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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Oskar Negts Gesellschaftsentwurf Europa- ein Anti -Sarrazin
Eingestellt am 27. 05. 2012 14:32


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Winfried Stanzick
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Rezension zu:

Oskar Negt, Gesellschaftsentwurf Europa, Steidl 2012, ISBN 978-3-86930-494-6

Eine Lücke will er füllen mit seinem neuen Text zu Europa, sagt der Philosoph Oskar Negt, eine Lücke, die ihm schon lange ein Ärgernis gewesen sei: „Wie schon die Wiedervereinigung der staatlichern Nachkriegsfragmente aus der ‚Portokasse’ bezahlt werden sollte, was sich schnell als fataler Irrtum herausstellte, so gerät jetzt ein viel größeres Vereinigungsprojekt in Verruf, weil im verengten Horizont der mit diesem epochalen Projekt Beschäftigten die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Menschen in den einzelnen Ländern nicht vorkommen… die nationalen Eigentümlichkeiten und der kulturelle Eigensinn der einzelnen Länder haben harte Prägungen hinterlassen,
die durch Geld und institutionelle Vereinbarungen nur schwer aufzubrechen sind.“

Ohne eine soziale Bewusstseinsbildung, so Negt, entstehe eben keine solidarische Ökonomie, eine Ökonomie, bei der es nicht nur um die Rettung von Banken geht, sondern die eine echte Ausgleichsbewegung zwischen Schwachen und Starken möglich macht. Dies müsse erreicht werden, ohne „in die Mottenkiste vorurteilsbeladener Abgrenzungen zurückzugreifen.“

Er beschreibt kollektive Lernprozesse, die nötig seien und die die Alltagserfahrungen der Menschen einbeziehen. All das, das kann man an den Protesten in Griechenland und Spanien aktuell beobachten, ist bisher überhaupt nicht geschehen.

Sein kleines Buch ist eine Streitschrift, die weit ausholt in die Geschichte zurück bis zum Westfälischen Frieden, um deutlich zu machen, welchen hohen, auch friedenspolitischen, Stellenwert der „Gesellschaftsentwurf Europa“ hat. Er will nichts anderes, als anzuregen, sich mit der in den vorherrschenden Europadiskursen häufig unterschlagenen Wirklichkeit auseinanderzusetzen.

Insofern ist dieses Buch ein wichtiges und nötiges politisch-philosophisches Korrektiv auch zu Thilo Sarrazins neuem Buch, der ja hautsächlich ökonomisch argumentiert. Kann man diese beiden Ansätze zusammenbringen, oder schließen sie sich aus?

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jon
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„Ich halte das Werk für unterdurchschnittlich", weil ich außer Schlagworten, die offenbar im Buch benutzt werden, nicht viel erfahre. Und mit diesen Schlagworten kann ich noch nichtmal was anfangen. Naja, nicht viel zumindest – klingt für mich (so brockenweise vorgeworfen) nach Gutmenschen-Blabla. Hier wäre mehr (Autoren-Eindruck, Inhaltsverdeutlichung) mehr gewesen.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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