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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Opa hat dich lieb...
Eingestellt am 28. 11. 2013 22:05


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HajoBe
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Registriert: Feb 2012

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Wieder das n├Ąchtliche Knarzen der Treppe.
Schlurfende Schritte. Er kommt.
Der kleine Junge denkt: Gleich ├Âffnet sich die T├╝r, die greise Hand greift nach dem Schl├╝ssel.
"Gell, du schl├Ąfst noch nicht, hast auf mich gewartet?"
Der kleine Junge stellt sich schlafend, wie immer.
"Opa hat Schokolade!"
<Nein, nein!>
Der Schl├╝ssel dreht sich im Schloss.
<Bitte, bitte, nicht schon wieder!>
Der Greis im Flanellschlafanzug setzt sich auf die Bettkante.
<Jetzt muss ich wieder weglaufen...im Kopf...und der andere Junge sein.>
Die zittrige Hand grabscht unter die Bettdecke.
<Wenn ich sie sp├╝re, muss ich schnell der andere Junge sein, nicht ich. Ich will das nicht!>
Die knochige Hand streichelt ├╝ber die bettwarmen, kindlichen Schenkel.
Der kleine Junge bebt vor Angst und Abscheu, presst die Lippen zusammen, ein Schreien erstickt im Hals. Jetzt, jetzt bin ich der andere.
Und der beginnt leise zu singen: Schlafe, mein Prinzchen...!
Die Hand greift l├╝stern nach dem kleinen Glied, befingert und befummelt es.
"Magst du, was Opa mit dir macht? Ja, ich wei├č es!"
Der Kleine ist schwei├čnass.
Der andere singt lauter.
"Komm, ich tu dir auch nicht weh", und fasst nach seinem eigenen schlaffen Penis, lagt ihn in die kleine Hand des Jungen.
Aus seinen Mundwinkeln rinnt Speichel, sein begieriger Blick trifft den nackten kindlichen Unterleib.
Der Bub kr├╝mmt sich wimmernd.
Der andere in ihm tr├Âstet: Morgen fr├╝h kommt die Sonne, bald. Gleich ist es vorbei.
"Nicht so laut, sonst kommt Mamma und schimpft, dass du noch nicht schl├Ąfst."
Er schl├Ągt die Bettdecke v├Âllig zur├╝ck.
"Opa will deinem <kleinen Mann> ein K├╝sschen geben."
Das Kind krampft sich weinend zusammen. Das andere betet.
Der Alte nimmt den <kleinen Mann> zwischen seine sabbernden Lippen, beginnt zu st├Âhnen, ein abgehacktes R├Âcheln.
"Du darfst aber Mamma nicht sagen, dass Opa dich so doll lieb hat!"
Das Kind ist v├Âllig erstarrt, die Augen weit aufgerissen.
Das andere in ihm verf├Ąllt in ein schrill gellendes Lachen, erst leiser, dann immer kreischender in grenzenloser, einsamer Verzweiflung.
Opa zieht die fleckige Hose hoch.
Im Hinausgehen: "Iss deine Schokolade! Morgen bringe ich dir Gummib├Ąrchen."
Die T├╝r f├Ąllt ins Schloss.

"Sch├Ân, dass du jeden Abend nach dem Buben schaust", h├Ârt man die Mutter im Flur noch sagen.











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Wer nicht verr├╝ckt ist, ist nicht normal!

Version vom 28. 11. 2013 22:05
Version vom 29. 11. 2013 16:47

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DocSchneider
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Hallo Hajobe, richtig, man kann das Thema Kindesmissbrauch gar nicht oft genug ansprechen. Die Dunkelziffer ist hoch und vieles bleibt unentdeckt, weil es in der Familie geschieht. -

Zum Text: Mir gef├Ąllt die Aufspaltung in zwei Jungen, die einzige ├ťberlebensstrategie, die das Opfer wom├Âglich in der Situation hatte. Die Darstellung des Missbrauchs k├Ânnte sogar noch drastischer sein. Klar ist das unangenehm, so etwas zu lesen, f├╝r M├Ąnner wahrscheinlich noch mehr.

Ich w├╝rde den Text nach "Die T├╝r f├Ąllt ins Schloss." enden lassen. Der n├Ąchste Satz ist Beiwerk, es ist ja schon klar, dass es der Opa ist, hier wird nur klarer, dass es der Vater der Mutter ist. K├Ânnte man noch stehen lassen, aber f├╝r meinen Geschmack nicht n├Âtig.

Im letzten Teil wird ein Fazit gezogen, das muss der Leser selbst machen und er ist auch ├╝berfl├╝ssig, weil es den Leser aus dem Bann des Geschehens herausf├╝hrt.

Mir hat die Darstellung gefallen, und es ist unglaublich schwer, das Ganze einf├╝hlsam zu schildern.

LG Doc
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Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals erm├╝dendem Lesen. (Virgina Woolf)

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