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Leselupe.de > Kurzgeschichten
One-Night-Stand?
Eingestellt am 05. 04. 2009 00:03


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Harlequin
Hobbydichter
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One-Night-Stand?


Sie blickt an die Decke. Sie ist wei├č. Die meisten Decken sind wei├č. Das f├Ąllt auf, wenn man ├Âfter an verschiedene Decken in verschiedenen Wohnungen blickt.

Sie blickt neben sich. Ein Mann. Auch wie meistens. Das Leben wiederholt sich. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Sie wei├č, auch sie ist ein Gewohnheitstier. Ihre Gewohnheit ist der Wechsel. Sie wechselt wiederholt; M├Ąnner und Decken und es sind doch immer dieselben.

Sie muss gehen, bevor der Mann wach wird, denn sie kennt ihn nicht und kennt ihn doch. Sie wei├č, sie muss gehen, sonst wer-den Worte fallen.

Und wenn Worte fallen, dann f├Ąllt auch sie; f├Ąllt aus dem Schweigen, dass sie so dringend braucht. Keine Worte, keine Seele. Nur K├Ârper. Das ist der Deal.

Sie zieht sich an, mechanisch und leise. Sie hat sich den Weg gemerkt von der T├╝r bis zum Schlafzimmer und zur├╝ck. Der Mann dreht sich um. Sie erschrickt. Der Mann schl├Ąft weiter. Gut.
Sie geht leise zur T├╝r, verl├Ąsst die Wohnung, verl├Ąsst das Haus. Sie ist erleichtert. Keine Worte sind gefallen. Ihre Seele ist rein geblieben.

Sie geht nach Hause. Dort kennt nur sie den Weg von der T├╝r bis zum Schlafzimmer und zur├╝ck. Sie zieht sich aus und geht unter die Dusche. Gewohnheit. Die Kleider kommen in den M├╝ll. Auch Gewohnheit.

Das Telefon klingelt, als sie gerade fertig ist. Sie nimmt den H├Ârer ab.

Hallo?

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Zeder
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Hallo Harlequin,

willkommen auf der Leselupe!

Dein Text ist durchdacht; ich habe trotzdem ein paar K├╝rzungsvorschl├Ąge, weil ich der Meinung bin, dass Leser gerne mitdenken:

One-Night-Stand?


Sie blickt an die Decke. Sie ist wei├č. Die meisten Decken sind wei├č. Das f├Ąllt auf, wenn man ├Âfter an verschiedene Decken in verschiedenen Wohnungen blickt.
Vorschlag: Wie meistens.
Sie blickt neben sich. Ein Mann. Auch wie meistens. [Absatz]Das Leben wiederholt sich. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Sie wei├č, auch sie ist ein Gewohnheitstier. Ihre Gewohnheit ist der Wechsel. Sie wechselt wiederholt; M├Ąnner und DeckenKomma und es sind doch immer dieselben.

Sie muss gehen, bevor der Mann wach wird, denn sie kennt ihn nicht und kennt ihn doch. Sie wei├č, sie muss gehen, sonst wer-den Worte fallen. [Kein Absatz]

Und wenn Worte fallen, dann f├Ąllt auch sie; f├Ąllt aus dem Schweigen, dass sie so dringend braucht. Keine Worte, keine Seele. Nur K├Ârper. Das ist der Deal.

Sie zieht sich an, mechanisch und leise. Sie hat sich den Weg gemerkt von der T├╝r bis zum Schlafzimmer und zur├╝ck. Der Mann dreht sich um. Sie erschrickt. Der Mann schl├Ąft weiter. [Absatz]Gut.[Absatz]
Sie geht leise zur T├╝r, verl├Ąsst die Wohnung, verl├Ąsst das Haus. Sie ist erleichtert. Keine Worte sind gefallen. Ihre Seele ist rein geblieben. ... w├╝rde ich streichen
Sie geht nach Hause. Dort kennt nur sie den Weg von der T├╝r bis zum Schlafzimmer und zur├╝ck. Sie zieht sich aus und geht unter die Dusche. Gewohnheit. Die Kleider kommen in den M├╝ll. Auch Gewohnheit.

Das Telefon klingelt, als sie gerade fertig ist. Sie nimmt den H├Ârer ab.

Hallo? W├╝rde ich streichen.

Gr├╝├če von Zeder


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Open Mike
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
One-Night-Stand?
Wenn all jene Wechsel-M├Ąnner f├╝r die Protagonistin "immer dieselben" sind, ist das Fragezeichen sicher berechtigt, wenngleich so was als Prosatitel ein wenig irritiert. Doch warum nicht.

quote:
Sie blickt an die Decke. Sie ist wei├č. Die meisten Decken sind wei├č.
quote:
Sie blickt an die Decke. Sie ist wei├č. Wie meistens.
Das eine hat einen gewissen Stil. Das andere dagegen ist allenfalls missverst├Ąndlich.
Nur durch die nachfolgende Erl├Ąuterung ("Das f├Ąllt auf, wenn ...") wird's wahrlich etwas dicke.

Alles in allem passt die Sprache recht gut zum Geschilderten.

om

PS
"dass sie" → das sie
Auch durch "wer-den" wird hier nichts gewonnen.

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Harlequin
Hobbydichter
Registriert: Apr 2009

Werke: 1
Kommentare: 1
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Erst mal vielen Dank an Euch f├╝r die Beitr├Ąge. Es hat mich sehr gefreut, dass Euch meine kleine Geschichte zumindest im Gro├čen und Ganzen gefallen hat.

@ Mike:
Ich wusste gar nicht, dass Fragezeichen so ungew├Âhnlich sind. Mir f├Ąllt zwar jetzt kein passender Titel ein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es zumindest in Kapitel├╝berschriften schon ├Âfter gesehen habe. Aber wie Du schon gesagt hast, warum denn auch nicht? Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich ein kleines Faible f├╝r das Fragezeichen und seine Bedeutungen habe. Man kann sich nie so ganz sicher sein und das mag ich.

@Zeder:
Wahrscheinlich darf man es dem Leser wirklich nicht zu leicht machen. Ich bin mir nur immer nicht sicher, wo die Grenze zwischen hochsymbolischem aber unverst├Ąndlichem Geschwafel und einem poetischen Text liegt. Aber ich arbeite dran.

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

was ich an dem text interessant finde, @harlequin, ist die anmutung, worte w├Ąren der eigentliche schmutz.

nat├╝rlich ist diese these nicht wirklich haltbar, denn erweislich ist sprachlsogkeit mit ein ausl├Âser prmitiv-meachnischer lebensf├╝hrung; die behauptung, einer sei wie der andere, gilt nicht mal f├╝r die schw├Ąnze selbst oder wie damit umgegangen wird, und die verdr├Ąngung von gedanken geht bei den meisten viel rascher und bequemer vonstatten als das umst├Ąndliche rubbeln mit seife und waschlappen.

der leser versucht gleichwohl, sich in die protagonistin hineinzuversetzen. was w├Ąr wohl passiert, h├Ątte der mann gesagt "geh noch nicht fort", oder "wie sch├Ân, dass du da warst", oder "wann kommst du wieder?" wer br├Ąuchte so eine botschaft nicht? w├Ąrs nicht so, h├Ątt keiner den parzival aufgeschireben.

vielleicht legt sich da eine immer nur neben den teufel und hat angst, von dem gesagt zu bekommen, dass auch sie einer w├Ąr?

anyway.

die vorschl├Ąge @zeders w├╝rd ich beherzigen.

liebe gr├╝├če aus m├╝nchen

bluefin

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nachts
???
Registriert: Jun 2007

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Hallo Harlequin

Jetzt hast du schon so viel Anregungen und sonstiges bekommen und nun geb ich auch noch meinen Quark dazu
First of all: Der Text gef├Ąllt mir sehr, besonders weil die Sprache absolut ├╝bereinstimmt mit dem Thema, lakonisch - k├╝hl - leicht melancholisch und ern├╝chtert gehalten. Was ich da rumgekritzelt hab, dar├╝ber brauchst du dir keinen gro├čen Kopf machen - wenn du was brauchen kannst, okay ansonsten klopp es in die Tonne

LG Nachts - viel Spa├č beim Scheiben


One-Night-Stand?


Sie blickt an die Decke. Sie ist wei├č. Die meisten Decken sind wei├č. Das f├Ąllt auf, wenn man ├Âfter an verschiedene Decken in verschiedenen Wohnungen blickt.

Sie blickt neben sich. Ein Mann. Auch wie meistens. Das Leben wiederholt sich.oder: wie wei├če Decken Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. bisschen oft gebraucht - oder: nur eine H├╝lle f├╝r Gewohnheiten
Sie wei├č, auch sie ist ein Gewohnheitstier. Ihre Gewohnheit ist der Wechsel. Sie wechselt wiederholt; M├Ąnner und Decken und es sind doch immer dieselben.

Sie muss gehen, bevor der Mann wach wird, denn sie kennt ihn nicht und kennt ihn doch. Sie wei├č, sie muss gehen, sonst wer-den Worte fallen.

Und wenn Worte fallen, dann f├Ąllt auch sie; f├Ąllt aus dem Schweigen, dass sie so dringend braucht. Keine Worte, keine Seele. Nur K├Ârper. Das ist der Deal. oder: hat sie sich versprochen

Sie zieht sich an, mechanisch und leise. Sie hat sich den Weg gemerkt von der T├╝r bis zum Schlafzimmer und zur├╝ck. Der Mann dreht sich um. Sie erschrickt.oder: h├Ąlt den Atem an Der Mann schl├Ąft weiter. Gut.
Sie geht leise zur T├╝r, verl├Ąsst die Wohnung, verl├Ąsst das Haus. Sie ist erleichtert. Keine Worte sind gefallen. Ihre Seele ist rein geblieben. oder: kein Gedanke soll hier bleiben

Sie geht nach Hause. Dort kennt nur sie den Weg von der T├╝r bis zum Schlafzimmer und zur├╝ck. Sie zieht sich aus und geht unter die Dusche. Gewohnheit. Die Kleider kommen in den M├╝ll. Auch Gewohnheit.

Das Telefon klingelt, als sie gerade fertig ist. Sie nimmt den H├Ârer ab.

Hallo?
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Heute ist nicht manchmal

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