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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 24. 08. 2001 18:03


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Kyra
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Mar 2001

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Die Finsternis ist so dicht, ich kann sie beinahe riechen ‚Äď der Geruch von feuchtem Stein und Trauer, vermischt mit dem meines Schwei√ües. Meine F√ľ√üe ruhen auf absch√ľssigem Grund, ich taste mit beiden H√§nden durch die Dunkelheit, ich bewege mich so wenig wie m√∂glich, tauche vorsichtig meine Arme in die Schw√§rze. Die Angst l√§sst mich kaum atmen, trotzdem scheint jeder meiner Atemz√ľge vielfach verst√§rkt, aus dem Dunkel zu mir zur√ľckzufinden, mich zu verspotten, mein Grauen zu verh√∂hnen. Meine Augen sind schmerzhaft weit ge√∂ffnet, doch kein Lichtstrahl ber√ľhrt sie, die Nacht um mich kennt keinen Schatten. Ich wei√ü weder wo ich bin, noch wie ich hierher kam; als ich erwachte fand ich mich an diesem Ort, von dem ich nicht mehr kenne, als den Boden unter mir. Aber nicht einmal der scheint sicher zu sein, denn ich bemerke wie er sich kaum merkbar hebt und senkt, als st√ľnde ich auf langsam pulsierendem Leben. Kaum wage ich es mich zu b√ľcken, um mit flacher Hand neben meine Schuhe zu fassen ‚Äď ich greife ins Leere. Worauf ich mich auch immer befinde, es ist nicht gr√∂√üer als der Platz auf dem ich stehe. Ich schlage meine H√§nde vor das Gesicht und versuche zu verstehen, allein ich kann mich nicht konzentrieren, meine Gedanken versuchen halt zu finden, schw√§rmen aus, suchen und kommen schlie√ülich wie m√ľde Tauben zu mir zur√ľck. Unvorstellbar ist dieses Nichts, mein Verstand stemmt sich verzweifelt gegen diese Einsicht, versucht einzugrenzen wo keine Grenzen sind, bem√ľht sich zu vergleichen wo kein Vergleich m√∂glich ist. Ich schluchze, ein schwaches Ger√§usch auf dem meine Gef√ľhle in die Unendlichkeit zu entfliehen suchen. Ob ich hier ganz alleine bin? Vielleicht stehen hier, ganz in meiner N√§he, andere so wie ich auf ihren kleinen atmenden Parzellen und warten auf einen befreienden Laut ‚Äď einen Schrei in den sie einstimmen k√∂nnen, der zu einem hellen, alles durchdringenden Ruf wird. Nur h√§tten sie sicher mein Weinen geh√∂rt, oder ist die D√ľsternis so hungrig, dass sie selbst die Ger√§usche in ihre Schw√§rze saugt? Pl√∂tzlich wird das Rauschen in meinen Ohren durch ein leises Wimmern unterbrochen, ich drehe mich vorsichtig, versuche die Richtung zu bestimmen, will schon antworten ‚Äď da ist es wieder still um mich.
Ich sollte rufen, aber ich weiß genau, wenn ich riefe und keine Antwort erhielte, wäre dies mein Tod. So werde ich keinen Laut von mir geben, hier bis zu meinem Ende ruhig stehen bleiben, weil ich die Gewissheit vielleicht nicht ertragen könnte.

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