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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Open End
Eingestellt am 28. 05. 2017 01:41


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ackermann
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Registriert: Jul 2012

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Bruno fuhr in die anbrechende Dämmerung hinein. Es nieselte und die Scheibenwischer zogen gleichmäßig ihre Bahn. Er fuhr an einem Buswartehäuschen vorbei. Eine Frau winkte zaghaft. Wenn es nicht geregnet hätte, wäre Bruno wohl weitergefahren. Doch so bremste er scharf und legte den Rückwärtsgang ein. Die Frau im Buswartehäuschen war um die 50. Dunkelblonde Löwenmähne ohne Strähnchen, Regenmantel. Oder wie heißt das bei Frauen – Trenchcoat?

Bruno nahm normalerweise keine Anhalter mit. Das hatte er sich längst abgewöhnt. Weder Frauen noch Männer. Er ertrug das Gelaber nicht, diesen sinnlosen Smalltalk. Und für ein Abenteuer mit einer Anhalterin war er sowieso zu blöd.

Theresa saß auf dem Beifahrersitz, die Reisetasche auf den Oberschenkeln. Sie wirkte nervös.
Immer wieder schaute sie Bruno von der Seite an. Immer wieder schaute Bruno zurück. „Sie brauchen keine Angst zu haben, ich habe keinerlei Absichten, ich werde ihnen nicht zu nahe treten.“ Bruno lächelte. „Wenn sie rauchen wollen …“
„Nein, nein, ich rauche nicht. Ich habe noch nie geraucht.“
Ihre Stimme war dunkel und voll: „Aber … wenn Sie rauchen wollen … Sie müssen auf mich keine Rücksicht nehmen.“
„Ich rauche nur wenn ich alleine bin“, sagte Bruno. „Weil ich sonst immer das Gefühl habe, jemandem damit auf die Nerven zu gehen. Alleine rauchen heißt entspannter rauchen.“
„Sind sie Werbetexter?“ Theresa klang belustigt.
Bruno grinste in sich hinein. Es passierte nicht allzu oft, dass jemand seine Ironie und seinen Humor verstand.

Theresa schaute durch die Windschutzscheibe. Ein Lächeln umspielte ihren vollen Mund. Sie war jetzt nicht mehr nervös: „Ich habe meinen Mann verlassen.“
Brunos Kopf ruckte herum: „Heute?“
„Nein, schon lange. Heute bin ich nur gegangen.“ Ihre dunkle Stimme vibrierte.




Bruno mochte dunkle Frauenstimmen: „So war das bei mir damals auch. Erst verlässt man sich, dann geht man.“

Die Scheibenwischer zogen gleichförmig ihre Bahn, die Straßenlaternen verbreiteten ein trübes Licht, der Diesel brummte. November, Nieselregen, Dämmerung, Sauwetter – kalt.
„Wir sind gleich da. Ich kann Sie zu einem Hotel fahren, wenn sie wollen.“
Theresa räusperte sich: „Ich habe nur wenig Geld. Es reicht nicht für ein Hotel. Ich werde etwas essen und dann …“
Bruno runzelte die Stirn und schüttelte den Kopf: „Ich kenne sie erst seit wenigen Minuten und es geht mich ja wirklich nichts an, aber es ist definitiv keine gute Idee durch die Nacht zu trampen.“
Sie schaute herüber: „Was schlagen sie vor?“
Bruno fuhr in eine Bushaltestelle: „Ich werde ihnen etwas Geld leihen. Ich gebe ihnen meine Adresse und sie zahlen es mir irgendwann zurück. Einverstanden?“ Bruno war über sich selbst erstaunt. Warum?

Ihre Blicke trafen sich. Die Bluse unter ihrem Regenmantel klaffte auf, ein Knopf, der nicht geknöpft war, ein seitlicher Einblick auf das Körbchen ihres Büstenhalters – zufällig. Sie legte ihre Hand auf Brunos Oberarm und ihr Lächeln war so warm wie ihre Stimme: „Ich mag sie. Warum fahren wir nicht zu ihrer Wohnung. Ich werde uns etwas kochen und als Gegenleistung lassen sie mich auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer übernachten.“
Auch Brunos Lächeln war warm und seine Stimme sanft: „Sie müssen nicht auf dem Sofa schlafen. Ich habe ein Gästezimmer.“

Theresa sah verdammt gut aus in Brunos weinrotem Bademantel. Sie zupfte an ihrer üppigen Haarpracht, die noch Spuren von Nässe zeigte: „Ich glaube, ich sehe furchtbar aus. Den Föhn habe ich wieder in die Schublade gepackt. Sie haben eine sehr moderne Dusche, alles offen. Das gefällt mir. Wir …“ Sie hielt inne, schüttelte den Kopf und die Gedanken ab.
Bruno wusste nicht, wie lange er ihrer Nähe, ihrer Wärme, ihrer Ausstrahlung noch standhalten konnte. Bruno räusperte sich: „Ich finde sie … du siehst toll aus. Woran liegt das eigentlich? Frauen finden ihr Aussehen furchtbar und im gleichen Augenblick finden Männer die gleiche Frau, die sich so furchtbar findet, unglaublich attraktiv und sexy. Das ist etwas, was ich nie verstanden habe.“
Theresa setzte sich auf einen Küchenstuhl und schlug die Beine übereinander. Für einen Moment waren ihre Beine bis zu den Oberschenkeln entblößt, doch dann raffte sie den Bademantel wieder zusammen: „Danke.“ „Danke für was?“ „Für das Kompliment.“

Theresa musterte Bruno von oben bis unten. Für einen Moment verfing sich ihr Blick in seinem Schritt: „Oh, ich habe versprochen zu kochen. Aber ich habe solchen Hunger“, sagte sie mit singender, heiserer Stimme. Ihr verschleierter Blick aus dunklen Augen war Frage und Antwort zugleich. Bruno liebte dieses Spiel und war gerne bereit mitzuspielen.
Er zog ein Ass aus seinem Ärmel: „Sollten wir nicht doch zuerst etwas essen bevor wir unseren Hunger stillen?“
Bruno rieb seinen NasenrĂĽcken. Was verband ihn mit dieser Frau? Es war etwas zwischen ihnen, ein Band, ein Seil. Hand ĂĽber Hand hangelten sie sich an dem Seil entlang, aufeinander zu. Bis sie sich in der Mitte treffen wĂĽrden.

Theresa stand auf und streifte den Bademantel ab ...
__________________
Freiheit, Gleichheit, Mahlzeit!

Version vom 28. 05. 2017 01:41

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