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Leselupe.de > Horror und Psycho
Operation Nero
Eingestellt am 23. 04. 2014 12:46


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Avitus
Festzeitungsschreiber
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Operation Nero
Oder die Welt eines verlorenen Träumers
[01.01.2014-14.03.2014]


Dies ist die Geschichte eines Mannes, die dessen Prozess der Selbsterkenntnis widerspiegelt. \"Operation Nero\" versucht mit drastischer und √§sthetischer Brutalit√§t darzustellen, wie Menschen an ihrem eigenen Ich verzweifeln. Der Protagonist, Insasse einer Klinik f√ľr Psychologische Erkrankungen, der infolge von Straftaten in diese verwiesen wurde, fl√ľchtet sich in eine zweite Realit√§t und beginnt auf einer d√ľsteren Reise Erfahrungen √ľber sich selbst zu sammeln!
All dies endet in einem infernalischen Showdown, den ich nur den Lesern ans Herz lege, die Gewaltdarstellungen als k√ľnstlerisches Mittel verstehen k√∂nnen!


Prolog


DER PSYCHOPATH


Der Wahnsinn träufelt sich in seine Wunde.
Er f√ľrchtet oft des Schlafes schwarze Tore.
Schreckbilder lähmen wirksam sein Verlangen,
das Leben lebensfähig einzufangen.

Hintaumelnd bleibt sein Leben unerf√ľllt.
Die Gaben reichen Schauens gehören andern.
Er ist auf dieser Welt, ganz bang zu wandern,
auch wenn ein guter Geist zu ihm sich lieb gesellt.


Renate Tank



Apeirophobie


Ein und aus. Der Brustkorb hebt und senkt sich. Luft f√ľllt die Lungen. Pilze die aufbl√ľhen. Erwachende Leichen. Wie eine menschliche unendlich w√§hrende Uhr gleichen wir einer Mechanik, einer Errungenschaft menschlicher Intelligenz und Bestrebung, das Vergehen messbar zu machen; es jedoch nur messbar erscheinen zu lassen und niemals zu vollenden.
Wir sind einf√§ltig und dumm, falls wir davon ausgehen individuell und ungebunden zu leben. Wir alle folgen niederen, primitiven Bed√ľrfnissen und wollen es nicht einsehen, dass wir nur Tiere sind die ihren Namen verga√üen. Nicht wissen ob wir je einen eigenen Namen besa√üen. Es ist erb√§rmlich und verachtenswert zu sehen, wie jeder einzelne sich an den Strohhalm der Vision einer Intelligenz klammern und doch j√§mmerlich ersaufen muss, jeder. Ein gebilligtes Opfer der Intelligenz. Eine Intelligenz die uns antreibt zu morden, vergewaltigen, beneiden und dumm zu bleiben. Darf ich vorstellen: Homo sapiens. Heil dir du Massengef√ľhl. Du Krone der Evolution.
Wer ich bin? Ich bin du, er, sie und zugleich ich. Ich selbst sehe ich mich als matten verdreckten stummen reflektierenden Spiegel der Gesellschaft. Ein wortkarger Spiegel aus rissigem Glas. Ein und aus.
Die Abendluft liegt schwer auf meiner Brust und erdr√ľckt mich. Bringt meine Rippen zum Zerbersten, j√§mmerlich. Die Normalit√§t quillt aus meinen Hautporen, oder ist es blo√ü der stinkende salzige Schwei√ü, gemischt mit Pisse, der mein Bettlaken tr√§nkt? Die Nacht ist eine Mischung aus nahendem Unheil und dem Ende des Krieges. Soldaten regenerieren ihre Kr√§fte und ihre geschundenen K√∂rper, w√§hrend sie die Leichenteile ihrer gefallenen Freunde einsammeln, in der stummen Furcht vor dem n√§chsten Gefecht. Abstinenz. In diesen Worten liegt keine √úbertreibung, oder gar die Absicht zu besch√∂nigen: Das Leben ist und wird immer ein Kampf bleiben. Ein blutiger, hungriger, alles verschlingender Kampf, in dessen Zentrum ich eingesperrt bin und dem ich nicht entfliehen kann, gefangen im tiefschwarzen Auge des Zyklons. Die salzigen Perlen gelangen in meine Augen und reizen die Schleimh√§ute, bis ich sie mir instinktgetrieben reibe. Willkommen in der Existenz eines namenlosen Verlierers!
W√§hrend dieser zugegeben sehr d√ľsteren Gedanken, zupft ein kleines sch√ľchternes K√ľken an meinen Haaren. Unaufh√∂rlich im Rhythmus seines kleinen schlagenden Herzens, seines zarten Fleisches. Mit zartem aber hartn√§ckigem Fiepen versucht es meine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Es hat Erfolg. Ich starre es feindselig an. Schlie√ülich hat es meine Gedankenwelt atomar in ihre Grundbestandteile zerst√∂rt. Verwirrt.
Aus einer nicht ergr√ľndbaren Ursache klettert es an meinem linken Arm auf meine Schulter. Wie eine Raupe bei√üt es sich an einer Stelle in meine faltige Haut und zieht sich dann weiter hinauf nur um mit einem gewaltigen Satz das Spiel von vorne zu beginnen. Ersch√∂pft l√§sst sich das kleine Lebewesen auf meiner linken Schulter nieder und taumelt ungeschickt zielstrebig zu meinem Ohr. Meinem Sinn die Welt zu verstehen. Die Augen zu benutzen f√∂rdert nur die Gefahr get√§uscht zu werden. Mit seinen gro√üen schwarzen Augen starrt es mich an und fl√ľstert mit einer tiefen beruhigenden basshaltigen Stimme:
Wer bist du?
Wer bist du? Wer sind wir? Es ist erstaunlich wie drei einfache einsilbige Worte einfachster Satzstruktur unsere Welt und unser rationales Denken ruckartig auf den Kopf stellen können.
Ich bin einer von vielen! Nur ein Bruchteil eines Ganzen. Nur das Ganze bleibt mir verschlossen und ich finde den Schl√ľssel nicht.
Wieso suchst du ihn dann nicht, sondern liegst in deinem Bette, während dir das Leben versiegelt bleibt?
Ich lebe doch?
Du existierst, aber zu leben hast du verlernt.
Mir wird unwohl und ich starre Wurmlöcher in die Wand.
Wohlig angetan von meiner K√∂rperw√§rme schl√§ft das K√ľken zusammengerollt in k√ľrzester Zeit ein und filigran erhebt sich sein winziger K√∂rper zu dem gleichm√§√üigen Vorgang des Atmens.
Wer bin ich? Ich liege wach in einer ehrf√ľrchtigen Unruhe. W√§hrend meine Gedanken gen Horizont blicken. Meine F√ľ√üe mich gen Schlafe tragen. Die Sonne k√ľsst in diesem Moment den Horizont und w√§rmendes r√∂tliches Licht taucht mein Gef√§ngnis in einen sterilen Tanz von kleinen Flammenl√∂wen.
Das K√ľken erwacht aus dem todes√§hnlichen Zustand und w√§chst innerhalb von Sekundenbruchteilen auf die Gr√∂√üe eines Hauses an und rei√üt sein nun gigantisches Maul auf. Ich schreie nicht mehr. Wei√üe Reisz√§hne kommen zum Vorschein und der Rachen erscheint wie ein endloser schwarzer Tunnel in das Ged√§rm des Getiers zu f√ľhren. Ein Wurm, der sich durch den Lebenssaft frisst. Ich versuche mich aufzurappeln und aus dem Zimmer zu fliehen, doch es gelingt mir nicht, da Fesseln meine Fu√ügelenke an das wei√üe Bettger√ľst binden. Das Monster br√ľllt mich an und mit der nun tiefen unheilvollen Stimme und einem diabolischen L√§cheln frohlockt es:

Willkommen in deiner eigenen Hölle!


Unruhe. Hitze. Fanatische Anbetung des Unbekannten. Helle bipolare Schreie. Ich schreie nicht mehr. Meine Gedanken kreisen sich immer durch die Schwerkraft angezogen um die eine Frage die mich antreibt darauf eine Antwort zu finden. Nur ist mir die Fragestellung entfallen. Gehetzt und w√§hrend sich Niagaraf√§lle aus salzig klebendem Schwei√ü √ľber mich ergie√üen versuche ich aufzustehen, zu fliehen, zu leben, doch wieder werde ich von Fesseln daran gehindert. Die Panik umgibt, √ľberf√§llt mich wie eine Aura der Schw√§rze. Pl√∂tzlich f√§ngt mein Bett sich an zu drehen und in dem Auge des Zyklons befinde ich mich alleine und hilflos, in der erzwungen Zweisamkeit mit der Kreatur die mich traurig, ja fast mitleidig anvisiert.
Schlie√üe deine Augen und vergiss. Mit einem ohrenbet√§ubenden Br√ľllen verschlingt das gelbe Monstrum meine Wenigkeit und so werde ich aus den Fesseln des Bettes, jedoch nicht aus denen meiner Existenz befreit. Ich br√ľlle erschrocken und verzweifelt auf, stumm, meine sich zusammenziehenden Muskeln versuchen meinem √úberlebensinstinkt nachzukommen, sodass ich mich aufstemmen k√∂nne, doch da ich l√§ngere Zeit in einem Bett gefesselt festgehalten wurde, versagen sie kl√§glich, fallen schlaff in sich zusammen und ich ergebe mich dem Nichts.
Ich stutze verwirrt. Keine nasse Zunge die nicht gen Rachen dr√ľckt, keine Backenz√§hne die meine Knochen zermalmen, kein Verdauungssaft, der mich √ľberl√§uft, mich zersetzt. Stattdessen liege ich trocken und mehr oder weniger unversehrt mit zusammen gekniffenen Augen zu gr√∂√üter Wahrscheinlichkeit in keinem Verdauungstrakt eines riesigen K√ľkens. Dem wahren Killer.
Zaghaft zitternd strecke ich meine H√§nde aus und sp√ľre kaltes singendes springendes Metall, in welches Gravuren oder Ornamente eingestanzt sind. T√§towierungen. Langsam mit flackernden Lidern √∂ffne ich meine Augen und stemme mich mithilfe der Ellenbogen auf. Ich befinde mich in einem unendlichen Raum. Dieses Adjektiv soll nicht die Gr√∂√üe der Dimension in Relation zur Unendlichkeit setzen, sondern vielmehr der Unendlichkeit gleichsetzen. In alle vier Himmelsrichtungen, gen Himmel und H√∂lle erstrecken sich Tunnel wie W√ľrmer deren Ende meine Augen nicht erfassen k√∂nnen. Schemenhaft vermischt sich das Nichts mit der unendlichen Unendlichkeit. Die Tatsache, dass es keinen Boden gibt, beunruhigt mich mehr als jener, dass meine Kleiderfesseln vollst√§ndig verschwunden sind. Nachdem ich langsam atmend meine Gedanken beruhigen konnte, untersuche ich vorsichtig meinen momentanen Standort n√§her. Ich befinde mich auf einem goldenen ebenen kreisrunden Teller, in dessen Edelmetall eingravierte Kreise und Linien in gleichm√§√üigen Abst√§nden verteilt sind.
Sie sind wie L√§ngen- und Breitengrade der Erde angeordnet und lenken f√ľhrend mein vor Wachsamkeit und teilweise angespannter Nervosit√§t zuckendes blutunterlaufenes Auge direkt auf das Zentrum, in dessen Mittelpunkt ich mich befinde. Mich √ľberkommt ein ungutes Gef√ľhl wie ein eiserner Mantel bei dem Gedanken jeden Moment von der edelmetallenen Plattform in das bodenlose Nichts zu fallen und so ziehe ich mich vorsichtig in Embryonalstellung zusammen. Meine Gedanken wollen keinen festen Fixpunkt finden und drehen sich nur im endlosen Kreise:
Ich schreie nicht mehr.
Was geschieht hier? Wo bin ich √ľberhaupt? Ist dies das Leben nach dem Tod? Der Fluss aus Bildern scheint kein Ende zu nehmen. Schemenhaft vermischt sich das Zentrum meiner pers√∂nlichen Gedankenwelt mit fantastischen Erkl√§rungsversuchen. Ich bin hilflos:
Nackt, ohne Orientierung und nat√ľrlich begrenzt bin ich dem Gef√§ngnis meiner Realit√§t entflohen und befinde mich nun in dem Gef√§ngnis der Unwissenheit. Ich bin kein Mann mehr. Ich bin das Baby welches nach m√ľtterlicher W√§rme d√ľrstet, sie zu lernen jedoch verga√ü. Mein Kopf dr√∂hnt von den Eindr√ľcken und d√ľmmlichen √úberlegungen die auf mich einst√ľrzten. In einem gigantischen Tsunami begraben sie alles filigrane Leben unter sich und hinterlassen nur Tod in eisiger Stille. In meinem Kopf ist jedoch keine Stille. Kopfschmerzen kratzen wie lange Fingern√§gel √ľber Kreide und ich presse verzweifelt Tr√§nen aus meinen staubtrockenen Sinnesorganen. Der Wahnsinn kann einen aus scheinbar unausweichlichen Problemen retten; nur in diesem Moment f√§llt alles in sich zusammen, ohne Hoffnung auf einen Reebot des ‚ÄěSystems Ich‚Äú. Meine H√§nde ballen sich zu F√§usten und ich schmettere sie gegen den Sch√§del. Dumpfe Kl√§nge in der Stille meines Herzens. Eins. Zwei. Drei. Ich schreie nicht mehr.
Der Schmerz ist nicht mehr stechend zerst√∂rerisch, sondern gibt mir wohltuend die Best√§tigung noch zu leben, zu wachsen, zu sterben. Er ist wie ein orangener brennender Funke in der Dunkelheit, doch es n√ľtzt nichts, niemals. Obwohl der Funke jedes Mal in jeder Zeit in jeder Dimension entsteht, stirbt er leise und ohne eine Hinterlassenschaft in den Geschichtsb√ľchern traurig ab. Das Naturspektakel ist einfach zu unwichtig und schwach um in einer lodernden Flamme aufzugehen, zu erbl√ľhen und gen Himmel zu ragen. Mit wahnsinnigem Blick starre ich in die Leere und kratze meine Arme blutig. Fleischiger Abfall. Einzelne Blutstropfen fallen zu Boden. In Zeitlupe beobachte ich ihren Fall und den majest√§tischen Aufprall auf den goldenen Grund. Wie Wein in den goldenen Gral. Ein solch sch√∂nes Farbenspiel, welches den roten Kl√ľften meiner Arme entspringt.
Mir wird kalt und ich kauere mich wieder zusammen. Ich schließe meine Lider um zu vergessen und es wird dunkel.
























Eleutherophobie


Warm und Pulsierend. Geborgen in dem Rauschen seines eigenen Blutes das durch die vorgegebenen Bahnen im K√∂rper donnert. Mir erscheinen die letzten Gedankenfetzen an die bisherigen Geschehnisse wie ein wirrer und selbstzerst√∂rerischer Albtraum. Eine Abfolge von grellen, einzeln ruckartig erscheinenden Bildern, die sich in meinem Kopf wie Fliegeneier einschleusen, festsetzen und zu Maden werden, welche hungrig mein Gehirn auffressen, bis nur noch sie in einem Hohlraum namens individueller Intelligenz vegetieren. Ich f√ľhle mich eingeengt und bemerke erst jetzt meine kuriose Haltung in der ich mich befinde, selbst verrenkt.
Die Arme √ľber der Brust gekreuzt und aufrecht stehend. Vor mir befindet sich eine orangene transparente Fl√§che, papierartig, die zart schimmernd r√∂tlich pulsiert. Ich ziehe zaghaft meine linke Hand aus der Stellung in der ich verharrte und mich durchzuckt ein schwacher Schmerz, ein schwacher Stromschlag der die Gedankenbahnen lahmlegt. Eine br√§unliche Verkrustung √ľberzieht meinen Arm an den Stellen, die ich mir selbst aufgerieben hatte. Mein Blick richtete sich wieder auf meinen Aufenthaltsort:
Ich stehe in einer ellipsenförmigen Kugel, so eng, dass das Sitzen unmöglich ist.
Von au√üen scheinen einzelne Lichtstrahlen, die mich ungemein beruhigen. Dieses Licht ist nicht gelblich schimmernd und warm wie das der Sonne, sondern grell wei√ü wie das der Eiszapfen, welches sich in der Sonne widerspiegelt. Der im Ganzen aus dem transparenten Material bestehende Corpus wird von feinen r√∂tlichen √Ąderchen durchzogen, von denen eine wohlige W√§rme ausgeht. Dieses bizarre Bild wird dadurch verst√§rkt, dass eine Fl√ľssigkeit zu erkennen ist, die sich langsam wabernd in ruckartigen Bewegungen durch die vorgeschriebenen Bahnen bewegt. Manisch zieht dieses in sich ruhende und W√§rme spendende Gebilde mich an und so merke ich nicht einmal wie meine Finger sich der Oberfl√§che n√§hern. Hypnose.
Samtig zart und zugleich rau. Verharrend und pflanzengleich lebendig. Die Konsistenz dieses unbekannten Materials ist vergleichbar mit der einer Muschelblume. Dieses sanfte Orange wirkt fast einschl√§fernd auf mich und so versinke ich vertr√§umt in tiefe fr√∂hliche fressende Gedanken. Mir f√§llt auf, dass ich niemals frei war, gefangen an dem Bett, gefangen auf der goldenen Scheibe, gefangen in dieser Art Kokon. Vielleicht bin ich dazu bestimmt, versklavt und festgehalten zu werden, ein Festgehaltener zu bleiben. Vielleicht bin ich dazu bestimmt, ungl√ľcklich aber produktiv zu sein - einfach pr√§sent.
Keine aktive Ver√§nderung, sondern einfach nur da, blo√ü anwesend als leere verwesende H√ľlle. Wir sind nur biologische Fortschritte der Evolution.
Nur der Fortschritt hat seine Daseinsberechtigung in der Verbesserung. In der Moderne. Schon bald wird mit gro√üer Wahrscheinlichkeit eine bessere Rasse oder weiter entwickelte Version des Homo sapiens sapiens √ľber uns stehen. Nein, sie wird nicht da sein, sie wird aufleben. Und in dieser Millisekunde, in der wir erkennen, unsere Daseinsberechtigung verloren zu haben, st√ľrzen wir uns in einen Amoklauf infolge dessen jeder sich selbst vernichtet. Nur der St√§rkere √ľberlebt. Darwin. Nur was n√ľtzt einem das √úberleben, wenn der Tod eine viel freiere, ja fast spektakul√§rere Gegenwart, in einer nicht erfassbaren Wirklichkeit erm√∂glicht.
Der Tod ist das neue Leben und das Leben das langsame Absterben der Instinkte und des Verlotterns der H√ľlle, nach der sich alles richtet. Sind Menschen einf√§ltig, so behalten sie sich diesen Zustand auch im Tode bei, da sie den Tod nicht als Aufleben sondern Ableben erachten. Die Religion versucht zu vertr√∂sten, nur inwiefern ist das Werkzeug der Gl√§ubigen auch meines, wenn ich vor einem schwarzen Loch stehe, das Leben keine Pr√ľfung, keine Durchgangspforte, sondern nur eine einzige Entscheidungsm√∂glichkeit zur Einsch√§tzung eines Selbst war.
Vielleicht bin ja schon tot, das K√ľken mein Engel der ewigen Schw√§rze und mein jetziges Stadium eine unendliche Zeit, in der Stunde und Raum keinerlei Bedeutung besitzen. Der Mensch ist schwach und wird gelenkt von einem Wesen, welches sich in der Nahrungskette √ľber ihm befindet.
Nur wer... Nur was...
Mein Gedankenfluss wird gleich der Wasseroberfl√§che von einem wilden Lachs der die Stromschnellen mit einem Flossenschlag durchsticht von einem Schatten gest√∂rt, den ich aus dem Augenwinkel ausmache. Ich h√∂re wuchtige kraftvolle Fl√ľgelschl√§ge und einen tiefen surrenden Atem, der dem Knurren eines Grizzlyb√§ren gleichkommt. Verwirrt und in √§ngstlicher fr√∂hlicher Panik versuche ich das unbekannte Wesen auszumachen. Es zu erfassen in seiner Pracht. Es kann sich √ľberall aufhalten. √úber, hinter, vor und gar unter mir. Zuvor noch beruhigt in Gedanken schwelgend melden sich meine nat√ľrlichen √úberlebensinstinkte die jeden klaren Gedanken √ľberlagern und ich kauere mich zusammengerollt in einer kindlichen Schutzhaltung zusammen, vererbt von den Vorfahren.
Gespannt horche ich mit angehaltenem Atem auf. Nichts. Mein Herz pocht in wildem Wettstreit zu dem nervösen Zwinkern meiner Augenlider. Der Blutdruck steigt und der Ur-Ton des Lebens durchbricht jegliche Instanz zu dem Tier. Da.
Pl√∂tzlich wieder dieses undefinierbare Ger√§usch. Dieses Mal greifbarer und wie aus dem Nichts schie√üen zwei wei√üe messerscharfe Krallen durch die lichtdurchflutete Schicht der Zelle und haken sich in diese ein, in der ich nun nicht mehr existiere, sondern festsitze. Erschrocken entf√§hrt ein angsterf√ľllter Schrei meiner Kehle und ich stemme mich gegen die W√§nde meines Gef√§ngnisses. Mir stockt der Atem. Blutdruck steigt. Auf einmal ruckelt der gesamte Corpus und mir rutscht das Herz in die Ged√§rme. Durch die unrhythmischen Bewegungen aus dem Gleichgewicht gebracht werde ich unkontrolliert von der einen Wand gegen anderen geschleudert. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen und pl√∂tzlich wird das unkontrollierte Ruckeln mit einem lauten Knacken beendet.
Noch halb taub und bewusstlos mit verdrehten Gliedma√üen auf dem Grunde der kleinen Welt liegend erkenne ich dass das Ruckeln durch sanfte Auf- und Abbewegungen ersetzt werden, welche parallel zu den Fl√ľgelschl√§gen korrespondieren. Ich presse zuerst meine Ohren und dann meine Augen an die W√∂lbung der Membran um n√§heres erkennen zu k√∂nnen. Die Pupillen meiner Augen weiten sich. Schemenhaft projiziert eine k√ľnstliche Lichtquelle von au√üerhalb, von der Ferne, einen Schatten √ľber meinen Kopf. Den Schatten eines riesigen Vogels dessen Fl√ľgel gesch√§tzt sechs Meter L√§nge betragen.
Die Krallen, welche sich vor meinen Augen in die Konstruktion bohren sind vollkommen wei√ü. Kein einziges Staubkorn oder sandiger Dreck verf√§lscht diese Reinheit. Diese jungfr√§uliche Sentimentalit√§t. Dieser Drang sich der Sexualit√§t zu stellen. Auffallend sind die Verzierungen, welche in das kr√§ftige Horn der gekr√ľmmten Struktur eingeritzt sind. Feine Schlaufen und Linien, welche wie Ranken keiner besonderen auff√§lligen Regelm√§√üigkeit folgen, solange es der grenzenlosen unterbewussten √Ąsthetik dient.
Krallen als Verteidigungs- und Jagdwerkzeuge sollten in mir Angst hervorrufen, oder wenigstens √§ngstlichen Respekt, doch versunken wie in eine optische T√§uschung erwecken sie Interesse und beruhigen mich so hypnotisch, dass das st√§ndige Hin- und Herschaukeln des Korbes keine beklemmenden Gef√ľhlsausbr√ľche, keine sentimentalen Nichtigkeiten, mehr hervorruft.
Bei diesen Gedanken begegnet mir vor dem inneren Auge die Gestalt des K√ľkens:
Willkommen in deiner eigenen Hölle!
Diese Worte hatte es noch verk√ľndet, bevor ich auf dem goldenen Teller aufwachte.
Vielleicht bin ich in Wirklichkeit schon tot, der Vogel ein D√§mon, dies alles die H√∂lle und ich dazu verdammt f√ľr meine S√ľnden zu bluten. Oder es sind neue Tabletten, deren Wirkung die der alten in den Schatten stellt. Von Medikamenten taub die Realit√§t zu erkennen.
Jedoch w√ľrde die Wahrscheinlichkeit tot zu sein die Tatsache unterst√ľtzen, dass meine wei√üe Kleidung fehlt. Kleidung w√§re √ľbertrieben. Der Begriff Zwangsuniform ist aus meiner Sicht viel passender. Wir uniformieren uns um in die Gesellschaft integriert zu scheinen. Doch wir sind nicht integriert, da wir uns selbst verleugnen und somit nicht uns, sondern die Uniform in eine Reihe anderer Verkleidungen einreihen. Ich ertappe mich dabei, die Wunde an meinem k√§sig wei√üen Unterarm zu kratzen, da von ihr ein stechend monotoner Juckreiz ausgeht. Das Blut, welches nun dickfl√ľssig aus meinem K√∂rper flie√üt, verschl√§gt mir den Atem und l√§sst mich leise aufschrecken, leise l√§cheln.
Es ist wei√ü. Dies ist der Beweis, ich muss tot sein. Wie sonst sind die ganzen Geschehnisse der letzten Zeit zu erkl√§ren? Mit meinem Mittel- und Zeigefinger streiche ich sanft √ľber die herabrinnenden Blutbahnen, welche Milchfl√ľssen in der W√ľste gleichen. Die Konsistenz der Fl√ľssigkeit ist dicker und grobk√∂rniger als die normalen Blutes und keinesfalls warm. Das Gegenteil scheint der Fall.
Eisig kalt, als w√§re ich seit Stunden der Welt der Lebenden entwichen. Sofort taste ich meinen Hals ab und mein Verdacht best√§tigt sich: mein K√∂rper ist kristallkalt. Eine Mumie, gef√ľllt mit Eis, angerichtet um von dem Gew√ľrm zerfressen zu werden.
Ich werde ruckartig aus meiner Gedankenwelt gerissen, da der Flug anscheinend beendet ist und der gro√üe Vogel √∂ffnet seine Krallen, sodass ich im freien Fall meinen letzten Fluch √ľber die Welt im Geiste spreche. Doch dies ist nicht von Bedeutung, da ein harter, jedoch nicht gef√§hrlicher Aufprall auf harten Untergrund nach nur wenigen Sekunden erfolgt.
Die harte Konfrontation dr√ľckt mir die Luft aus den Lungen. Hustend taste ich meine Umgebung ab und befreie mich aus der H√ľlle wie ein K√§fer aus einem Kartoffelsack. Meine Augen sind noch an Dunkelheit gew√∂hnt, und ich rappele mich geblendet blind langsam und vorsichtig auf. Zuerst knicken meine Beine ein wenig ein, da sie seit anscheinend l√§ngerer Zeit nicht mehr beansprucht wurden. Schw√ľle angenehme W√§rme umsp√ľlt meine gesamte Schale und langsam gew√∂hnen sich die Augen an die gleisend wei√üe Helligkeit, die nun nicht mehr von einer Membran abged√§mpft wurde, sondern in voller Pracht sich im Nichts ausstrahlt.
Genau das ist es n√§mlich, ich stehe im Nichts. Meine F√ľ√üe ber√ľhren nichts. Meine Augen sehen nichts. Nur W√§rme und das Gef√ľhl von schwindeliger Erregung und dem Drang mich zu √ľbergeben. Denn bei einem Blick nach unten starrt mir klaffende Leere entgegen, sodass das Gef√ľhl entsteht, jeden Moment in die unb√§ndige Tiefe gerissen zu werden.
Ich schaue mich nach dem göttlichen Getier um, welches mich an diesen Ort verfrachtete hatte. Selbst wenn es mich töten möchte, so habe ich nichts zu verlieren. Mir wird bewusst, dass ich eine solche Freiheit genieße obwohl ich zu diesem Zeitpunkt gefangen bin. Zwar werden meine Handgelenke nicht durch Fesseln aufgerieben, oder ein beengender Kokon versperrt mir die Sicht auf die Geschehnisse, jedoch bin ich im Geiste gefangen.
Wie ein auf der Meeresoberfl√§che treibendes St√ľck Holz bin ich frei mich √ľberall hin zu bewegen, doch es ist nichtig wohin, da jede Richtung mit endloser Leere auf mich wartet. Den Corpus in jede Himmelsrichtung steuernd, nur den Geist gefangen als Produkt der kulturellen Sozialisation. Es ist ein sehr ungewohntes Gef√ľhl im und auf dem Nichts zu stehen. Meine nackten zerschnittenen Fu√üsohlen fahren vorsichtig tastend einige Zentimeter vor, da ich nicht sehen kann.
Ob nicht vielleicht ein unsichtbarer Abgrund die durchsichtigen Seile meiner Marionettenexistenz kappt? Diese Situation erinnert mich an die Koexistenz eines Alptraumes, man läuft und rennt um einem Monster oder der selbstreflektierten Kritik zu entkommen und doch gelingt es nie. Man stößt auf solch großen Widerstand, dass man meint in Wasser oder Quecksilber zu waten.
Pl√∂tzlich vernehmen ich eine d√ľnne belustigte Stimme gespielt lachen:
Du siehst so anders aus!
























Phronemophobie


Fast zu Tode erschrocken stolpere ich und wirbele sekundenschnell um meine eigene Achse zu der Stimme aus dem Off, wobei ich mein Gleichgewicht verliere und zu Boden st√ľrzte. Augenblicklich starre ich nach oben und angespannt suche ich die Gegend nach dem Ursprung der Worte ab.
Ohne Vorwarnung umschlie√üen zwei haarige harte winzige H√§nde meinen Kopf und drehen ihn nach oben, wo sich normalerweise der Himmel bef√§nde, st√ľnde ich nicht im Nichts. Meine vor √úberraschung geweiteten Augen starren in zwei kugelrunde braune Pupillen, die zu einem rund zwanzig Zentimeter gro√üen Affen geh√∂ren, welcher kopf√ľber in der Luft h√§ngt.
Ich bin kein Affe. Ich bin ein Primat.
Verdutzt bleibt mir der Atem stehen und ich versuche mich aus dem erstaunlich starken Griff des kleinen Wesens zu befreien, doch es kommt mir zuvor indem es meinen Kopf aus seinen Klauen freigibt. Ich falle r√ľckw√§rts zu Boden und w√§hrend die Szenerie sich in Zeitlupe vor meinen Auge abspielt denke ich mir: Der Tod ist schon eine schreckliche und zugleich verwirrende Geschichte.
Wieso der Tod?
Schon wieder diese Stimme, deren Urheber sich mir nicht zeigt. Nur dieser Affe ist mit mir in dieser scheinbaren Hölle eingeschlossen, sonst niemand. Aufmerksam betrachte ich näher das kleine Säugetier, welches sich nun von seinem unsichtbaren Podest löst und sich auf mich zubewegt, während seine auffallend großen Augen auf mir ruhen. Magisch gebannt und hypnotisiert folgen meine Sehorgane den anmutigen Bewegungen.
Was starrst du so?
Auf einmal verschwindet das Wesen, als ich begreife, dass nur es als Quelle der Worte infrage kommen kann. Es verschwindet nicht durch schnelles Rennen oder einen Sprung, sondern wie bei einem Bug eines Computerspiels. So als wären alle Atome ihrer Bindungen beraubt worden und in ihre Bestandteile zerstäubt worden. Einfach aufgelöst. Verdattert tapse ich benommen zu der Stelle, an der mein Augenlicht die Silhouette des Tieres das letzte Mal erfasste, das letzte Mal aufsaugte.
Ich b√ľckte mich und erkannte einige kleine braune H√§rchen, welche sanft von meinem Atem bewegt wie kleine Ballerinen √ľber den Boden fliegen. Jede in ihrem eigenen Tanz versunken und in ihren Bewegungen gleich ein Feder. Abgesto√üenes genetisches Material, der Abdruck eines Jeden zusammengefasst in nur wenige Millimeter.
Ein Leben welches nur wenige Millimeter gro√ü ist entwickelt auch nur wenige Millimeter. Wir sind keine Sandk√∂rner, auch keine Staubk√∂rner. Wir sind es nicht Wert √ľberhaupt als solche bezeichnet zu werden, da der augenscheinliche Dreck in Wahrheit ganze Universen umfassen k√∂nnte, vor denen wir blind sind. Der Affe eine Einbildung, ein Zeichen der Schw√§che. Ermattet setze ich mich im Schneidersitz auf und senke mein Haupt auf die kalte Brust. Nackt, von der Evolution als ausgespucktes, erbrochenes Zwischenprodukt. Ein Zwischenstadium zum Menschen und ich nur als Primat, als Experiment. Ich schlie√üe meine Augen und m√∂chte einfach diesen endlosen Wirren entfliehen.
Obwohl das Primatendasein oft unterschätzt wird! Glaube mir!
Ich l√§chele in mich hinein. Anscheinend f√ľhrt der notorische Mangel an Tabletten verst√§rkt zu Ausbr√ľchen schizophrener Ausw√ľchse in meinen Gehirnlabyrinthen. Vielleicht bin ich in Wirklichkeit gar nicht schizophren, da der Tod ja eigentlich die Erl√∂sung irdischer Fesseln darstellt, sind an Schizophrenie erkrankte Menschen dann die einzigen, die in grenzenloser wahrer Freiheit leben? Erstrebenswert. Ich schreie nicht mehr.
Sind Geisteskrankheiten in reeller einzigartiger Wirklichkeit Geisteserweiterungen oder gar aufkl√§rende Ph√§nomene, die wir aus Angst vor unserer selbstreflektierten unsichtbaren Schw√§che wegsperren? Versperren wir uns vor Verbesserung nur um uns nicht ver√§ndern zu m√ľssen?
Sind Richtlinien des allgemeinen Lebens keine Linien sondern nur Kreise, deren Umfang wird selbst und das Zentrum unsere Beschr√§nktheit ist. Ist die Chemie, Physik, Biologie und jede andere Naturwissenschaft eine Selbsttherapie. Ein Spiegel, in dessen fratzenhaftem Gegen√ľber unsere Fehlexistenz uns die blutigen Z√§hne in eine offene Arterie rammt und aussaugt. Uns das Rektum zerrei√üt. Eine Orgie der Verf√§lschung. Bei diesem Gedanken muss ich l√§cheln.
Doch diese Emotion wird schlagartig aus meinem Gesicht zerschnitten, als ich sp√ľre wie warmer lebendiger Pelz meine Beine ber√ľhrt. Meine Arme verkrampfen sich und instinktiv greifen meine H√§nde abwehrend nach unten und umfassen das mir unbekannte Getier. Es ist das Wesen, welchem ich vor wenig vergangener Zeit begegnet bin.
Wieso läufst du vor dir selbst weg?
Hast du Angst?
Bist du das, der da mit mir spricht, oder wie soll ich es nennen?
Schließlich bewegst du deine Lippen nicht?
Die Worte h√∂ren sich selbst f√ľr mich erschreckend abweisend an, da meine Stimme infolge einer l√§ngeren Zeit ohne Benutzung nun heiser und trocken aus meinem Kehlkopf dringt.
Mein Gegen√ľber legt den Kopf schief auf die Schulter und ich meine ein verschmitztes L√§cheln zu erkennen.
Wir sprechen nicht! Wir f√ľhren eine Konversation.
Und was ist der Unterschied?
Sprechen wird als zwischenmenschliche Interaktion ausgerichteten Gebrauchs der menschlichen Stimme definiert. Zwar bin ich in Gewisser Weise menschlich, oder menschlich gepr√§gt, gef√§rbt; nur erf√ľllen wir nicht diese Kriterien, besonders ich nicht, da keine Interaktion n√∂tig ist. Du musst nicht deinen Mund bewegen. Die Schallwellen die aus ihm entweichen sind meist mit unn√∂tigen Informationen belastet und die reine Konversation ist pers√∂nlicher. Denken ist der goldene Quell. Sprechen nur eine weitere Leitung f√ľr Begrenzte sich nicht zu √∂ffnen.
Interessiert an der Tatsache tiefgr√ľndig mit einem Primaten √ľber Artikulation diskutieren zu k√∂nnen stellt sich mir die Frage, ob Tiere der unsrigen Erde auch tagt√§glich mit uns in Verbindung treten k√∂nnten. Sind Tiere gar intelligent genug, sie nicht mehr als solche bezeichnen zu d√ľrfen.
Dies kommt auf die Bezeichnung der Intelligenz an. Viele Lebewesen leben um zu leben. Nehmen wir das Beispiel eines Pathogens, dessen Daseinsberechtigung der Tod ist. Es befällt und kann einen lebendigen Organismus zerstören.
Indem es sich einen Wirt aussucht, diesen bef√§llt und ihn teilweise t√∂tet um selbst zu √ľberleben, stellt es ein √ľberdurchschnittliches Repertoire an √ľberlebensinstinktivem Handel vor. Trematoden √ľbernehmen den Willen einer Schnecke um selbst als solche zu existieren. So ausgekl√ľgelt perfekt dieser Vorgang scheinen mag, so ist dieser Vorgang keine Intelligenz: n√ľtzliche Zerst√∂rungswut um sich selbst am Leben zu halten.
Ist dann die menschliche Rasse nicht auch eine Art Wirt, der die Welt bef√§llt und sie aussaugt, bis sie ihm unn√ľtz erscheint und er sie wie einen benutzten Hammer verrosten und in Vergessenheit zu Staub zerfallen l√§sst, bis sie nur noch der rote Planet Mars als Symmetrie im Weltraum darstellt?
Der Mensch als Ameise, die die Erde durchw√ľhlt und dann alles einst√ľrzten l√§sst, da er von der Gier getrieben zu tief und zu oft gegraben hat?
Vergleich den Menschen eher mit einem Schmetterling. Sch√∂ne Anz√ľge und liebliche Gestalt. Nur er alleine, als einzelner Organismus, vollbringt nichts und ist ungef√§hrlich. Fliegen jedoch mehrere Millionen Schmetterlinge √ľber das Land wird aus der √Ąsthetik eine Lawine des schwarz bunten Teppichs, der jedes Leben unter sich begraben kann. Er folgt keiner Intelligenz, er folgt der Schwarmintelligenz um zu √ľberleben, da er schwach ist.
Eine Ameise findet ihren Platz in der Gesellschaft und trägt zu der Steigerung der Produktion bei. Der Mensch hingegen findet oftmals seinen Platz nicht und fördert nicht die Produktion, sondern wird durch den Produktionsgedanken durch die Gesellschaft in bestimmte Bahnen des Denkens, Handelns und Existierens gezwängt.
Eine Ameise ist eine Ameise. Ein Mensch ist jedoch nur ein Teil eines Komplexes. W√ľrde es sich von diesem Komplex losreisen, so w√ľrden ihm die Fl√ľgel aus dem R√ľcken gerissen und seine Beine gebrochen werden. Nutzloser Haufen Dreck, der Platz einnimmt, den andere zum Leben brauchen.
Ich versinke in tiefes Schweigen w√§hrend ich meinen Kopf auf den geballten F√§usten abst√ľtze. Der Primat krabbelte indessen auf meinen regungslosen Kopf und l√§sst die Arme und Beine seitlich herabh√§ngen, als w√ľrde er sich auf meinem Haupt sonnen. Wenn wir keine Individuen sind und niemand den Prozess einer pers√∂nlichen Entfaltung durchlaufen kann, w√§ren Radikalismus, Armut, Gewalt und sogar Vergewaltigung ein Massenph√§nomen.
So w√§ren kleine Kinder, die von einer Horde sexuell kranker Menschen missbraucht w√ľrden, nicht das Produkt kranker K√∂pfe, sondern nur der Durchschnitt des Menschen.

So k√§men Anh√§nger des Ku-Klux-Klans zusammen mit schwarzen Freiheitsk√§mpfern zusammen und w√ľrden das Bild der menschlichen Geschichte pr√§gen.
Der Freiheitsgedanke und der Ursprung der Worte \"Libert√©, √Čgalit√©, Fraternit√©\" l√§ge nicht etwa in der Einzigartigkeit, Pers√∂nlichkeit oder Individualit√§t sondern darin, dass jeder das gleiche Ma√ü an Auswirkungen bewirken kann. Ich als eigentlich Abfall einer Nahrungskette, w√§re dann nicht mehr der Dreck, sondern vielmehr die St√ľtze einer Pyramide, deren Spitze nicht existiert, da die Gleichberechtigung auf massen√ľbergreifende Dummheit beruht, die sich jeder ausredet, jedoch im Innern nicht verneinen kann. Der Primat schwingt sich von meinem Kopf auf den unsichtbaren Untergrund vor sich und in meinem Kopf formten sich die Worte:
Es wird Zeit! Du musst jetzt gehen! Denk √ľber meine Worte nach:
Viele Lebewesen leben um zu leben. √úberspringe und √ľberliste diesen Zustand und beginne zu wirken!







Angrophobie


Meine Augen √∂ffnen sich und wei√üe Reinheit √ľberkommt mich ekelerregend wie ein Brechreiz, den man nicht unterdr√ľcken kann. Polarlichtfarbene Platten, die ein Gef√ľhl der Freude und der Leichtigkeit vermitteln sollen, sind in quadratischen Mustern angebracht worden und eine grelle Gl√ľhbirne mit Schutzummantelung taucht das Zimmer in eine ungem√ľtlich glatte sterile Aura. Die Schutzummantelung wurde aus Gr√ľnden der Sicherheit angebracht. Ein Patient k√∂nnte zu einfach die Lampe herausdrehen, zerschmettern und sich mit den Scherben in l√§nglichen Schnitten die Pulsadern ans Tageslicht bringen. Rote F√§den.
Die Rate der suizidalen Beweggr√ľnde zu reflektieren steigt je n√§her man sich dem Geb√§udekomplex n√§hert, in dem ich untergebracht bin. Aus Sicherheit vor mir selbst, wie es hei√üt. Es gibt keine Fenster in meinem Zimmer, nur wei√üe Gitter, welche ein Schachmuster auf den Boden projizieren, auf welchem die Sonnenstrahlen wie kleine Feuerchen im Abendrot tanzen. Ich spiele gegen mich. Der Wiener Walzer der Gedanken. Sch√∂ne blaue Donau. Mein Kopf dr√∂hnt. Hammer auf Eisen. Zischender Stahl der im Wasser unter lautem Gebrodel untergeht und neu erschaffen wird.
Ich versp√ľre den Drang meine Schl√§fen zu massieren, da leichte Migr√§ne wie ein greller senffarbener Blitz die Nacht meiner Gedanken in ihrer Ruhe entjungfert. Da meine H√§nde jedoch an den Oberarmen und den Handgelenken durch wei√üe Lederriemen an das ebenfalls wei√üe Bettgestell geschnallt sind, kann ich mich kaum bewegen. Die Realit√§t hat mich wieder. Ich schreie nicht mehr.
Alles war ein Traum, die Illusion einer tristeren jedoch freieren Welt. Der Primat, das K√ľken, alles nur einzelne Hirngespinste, Gespinste meines kranken kaputten Nervensystems. Aufmerksam betrachten meine Augen n√§her den Raum, in dem ich mich befinde, obwohl mir jede Einzelheit gel√§ufig ist. Schalldicht isolierte Gummiew√§nde, wei√ü. Ein am Boden festgeschraubter Tisch, wei√ü. Sonst nichts, ebenfalls wei√ü. Aus dem Gitterfenster sind Berge zu erkennen und die ersten jungfr√§ulichen Sonnenstrahlen k√ľssen in diesem Moment die Spitze des h√∂chsten Massivs, wei√ü. Beim Anblick dieses wundersch√∂nen Naturschauspiels kullert eine einzige rote Tr√§ne meine linke Wange herab und versinkt in dem schneewei√üen matten Bezug des Kissens, als h√§tte es sie nie gegeben. Kurzlebige Existenz. Der be√§ngstigende Faktor an diesem Szenario war jedoch die allumfassende Stille. √úberall und nirgendwo. Nichts bewegt sich.
Das sich mir bietende Naturphänomen könnte auch eine Bildfolge sein. Montage.
Kein Vogel, kein Hirsch und keine Katze erweckt die Natur zum Leben. Die einzelnen Strahlen w√§rmen langsam mein blasses Gesicht und meine kahl geschorene Kopfhaut. Gespenstige Stille, wie die Ruhe vor dem Sturm. Vor dem Fressen. Zum Zerreisen gen√§hrt mit Hoffnungen und √Ąngsten die aus den Nachbarzimmern durch die Gummiw√§nde wabern. Eine Welle aus Emotionen und Pl√§nen, Hoffnungen und Panikattacken. Eine metallische unmenschlich verkorkste Stimme ert√∂nt durch die Flure und informiert √ľber den Tagesablauf. Unter Beachtung des Aspekts, dass jeder Tag dem gleichen Schemata folgt, ist dies eigentlich unn√∂tig. Ein ewiger Kreislauf in den man gepresst wird, und falls man sich nicht mit ihm arrangieren kann, wird man selbst wegrationalisiert. Fressen oder gefressen werden. Die T√ľr zu meiner Unterkunft √∂ffnet sich und ich werde von zwei Gestalten aus den Riemen befreit.
Seit einem l√§ngeren Zeitraum schon bin ich es leid Menschen in meiner n√§heren Umgebung als solche zu akzeptieren. Besonders bei Mitarbeitern dieser Anstalt gebe ich mir keinerlei M√ľhe. Wieso auch? Zwei wei√üe Gestalten mit grauen L√∂chern anstatt Gesichtern f√ľhren mich begleitend in eine Art Aufenthaltsraum, nachdem ich mich rasch waschen und fr√ľhst√ľcken durfte.
Der gleiche Trott wie jeden Tag. Das Zeitgef√ľhl wird zu einer ewigen Kreisspirale. Ich wei√ü nicht, welcher Wochentag es ist, da jeder Tag die gleichen Facetten nach au√üen versucht positiv zu demonstrieren. Eine reine Weste der F√ľrsorge, welche innerlich verwesend grau zerf√§llt und erb√§rmlich als Auffangstation f√ľr Personen gilt, die zu anstrengend sind. Nur vielleicht sind genau diese Personen die Menschen, die das Leben lebenswert machen.
Eine Minderheit, eine kleine eingeschworene Gemeinde. Naiv belächelt von den Wächtern und unterschätzt von der Welt, als unbrauchbares Menschenmaterial abgestempelt. Nachdem man mich mehr oder weniger an einen freien Tisch ohne Ecken gesetzt hat, verweile ich in Gedanken versunken still einige Zeit.
Einen solchen Traum hatte ich lange nicht mehr. Tr√§ume sind normalerweise Phantasien, die unwirklich erscheinen und auch unm√∂glich sind, jedoch auf einen wirklichen Ursprung zur√ľckf√ľhrbar sind. Viele Lebewesen leben um zu leben.
√úberspringe und √ľberliste diesen Zustand und beginne zu wirken!
Das waren die letzten Satzbruchst√ľcke, an die ich mich noch erinnere. Wann wirkt man und wie soll ich diesen Zustand √ľberlisten? Mir wird eine Reihe von bunten Pillen auf die Tischplatte gelegt. Cirque du soleil. Den Zustand des Lebens um zu leben √ľberspringen.
Meine Zunge umschlie√üt die Gelatine der regenbogenfarbenen Kapseln. Um den Zustand zu √ľberlisten, muss ich mich in diesem befinden. Ich schlucke und sp√ľre wie die Speiser√∂hre die Medikamente in den Verdauungstrakt transportiert. Ich lache in mich hinein, w√§hrend Speichelf√§den an meinen Mundwinkeln durchsichtige Fesseln ergeben. Meine jetzige Situation erscheint mit nicht als leben um zu leben.
Eher als vegetieren um nicht als Fehler in der Statistik dieser Klinik aufzutauchen. Ein toter Fehler, den man niemals wieder beheben k√∂nne. Jedes Wesen lebt um zu leben oder zu √ľberleben. Eine Intelligenz zu entwickeln und mit dieser einen Sprung ins Ungewisse zu vollziehen, das w√§re eine Handlung der g√∂ttlichen Lossagung von irdischen Fesseln. Von sich selbst zum Gott erkoren √ľber seinen eigenen endliche t√∂richten Lauf. Diesen Wettlauf, den wir alle zu gewinnen haben, die meisten jedoch verlieren. Was muss geschehen, dass ich nicht mehr lebe, sondern wirke?
Muss das wirken nicht durch Freiheit bewerkstelligt werden? Ist Freiheit nur ein Produkt ewiger Sklaverei und Anpassung an das System? Ist die Anpassung an das System nicht das ermorden des inneren Kindes? Muss ich sterben um zu wirken? Dies w√§re jedoch ein Paradoxon, da es keine grundlegende Ver√§nderung mehr g√§be, infolge des Absterbens jedes Wirkenden. Langsam sp√ľre ich die einzigartige k√ľnstliche Wirkung der Pillen. Eine plumpe verschwommene schwere Fr√∂hlichkeit, die traurig einen seidenen Vorhang vor mein Gesicht zieht, meine Augen √ľberzieht. Die Zeit vergeht schneller, das Essen schmeckt, der Tisch knarzt, die anderen reden und diskutieren √ľber die Au√üenwelt. Nur ich, ich schweige laut. Selbst unter Meinesgleichen f√ľhle ich mich fremd und am falschen Platz. Wie ein frisch geschl√ľpfter Kuckuck. Mein Nachbar, ein etwas √§lterer schm√§chtiger Herr berichtet gerade von seinen Erlebnissen betreffend den Krieg. Von den Leichen, dem Blut und der st√§ndigen Angst im Nacken, jeden Moment von einer Granate zerrissen zu werden. Menscheneintopf. Ich wende mich ihm zu:
Wieso werden √ľberhaupt Kriege gef√ľhrt und warum k√§mpfen Sie?
Um zu √ľberleben! Wenn ich jemanden t√∂ten kann, der im selben Moment auf mich zielt, ist es immer besser schneller abzudr√ľcken! T√∂ten um zu leben.
Nur eine Frage drängt sich mir noch auf. Wenn der Krieg eine todbringende Maschinerie darstellt und sie jeden Moment hätten sterben können. Wieso wurden sie dann Soldat?
Um Geld zu verdienen, um zu √ľberleben!
Dieses Paradoxon zauberte mir ein Lächeln auf die Lippen, ein Soldat der kein Soldat sein wollte, jedoch einer wurde um nicht getötet zu werden.
Fressen oder gefressen werden. Das Zauberspiel der Welt, welches zart und filigran zu einem Orkan der Disharmonie wachsen kann. Meine Hände spielen nervös auf dem weißen Lack des Rundtisches Fangen miteinander und meinen Kopf durchströmen Klaviersymphonien der Kindheit.
Mein Stiefvater der den G√ľrtel zu jedem falschen Ton erhebt. Der eigene Groove zu den jetzigen Eigeninterpretationen. Die Snare die mit fleischiger Wucht das Metronom ersetzt. Blutiger Abgrund aus Erinnerungen. Blutige F√§uste auf den Asphalt. Blutige Furchen. Schwarz. Regen der die Lungen zum √Ąu√üersten strapaziert. Der Kochl√∂ffel, der wie ein Meteorit einen Krater der Erinnerungen ausl√∂st. Hass. Furcht. Diese beiden Gef√ľhle gemischt, ergeben eine dubiose Mischung, einen inneren Amoklauf, dessen Ausl√∂ser nur ein Bruchteil des Lebens sein kann, dieses jedoch f√ľr immer ver√§ndert. Ich lache nicht mehr.
Nur ein Stich und eine Unterschrift und schon lande ich als Ergebnis dieser kleinen Geschehnisse in einem Geb√§ude des roten Wahnsinns. Dem Soldaten neben mir werden gewaltsam mit einem Schlauch Fl√ľssigkeit und Nahrung eingefl√∂√üt, da er das Personal f√ľr Feinde h√§lt, die ihn vergiften wollen. Nach dieser Tortur sinkt er gebrochen in sich zusammen. Wie jeden Tag. Ein kleines H√§ufchen Elend. Das Bild f√ľr die Gesellschaft in der wir tagt√§glich verkehren.
Funktionierst du, bist du Teil eines fehlerfreien sozialen Netzwerkes namens Familie, Freunde und Mitstreiter. Wandelst und ver√§nderst du dich zu dir selbst, so erkennen und kennen sie dich nicht und du verrottest wie der Mann auf dem Mond in grauer Endzeit, alleine und nicht existent. Das Vergessen als neu zugelegte Aura. Vergessen wer man selbst ist, vergessen wen man darstellt. Vergessen, dass man nicht dazu geschaffen wurde jemanden darzustellen. Vergessen sich Gedanken √ľber das Vergessen zu machen und auch das Vergessen vergessen.
Wie ein Schwein, welches gl√ľcklich ist, da es nicht erfassen kann, dass es noch eine h√∂here gl√ľcklichere Existenz gibt. Gl√ľcklich, fett und zufrieden: das Idealbild des faulen zufriedenen Homo sapiens sapiens sapiens! Naiv selbstverliebt und intelligent verachtenswert. Der glasklare Gong ert√∂nt und jeder einzelne Insasse wird nach der Reihenfolge der Namensliste in seine Zelle gebracht oder getragen. Aus dem Augenwinkel bemerke ich, wie drei st√§mmige Gesichtslose den ehemaligen Kriegshelden in sein Gef√§ngnis zerren, wie in Vietnam, alte Erinnerungen.
Er √ľberlebt auf seine eigene Weise: Flucht in die Fantasie. Vergessen, dass er in der Fantasie Zuflucht gesucht hat und nicht in sich selbst. Ich bin an der Reihe. Wortlos hallen die Schritte durch den wei√üen Gang, der durch flackernde Neonlampen erhellt wird.
Alles glatt und wei√ü. Knochenmehl an den W√§nden. Die Fesseln schmiegen sich an meine Knochen, als w√§re ich nie fort gewesen. Nie frei. Nie kein Sklave. Ein Gladiator, zum K√§mpfen und T√∂ten gezwungen, zum Foltern. Was mich verwundert ist die Tatsache, mich nicht einsam zu f√ľhlen. Der Primat sprach von Schwarmintelligenz, nur ein Schwarm besteht aus mehreren Mitgliedern nur misse ich die anderen nicht. Dunkelheit √ľberf√§llt die Zelle wie ein Schwarm von Hornissen. Schwarz. Alles Wei√üe wird geebnet und gleichgeschaltet. Der Mond f√§rbt nach seinem Auftritt den Raum in eine diamantene Transparenz. Mein Atem als einzige Ger√§uschquelle. Mein Atem als Wolke in einem luftleeren Vakuum. Meine Nackenhaare stellen sich auf. Die Massen br√ľllen mir zu: K√§mpf. Gib dem Volk eine Ampulle Blut und es st√ľrzt sich auf sie. Vampire des Alltags verbergen sich in der Dunkelheit und kommen zum Vorschein, wenn das Kapital und der Profit mit ihren Vorstellungen √ľbereinstimmen, die eisernen gl√§sernen Panzer. Ich versinke in den Anblick der wei√ü silbernen Scheibe am Sternenzelt und merke wie ich langsam einschlafe. Das Schwert an den Nacken gepresst und das Fett aus dem K√∂rper gepresst. Bevor mein Geist jedoch vollst√§ndig in die Gefilde des D√§mmerzustandes eindringen kann, weckt mich eine tiefe Stimme.


Es ist Zeit zu gehen!
Gro√üe scharfkantige Reisz√§hne blitzen auf und das mir wohlbekannte K√ľken verschlingt mich.
Ironie des Schicksals!























Zeusophobie


Anstatt des Kokons empfängt mich schon erwartend das fast menschlich anmutende Wesen, der Primat der mit dem Mund sieht. Ich hatte genug Zeit in der Rosengesellschaft gehabt, mich mental auf dieses Zusammentreffen vorzubereiten und stelle ohne Zögern die Frage, welche mir nicht aus dem kleinen verbitterten Schädel entweichen möchte:
Wieso ist hier alles unsichtbar?
Es ist nichts unsichtbar. Es bleibt dir nur verborgen, solange du denkst, dass alles nicht durch die Sinne erfassbar ist. Sinne eines Menschen sind darauf geeicht menschliche Abbilder zu schaffen. Bleib ein Mensch und du wirst immer ein solcher bleiben. Werde zu deinem eigenen Gott und du kannst die Welt neu erschaffen, auf deine eigen Art und Weise. Von Fl√ľssen aus Ambrosia und Nektar bis hin zu Gew√§ssern aus Blut und Hautfetzen. Deine pers√∂nliche Welt, die nur du alleine verstehst. Ein Ort voller Emotionen, Selbstkritik, stillschweigender Einverst√§ndnis mit der eigenen Identit√§t und ein St√ľck Du. Ein St√ľck Pers√∂nlichkeit, das du nie alleine finden wirst, da du es nicht kannst. Deiner Gedankenwelt ist kein Ende gesetzt, deinem Leben auch nicht. Nur dem Tod.
Verwirrt ziehen sich meine Augenbrauen zusammen. Der Tod als einzige Schranke.
Wie darf ich das verstehen, der Tod als einziges Existenzstadium, dem ein Ende gesetzt ist?
Nimm ein Neugeborenes, welches in diesem Moment dem Leib der Mutter entflieht. Frisch. Unbeeinflusst. Den Drang zum Handeln unverbraucht. Diesem kleinen Wesen stehen alle Pforten zu jeder Transformation in jedes erdenkbare Leben der Casinohallen oder in eines der Ratten unter der Br√ľcke offen. Grau blutig und unbedeutend in der Geschichte der Welt. Auch sie waren einmal klein und unbeschrieben, bis Flammen sie auffra√üen und nicht wieder hergaben. Oder sie erbrachen in ihrer Trunkenheit des Fressens.
Dieses Kleinkind kann der Pr√§sident der Vereinigten Staaten von Amerika, der nette Lehrer, welcher Kinder zugetan ist, ein neuer Prophet oder eine nicht auschlaggebende Zahl in der Arbeitslosenquote werden. Dies ist Freiheit. Entfaltung ohne Grenzen. Sei du selbst ohne dich zu selbst zu verspielen. Der Tod vergibt dir nicht Zeit verspielt zu haben. Er vergibt dir nicht deine Eltern verraten, einen Freund ermordet oder nie eine Familie gegr√ľndet zu haben. Er vergibt nichts. Das Jenseits mag in deiner Vorstellung dem Paradies oder der H√∂lle gleichen, doch was ist, wenn dem nicht so ist.

Wenn du entt√§uscht bist und dir mit der Zunge deine Atemwege versperrst nur um zu erkennen, dass du bereits tot bist. Du verwest, Bakterien zerfressen dein Inneres und du bl√§hst auf. Schlie√ülich rei√üt deine Haut, du platzt f√∂rmlich auf und all das, was du als menschliche Existenz erachtest, wurde zu einem gr√§sslich blutroten Wirrwarr aus Sehnen und F√§den, die dich darstellten. Deine Augen verlieren an Fl√ľssigkeit. Deine Haut wird ledrig und zerf√§llt. Wie die Rinde eines Baumes. Maden die in deinem Ohr ihr neues Zuhause und eine neue Unterkunft finden. Dein Nervensystem, entzaubert durch modernste Wissenschaft. Ein Ring aus Nekrophilie, der sich an dir erg√∂tzt.
Mein Schädel brummt und in einem Anflug der Existenzangst erhebe ich mich und laufe in einem Kreis um den mich interessiert beobachtenden Primaten, während ich mit ihm diskutiere.
Nur ist es nicht sinnvoller ein Leben der Sicherheit zu leben? Absicherung gen√ľgend zu erhalten und dies jedem gerecht zukommen zu lassen. W√§re nicht die Welt ein Ort Gastfreundschaft, der Zusammenarbeit, des freundlichen Paktes gewillter Freunde verschiedener Rasse, Geschlecht, Hautfarbe, Sexualit√§t und Herkunft. Ein Ort des Friedens und der Gerechtigkeit. W√§re nicht...
Freudig glucksend fiel der Primat mir in meinen Wortschwall:
Bist du der ehrlichen und wahrhaftigen √úberzeugung, dass ein jeder Mensch, sei er alt oder jung, tot oder lebendig, seinen Vorteil mit dem teilen w√ľrde, der bettelnd auf dem Boden liegt. Gerade du m√ľsstest doch am eigenen Leib mit der H√§rte und der Entt√§uschung in vollendender Zerst√∂rungswut konfrontiert worden sein. Wie sie dich fallen lie√üen. Ein St√ľck Schie√üe am Stra√üenrand. Abfall. Geschichten von dem Dreck der Kopfsteine. Niemand hat dich besucht, eine Postkarte geschrieben. Niemand half dir. Niemand unterst√ľtzte dich in der Zeit, in der du Hilfe am meisten ben√∂tigtest. Die, an die du am meisten geglaubt hast, entt√§uschen dich auch am meisten. Vergiss den Schwur auf Br√ľderlichkeit, Freiheit, Einigkeit, Zusammenhalt und Endlosigkeit. Produkte optimistischer Philosophen, die in einer Phantasiewelt lebten, da die gewebte Realit√§t ihnen Angst bereitete.
Der Primat streift wie eine Katze um meine Beine und schwingt sich auf meine Schulter. Verschw√∂rerisch fl√ľstert er in mein Ohr:
Vergiss wer du bist. Vergiss wer du warst. Vergiss wer du zu glauben scheinst. Ein Staubkorn bleibt ein Staubkorn und du nur der Dreck unter den Absätzen. Bemitleide dich selbst und du findest deine innere Ruhe. Nur die Ruhe beschert dir keine Freiheit. Zwar waren die Philosophen selbstfröhnender Natur, doch werden sie in einer Sache Recht behalten:
Du kannst etwas bewegen, Auch Staub kann die N√ľstern eines Drachens erregen. Ihm ein Feuer entlocken und den Tod √ľber ein ganzes Volk bringen. Oder aber als Pollenkorn neues Leben erschaffen. Sei es das einer wundersch√∂nen Blume oder der Generationserhalt flei√üiger Insekten. Werde unentbehrlich, indem du dich unentbehrlich machst. Werde frei, indem du dich frei von dem Gedanken an die Freiheit machst. Du musst nicht sinnieren, sondern agieren, um dein Ziel zu erreichen, um dein Ziel zu leben.
Nur woher kann ich mir sicher sein, das richtige Ziel zu verfolgen? Vielleicht bilde ich mir auch einem Schicksal zu folgen, nur sind Ziel und Bestimmung nicht vereinbar. Wer kann mir mit vollständiger Sicherheit bestätigen, ein Wolf unter Schafen und nicht das Schaf in der Herde der Wölfe zu sein?
Wieso sollte dir jemand anderes deinen Weg best√§tigen, wenn er selbst damit besch√§ftigt ist, den seinen zu beschreiten. Du bist auf dich alleine gestellt und kannst nur dir Vertrauen. Wenn du den Mount Everest besteigen m√∂chtest, dann liegt es an dir und nicht an einem chinesischen Kind, welches zur gleichen in der Menschenzucht schuften muss. W√§hrend dieses seinen Traum erf√ľllen m√∂chte, liegt es an dir, dem nachzukommen. Denk nicht nach, sondern versuche das wunderbarste aus deinen Unternehmungen zu machen. Bricht dein Bein, wird der Knochen gest√§rkt.
Stirbt deine Frau, mach dich mit dem Tod bekannt. Er nimmt auch dich bald. Jeder l√§sst dich allein? Dann selektiere du deine Freunde nach neuen Schemata und lass dich nicht selektieren. Nichts ist unm√∂glich, solange man dem M√∂glichen entflieht. Sei wie ein Neugeborenes: Frischfleisch f√ľr das Monster ਲਾਈਫ.
Ich existiere in deinem Kopf und somit f√ľhrst du ein Selbstgespr√§ch in deinem Traum. Nur wieso? Hast du vergessen selbst das Ruder an dich zu rei√üen? Folge mir, ich muss dir etwas Wichtiges zeigen.
Der Primat legt sanft seine einzelnen schwarzen Finger auf meine Stirn. Schmerzerf√ľllt zucke ich zusammen und mein Atem kapituliert in sich, da die Temperatur der kleinen Handfl√§che Minusgrade betr√§gt. Ein Paradoxon. Aus der inneren Schw√§rze wird eine Welle die mich mitrei√üt. Diese Welle besteht aus lebendigem Material, lebendigem Tod.
Aus schwarzen kleinen W√ľrmern, die wie Blutegel aussehen und w√§hrend ich immer noch schreiend in die einheitliche Wolke aus nicht identifizierbaren Lebewesen in einem endlosen Sturz falle, formiert sich ein kleiner Schwarm von den Monstern. Schwarmintelligenz. Scheinbar m√ľhelos und ohne jegliche Schwerkraft werde ich aufgefangen und be√§ngstigt stelle ich fest, dass mindestens zehn dieser W√ľrmer scharfe kleine Reisz√§hne zeigen.
Bevor ich realisieren kann, was geschieht, ist es schon vollbracht. Wie winzige Finger bohren sie sich an meinen Hals und saugen sich fest. Sie bei√üen sich fest. Blut l√§uft in kleinen Linien meine nun rote Haut hinab. Ich schlage um mich und ein binaurales Schreien zerfetzt mein Trommelfell. Aus allen K√∂rper√∂ffnungen flie√üt nun in Str√∂men Blut und ich schreie nicht mehr, ich gurgele meinen eigenen Lebenssaft. Alles rot. Ein roter Vorhang vor den Augen. Mit urpl√∂tzlicher Gewalt b√§ume ich mich auf und erbreche Fleischbrocken, Blut und S√§ure. Immer noch am Leben. Schmerzen der H√∂lle. Bumm. Bumm Bumm. Risse entstehen an meiner nun glitschig roten Haut und ich wende mich wie ein nach Luft ringender Fisch in den F√§ngen der h√∂heren Macht. Die oberste Schicht meiner H√ľlle reist und ich erblicke gel√§hmt Muskeln, Sehnen und an manchen Stellen Knoche. Ein farbenfrohes Spektakel. Alles pulsiert. Von einem Urinstinkt getrieben st√ľrzt sich das Getier auf mich wie eine hungrige Horde L√∂wen auf ihren Nachwuchs. Mit sich √ľberschlagender Stimme werde ich bei lebendigem Leibe zerrissen. Meine Schreie verschwinden in einem Tornado der Fressorgie und kein Staubkorn bleibt mehr √ľbrig. Kein Ich.



Nun endet meine Geschichte nicht auf diese Weise. Meine Augen schlagen auf und ich blicke in die hellen Gesichter der Sterne und den einladend schimmernden Mondglanz, der meine nackte Statue wie ein seidenes Hemd leicht umsp√ľlt. Immer noch unter Schockzustand taste ich in ruckartigen Bewegungen den Untergrund ab auf dem ich mich befinde. Stein. K√ľhl. Die Bilder meines halb gefressenen K√∂rpers schie√üen durch meine Gedankenwelt und ich √ľbergebe mich. Blutend. S√§ure die meine geschundene Speiser√∂hre ver√§tzt. Nach dieser Tortur spucke ich zwei Mal aus und richte mein Augenmerk auf die Umgebung: ein √§sthetischer Friedhof.
Jedoch keine typische Gedenkst√§tte der Toten, sondern eine in komplett wei√ü gehaltene Lichtung. Wei√üe Steine. Wei√ües Gras. Wei√üe Gr√§ber und wei√üe B√§ume, die die Lichtung eingrenzen. Ein Kreis der endlosen Reinheit. Die Grabsteine sind um einen Altar in einem Oval angebracht, sodass meine Person als Zentrum von vier Grabsteinen ein Kreuz bildet. Wie die Pupille. Mit immer noch schwachen Beinen stelle ich mich auf und falle seitlich gegen einen Grabstein, an dessen Kante ich mich im letzten Moment abst√ľtzen kann. M√ľhsam entziffere ich die schon etwas verwitterten Worte, die in den Stein eingraviert wurden: Du wirst geboren. Auf den n√§chsten stehen die S√§tze: Du existiert als Kind. Du existierst nicht mehr. Du stirbst.
Das letzte Grab ist offen, unbeschriftet und kein Sarg befindet sich in dem schwarzen klaffenden Loch in der Erde, w√§hrend die anderen drei Ruhest√§tten, gepflegt und vollkommen unversehrt vor l√§ngerer Zeit verschlossen wurden. Ich gehe in die Hocke und taste den Boden ab. Hart und k√ľnstlich, eine wei√üe Matratze aus Gras, welche starr und unverformbar die Handfl√§che sanft kratzt. Nach einem tiefen Schnaufen √ľberlege ich mir, aus welchem Grund der Primat, dessen Namen mir im Moment als nicht bekannt auffiel, mich genau an diesen Ort geschickt hatte. Meine Beine, noch immer schwach von den erschreckenden Bildern, die in meinem Kopf f√ľr ein H√∂llenszenario sorgten, knicken ein und silberne Tr√§nen fallen quecksilbergleich auf die wei√üen Grashalme. Die Beine an die Brust gewinkelt und meine eigenen Ausd√ľnstungen riechend verschwimmt das Szenario vor meinen Augen und entfernt sich immer weiter. Ich hasse mich.









Neophobie


Ich schreie. Ich schreie laut. Ich schreie laut und der Schwei√ü ummantelt meine Haut wie ein durchsichtiger Film aus k√ľhlem Abschaum. Mit der Welt in einem Tango der Sinnesverwirrung wetteifernd um Vergessen und Verworfen zu sein.
Schalldichte W√§nde, die meine Probleme verschweigen und meiner Stimme die Kraft nehmen, sobald die Kraft √ľberhaupt jemals auftreten sollte. Verkrampft versuche ich mich aus den Fesseln meiner Schlafgelegenheit loszurei√üen, doch der Kampf ist schon entschieden, bevor er beginnt. Wie jeden Tag, der verstreicht.
Gleich ist es soweit. Meine innere zeitliche Uhr wurde infolge der jahrelangen Inhaftierung minutengenau justiert. Mit dem simplen Unterschied zu der Außenwelt, dass hier die Minuten keine Minuten mehr sind. Sie sind nur Zahlen und keine verstrichene Zeit.
Meine Kehle ist staubtrocken und unfassbarer Durst lässt mich röchelnd husten. Die weißen Stoffe kleben an meinem Körper und die ersten Sonnenstrahlen fallen durch das Gitter in die gewohnte Umgebung. Jeden Tag der gleiche Kampf mit der eigenen Spinne, die sich in dem Herz festgebissen und ihr Gift durch all deine Venen pumpt.
Ihr Arme als die meinen und schwarze Linien unter meiner Haut, welche ihren Ursprung in den d√ľnnen F√§den des R√§ubers finden. Schwarze widerspenstige Borsten die meine Haut zerrei√üen. Eine Schneeflocke die blutend zu Boden f√§llt. Ein Kind das kopf√ľber in das Eis eines Sees im Winter einbricht, ertrinkt und die Eltern am Ufer lachen. Blackout. Kurze schwarze Bilder die im Kopf aufblitzen. Ein fetter Mann, der auf einem Ger√ľst aus Menschenknochen sitzt und seine Z√§hne in ein menschliches Bein hineingr√§bt. Eine Ixodes scapularis, die ihren Saft aus den Blutbahnen ihres Wirtes bezieht, bis sie in Zeitlupe explodiert. Tod den M√∂rdern. Tod den Gerechten.
Ein Skalpell, welches durch Haut und Knorpel einen Kreis um den Kehlkopf eines Mannes zieht, bis das zitternde Opfer seine Stimme verliert. Ein sich im Lotussitz ausruhender Mann, aus dessen offenem Mund eine Eisenstange ragt, die aus dem Hinterkopf wieder heraustritt.
Gehirnfetzen als Flagge der Gerechtigkeit!
Nacktmulche, die ruhig vor sich hin dösen, bis ihre Eltern sie auffressen, um sie vor der Welt zu bewahren. Tod resultierend aus dem Mutterinstinkt. Den Kopf immer wieder gegen das Kopfkissen hämmernd, versuche ich der Flut aus Bildern Einhalt zu gebieten. Einatmen. Ausatmen. Die innere Stille. Der Rhythmus der Galaxie. Ich schreie nicht mehr. Ich bin stumm.
Ich schreie nicht mehr. Mir wurde die Stimme genommen. Ich schreie nicht mehr. Ich schreie nicht mehr. Ich schreie nicht mehr. Ich schreie nicht mehr.
Die T√ľr wird aufgesto√üen, helles Licht. Eine Achterbahnfahrt welche die Kontrolle verliert und ein Brei aus Menschenfleisch. Die Oma die l√§chelnd das Hackfleisch r√ľhrt. Sich umdreht und auf dem Hinterkopf die Fratze des Teufels. Ein Stich in den Hals. Feste H√§nde die mich greifen. Kopfschmerzen. Ich schreie nicht. Ein Hase der in eine B√§renfalle springt. Bumm! Schreien! Tod! Rote Pf√ľtze! Ich schreie nicht. Warme H√§nde die mich festhalten. Ein Ego-Shooter, in dessen Kampfsystem die Vergewaltigung des S√ľdafrikanischen B√ľrgerkrieges einprogrammiert wurde. Aufstand der Medien gegen die Realit√§t. Aids. Der Affe der mich k√ľsst. Die Grabsteine die versinken im Rotationsgeschehen der Welt. Namenlos. Ich schreie. Der Stich in meinen Hals. Gesichtslose wei√üe Menschen die sich √ľber mich beugen. Rache. Ich schreie sie an. Ein weiterer Stich und ich werde machtlos. Einsam. Mir ist kalt. Ich schreie nicht mehr. Mir wurde die Zunge herausgerissen.










Der schwarze Hauch, der deine Seele umh√ľllt,
Der rote Teppich, gefärbt durch Machetenrost,
Gedankensekunden von Selbstverst√ľmmlung erf√ľllt,
Den eigenen Leib zu sp√ľren, Augenblicke, Rot, es tropft.

Leben zu schenken und leben nehmen, Aussichtslos,
Leben zu nehmen dem Mörder vergeben, Aussichtslos,
Das Messer in die Hand nehmen und Selbstjustiz ver√ľben,
Den Schmetterling verst√ľmmeln unter dem Auge allwissender Pyramiden.

Der Hass der dich erblindet, Aussichtslos,
Die Augen selektiert eingesetzt, Aussichtslos,
Das Feuer welches dich von innen verbrennt,
Durch das Wasser der göttlichen Plagen! Mein Testament!





Piep! Eins, zwei drei! Piep! Der Schädel dröhnt, als wäre ein Blitz in meinen Kopf eingeschlagen und hätte die Stromleitungen der Synapsen kurzgeschlossen. Vor meinen sich langsam öffnenden Augen offenbaren sich zwei Mitglieder der ärztlichen Versorgung, dir mir mitteilen, ich hätte ein psychisches Blackout erlitten. Eine Überlastung. Wovon? Von nichts! Von mir selbst!
Mir wurde vorgepredigt, was die Risiken und Gefahren eines solchen Ausfalles seien und wie ich mich gegen einen weiteren r√ľsten k√∂nne. Oder mich auf ihn vorbereiten k√∂nne? Ich m√∂chte nicht. Nicht bevor ich aufh√∂re zu schreien. Niemand erkennt die Wahrheit. Niemand die Silhouette, jedermann blo√ü das Resultat, jedoch nicht den Ursprung, die Wurzel des Problems. Gehirnstr√∂me scheinen wichtiger als das Knorrenger√ľst, das verzweifelt um Hilfe ringend in seinen eigenen Ausd√ľnstungen im Bette liegt. Nachdem mein K√∂rper einer General√ľberholung durchzogen wurde, werde ich in geschw√§chtem Zustand in einen klappernden Rollstuhl in den Festsaal gebracht. Niemand nimmt Notiz von mir, da jeder sein eigenes Schicksal am n√§chsten vergewaltigt.
Graue Augen. Matt und verlorener Kampfgeist. Aus einer Generation der Selfmade-Millionäre wurde eine Generation der Selfmade-Zerstörer. Burnout als Zaubertrank der Gallier.
Nachdem mir √ľber Infusionen k√ľnstlich Essen eingefl√∂√üt wurde, da man glaubt ich sei noch zu schwach, begann die allgegenw√§rtige Depression. Jeder starrt vor sich L√∂cher in die Wand. Granatensplitter in die K√∂pfe der Hurens√∂hne des Systems.
Ein stummer Wettstreit zwischen den Patienten. Der ehemalige Kriegsheld ist nicht anwesend, was darauf schlie√üen l√§sst, dass er noch nicht f√ľr genesen erkl√§rt wurde, nachdem er gestern halluziniert hatte. Oder waren es in Wirklichkeit keine Halluzinationen? Es war die Gerechtigkeit!
Sich seine Realität schöner gemacht hatte. Sind nicht eher die Personen noch nicht genesen, welche annehmen anderer Leute Geisteszustand beurteilen zu können? Aufgrund von Studien und Messungen wird der Wahnsinn festgelegt. Nur was wenn man selbst eine Ausnahme darstellt? Gefangen in den Werten ein Psychopath zu sein, geometrische Vermessung des Menschen. Da Vinci als Satan. Teufelspakt mit dem Antichristen.
Sechs. Sechs. Sechs. 666. Veni vidi vici. Veni vidi vici. Veni vidi vici. Veni vidi vici. Veni vidi vici. Veni vidi vici. Die Räder des Rollstuhles werden zu einer schwarzen einheitlichen Kugel. Zusammengefaltet sitze ich auf dem harten Kunstleder der Sitzgelegenheit und werde mit anderen Individualisten in einen Raum mit Aufsicht gesperrt. Ein Wald aus Bäumen der Einzigartigkeit.
So verworren, dass kein Sonnenstrahl mehr den Laubboden erreicht. Eine Tablette. Zwei Tabletten. Willkommen in dem Zirkus, dessen Attraktion Menschen sind, die live begafft werden k√∂nnen. Rei√üt eure erstaunten M√§uler auf und ertrinkt in eurer Selbstgef√§lligkeit. V√∂lkerschau der Extravaganz. Wieso Tiere einsperren, ihre Freiheit berauben und sie qu√§len, wenn es Menschen gibt? Hier sehen Sie ein besonders fettes Exemplar: Ein M√§nnchen aus dem Herzen Europas. Frisch importiert, √§ngstlich und faul. Von st√§mmiger Natur und dem √úberlebenskampf l√§ngst √ľberdr√ľssig. Keine nat√ľrlichen Feinde. Neigt zum Kannibalismus. Blo√ü nicht f√ľttern. Strengstens von der Zoodirektion untersagt. Wir sitzen in den K√§figen und k√∂nnen die Irren anstarren, die unsere Blicke erwidern. Ein gro√üer W√ľrfel wird von einer behandelnden Psychologin herbeigebracht und jeder darf einmal eine Zahl w√ľrfeln und mitteilen, was er mit dieser assoziiert. Kindergarten, die Windel f√ľr den Erwachsenen. Ich w√ľrfele die drei. Mittelma√ü. Nie der beste, nie der schlechteste. Immer totales Mittelma√ü, welches nicht nur geistige Intelligenz, sondern auch die k√∂rperlichen F√§higkeiten beschreibt. Die Psychologin erfragt meine Gedanken zu der nat√ľrlichen Zahl. Geistesgegenw√§rtig erl√ľge ich ihr zu Liebe eine Geschichte, die sich um die Trinit√§t und das gesunde Leben in einer gemeinschaftlichen Instanz rankt.
Ein M√§rchen aus der Zeit, als Naivit√§t meinen Tagesablauf bestimmte. Wundersch√∂ne zarte Rosen werden zu Lilien und eine schwarze Witwe frisst in dem Schutze der Sch√∂nheit das M√§nnchen auf. Nachdem dieses seinen Lebenssaft in dem Partner vergoss. In dem Sitzkreis w√ľrfelt eine mir unbekannte Person die eins. Ihre Assoziation stimmt mich nachdenklicher. Jeder sei der eine dem man vertrauen kann. Es g√§be au√üerdem immer mindestens eine Person, der man sein Betrauen schenken d√ľrfe.
Eine Klinge die die blankgeschorene Kehle chirurgisch aufschlitzt. Ein weiterer Mensch dem ich noch vertrauen könne. Vertrauen, gibt es nicht mehr in meinem Leben, in dem Ort der eiskalten Finsternis. Wieso Vertrauen schenken, wenn man zum vertrauen nicht mehr in der Lage ist, nachdem dieses oftmals missbraucht und bespuckt am Straßenrand von mir aufgesammelt wurde. Meine Mundwinkel ziehen sich zu einem traurigen Lächeln hoch was die Moderatorin des Clubs der toten Dichter direkt als Aufforderung ansieht. Über was ich gerade denke? Nichts.
Die Psychologin interessiert sich auch als Mensch nicht f√ľr meine Person, eher f√ľr das Gehalt, welches wir ihr erm√∂glichen. Menschen als Mittel zum Zweck.
Kapitalistischer Wert in einigen Zahlen zusammengefasst.
W√§hrend der Priester die Geschichte der Religion und der Menschenw√ľrde verk√ľndet und sich an der Jungfr√§ulichkeit der Messdiener vergreift. Engel zum rohen Fleisch einiger kranker Gestalten. Nach dieser erm√ľdenden Sitzung wieder eine Tablette. Nur widerwillig dr√ľckt meine Speiser√∂hre den Fremdk√∂rper gen Verdauungstrakt. Wir sind alles Affen. Alle Fische. Affenfische. Schlie√ülich kann eine chemische Konsistenz unsere Gef√ľhle bestimmen. Die Behauptung der Besonderheit des Menschen ist eine Ketzerei an dem Menschen. Ein Paradoxon wird antithetisch, anhand der Intelligenz erkl√§rt, die man selbst nicht lenken kann.
Ist dann die Selbsteinschätzung nicht eine Fremdeinschätzung?
Aus dem Nichts erklingt plötzlich das Lied \"Gloria - Engel auf den Feldern singen\" in meinem Kopf. Ich summe. Ich schreie nicht mehr. Beraubt durch chemische Kunststoffe. Sanfte Glockenschläge zu kitschigen Frauenchören. Eine Solostimme. Violinen. Meine Hand schlägt sanft den Takt. Mein Haar wirbelt zu dem Höhepunkt der Musik. Ich bin kahlgeschoren. Mit irrem Blick schaukele ich in dem Rollstuhl umher und wiege zum Takt der imaginären Musik. Während der Protagonist der musikalischen Darbietung singt, dass das Fest der Liebe da sei und Frieden in sein Herz kehre schließe ich die Augen und lache lauthals auf.
Schneeflocken auf denen kleine Elfen mit rosafarbenen Bogen reiten. Pfeile die wie Silvesterakten explodieren. Rote Farbe tropft zu Boden. Bumm. Bumm. Bumm. Die Hand gegen Sch√§del. Bumm. Lachen. Ineinander grenzende Bahnen neongreller Farben, die vor dem Bild der inneren Hornhaut die Dreifaltigkeit hinab laufen. Die Violinen und Blechbl√§ser spielen in einem monstr√∂sen Duell und die Schneegl√∂ckchen werden zu einem Orkan der Halluzinationen. Nebel des Vergessens. Meine Z√§hne gl√§nzen im grellen wei√üen Licht des Algorithmus des k√ľnstlichen Lichts. Ich tanze. Rutsche in einer Pf√ľtze aus Blut aus und werde von einer Armee von Schmetterlingen sanft abgefedert auf den harten Boden abgelegt. Tr√§nen benetzen mein Fleisch und ich winde mich gefangen in einem Bottich gef√ľllt mit konzentrierter Salzs√§ure und verschiedenen Balsam√∂len. Laub welches sich auf meinem zuckenden K√∂rper am Boden niederl√§sst. Rauchig verschwommene Stimmen und H√§nde, die mich angreifen, abtasten und dann wegschwemmen. Sinnloses Wasser welches die Klinik √ľberschwemmt. Ein Hai in dem Wasser. Suppe. Nur ich sehe ihn, erfasse ihn, begreife ihn. Ich schreie nicht mehr. L√§ngst verstummt. L√§ngst die Zunge aus der Mundh√∂hle gerissen, archiviert in der Statistik des Staates und dann verschlossen. Ich werde auf meinem Rollstuhl festgeschnallt und eine Tablette zwischen die verkrusteten Lippen geschoben.
Meine verschmutzt aufgerissenen Augen starren. Kein Ziel wird anvisiert, kein Ziel das es sich zu anvisieren lohnt. L√§rm aus staatlichem Papier, welches die Schlinge um meinen Hals zieht und zudr√ľckt. Meine Haut die sich aschfahl schwarz verf√§rbt. Die Aug√§pfel, die aus den H√∂hlen herausquellen, die Freiheit w√§hlen und √ľber den Boden rollen. Ein klinisch reiner Schuh der auf die beiden k√ľnstlichen Kugeln ritt und ein mattes Knirschen, wie das matschige Zerreiben einer faulen Pflaume ert√∂nt. Die Nerven in meinem Gehirn kollabieren. Reine Lava durch die Venen. Fl√ľssiges Quecksilber durch die Adern. Es ist sp√§t. Als einzige Person Sitze ich noch a dem Esstisch. Kein Bissen. Ich schreie nicht mehr. Wieso essen, wenn Essen nicht leben l√§sst? Wenn Essen zum T√∂ten animiert? Es kann den biologischen Rhythmus aufrecht erhalten, doch erschauern lassen wenn der Hirntot eintritt. RoboCop 2.0. Nur ohne Sinn f√ľr Gerechtigkeit. Wie einen Verbrecher schleppen drei Kapitalisten meinen geschw√§chten K√∂rper gen Gef√§ngnis. Falle links, rechts, oben und unten. Gute Nacht Welt. H√§ssliche Alptr√§ume! Ich schreie nicht mehr. Ruhe. Ich hasse dich!












Alle Spiegel zerschlagen, Alle Träume verwelkt,
Alle Sonnenstrahlen starben, es wird kalt in meiner Welt!
Alle Feuer erloschen alle Liebe entehrt,
Die Verbindungen des Lebens sind gebrochen nichts mehr wert!














Agateophobia

Vor meinem inneren Auge empf√§ngt mich die Schw√§rze des Grabes. √úber mir strahlt der silbrig wei√üe Mond und seine gro√üen Kratergr√ľbchen l√§cheln mich boshaft an, w√§hrend kleine schimmernde Gl√ľhw√ľrmchen gen Himmel streben.
Aus dem Planeten ergie√üen sich Wellen von Lichtfrequenzen, die schemenhaft Symbole gen Universum projizieren. Ich bin gefangen. Rechts von mir befindet sich wei√üe Erde, links ebenfalls. Ich liege in einem offenen Grab, die H√§nde √ľbereinandergelegt wie bei einer kirchlichen Bestattung. Seltsam. Meine nackte Haut ist bemalt. Rot. Verkrustete Farbe des Lebens. Eisen anmutender Geschmack auf den trockenen Lippen. Meine Z√§hne rei√üen das widerspenstige Fleisch auf und kleine Blutstropfen bilden sich. Vermischen sich mit dem Lebenstrank auf meiner Oberfl√§che. Die Erde ist kalt. Eisig. Kein Windhauch der meine Zellen k√ľsst, nur eisige K√§lte. Eisige Untermalung der Kollision mit dem eigenen Gewissen. Ich schreie nicht mehr. Pl√∂tzlich bemerke ich, dass sich der Boden unter meinem biologischen Abfall bewegt. Er rumort und ein tiefes Grollen gelangt aus den Tiefen an meine H√∂rutensilien. Meine H√§nde fahren instinktiv zu dem Grunde des wei√üen Gesteins, als m√∂chte ich mich am Boden festhalten. Feucht. Nass. Verwundert betrachte ich meine Fingerspitzen.
Eine silbrig wei√üe, mir unbekannte Fl√ľssigkeit benetzt meine Fingerkuppen und z√§h bilden sich F√§den, wenn ich meine Finger voneinander l√∂se. Erschrocken springe ich auf und bemerke, dass sich bereits ein silbriger Film auf dem Grunde gebildet hat. Ich schreie nicht mehr. Verzweifelt versuche ich aus dem Grab zu gelangen, doch sobald meine H√§nde versuchen sich an der Kante zur Freiheit zu positionieren, weichen diese automatisch, als w√ľrden sie sich wie gleichpolige Magnete automatisch absto√üen. Verzweifelt tasten meine H√§nde nach irgendeiner M√∂glichkeit, sich aus dem Grab zu befreien.
W√§hrend diesem erfolglosen Unterfangen bemerke ich, dass ich mich im letzten Raum der n√§chtlichen Existenz befinde. Angst. Panik wie eine Ameise, die immer n√§her zu den todbringenden Klauen des Ameisenb√§ren rutscht. Die Klauen des Teufels umfassen mich. Meine Fu√ügelenke werden starr. Ich kann mich nicht mehr bewegen. Ruckartig versuche ich dem langsamen Wagon der H√∂llenschlachterei zu entkommen. Wie die Opfer die der Gaskammer nicht entfliehen konnten, wird mein K√∂rper regungslos. Wie Gips wird die wei√üe Fl√ľssigkeit hart. Stein um den K√∂rper. Die H√ľfte schon umfassend gebe ich auf. Den Kopf in den Nacken gelegt verengen sich meine Pupillen, w√§hrend sich mein Augenmerk auf den Mond richtet. Eine solche √§sthetische Perfektion.
Ein depressiver Planet.
Das ganze Leid, der Schmerz, all dieses Abschlachten und Vergewaltigen, welches er jeden Tag erleben muss. Die Lichtung so sch√∂n und die Falle so t√∂dlich. Grazil wie eine Klebefalle. Spiegelnd in dem makellosen Bild des Mondstaubes erkenne ich Z√ľge der Trauer. Selbst die Elemente haben Mitleid mit uns. Die wabernde Fl√ľssigkeit erreicht mein Kinn. Pr√§ventiv ziehe ich instinktiv Luft in meine Lungen, in der Furcht in diesem Grabe zu ertrinken. Doch mit dem Erreichen der Grenze der Totenh√∂he, w√§chst der Spiegel dieser Fl√ľssigkeit nicht mehr weiter an. Mit den Armen rudere ich und versuche mich mit verkrampften Bewegungen aus dem festen Mantel um meinen K√∂rper zu befreien. Sogar der Kopf l√§sst sich nicht mehr bewegen. Wie ein Roboter. Eingesperrt. Nur mit der Erweiterung des Denkens ausgestattet. Querschnittsgel√§hmt. Lieber ein gl√ľckliches Schwein als ein ungl√ľcklicher Philosoph.
Kein Vogel. Kein Insekt. Töten stille. Ich schreie nicht mehr. Der Rausch der Gewalt als einzig monarchisch faschistische Anarchie. De Sade wäre stolz auf mich, Gott wäre stolz auf mich wenn es ihn gäbe. Wollust und Völlerei vom Teufel besessen als dämonische Evolution des Dämons in jedem von uns. Kalibrierung des Lebenslaufes. Entartete Kunst der perversen Satansfröhnung. Vergewaltigung der Liebe zu einem einzelnen sexuellen Kontakt aus dessen Körper eine neue Schreckenskreatur steigt.
Sein eigenes Kind gegen die Wand schleudern, sodass es die Welt nicht ertragen muss. Kann ich in dieser Existenz dahingerafft werden durch mich selbst?
Ein Schatten huscht √ľber das traurige Szenario. Sofort mobilisieren sich die √úberlebensinstinkt in meinen K√∂rperfasern. Flucht. Wieder. Ein schwarzes Negativ, das sich √ľber die Landschaft erstreckt, transparent unnachgiebig. Wie Adlerschwingen. Verzweifelt versuche ich das Unbekannte zu erblicken, doch da mein gesamter K√∂rper in dem Beton gefesselt ist, gelingt es mir nicht. H√§ssliche Visionen eines Monsters. Ich schreie nicht mehr. Die Stimmb√§nder wie staubige Violinenseiten, unn√ľtz und schief, wabernder Angstnebel aus den Tiefen des menschlichen Ged√§rms. Hinter mir h√∂re ich wie eine schwere Gestalt landet. Der wei√üe Boden vibriert leicht, zittert. Ausgeliefert. Meine Pupillen weiten sich. Ich h√∂re in die Stille und mein Herzschlag √ľbert√∂nt meine feuchte Schnappatmung. Ein Schatten umh√ľllt meinen Hinterkopf wie eine seidene Schlinge den Hals des Babys, welches der Perversion zum Opfer fiel.
Kampf des Todes gegen das Leben. Eine krächzende dunkle nicht geschlechtlich einordbare Stimme lässt das Blut in meinem Körper gefrieren.
Willkommen in deinem kleinen Alptraum. Willkommen in deiner kleinen Sklavenzuchtanstalt deiner Gedanken. Willkommen daheim!
Anmutigen Schrittes offenbart sich mir die H√§sslichkeit in ihrer ganzen Pracht. Eine k√∂rperliche Symbiose aus Mensch und Schmetterling. Amateurhaft zusammen gen√§ht aus verschiedenen K√∂rperteilen. Der Gl√∂ckner aus der Saga der H√∂lle. Haarlos. Nullpunkt menschlicher Engelsvorstellungen. Vor dem wunderhaften Schein des Mondes steht eine rund drei Meter riesige Gestalt √ľber mir. Zwischen Bein und Kopf, Arm und Torso, Kopf und K√∂rper sind blutige verkrustete Narben zu erkennen. Jedes K√∂rperteil wei√üt einen anderen Hautteint auf, andere Identit√§t. Ein Mensch zusammengelegt aus mehreren. Halb Weib, halb Mann. Pluralismus entstehenden aus dem Hirn Rassendogmatiker. Kein Gesicht. Kein Erkennungsmerkmal.
Nur ein schwarzes Loch an der Stelle eines Mundes. Verbrannte Haut. Blasen mit Eiter gef√ľllt. Aus dem R√ľcken ragen Ausw√ľchse zerrissener schwarzer Schmetterlingsfl√ľgel. Mir setzt der Blutfluss voller Schreck aus und die Muskeln, nicht mehr unter Kontrolle, l√§uft Urin die Innenseiten meiner Schenkel herunter. Ich schreie nicht mehr. Gel√§hmt durch den schrecklichen Anblick. Dem Scheusal entgegengestellt versuche ich wieder wie eine Maus aus der Falle zu entfliehen, mit dem Gewissen nicht entkommen zu k√∂nnen.
Du also bist der Schaffer dieses Universums? Der Herrscher √ľber diese Welt? Das Nichte aus deinen eigenen Tr√§umen? Erb√§rmlich!
Die klauenartige Hand n√§hert sich meinem Haupt und rei√üt den Kopf an den Haaren, sodass meine Augen direkt in das verbrannte halb verweste Gesicht des D√§mons starren. Der Geruch der Verwesung umweht meine Nase: Angst. Das schwarze Loch verzieht sich zu einer grinsenden Maskerade. Fratze aus den Tiefen der H√∂lle. Angst und Furcht, beinahe gleich definiert. Nur beinahe. Aus dem nicht endenden Loch umh√ľllt mich eine Wolke aus faulig modrigem Gestank, wobei ich das Gef√ľhl habe, jeden Moment meine Haare aus der Kopfhaut gerissen zu bekommen. Ein blutiges Skalp als Troph√§e √ľber einen Gefangen, Wettkampf um Nichtigkeiten.
Ich versuche zu schreien, doch die Laute ersticken im Grunde des Wahnsinns. Eingepfercht in dem Moment, der Situation des vor Augen gef√ľhrten Todes.
Du denkst du kannst mir entkommen? Wie klein und dumm! Dumm zu glauben und zu klein um glauben zu können!
Das Wesen wendet mir den R√ľcken zu und lacht den Mond an. Sein muskul√∂ser R√ľcken hebt und senkt sich zum dramatischen Takte des fanatischen Geheuls. Der Mond lacht nicht zur√ľck. Ein Werwolf im Schafspelz eines Hybriden aus Mensch und Mensch.
Seine zerrissenen Schwingen breiten sich aus und verdunkeln den eh schon finsteren Schauplatz des Geschehens. Schwarze Harmonie geht von dieser innigen Beziehung aus. Eine k√ľhle Brise k√ľsst das Szenario und verleiht der starren Ewigkeit Lebendigkeit, Lebendigkeit die dem Leben Endlichkeit voraussetzt. Die zerfledderten schwarzen transparenten Fl√ľgel wehen sanft in dem k√ľhlen Lufthauch.


Was du f√ľr h√§√ülich h√§ltst, ist es nicht das,
was du niemals versucht hast zu erreichen
und dessen Sinn zu verstehen du niemals w√ľnschtest?
Wenn es Häßliches gibt, so sind es
die Schuppen auf unseren Augen
und das Wachs, das unsere Ohren verstopft.
Mein Freund, nenne nichts häßlich
außer der Furcht deiner Seele angesichts
ihrer eigenen Erinnerungen.

Khalil Gibran


Auf meiner Haut stellen sich die H√§rchen auf und verzaubert von der Sch√∂nheit des Augenblicks √ľberf√§hrt mich ein Schauer. Ich staune nicht mehr.
Ich schreie nicht mehr.
Ich verfalle diesen innigen Sekunden der Stille. Meine Glieder sind eingeschlafen, da ich sie nicht bewegen kann und auch der vertrocknete Urin klebt nun ekelhaft an den Innenseiten der Schenkel. Zögernd durchbreche ich zaghaft die Stille und räuspere mich mit zittriger Stimme:
Wer oder was bist du?
Grässlich grinsend dreht mir die Hölle ihr Gesicht zu und säuselt hypnotisch:
Wer man ist spielt keinerlei Bedeutung. Wen man darstellt auch nicht. Stelle dir eher die Frage woher ich stamme. Oder bin ich √ľberhaupt?
Zu keinem klaren Gedanken f√§hig starre ich stumm ehrf√ľrchtig vor mich hin. Ich kann den Kopf nicht in den Sand vergraben, nein, denn der Sand ist so nah und doch so unerreichbar. Woher stammt mein Gegen√ľber? Nicht den Hauch einer Ahnung auf Rettung des Dilemmas und der L√∂sung. Dringliche Versuche den Atem als Leben und das Gegen√ľber als Leben zu definieren. Langsam aber mit mechanischer Best√§ndigkeit setzt das Scheusal sich in Bewegung. Die Erde vibriert unter den schweren Schritten:
Weißt du wessen Gräber diese alle hier sind? Weißt du weshalb du hier bist?
Zitternd schlagen meine Kiefer gegeneinander und unter gro√üer M√ľhe bringe ich ein Wort aus dem Munde als rebellisch leiser Akt der Resistenz:
Nein!
Entnervt setzt sich das furchtbar scheinende Etwas neben mich und schaut mir tief in die Augen. Schaut mir tief in die Seele. Tief in meine innersten Gef√ľhle, mein Leben. Meine Erinnerungen, die mich ausmachen. Meine blutige Hand, die sich um den zierlichen porzellanen Hals meiner Tochter legt. Zudr√ľcken bis er in tausend Teile zerspringt. Das Blaulicht der Polizei und der Widerstand des K√∂rpers meiner Frau, als ich in rebellischen Wahnsinn von der Panik gepackt die Knochens√§ge gegen den Kehlkopf ramme und ich diesen mit einem rohen Schnitt zerschneide. Der Hass auf die Welt und das Tablettenfr√ľhst√ľck jeden Morgen. Das Blaulicht der Polizei.
Das Rotlicht wenn Freiheitsk√§mpfer uns angriffen und mein bester Freund infolge einer Detonation starb, hinterh√§ltig. Hinterh√§ltige Ratten, die aus den Kan√§len krochen. Die schwarz verkohlte Haut des Sterbenden w√§hrend er versuchte die Eingeweide wieder zur√ľck in die Bauchh√∂hle zu schieben. Ohne Erfolg. Dann die Erl√∂sung von den Schmerzen. Kopfschuss. Meine Hand verklebt von seinem Blut und seiner Gehirnmasse.
Wieso war ich im Krieg? Damit reiche Arschlöcher noch fetter und ihre Geldreserven ins Unermessliche steigen. Die Verteidigung des Vaterlandes. Die unrechtmäßige Einnahme von Rohstoffen.
Schlimmer jedoch die mitleidigen Blicke nach der Heimkehr, oder Blicke voller Hass. Die psychologische Betreuung ist nur Retuschieren der Kriegsopfer in den Statistiken. Eine reine Weste bewahren, auf die ich schießen kann. Hier serviere ich eure Unschuld auf dem Tablett, vorverdaut, widergekäut.
Die Blicke als ob man ein Verkr√ľppelter sei, ein gefallener Engel aus dessen volumin√∂ser Symbolkraft alle Schuldlosigkeit gewichen sei, ein Juds der Gesellschaft, der nicht verraten wollte, es jedoch musste um den Glauben an die Hoffnung zu verbreiten. Zwanghaft.
Die Vermummten die mir den st√§hlernen k√ľhlen Stahl in den Hals dr√ľcken. Diese Schlange die jeden Moment Feuer spucken k√∂nnte, mich vergiften k√∂nnte, f√ľr ewig. Die Schreie der Beamten, als sie die ausgeweideten kleinen K√∂rper mit vor Entsetzen aufgerissenen Augen anstarren. Sie lesen von Toten und doch ertragen sie deren Anblick nicht. Die Fotos und die Bilder. Wie sakrale Stille und Anbetung des Tieres in den Menschen. Der Verteidiger der augenscheinlich mich nicht verteidigen wollte, jedoch gezwungen wird, da nicht er in der Nahrungskette die Spitze bestreitet. Der Hammer der f√§llt. Der Hammer der das Schicksal bestimmt. Psychiatrische Behandlung. Ich sei ein Monster. Sieben Selbstmordversuche. Sieben Tods√ľnden.
Tochter umgebracht, Frau umgebracht, sich selbst gerichtet und wieder auferstanden von den Toten. Wurde daran gehindert zum Himmel aufzufahren und begn√ľge mich mit dem selbst erbauten Gef√§ngnis, herabgefahren mit den Toten. Die Sch√∂nheit meiner Frau als im Gerichtssaal meine D√§monen bewiesen wurden. Die sch√∂ne Entfernung: Tod und Leben, Herrschen und Walten, man selbst sein. Die Sch√∂nheit der einzelnen Teile.
Ein Puzzle aus Menschenhaut. Der gesellige Chirurg aus den tiefen Tiefen der Polizei, der die √úberreste menschlicher Existenz zerschneidet, der Leben zerschneidet. Puppenspieler. Die Medien:
eine Faszination auf das Böse vereinigt. Geeicht auf das Martyrium des einzelnen Straftäters. Jeder verabscheut mich und doch fasziniere ich sie. Lebe ich die Fantasien derer aus, die normal scheinen. Ist nicht jeder der Wolf, der den Artgenossen frisst um sein eigenes Überleben zu sichern?
Wieso auf den Tod warten, wenn man auch den Angelhaken in das Auge des anderen rammen kann und kostenlose Unterhaltung in einer farblosen Welt erf√§hrt, die nur den F√ľhrern vorbehalten ist.
Hast du genug gesehen? Weißt du weshalb du hier bist?
Ich schlage die Augen auf, sehe schwitzend, gepeinigt und wutentbrannt zornig in die leeren Augen des Monsters und schreie.
Ich schreie so laut und inbr√ľnstig und stolz, dass sich mein Inneres nach au√üen kehrt. Hass und Selbstzerst√∂rungswut vermischt mit Schleim und Tr√§nen.
























Arsonphobie


Wei√üe Sch√∂nheit. K√∂nigin des Eises. Kniend starre ich nach drau√üen. Vorbei an den Gittern. Nach dem morgendlichen Fr√ľhst√ľck wurden die Extremf√§lle, die ein Problem darstellen k√∂nnten, in ihre Kammern verwiesen, da die meisten Therapeuten und Angestellten ein Seminar besuchen und somit die Gefahren im Voraus getilgt werden, aus dem Augenmerk verschwinden.
So starre ich verz√ľckt in die wei√üen Reiterinnen der K√§lte. Wie sie da so hilflos und seelenverlassen zu Boden taumeln und von der Gesamtheit der Armee verschluckt werden. Wie sie in den Br√ľcken der goldenen Sonnenstra√üen ihren Tanz auff√ľhren und die Natur verstecken. Den grauen Asphalt verstecken. Die Natur verstecken. Ihre Herkunft verraten. Das eigene Fleisch und Blut verleugnen. Der Schnee der jeden Fehler vergibt, da sofort weiterer die Spuren √ľberdeckt. Die Fenster wurden ge√∂ffnet, damit frische sauerstoffhaltige Luft den abgestanden Dunst abl√∂st.
Da die Angestellten sich nun in Seminaren um geheuchelten Ehrgeiz √ľbertreffen, gab es keine Menschenseele, die mein Fenster schloss. Daf√ľr musste das Gitter ge√∂ffnet werde, welches einem bestimmten sich immer wieder √§ndernden Code unterlag.
Seit mehreren Stunden sitze ich nun hier staunend. Halb erfroren. Der Atem bildet schwach und flach rosige Wolken, die einen Kristallnebel bilden, der das Gef√ľhl der Schwerelosigkeit visuell vermittelt. Eine Eiszapfensymphonie f√ľr die Augen. Hass der zu Eis gefriert, zu Boden f√§llt und in kleine Splitter zerf√§llt. Die Luft war wie eine durchsichtige Klinge, die sich in Ged√§rm und K√∂rper bohrt.
Die die Lebensfunktionen zum Erliegen bringt und schlussendlich ein Ende verspricht, nur welches? Meine Knie sind von dem langen knien ger√∂tet und ich sp√ľre meine Zehen nicht mehr. Ich schreie nicht mehr. Eine schwarze Amsel l√§sst sich vor den Gittern nieder, denkt sie w√§re in Sicherheit. Mir stockt der Atem, so wundersch√∂n. Sie schl√§gt wie in Specht mit ihrem spitzen Schnabel in den Schnee. Lebendig. Frei. Befl√ľgelt von dem Gef√ľhl nicht denken zu m√ľssen nur zu √ľberleben. In einem Anflug blinden Neides greife ich nach dem Vogel und dr√ľcke zu, liebend.
Krächzend schreit das Federvieh um sein Leben. Ich ziehe den kleinen Körper aus der Zone der Freiheit. Die schwarzen Augen starren mich an und das kleine Herz pocht wie eine tickende Zeitbombe. Ich lache. Der Adler der Parasiten versucht sich aus meinem festen Griff zu befreien. Vergeblich. In einem Anfall blutigen Wahnsinns beiße ich dem Vogel den Kopf ab. Eine winzige Fontäne Blut spritzt in meine Mundhöhle.
Die letzten Zuckungen zeigend zertrampele ich den winzigen Körper und zermalme den Kopf, welche sich noch in meinen Mundhöhlen befindet. Es knackt und der Hirnknochen wird zu Staub, zu kleinen Splittern. Der runde Ball des Gehirns schmeckt säuerlich und so spucke ich den Brei aus. Ein schwarz roter Klumpen. Ein Fleck in der Perfektion. Die Blutspritzer gefrieren und erhärtet bilden sie das Abbild des Lebens. Der Winter ist tödlich, das Massensterben der Wespen, das Massensterben der Eintagsfliegen und das Massensterben der Zuneigung. Die Geburt des Überlebensinstinktes. Aus dem Innern des roten Menschenschlunds erklingt mein Stöhnen, als ich mich, vor Kälte steif, nicht mehr in der normalen Position halten kann. Wie ein nasser Sack falle ich zu Boden, meine Glieder nicht mehr steuernd. Erfroren an der inneren Kälte.
Meine Zunge leckt √ľber die aufgerissenen Lippen und sanft r√∂tlich schimmernd blecke ich die Z√§hne. Ein letzter Aufschrei eines sterbenden Kriegers gegen die Waffen der dunklen liebenden Onkels, des Kunstfehlers der Gedanken. Wir alle sind Abarten eines reinen Menschen. Wir sind alle Kunstfehler und niemand kann sich erinnern wie dieses Vorbild nach dem wir geschaffen wurden aussieht. Auch dies ist ein Kunstfehler. Man muss nicht ausharren, man muss handeln.
Dies habe ich aus den nächtlichen Stunden des Beisammenseins mit dem Primaten gelernt, ich lächele und schlafe ein.

Rotes Licht strahlt im Wandel mit der dunklen Schw√§rze durch meine geschlossenen Augenlider. Sirenen. Ein halbes Gesicht schwei√ünass √ľber mich gebeugt, w√§hrend die Szenerie an mir vorbeif√§hrt. Dies ist nicht nur eine Vorstellung, sondern Wirklichkeit. Ich werde eingefahren. In die Intensivstation: Unterk√ľhlung.
Ich h√∂re die √Ąrzte hektisch diskutieren. Der Fehler der Bediensteten darf nicht zugegeben werden und einem der drei ist dies nicht rechtens. Doch wie so oft siegt die Hinterh√§ltigkeit. Aus einem mir nicht bekannten Zustand der tauben Wachsamkeit nehme ich alles wahr: verspiegelt in sich selbst. Wieder werde ich festgeschnallt, bekomme Pillen in den Rachen gedr√ľckt und muss den Brechreiz unterdr√ľcken. Eine Faust die mich ins Gesicht schl√§gt. Hass. Das Pochen der Adern, die meinen K√∂rper versorgen. Angst um das Leben, welche andere empfinden. Mich umschl√§gt pure l√§hmende Gleichg√ľltigkeit. Eine Orgie des Lachens √ľberkommt mich, doch jeder Atemzug schmerzt in der Lunge, als h√§tte ich einen Teil derer erbrochen. Mein Hals ist trocken. Eine Spritze bohrt sich in meinen K√∂rper und neben den noch nicht ganz verheilten Einstichen gesellt sich ein neuer zu diesem Sammelsurium.
Die Fl√ľssigkeit wird in meinen geschundenen Panzer gepresst und grelles Licht blendet meine Augen. Mein Mund wird ausgesp√ľlt und ein Arzt betrachtet mich n√§her, w√§hrend medizinische Fachger√§te mein Leben analysieren. Oval schlie√üt sich die Welt.


Der Hirntod wird definiert als Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Gro√ühirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Dabei wird durch kontrollierte Beatmung die Herz- und Kreislauffunktion noch k√ľnstlich aufrechterhalten.


Streng nach Definition bin ich tot. K√∂rperlich aktiv nur geistig eingefroren, durch den Gnadensto√ü des f√ľnften Elements. Anstatt der Vorstellung vieler Religionen nach die Erde zu verlassen, wandele ich noch auf ihr. Enthumanisiert. Schl√§uche ragen aus meinem ge√∂ffneten Maul und w√§hrend eine Armee aus Mechanismen meine Facette pervers an die Erde fesselt. So als h√§tte der blaue Planet Angst davor alleine gelassen zu werden. So stehe ich neben meinem K√∂rper und pfeife das Kinderlied Blutsee w√§hrend ich still meine Haut an den Ellenbogen kratze. Nerv√∂s in mir ruhend. Vollends erschlie√üt sich diese Existenzform mir noch nicht.
Ich lebe und doch bin ich tot. Zwar stellt dies keinen Unterschied zu meinem Warten in der Wahrheitanstalt dar, nur bin ich in eine Art Zwischenstadium zwischen Sein und nicht Sein geraten. Ich sp√ľre nichts, weder den Boden unter den F√ľ√üen, noch mich selbst. Nur andere k√∂nnen mich sp√ľren, nur nicht sehen. So war ich, der Annahme entsprechend ein Geisteswesen zu sein durch die G√§nge gewandert. Dabei stie√ü ich gegen einen Krankenpfleger, der um die Ecke getauscht kam. Nicht mehr in der Lage auszuweichen rammte ich den jungen Herrn und ging genau wie er zu Boden. Er war genau so √ľberrascht, mit dem Unterschied, das sich ihn sehen konnte, er mich jedoch nicht.
Sein entsetzter Ausdruck, der meinem glich, als er zu Boden viel und die Waben, gef√ľllt mit Tabletten, fallen lie√ü. Ein bunter Salat aus kleinen eigenen Welten, die sprangen und sich im Kreise drehten. Der Schauplatz kranker Resultate aus Millionen von Geldern um Inspiration zu vermeiden. Ich streichele den K√∂rper, der vor mir liegt und ich zucke erst zaghaft zur√ľck, als h√§tte mich ein kleiner Stromschlag getroffen. Verst√∂rende Bilder, die sich ergeben wenn man seinen eigenen Leichnam streichelt. Zu m√ľde um zu atmen wandere ich durch die dunklen G√§nge. Keine Menschenseele ist mehr aktiv und so bin ich frei und gefangen. Ich bin eine traurige heruntergekommene Gestalt. Mein K√∂rper ist farblos. Wei√ü. Nackt.
Meine aufgedunsene schimmernde Haut platzt an einigen Stellen auf und modriger Gestank durchstr√∂mt meine Aura. Meine silberne schimmernde R√ľstung, in deren Dunst sich wabernde Gedanken des Selbsthasses aufbauen. Meine F√ľ√üe machen keine Schritte mehr, sie durchwandern mein Leben, durschwimmen es. Ich schreie nicht mehr. Aus jedem kleinsten Ger√§usch wurde eine schwarze Ordnung des Perfektionismus. Unter meinen N√§geln sammelten sich schwarze Dreckpartikel an und knochig durchschimmerten die Rippen meine Haut.
Wenn M√§use die stummen Propheten der Klinik sind, bin ich der Geist der letzten Tabletten√ľberdosis. Ein Hassobjekt der pers√∂nlichen Vorstellungskraft. Schemenhafte Bilder an alte Zeiten durchstr√∂men mein inneres Auge, w√§hrend ich durch die grell flackernden Tunnel der Fesseln marschiere. Kurz hatte ich den Gedanken gehabt, diesem dunklen Gem√§uer zu entfliehen, doch ich konnte nicht. Eine innere Barriere hinderte mich daran. Seltsam. W√§hrend ich so dahinfliege, den Atem angehalten und in mir selbst verkrochen, streifen meine Handfl√§chen den rauen Stein der W√§nde. Ich √∂ffne die T√ľr zu dem Aufenthaltsraum der Pfleger.
Wer zur H√∂lle hat die T√ľr offen gelassen, ich hab weder Zeit noch Lust von so einem Verr√ľckten √ľberrascht zu werden!
Jetzt mach mal halb lang. Die Mittel, die wir denen verabreichen w√ľrden \'ne Herde Ochsen lahm legen. Warum so nerv√∂s?
Na der Typ in Zellenblock B. Ich weiß nicht wieso, nur es erschauert mich das wir rein nichts von seinem Tod mitbekommen haben. Stellt euch vor ihr wäret da verreckt!
Nimm ‚Äėnen Schluck du denkst zu viel! Verdirb mir nicht das Spiel! Will sehen! Hah!
Schenk mir noch etwas Wasser ein! Danke! Ich meine klar, selbstverständlich haben wir es hier mit menschlichen Wesen zu tun. Nur ertappe ich mich selbst jeden Morgen dabei, mir einzureden dass ich keine Angst zu haben brauch. Manchmal wäre es doch besser so von den Pillen abgestumpft zu sein, dass man selbst nichts mehr wahrnimmt. Stellt euch vor, der Staat sorgt sich um euch, mehr oder weniger. Keine Pflichten, jeder fasst euch mit Samthandschuhen an.
Das sagst du jetzt nicht ernsthaft. Ein Kerl erfriert hier fast, sein Körper ist fast starr und nun liegt er dort und niemand was wie man mit ihm verfahren soll. Sowas nennst du mit Samthandschuhen anfassen? Hast du etwa einige Pillen abgezweigt?
Als ob! Das w√ľrde doch direkt auffallen, wenn so ein Hampelmann sein Fr√ľhst√ľck nicht bek√§me!

Interessiert folge ich der Konversation und stelle mir vor, die M√§nner einzusperren und selbst einer Depression durch Schlafentzug oder durch Tabletten√ľberdosis in das Land der Tr√ľbsinnigkeit zu versetzen.
Die DDR l√§sst gr√ľ√üen in dem Wirrwarr der Erinnerungen. Meine H√§nde fahren zur Gurgel des einen Mannes, verharren jedoch kurz vor dem verschwitzten Sehnenger√ľst eines Krankenpflegers. Er ist hilflos, nur wei√ü er es nicht. Die Poren seiner Haut sind so unendlich nahe und ich beuge mich zu ihm herab. Sein Kehlkopf hebt und senkt sich in transparenter Friedlichkeit und ich rieche an ihm. Billiges Parfum. S√§urehaltiger Schwei√ü. Er leckt sich nerv√∂s √ľber die Lippen. Der Grund, egal. Sein vom fett aufgedunsenes Gesicht gleicht einem Schinken, der an der Decke von dem Schlachter aufgeh√§ngt wurde. Genau wie der Mann, mit dem Metzgerhacken in der Gurgel. Zuerst ausbluten, dann genie√üen. Ich richte mich wieder auf und erregt stellen sich meine R√ľckenh√§rchen auf, w√§hrend ich belustigt von meinen eigenen Fantasien f√ľnfmal um den Tisch schleiche, mich daran erfreuend, dass niemand mich erkennen kann. Ein Wolf im Schafspelz.





Panophobie


Der Mond durchbricht die Stille. Seine hellen Töne entsprechen einem Violinenspiel, dessen Frequenzen unsereins nicht wahrnimmt. Ich schlafe nicht mehr, jedoch verfalle ich immer öfter in einen Zustand der unruhigen Ruhe. Schlaf erschien mir immer als todesähnlicher Zustand, doch nun wird mir bewusst, welch intensive Bewegung sich in dieser Ruhephase versteckt.
Oftmals stehe ich still und ehrf√ľrchtig vor meinem eigenem K√∂rper und erschauere, wie vor Schneewittchen. Ewiglich gefangen in dem Sarg aus durchsichtigem Diamant. Nur gibt es keinen Prinz, sondern das monotone Piepsen der Ger√§te, welche mir vor Augen rufen, dass ich noch lebe. Nach Anaximander entstand das erste Leben in feuchtem Milieu und Wasser dient als Quell alles Lebens. Wenn jedoch die Lunge des Sauerstoffes infolge Fluten die √ľber den K√∂rper einst√ľrzten beraubt wird, worin wird dann Leben erkennbar. Wasser ist das Leben, es nimmt und schenkt Leben, jedoch nur f√ľr den Preis, dass man irgendwann stirbt.
Du hast Recht, jeder muss sterben. Nur gibt es einen Unterschied zu einem blassen Ende: DU entscheidest wie!
√úberrascht drehe ich mich ruckartig um meine eigene Achse und erstarre. Vor mir bildet sich eine feste Gestalt aus kleinen Staubk√∂rnchen aus dem Nichts. In sich rotierend wie ein Tornado fallen schwarze Bruchst√ľcke in sich zusammen und die Luft verformt sich zu einem mir sehr wohl bekanntem Wesen. Das Gesichtslose. Hastig schrecke ich zur√ľck und falle dabei r√ľcklings auf den Boden. Vor Schock in mir selbst beengt rutschen meine Beine von meinem Rumpf hinfort und zucken hektisch √ľber den Boden w√§hrend ich mich erfolglos und hilflos versuche aufzurichten.
Der Mensch macht nicht was der Tod m√∂chte. Gib dich dem Tanzb√§ren hin und du wirst tanzen w√§hrend er dir den Nasenknochen bricht, um den Ring durch die Haut zu sto√üen. Du kannst nicht entkommen. Du wirst nicht entkommen. Dummheit ist deine Schw√§che. Die Naivit√§t zu denken, dass du √ľberleben wirst. Du kleiner dreckiger Bastard.
Das Wesen breitet seine zerfledderten Fl√ľgel aus und schreitet in √ľberdimensionalen Schritten auf mich zu. Ein Riese in undurchsichtigen Realit√§ten, dessen Bewegungen das Zunderholz zum Brennen animieren. Ein Hassobjekt der Gesellschaft. Individualit√§t, deren sie nicht habhaft wird und sie zerst√∂rt. Ein Schlagstock, der auf das Nasenbein eindrischt und den Knochen in den Kopf rammt. Stille und Zeitlupe, w√§hrend Blut und Schleim aus der Nase herauswachsen und eine Blume des Blutes sich auf dem durchsichtigen Schilde des Polizisten widerspiegelt. Sch√∂ne neue Welt. Erbautes Ger√ľst aus den Knochen der Individualit√§t. Gef√ľllt mit dem Menschenhackfleisch der breiten Proteste und verbunden mit den Darmseilen des Urgedanken der Freiheit. Alles √ľberspannt von der Haut der Existenzialismus und bemalt mit dem Blute der Kreon-Manie.
Aus der Tulpe erw√§chst der Zwilling meines Gedankengutes, verf√§ngt sich in dem Tau der Sonne und wird verdaut von der Fl√ľssigkeit der Dummheit etwas vollbringen zu k√∂nnen. Eine Axt, die einen Baum zu Fall bringt, stellt die gleiche Kraft dar, wie eine solche, die deinen Kopf befreit. Beide zerst√∂ren lebendes Material. Ein Luftballon zerplatzt in meinem Kopf und aus seinem Inneren explodiert kaltes Wasser. Verzerrtes Bizarr. Ein Tisch zerbricht in Einzelteile. Ist er immer noch ein Tisch, oder nur St√ľck Holz. Ist ein Tisch nicht ein St√ľck Holz? Bin ich nicht ein Ger√ľst wie die Welt, √ľberzogen mit dem Gedanken selbstst√§ndig zu agieren und Individualit√§t zu personifizieren. Stille im Kopf. Gedacht als Entspannung, doch enttarnt als Moment des Selbstzweifels.
Ein Blitz, gleich einem Elektronendurchfluss durch den Körper. Das Wesen gleicht einer Wolke. Nähert sich wie Nebel. Nicht greifbar und doch unaufhaltbar.

Meine Ohren vernehmen nicht das geringste Geräusch, nicht eine kleine Veränderung, bedingt durch seinen Henkersweg. Ich rappele mich auf und werde wie eine naive und von Instinkten gelähmte Kuh in die Ecke getrieben, kein Ausweg. Ich werde ausgekotzt aus meinem eigenen Film, dem Film des Wahnsinns. Melancholie der Engel. Interessiert beobachtend legt das mir wohlbekannte Nichts den Kopf zu Seite und beobachtet mich wie eine neue noch nie erblickte Entdeckung. Ein Kleinkind das zum ersten Mal einen Frosch in einem Glas fängt und ihn dann mit einem Stock untersucht, sich nicht der Tatsache bewusst, ihn in dem selbigen Moment zu töten. Überraschender Tod. Wie ein Vulkan baut sich das Monstrum vor mir auf, bereit zu explodieren, bereit zu vernichten, bereit es selbst zu sein. Es beugt sich zu mir herab.
Du bist bereit. Sei bereit du selbst zu sein. Vergiss die Illusion. Vergiss deine Abbilder, werde eins mit ihnen. Sperr dich gegen Manipulation durch dich selbst und lebe. Befreie deinen Geist und fang an zu glauben. Glaube! Du bist nicht tot, niemand wird jemals tot sein. Auch du nicht.
Die scharfen schwarzen Krallen packen mein Kinn und heben mich an diesem in die Luft. Meine Hände und Beine versuchen sich aus dem Griff durch treten und schlagen zu befreien, doch ein Mörder kann nur dann morden, wenn er dazu bereit ist, sonst bleibt nichts.
Die andere Klaue erhebt sich und von herab wird mein Mund von mir unbekannten Kr√§ften aufgerissen und ich schreie infolge mich √ľberkommender Panik, da bei diesem Akt der bestialischen Primitivit√§t ein stechender Schmerz mich fast in das Reich der Ohnmacht entgleiten l√§sst. Ungehalten. Verschwimmende Realit√§t. Aus den Augenwinkeln erkenne ich wie sich der Raum anf√§ngt zu drehen, Papierbl√§tter in die Luft geschleudert werden und aus der Luft eine farbenfette wabernde Masse wird.
Ich bin Abudantia. Ich bin ein Teil von dir.
Mit diesen dr√∂hnend hallenden Worte, die scheinbar das Wesen definieren und ihm Identit√§t verleihen, schneidet es mit seinen spitzen Schwarzen Klauenh√§nden meine Bauchdecke auf. Kein Schmerz. Tauber Verlust der Menschlichkeit. Organe quellen wie √ľbersch√ľssiger Schaumstoff aus dem Fettgewebe und mit rhythmischem Schlagen zertr√ľmmert Abudantia die Rippen undschaufelt mein Inneres auf den Fu√üboden. Eine Pf√ľtze aus Blut, Ged√§rm und sich in sich kreisende Magens√§ure. Ich falle wie ein nasser Sack voller Stroh zu Boden und mit hasserf√ľllt anmutender Mimik beugt sich die G√∂ttin √ľber mich, w√§hrend sie immer kleiner wurde, schrumpfte.
Nun lass mich ein Teil deiner Welt sein.
Mit diesen Worten legte sie sich in meinen aufgerissenen Körper und nähte ihn von innen wieder zu, als wäre nichts geschehen.
Das W√ľrfelspiel hat ein D√§mon erfunden.
- Aurelius Augustinus


Stille. Ich schreie nicht wieder. Wieso auch? Alle √Ąngste sind verschwunden, ich selbst habe mich ihnen gestellt und sie mir einverleibt. Ich renne durch den Schnee, eher gleite ich. Unter meinen F√ľ√üen zerflie√üen die Kilometer in winzige Lebensabschnitte. Kein Lebewesen, nur g√§hnende Leere, nichts. An den R√§ndern meiner Augen bilden sich rote F√§den, die wie Spinnenf√§den mein Gesicht umgarnen. Ein Seidentuch, der Vorhang f√§llt. Niemand sieht mich, ich bin tot. Wenn man l√§uft, dann versteckt man sich, flieht. Nicht mit mir, denn ich fliehe vor mir selbst ohne zu wissen weshalb! Der Wind weht wie eine Welle aus Glas und Messern, die meine Haut filetieren. Der Wahnsinn, eine wei√ü-kalte Pelzhaut die sich um meine Schultern legt. Graue Glocken der Vorzeit aus deren Stahl sich die Weltgeschichte formt. Ich renne, ich schreie, ich taumele, ich falle, ich stehe wieder auf, ich erreiche ein Dorf.
Meine geschundenen F√ľ√üe, blutige zerfetzt, wie mein gesamter K√∂rper. An manchen Stellen platzt die Haut wie eitrige Pickel auf und eine silbrige Fl√ľssigkeit ergie√üt sich wie eine Fressspur hinter meinem nackten Schatten im Schnee. Ein kleines Dorf im Walde, wundersch√∂n versteckt.
Die Stra√üe ist menschenleer und wie ein Todesengel zelebriere ich meinen Auftritt, den niemand genie√üen kann. Nur ich, der tote Engel der alten Legenden. Anteros ist zur√ľck, euer geliebter Sohn. Von der Gesellschaft erzeugt und vom Himmel wieder ausgekotzt. Das Henkerbeil in der rechten und den abgetrennten Kopf in der linken. Eine roter Rose im Mund, der Charmeur der die Geliebte umarmt und ihr gleichzeitig den Nagel in den Mund rammt und sie zum schlucken zwingt.
Die silbrige Fl√ľssigkeit wird zu einem Denkmal der einzigartigen Identit√§t: Selbsterkenntnis aus dem Kopfe eines Idioten. Mechanisch betrete ich einen Vorgarten. Wieso? Ich wei√ü es nicht! Werde gelenkt, handele ohne zu denken. Schwinge einen Blumentopf und zerschmettere das Fenster, welches sich wie ein See in die Vertikale zu erstrecken scheint. Schreie erklingen aus dem inneren des Hauses. Mit √ľbermenschlicher Kraft springe ich auf den Fenstersims und meine Lippen verziehen sich zu einem selbstgef√§lligen grimmigen Grinsen w√§hrend ich bestialisch meine Z√§hne knurrend fletsche.
Ihr wolltet mich, nun bekommt ihr mich! Lasst die Spiele begingen! Morituri te salutant!
Niemand sieht mich, niemand h√∂rt mich, jeder sp√ľrt mich. Eine √§ltere Dame, gefesselt in ihrem Bett und in ihrem K√∂rper, sp√ľrt meine Axt.
In die Magengrube getriebenes Metall stößt auf sich windendes Gewebe und Gedärm. Wärme. Geborgenheit in dem Blut welches mein durchsichtiges Gesicht bespritzt und daran erinnert, dass ich noch lebe, auf meine Weise. Wieder schlage ich auf den runzeligen Corpus ein. Die Schreie sollen verstummen. Mit meiner rechten Hand reise ich die Frau an den Haaren an mein Gesicht.
Bereit zu sterben? Flieg, mein Engel, k√ľss die Himmel deiner Tr√§ume. Verreck.
Die scharfe Klinge ritzt erst leicht den faltigen Hals. Dann werden grobe Fleischst√ľcke infolge des mechanischen Einhackens aus dem h√§sslichen Gebilde gerissen. Metzgerei deiner Seele, willkommen im Diesseits. Ich lache. Ich schreie nicht mehr. Das wei√üe Bett, nun eine rote Lache der Verg√§nglichkeit: die eiserne Jungfrau.
An der T√ľr erscheint eine Frau mittleren Alters, angelockt durch das gurgelnde Ger√§usch einer im Blut ersaufenden Dame. Eine wei√üe Porzellansch√ľssel, gef√ľllt mit Suppe, f√§llt zu Boden w√§hrend ein hysterischer Schrei ihrer Mundh√∂hle entflieht. Mit drei gro√üen Schritten √ľberwinde ich die Distanz zu diesem femininen Wesen, dem D√§monen. Reflexartig ramme ich ihr den Ellbogen in ihr Gesicht und sp√ľre wie das Nasenbein unter meiner Bewegung zerbricht. Sie rutscht aus. Auf der eigens verursachten Pf√ľtze aus Suppe. Sie findet sich r√ľcklings auf dem Boden wieder.
Während meine Hand nach einer Vase auf einem kleinen braunen Glasschrank greift, setze ich mich auf den Bauch des Opfers, welches somit nicht mehr aufstehen kann. Beschwert durch den Henker. Ich schreie nicht mehr.
Vor Todesangst aufgerissene Augen starren in die Leere, in mein Gesicht. Die Leere ist die wahre Gefahr. Mit ganzer Kraft schwinge ich die Vase von beiden Händen umschlossen in das Gesicht, welches schon durch die gebrochene Nase blutverschmiert ist. Kriegsbemalung. Halb bewusstlos in Ohnmacht dämmernd keucht sie auf, während ich ihr die Augenlider mit den Scherben grob absäbele. Das Gelee der Augen quillt langsam aus den vorhergesehen runden Höhlen.
Nie wieder schlafen, alle Gerechtigkeit miterleben. Dann lege ich sie mitten in das Krankenbett in dessen Laken noch die menschlichen Überreste der Jungfrau schwimmen. Böse Überraschung nach dem Erwachen. Der allgemeine Volksmund sagt: Die Augen sind der Spiegel zur Seele. Wer weiß ob wir eine Seele besitzen? Wieso ich so handele, ich weiß es nicht. Gesteuert von den inneren Dämonen verlasse ich das Haus auf dem gleichen Weg, auf dem ich es betrat.









Jede gro√üe Liebe bringt den grausamen Gedanken mit sich, den Gegenstand der Liebe zu t√∂ten, damit er ein f√ľr allemal dem frevelhaften Spiele des Wechsels entr√ľckt sei: denn vor dem Wechsel graut der Liebe mehr als vor der Vernichtung.
Friedrich Nietzsche, Werke I
















Allodoxaphobie


Das n√§chste Haus ist dunkel, ruhig verlassen in sich geschlossen. Ein Universum in einer Armee gleicher effizienter Bauten. Die W√§nde sind mit dunkelbraunem Holz ausgekleidet und alte Gem√§lde von Jagdszenen zieren die verlassene √Ėdnis einer Gemeinschaft. Vor innerer Erregung zitternd wandele ich durch das stille Gem√§uer.
Der wei√üe undurchsichtige Tod. Durch die W√§nde sehe und h√∂re ich das schwere Atmen sich ausruhender K√∂rper, Krieger der Fressgier. Regeneration vom Alltag. Ich schreie nicht mehr. Ich lausche in die Tiefe des Nichts. In dem Kinderzimmer verweile ich eine gewisse Zeitspanne und betrachte das h√∂lzerne Ger√ľst des Kinderbettes. Die Gitter gleichen einem Gef√§ngnis, in dem die kleine Person mich durchsichtig anstarrend steht. Es scheint, als k√∂nne sie mich sehen. Die tief in dem Gesicht versteckten winzigen schwarzen Augen zwischen den fleischigen B√§ckchen, der Teufel frisst das Detail. Die Unschuldigen sehen die Unschuldigen. Klein und schutzlos. Mit beiden H√§nden greife ich unter die √Ąrmchen des Kleinkindes und hebe es hoch. Es l√§chelt. Keine Angst, nur interessierte Aufmerksamkeit.

Ich lege meinen Zeigefinger auf seine Lippen, als wolle ich es davon abhalten mir das Geheimnis der Menschheit zu verraten. Grinsen. Lächeln. Zahnlose Wahrheit. Mit einer kräftigen Ausholbewegung schmettere ich den Nachwuchs zu Boden. Es knackt laut. Verdrehte Beinchen. Das Schienbein ragt aus der offenen Wunde.
Direkter Tod. Ich habe es befreit. Gerettet. Bewahrt vor den Gefahren dieses Lebens. Starr und kalt blickt es in die Ferne. Es tut mir leid. Wieso ich so handele? Ich weiß es nicht! Sag du es mir! Aus den winzigen Nasenlöchern rinnt eine schmale Spur von Blut. Die Linie des Lebens, der Fluss der Gezeiten: Kindheit, Jugend, vertane Zeit und Tod.
Pl√∂tzlich wird die T√ľr zu dem Zimmer aufgerissen. Arme Eltern. Besch√ľtzerinstinkte abt√∂ten. Aufgeschreckt durch den lauten L√§rm, welchen ein zerplatzender K√∂rper verursacht stand eine in ein Pyjamagewand gekleidete Frau vor dem kleinen verrenkten K√∂rper. Stille. Sekundenbruchteile der verlangsamten Wahrnehmung. Ein Schrei. Sie st√ľrzt zu Boden, versucht zu helfen, weint Rotz und Tr√§nen. Menschliche Abgr√ľnde. Sie r√ľttelt den kleinen K√∂rper. Blut tropft auf die reine Seide. Das sch√∂nste Standbild der Galaxie: Trauer. Unverst√§ndliche Schreie. Ich lache, lache befreit und schreie nicht mehr.
Langsam und leise legen sich meine Handflächen um den metallenen Stab einer Tischlampe. Es werde Licht. Metall auf den Hinterkopf. Knochen brechen. Während sie zu Boden geht schreit sie immer noch. Wie einen vertrocknenden sich windenden Fisch drehe ich die Göttin um, welche sich gegen die, ihr nicht erkennbare, Gefahrenquelle versucht zu wehren, doch keine Chance. Ich hole aus.
Ich kann nicht erahnen ob wirklich ich es bin, der ausholt. Eine Kopie von mir holt aus und schl√§gt dreihundert Mal auf den K√∂rper ein, der Zahlenwert vom Geist Gottes. Sie sieht aus wie ein Gott. Dreihundert Schl√§ge lassen einen Menschen dem Menschsein entfliehen. Eine rote G√∂ttin, eine rote Fleischaura. Ihr Atem erstickt, ihre Pupillen weiten sich und ihr K√∂rper erschlafft. Mutter und Kind, im Tode vereint. Zutiefst entspannt setze ich mich mitten hinein in den roten Sumpf aus menschlichem Gewebe. Dann stehe ich auf und begebe mich auf die Suche nach folgenden Dingen: Nadel und Faden, ein Fleischhaken und ein kr√§ftiges Seil. Diese Utensilien sind leicht beschafft, Zeit ist nicht mehr relativ nur noch ein Zeichen der Verg√§nglichkeit. Mit der Nadel durchsteche ich Haut, schaffe ein Kunstwerk. Menschliche Fette und Muskeln, gespalten durch d√ľnnes Metall. Ein Keil, getrieben in den Lebenssaft der Menschheit. Ich beginne zu pfeifen: \"I believe I can fly\".
Ich kann den Himmel ber√ľhren. Ich strecke meine Seele aus und erreich den Horizont. Ich stocke mitten in meiner schwungvollen Bewegung und ein Gedanke durchst√∂√üt die Wand meiner Pers√∂nlichkeit und setzt sich wie ein Blutegel fest. Ich suche ein Messer, scharf und klein. Finde es.
Ich schreie nicht mehr. In meinem Kopf explodieren mehrere Granaten der naiven Vorfreude und ein verzerrtes L√§cheln verkrampft meine Gesichtsz√ľge. Den Kopf der G√∂ttin nehme ich fest in die linke Hand, w√§hrend meine rechte das Messer sich dem zarten Gesicht n√§hert. An der Stirn ritze ich einen horizontalen Schnitt in das zarte Fleisch, darauf bedacht nicht den darunter befindlichen Knochen zu kratzen und zu besch√§digen. Ein Skalp l√§sst die Seele in den Himmel fliegen. Keine Barrieren, die sie an dem Tanze √ľber den Wolken hindern d√ľrfe. Das Messer schiebe ich leicht in den entstanden Schlitz hinein und s√§bele um den Kopf eine rote Linie, welche sich zu einem Wasserfall des Minimalismus entwickelt.
Langsam ziehe ich mit leicht ruckelnd-ziehenden Drehungen die Kopfhaut samt Haar von dem Schädel, welcher weißlich an manchen Stellen unter roten Fleischresten hervor blitzt. Dann nähe ich weiter. Nach einer kleinen Nichtewigkeit ist das Kunstwerk vollbracht: Mutter mit Kind im Tode vereint. Das Kleinkind ist durch die Fäden an den Bauch der Mutter gebunden.
Krieche dorthin, wo du herkamst; deinen Wurzeln treu. Leider h√§ngt es schlaff herab, leblos, traurig und so trist, als w√§re es tot. Um das Ende des Fleischhakens binde ich eine Schlaufe und befestige das andere Ende mit einem festen Knoten an der Dachstrebe. Der wilde Western; besuchen Sie ihn im Hause des K√ľnstlers: die gerichtete G√∂ttin. Mit immenser Kraft ramme ich die freie Spitze des eisernen Werkzeuges zwischen zwei R√ľckenwirbeln der Venus. Einige winzige Blutsprengsel benetzen meine Silhouette und ein blutiger metallener Geschmack durchstr√∂mt meinen ganzen K√∂rper, der sich voller Wohlgefallen aufb√§umt. Ekstase. Sie h√§ngt, die wundersch√∂ne Helena. So viele M√§nner w√ľrden sterben f√ľr das Antlitz dieser Naturgeburt. Kind wird erwachsen und wird erh√§ngt von der Gesellschaft; autobiografischer Selbstmord. Nun r√ľcke ich einen braunen Ledersessel zurecht und genie√üe diese Situation mehrere Lebensmomente, versunken in die Haut von Tieren, w√§hrend die Mondscheinsonate erklingt, die ich als Schallplatte aufgelegt habe. Carpe diem.










Die Irren

Und sie schweigen, weil die Scheidewände
weggenommen sind aus ihrem Sinn,
und die Stunden, da man sie verstände,
heben an und gehen hin.

Nächtens oft, wenn sie ans Fenster treten:
plötzlich ist alles gut.
Ihre Hände liegen im Konkreten,
und das Herz ist hoch und könnte beten,
und die Augen schauen ausgeruht

auf den unverhofften, oftenstellten
Garten im beruhigten Geviert,
der im Widerschein der fremden Welten
weiterwächst und niemals sich verliert.

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926)




Das Morden geht weiter. Die Anatomie des Mannes als neue Spielwiese. Ich fange an, an lebenden Exemplaren zu experimentieren, niemand hält mich auf.
Wie verhält sich eine Rose bei starker Kälte? Das Wasser in den Zellen gefriert und ein starker Schlag reicht aus und sie zerbricht. Verhält es sich mit der Psyche eines Mannes genauso? Ich lache nur noch, begeistert von meinem eigenen Ideenreichtum, meinem Hang zum Erforschen der menschlichen Rasse. Aus diesem Grunde habe ich auch drei vor mir gefesselte Wesen, spartanisch geteilt in Mutter, Vater und Tochter.
Auch hier fand ich ein Neugeborenes, welches ich jedoch direkt in den brennenden Kamin warf: Menschenm√ľll. Augen sind so wundersch√∂n wenn das Wei√üe wie ein Stern in der Dunkelheit √§ngstlich aufgerissen in den roten √Ąderchen pulsiert. Das Leben ist so sch√∂n. Von wegen ich bin psychisch krank, nennen wir es eine andere Vorstellung von Auslebung der freien Pers√∂nlichkeit. Ich stimme mir zu. Sie wimmern wie Gefangene in Hinrichtungsvideos: schwarze Baumwolle die die Augen bedeckt. Geknebelte Freiheit, niedergekniet in den Schlamm der Ergebung.
Langsam nehme ich den dreien die Binden von den Augen: Augenblicke der h√ľbschen Viersamkeit, ein Familientreffen, idyllisch. Nur wieso weinen sie? L√§cheln hilft durch den Tag, L√§cheln hilft und existiert, nur nicht in meiner Welt.
Sie wimmern, allesamt, ob Mann, Frau oder Tochter. Sie sehen sich an, als w√§ren sie schon immer in Liebe, als w√§ren sie Liebe. Und w√ľrden nun getrennt. Niemand kann Liebe empfinden, au√üer er ist in der Verfassung zu sterben. Vorsorglich habe ich die Knie miteinander verbunden, sodass keine b√∂sen √úberraschungen die Anpreisung des Prozesses Leben auszul√∂schen auf wenige Sekunden verk√ľrzt.
Tr√§nen laufen aus den runden Tunneln zur Seele: Schleusen der unendlichen Sehnsucht nach Intelligenz. Mein Magen verkrampft sich vor Gl√ľck und aufgeregt lecke ich meine Lippen und schmecke vertrocknetes Blut. Reste vergangener Feste. Es z√§hlt nur das hier und jetzt. Urpl√∂tzlich drehe ich mich um und packe den Kopf der Tochter. In Zeitlupe sehe ich aus dem Augenwinkel, wie die Mutter aufschreit, die Tochter voller Angst zu Stein erstarrt und der Vater seinen Schmerz in die Welt br√ľllt. Sie k√∂nnen mich nicht sehen. Es muss grausam sein seinen Feind nicht erkennen zu k√∂nnen. F√ľr mich wird es jedoch umso sch√∂ner. Befreiender. Wie in den guten alten Zeiten voller Hass und Neid, jedoch voller Ehrlichkeit. Ich schreie nicht mehr, ich rei√üe den Kopf des M√§dchens brutal nach hinten und spucke in ihr voller Schmerz verzerrtes Gesicht. In einer schleimigen dickfl√ľssigen Bahn l√§uft das Elixier die vollen Lippen herab. Voller Verachtung verziehe ich das Gesicht. Sexualit√§t ist des Menschen Achillessehne. Uninteressiert lasse ich das M√§dchen los und suche nach einem kn√ľppel√§hnlichen Gegenstand. Schlie√ülich finde ich einen M√∂rser, handliches Werkzeug, und ramme ihn zwischen die Beine des Vaters.
Er keucht auf, schreit und voller Entsetzen versucht er sich zu befreien. Vergebens. Eine Ameise die zwischen den Fingern zerdr√ľckt wird. Ich sto√üe wieder zu. Fester. Das Br√ľllen wird zu einem hysterischen schweine√§hnlichen frivolen Grunzen gemischt mit stumpfem St√∂hnen. Dann zerre ich ihn auf den Esstisch, w√§hrend er versucht sich mit hektischen Beintritten zu befreien. Die Ruhe ist des Menschen Vorteil. Dann hole ich mit der inneren gesammelten Kraft aus und schmettere den M√∂rser auf den sich biegenden Bauch. Die Rippen bersten. Sie zerbrechen und bohren sich in Lunge, zartes Fleisch und Ged√§rm.
Der Familienvater br√ľllt und spuckt Blut. Hinter mir unterstreichen die Schreie der Frauen wie zartes Violinenspiel die zart bittere Atmosph√§re. Eine Rose: wundersch√∂n und stechend realistisch. Er lebt nicht mehr. Er atmet nicht mehr. Sie schreien nicht mehr. Sie wimmern in die Umarmung hinein. Ich schreie nicht mehr, ich l√§chele. Dann rei√üe ich das kleine M√§dchen an ihren Haaren aus der Umarmung zu ihrer Mutter und dr√ľcke ihre Fresse in den zu Brei geschlagenen Oberk√∂rper des Vaters. Verdorbene Fleischeslust.
Ich ramme ein Messer in ihre Hand, wodurch sie an die Tischplatte genagelt ist. Die Mutter versucht aufzustehen und wimmert um Gnade bettelnd, ich zerschneide ihre Achillessehne mit einem gezielten Schnitt. Sie stolpert. Fällt. Goliat.
Eine Sinfonie zu den Verzweiflungstr√§nen der Tochter. Diabolisch grinsend wende ich mich ihr zu. Umfasse ihren Kopf, k√ľsse ihn zart und feucht, dann ramme ich ihr Gesicht drei Mal auf den Leichnam. Ich verziehe meine Gesichtsmuskeln voller Hass. Sie √ľbergibt sich. Rote Farbsprengsel √ľberziehen ihre vor Schmerz verzerrte Fratze. Schluchzt.
Ich bereite ihrem Leiden ein Ende und schmettere den Mörser auf den Hinterkopf. Es knackt. Sie zerstört mein Kunstwerk mit ihrer Magensäure. Schlampe. Der Mutter bereite ich die größte Höllenqual: Ich lasse sie am Leben. Dann schlage ich sie bewusstlos.
Ein Wichtigtuer ist ein erbärmlicher Mensch. Er handelt nicht aus eigener Kraft, er handelt aus der Kraft anderer: Todespfleger von Luzern, Angel of Death, The Tacoma Ax-Killer, Papa Denke, The Happy Face Killer, meine Freunde.
Die Medien wollen aufdecken, wen wollen sie f√ľr meine Taten verantwortlich machen? Jeden au√üer sich selbst. Paradoxon.
Die Wahrheit ist nur so lange erstrebenswert, wie sie einem von Nutzen ist.
Ich wische die letzten Reste von Blut und fleischigem Gewebe von dem M√∂rser, dann lege ich ihn vorsichtig auf den Esstisch neben die beiden Leichen. Mit einem gro√üen Kraftaufwand rei√üe ich das Messer aus der Hand des M√§dchens und grinse als das leblose Weibsbild die Tischkante herunterrutscht. Unnat√ľrlich verrenkt liegt sie da.
Das Messer muss mir wieder seinen Dienst erweisen. Mit vor Aufregung zitternden H√§nden entkleidet mein innerer Trieb die Tote, bis sie nackt den kalten Boden umarmt; sich ihm hingibt. Oh s√ľ√üe Maid, nimm‚Äė meine Liebe an und zeige Respekt f√ľr sie. Zeige Ehrfurcht vor dem blutigen Flieder, wie vor meinen sexuellen Urinstinkten. Kniet nieder und ergebet euch mir. In sacraler Wut ramme ich das Messer in den Brustkorb. Wo ist eine Knochens√§ge wenn man sie braucht? Knochen sind das Ger√ľst des Menschen.




Das innere Versagen wird man nie zu Gesicht bekommen.

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lapismont
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Hallo Avitus,

Willkommen in der Lupe. Ich hoffe, dass Dein sehr langer Text Leser findet. Man muss sich auf diese Reise ins Innenleben einlassen und die Brutalität als Teil der erschaffenen Realität sehen.
Der Text ist voller Kraft und satter Bilder.

cu
lap
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Michael Schmidt
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Hallo Avitus,

kein Wunder das lapismont den Text toll findet. Operation Nero hat ja fast schon was lyrisches. Sehr interessanter Stil, sehr intensive Sätze.
Ein wenig bleibt die Geschichte auf der Strecke. Es wirkt ein wenig, als ob Bilder um der Bilder willen erschaffen wurden.
Insgesamt ist es f√ľr meinen Geschmack zu lang, da w√§re weniger mehr gewesen.
Nichtsdfestotrotz eine intensive und sehr ungew√∂hnliche Geschichte, die mich beim Scho√ľf gepackt hat.

Bis bald,
Michael
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Der ErnstFall Michael Schmidt

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