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Leselupe.de > Humor und Satire
Oma bekommt einen DVD-Player
Eingestellt am 03. 03. 2003 07:03


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flammarion
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Oma bekommt einen DVD-Player

Oma wurde sechzig Jahre alt und die Familie beschloss, ihr einen DVD-Player zu schenken. Zu einem „runden“ Geburtstag schenkt man etwas Wertvolles!
Nach der obligatorischen Kaffeetafel schlossen die m├Ąnnlichen Familienmitglieder das gute neue Teil an. Oma hatte ihre Nase st├Ąndig dazwischen und lie├č ihre Bildung heraush├Ąngen. Zuerst mit der Frage: „Hat der n Clinch- oder n Skatanschluss?“ Der Sohn erkl├Ąrte: „Das hei├čt Chinch oder Scart, Oma. Sag lieber, wo hier die Steckdose ist.“
Oma beeilte sich damit: „Die Vagina Elektrika ist hinter dem Fernseher.“
„Aber Oma, sag doch nicht solche Worte, dein Enkel ist anwesend.“
„Na und? Soviel ich wei├č, ist der schon achtzehn und hat ne feste Freundin, der wird nicht rot von so was.“
Der Sohn forschte weiter: „Wo ist denn bei deinem Fernseher der Powerknopf?“
„Der ausgepowerte Powerknopf ist rechts unten.“
Der Knopf wurde gedr├╝ckt und ein rotes Lichtlein leuchtete auf. „Siehst du,“, sagte der Sohn, „wenn das Licht an gewesen w├Ąre, h├Ątte ich nicht zu fragen brauchen.“
„Nein, das Licht muss immer aus sein, wenn der Fernseher nicht an ist. Auch die kleinste Soffitte verbraucht Strom und sich selbst.“
Sohn und Enkel waren redlich bem├╝ht, den DVD-Player ordnungsgem├Ą├č anzuschlie├čen. Oma aber wollte Unterhaltung gleich und auf der Stelle. Sie fragte immer wieder dazwischen: „Na, klappt s? Klappt s mit der Technik des wei├čen Mannes? Oder geht der Strom wieder mal seltsame Wege?“
Der Sohn warf einen verzweifelten Blick durch das Zimmer. Er sah etwas auf dem Schrank liegen und hoffte, seine Mutter damit f├╝r einen Moment ruhig stellen zu k├Ânnen: „Oma, du hast ja den Pralinenstrau├č, den ich dir zu Weihnachten geschenkt hatte, immer noch nicht aufgegessen!“
„Aber ich werde doch kein Kunstwerk essen, Junge!“
„Aber Oma, das ist doch nur eine Pralinenschachtel in neuer Form! Die Dinger werden ja schlecht, wenn du sie nicht isst! Und es sind wirklich ganz feine Sachen dabei, alles, was du gerne hast.“
„Ach, wirklich? Na, mal sehen, ob ich mich irgendwann als Vandale bet├Ątige und ein Kunstwerk esse.“
Endlich war es soweit: an dem guten neuen St├╝ck ergl├╝hten zwei gespenstische blaue Lichter. „Boh eh, richtig utopisch!“ t├Ânte die Oma begeistert.
Der Sohn legte eine DVD in das Laufwerk und Oma staunte: „Was, da ist ein Film drauf? Das sieht ja wie eine CD aus!“
Musik erklang und der Anfang von „Der Herr der Ringe“ erschien auf dem Bildschirm, allerdings in schwarz-wei├č. Oma verwunderte sich: „Nanu, da ist ja keine Farbe. Aber ich habe erst k├╝rzlich eine neue Farbpatrone eingesetzt!“
„Aber Oma, dein Computer ist n i c h t mit dem Fernseher verbunden!“
„Was denn, immer noch nicht? Dann wird das jetzt aber Zeit!“
Nach ein paar Handgriffen waren die Farben genau so sch├Ân wie auf einer Kinoleinwand und Oma war gl├╝cklich. Sie hatte nur noch eine Frage: „Und wo spult man zur├╝ck?“
Der Enkel lacht: „Du hast doch gesehen, dass eine DVD genau so aussieht wie eine CD, und genau so funktioniert sie auch.“
„Aha.“
Der Sohn bietet an: „Wenn du dir einen Film w├╝nschst, Oma, ich kenne jemanden, der besorgt mir fast jeden Film. Also, Anruf gen├╝gt.“
„Oh, ich wei├č schon einen, den ich mir w├╝nsche: „Der Mann, der Sherlock Holmes war“, mit Hans Albers.“
Der Enkel fragt ungl├Ąubig: „Ist das ein Kinofilm?“
„Na klar ist das ein Kinofilm, habe ich 1958 im Filmtheater „Harmonie“ gesehen.“
„Aber Oma, solche alten Kamellen gibt es bestimmt nicht auf DVD.“
Die Oma resignierte: „Na, dann ist die Trapp - Familie wohl auch nicht drin.“
„Was f├╝r ne Familie?“
„Ach, diesen wunderbaren Film w├╝rdest du wahrscheinlich als Heimatschnulze abservieren. Na gut, dann w├╝nsch ich mir den 2. Teil von Harry Potter.“
Der Sohn bedauerte: „Der ist noch nicht raus, Oma.“
Die Oma tr├Âstete: „Ich seh mich mal in der Videothek um, da gibt’s auch DVDs.“
Sie merkte, dass die beiden nun den Abschied vorbereiteten. Sie wollte sich aber nicht so schnell von ihren Lieben trennen, man sieht sich so selten. Darum w├Ąrmte sie schnell noch eine alte Kamelle auf: „Hab ich euch schon erz├Ąhlt, dass mein Vater in erster Ehe zwei S├Âhne und eine Tochter hatte und in zweiter Ehe auch? Und dass meine Br├╝der auch zwei S├Âhne und eine Tochter haben . . .“
„Ja, Oma, wir k├Ânnen es schon nicht mehr h├Âren. Du hast auch zwei S├Âhne und eine Tochter und deine Tochter hat zwei S├Âhne und eine Tochter. Und weil du so geizig bist, haben deine beiden ersten Kinder am selben Tag Geburtstag mit sechs Jahren Unterschied und mich hast du an einem 29. Februar zur Welt gebracht. Wir m├╝ssen jetzt wirklich gehen. Iss den Pralinenstrau├č auf und guck den Film in Ruhe zu Ende.“

Am anderen Tag ging die Oma in die Videothek und lieh sich eine DVD aus. Leider hatten die lieben Angeh├Ârigen ihr aber nicht gezeigt, welcher Knopf der Fernbedienung f├╝r den DVD-Kanal zust├Ąndig ist . . .

__________________
Old Icke

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Renee Hawk
???
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Guten Morgen Flammi,

die Geschichte hast du wieder sch├Ân erz├Ąhlt.
Es hat Spa├č gemacht sie zu lesen und rege hier mal die Geschichte mit dem Ein- und Ausschalter an *zwinker*.

liebe Gr├╝├če
Rene├Ę

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Rote Socke
Guest
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Liebe oldicke,

auch mir gef├Ąllt der Inhalt und auch Deine Schreibsicherheit. Der Leser bleibt im Lesefluss.
Einen Kritikpunkt h├Ątte ich: Mir geht es jedenfalls so, dass ich in diesem Forum als Leser mehr Drive erwarte. So fehlt es nach meinem Geschmack ein bisserl an der Spritzigkeit.

Kann ja aber auch gut sein, dass Du es gar nicht spritziger bringen wolltest. Ist halt Ansichtssache.

Sch├Âne DVD-Gr├╝├če
S├Âckchen

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flammarion
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hm,

ja, liebe renee, wenn ich den ausschalter mit eingebaut h├Ątte, h├Ątte die geschichte aber ausma├če angenommen, die kaum vertretbar sind . . .
und lieber volkmar, du hast recht, mir fehlt in der geschichte auch der drive. das kommt wahrscheinlich daher, dass ich ziemlich verkrampft versuchte, wahrheit und legende zu vermischen.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Rote Socke
Guest
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Nee oldicke,

verkrampft klingt es nun wirklich nicht. Eben halt nur ein bisschen frecher oder schneller d├╝rfte es sein.

Sch├Ânen Abend zum Hauptst├Ądtle
Volkmar

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flammarion
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na,

dann bin ich ja beruhigt. mal ein jahr liegenlassen, vielleicht kommt dann der knackpunkt. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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