der Hand und schob den Kinderwagen weiter. Sie erklÀrte Oliver dass Nadilein jetzt zur Familie gehöre und alle sie sehr, sehr lieb hÀtten. Oliver hatte sie nicht lieb, das sagte er aber nicht.
Jeden Nachmittag wurde die Wiege mit Nadilein auf die Terrasse gestellt, meist setzte sich seine Mutter daneben und spielte mit ihm. Aber das war anders als frĂŒher, wenn er herumtobte oder an die Wiege stieß, ging Mammi schnell ins Haus mit ihm.
Einmal musste sie schnell ans Telefon, da sagte sie Oliver, er mĂŒsse schön aufpassen, dass Mitzi nicht in die Wiege spring. Er verstand zwar nicht warum Mitzi nicht auf die Wiege sollte, aber versuchte trotzdem die Katze in die Wiege zu legen. Aber Mitzi wollte nicht.
Am nĂ€chsten Morgen beim FrĂŒhstĂŒck beobachtete Oliver, wie sein Bruder Mitzi etwas Leberwurst von seinem Finger lecken ließ. Sein Vater meinte, fĂŒr ein StĂŒck Leberwurst wĂŒrde Mitzi selbst ins Wasser springen.
Oliver begann nachzudenken. Bevor die Mutter den FrĂŒhstĂŒckstisch abgerĂ€umte, stibitzte er sich etwas von der Leberwurst und ging mit Mitzi ins Nadileins Zimmer. Mitzi war schlau, zuerst zeigte er ihr die Leberwurst, dann verteilte er sie vorsichtig auf dem schlafenden Gesichtchen des Babys. Jetzt sprang Mitzi sofort schnurrend in die Wiege. Oliver ging aus dem Zimmer und machte die TĂŒr leise hinter sich zu. Mammi war immer noch in der KĂŒche. Er setzte sich artig auf seinen Platz und trank seinen Kakao leer und ging dann in den Garten um mit Astor zu spielen. Als Oliver spĂ€ter mit Astor im Sandkasten saß und versuchte mit feuchtem Sand Knochen zu formen, hörte er Mammis laute Schreie aus Nadileins Zimmer.
Er saß noch immer im Sandkasten, als der Wagen mit dem Blaulicht wieder gefahren war.
Dann erschien Mammi auf der Terrasse. Ihre Stimme war trÀnenerstickt, als sie rief,
„Olli-Baby, komm bitte zu deiner Mammi“
Oliver lief freudestrahlend zu ihr.

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Kyra
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2001

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Hallo Kolja,

ich verstehe dass Du Olli-Baby nicht magst. Aber es ist eigentlich auch nur eine kleine schwarzhumorige Geschichte. Völlig ĂŒberzeichnet und unrealistisch. Eben auf etwas bösartige weise komisch.

Die Galerie findest Du hier

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Viele GrĂŒĂŸe

Kyra

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

Werke: 64
Kommentare: 1400
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Oh kyra,

welch bitterböse Geschichte! Daher ist es auch nicht ganz mein Geschmack, aber....
....verdammt gut geschrieben!

Gruß Ralph
__________________
Schreib ĂŒber das, was du kennst!

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Rainer Heiß
Hobbydichter
Registriert: Apr 2001

Werke: 21
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glaubwĂŒrdig

Hi Kyra,

wenn du schreibst, dass die Geschichte völlig ĂŒberzeichnet ist, möchte ich dir widersprechen: Gerade Kinder in diesem Alter sind noch gĂ€nzlich unsozialisiert und daher zu allem fĂ€hig. In ihrem Handeln lĂ€sst sich noch der ungezĂ€hmte Egoismus der Menschheit am deutlichsten erkennen; auch in spĂ€teren Jahren sind wir doch alle noch Egoisten, nur haben wir dann gelernt, dass das böse ist.
GrĂŒĂŸe, Rainer
__________________
die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst

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