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Leselupe.de > Kurzprosa
Ordnungspflicht
Eingestellt am 05. 08. 2001 16:18


Autor
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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

Werke: 51
Kommentare: 134
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CHAOSTHEORIE

Wird ein System chaotisch,
verworren und komplex,
wirkt es schon fast erotisch
auf das Genie wie Sex.
Denn alles Lineare
scheint ihm berechenbar,
doch im Verlauf der Jahre
wird folgendes ihm klar:

Den Gang der Entropie
verhindern wir wohl nie.
Weit offen ist die Welt,
zum Ausgleich wie bestellt.
Doch kommt der Mensch ins Spiel,
ist Ordnung stets sein Ziel.
Die strebt er nicht nur an,
weil anders er nicht kann;
oh, nein, sein Drang zur Perfektion
basiert auf mancher Illusion,
primär auf falschen Daten,
in allen Lebenssparten.
Die Spezies, wie man sie kennt,
ihr Augenmerk nicht darauf lenkt,
was leicht erfahrbar wäre.
Die dumpfe Geistesschwere,
ist typisch fĂĽr den Ordnungssinn,
der raffte schon Millionen hin
durch Ismen ohnegleichen.
Die Berge voller Leichen,
sie reichten offensichtlich nicht,
den kranken Zwang zur Ordnungspflicht
auf ewig zu zerstören!
Wollt Ihr den Rest noch hören?

Wohl an, es sei, nun hört gut zu:
Der Zwang zur Ordnung ist der Clou
mit dem man weltweit operiert,
auf dass Kontrolle funktioniert.
Der Mensch wird ganz bewusst gelenkt
bis niemand mehr an Chaos denkt
und nichts mehr hinterfragt.
Wer aber hat versagt?
Nur Politik und Wissenschaft
entziehen dieser Welt den Saft,
indem sie Dogmen schaffen.
Und wir, die Superaffen,
erklären uns devot konform,
verklären gar noch diese Norm,
indem wir angepasst und bieder,
den Obrigkeiten immer wieder
zu Willen sind, fast hörig.
Oh, Gott, was sind wir töricht!

Verkapseln Staatssysteme,
so ändert sich die Szene
und Ordnung bricht hervor.
Bald stöhnt der Mensch im Chor:
Oh, hätten wir doch mitgedacht...
Zu spät, schon zwingt sie jene Macht,
der „Ordnungsdespotie“
in Ohnmacht auf die Knie’.
Jahrzehnte kann es währen
bis Menschen aufbegehren
um sich mit Not und Pein,
vom Joch dann zu befrei’n.
Das kostet Opfer, kostet Blut,
die angestaute wilde Wut,
entlädt sich mit Gewalt,
doch wird das Chaos bald
der Ordnung wieder weichen.

Dies aber ist ein Zeichen
von groĂźem Mangel an Esprit,
der Staat hält uns wie Massenvieh
auch durchaus für beschränkt.
Wer dennoch anders denkt,
der lese bitte ohne Zorn
das Ganze noch einmal von vorn!

Das Chaos ist nicht Anarchie,
doch bleibt sie grau, die Theorie.


__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fĂĽhl'ich mich, das reicht, genug!

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