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Leselupe.de > Kurzprosa
Osterglocken
Eingestellt am 06. 05. 2009 12:58


Autor
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RosenmundPulcher
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2009

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Osterglocken

Zwei Menschen sitzen im Park auf einer Bank.
In der Luft liegt ein eigent├╝mlicher, salziger Geruch,
vor ihnen wogt ein blau bl├╝hendes Meer von Veilchen.
Eine Oase umrahmt von H├Ąusert├╝rmen, mit verschlossenen Fenstern & verschlossenen T├╝ren, deren durchsichtiges Glas von au├čen im Glanz der leicht schr├Ąg einfallenden Vorabendsonne spiegelt, so dass man nicht hineinsehen kann; und welches, vom Inneren der Geb├Ąude, vielleicht einen Blick, geschickt von einem von einem sehns├╝chtigen Auge, hindurchl├Ąsst, hin├╝ber, hin├╝ber in die ferne Welt; die Magie jenes Zauberreichs jedoch h├Âchstens erahnen, versuchen & wieder verwerfen l├Ąsst.
Keine Glasscheiben, die R├Ąume trennen, sondern solche, die sie bedeuten; die den Raum zum Traum machen, den man nur von au├čen sehen, doch von innen nur begreifen kann.
So verweilen die zwei Menschen dort im Park auf der Bank. Und w├Ąhrend ein Vogel sich inmitten der die K├Âpfe reckenden Zeugen des beginnenden Fr├╝hlings niederl├Ąsst und die Zwei ihrer Idee vom Meeresrauschen lauschen, setzen vom nahe gelegenen Kirchturm die ersten Glockenschl├Ąge ein, anfangs noch sanft im Anschlag & gem├Ąchlich einschwingend, mit einer etwas m├╝den Gelassenheit, die kommende Gr├Â├če mit Selbstverst├Ąndlichkeit vorwegnimmt;
Dann in langsamen Crescendo kr├Ąftiger.
Nach und nach gesellen sich mehr und mehr Farben & Rhythmen in die majest├Ątische Konzertgemeinschaft, weitere Glocken fallen hell & klar oder tief & rollend ein, der Klang schwillt an. Linien bilden sich heraus und versinken wieder, Akkorde blitzen auf und treten nach einer Verbeugung wieder in den Hintergrund, ein energetischer Teppich w├Âlbt sich wie eine Kuppel ├╝ber den Park und seine zwei Besucher - eine Sph├Ąre geboren aus dem pochenden Herzen der Stille ÔÇô umh├╝llt sie & durchdringt sie, umspielt ihre Sinne und umrei├čt neckisch ihre Formen, um sie dann zerflie├čen zu lassen und zu verschmelzen, und es w├Ąre egal, ob man nun einer der Menschen, ein Vogel oder nur ein Grashalm sei, denn ein jedes tanzt und ist das singende Meer, soviel wie alles andere, und in diesem Konzert gibt es keine Moral, darum verlangt es keinen Gedanken, und nur durch Zufall nehmen auch die beiden Menschen daran teil, denn es ist nicht exklusiv f├╝r sie gemacht;
Das Meer vor den Augen, das Meer in den Ohren, das Meer in Mund & Nase, Salz auf der Zunge, ein Kribbeln auf der Haut und im Kopf keine W├Ârter, kein Verstehen & keine Fragen, nur ein Ahnen, nur ein Sp├╝ren, nur Ein Leben, Ein Gem├Ąlde, Ein Konzert & Ein Meer.
Ein neuer Anschlag, das Gem├╝t richtet seine Aufmerksamkeit auf den Ton, verfolgt ihn auf seinem Weg vom Entstehen bis zum Verklingen, seinen Lieb- und Feindschaften, seinen dunklen & hellen Stunden, mal versteckt auf verschlungenen Pfaden und mal als F├╝hrer auf gro├čen Geraden, ein Ausschnitt, ein Leben in Sekunden, f├╝r die zwei Menschen, dabei ein Dutzend neue, die beginnen, und ebenso viele, die enden, die Glocken sind die immergleichen, die Veilchen wogen blau im hellen gr├╝nen Gras, die zwei Menschen sitzen im Park auf einer Bank und blicken aufs Meer.
Und manchmal nehmen sie einen Schluck Wasser aus einer Flasche, um ihre Kehlen zu befeuchten.

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

liebe rosamundpulcher,

ganz egal, was du dir bei diesem text gedacht haben magst: hallo erst mal in der leselupe!

wie du bei meinen vorrednern schon bemerkt haben wirst: wir sind hier alle miteinander versierte literaten und ganz augezeichnete kritiker, die jeden neuank├Âmmling h├Âflich begr├╝├čen und ihn gern in unserer mitte aufnehmen.

erstlingstexten gegen├╝ber sind wir zur├╝chkhaltend, weil wir nicht wissen, ob der oder die neue authentisch schreibt oder nur ausprobiert, wie wir ev. reagieren, wenn unter dem namen @rosamundpulcher etwas wie dieses erscheint.

anders als meine vorredner erkenne ich in wortwahl und syntax eine(n) durchaus bef├Ąhigte(n). wenngleich weder das genre noch der ├╝berladene stil die dinger eines walfisches sind, kann ich dar├╝ber schmunzeln - ├╝ber das geschepper der osterglocken und die veilchenschwemme ebenso wie ├╝ber den ganz und gar humorlosen eifer, den sie erzeugen.

solcher einstieg kann und muss belohnt werden!

am├╝sierte gr├╝├če aus m├╝nchen

bluefin

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Open Mike
Guest
Registriert: Not Yet

Abgesehen von "die Zwei"* und "nur Ein Leben, Ein Gem├Ąlde, Ein Konzert & Ein Meer"**:

eine gelungene Persiflage.

om

* Einfach nur ein Fehler. Ohne Funktion.
** Die ohnehin starke Betonung des Zahlwortes ein wird hier durch x-maliges Wiederholen verst├Ąrkt. So weit, so gut. Doch wozu diese recht unbeholfen wirkende Schreibweise des repetierten Wortes?

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Franka
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Hallo,

erst einmal ein herzliches Willkommen auf der Lupe. Leider ist der Einstiegstext wirklich ein wenig "schwach auf der Brust", aber du hast ja jetzt gen├╝gend Raum, um dich auszuprobieren (hier empfehle ich auch gern mal die Schreibwerkstatt).

Lieben Gru├č
Franka
__________________
Man probiert. Vielleicht klappt es. Wenn nicht, dann probiert man was Neues. (frei nach Antje Joel)

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Duisburger
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quote:
eine gelungene Persiflage.

Auf R.P. bzw. auf das bereffende Genre?
Ich muss zugeben, das ich den Text unter dieser Pr├Ąmisse gar nicht betrachtet habe. Er steht hier unter "Kurzprosa" und als solche habe ich ihn gelesen (und verrissen).
Eine Persiflage erwarte ich unter "Humor". Sollte der Text dort hin?
Vielleicht aussert sich der Autor diesbez├╝glich?

lg
Uwe
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige K├Ânig (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Open Mike
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Auf R.P. bzw. auf das betreffende Genre?
Vermutlich auf beides.

quote:
Leider ist der Einstiegstext wirklich ein wenig "schwach auf der Brust", aber du hast ja jetzt gen├╝gend Raum, um dich auszuprobieren (hier empfehle ich auch gern mal die Schreibwerkstatt).
Und worauf fu├čt dieses Urteil?

Den Text da oben schrieb kein "Schwan von Schlesien". Die Verballhornung des Namens, die ├╝bertriebenen Betonungen ("mit verschlossenen Fenstern & verschlossenen T├╝ren"; "hin├╝ber, hin├╝ber in die ferne Welt"; "nach und nach gesellen sich mehr und mehr Farben & Rhythmen") und die Art der Stilbl├╝ten ("eine Sph├Ąre geboren aus dem pochenden Herzen der Stille")sowie das Fehlen unfreiwilliger Komik ...

Ob Satire oder nicht entscheidet letztlich der Leser. Da braucht's kein Vorsortieren. Zumal hier auch Elemente zu finden sind, die ├╝ber reine Nachahmung und ├ťbertreibung hinausgehen:
quote:
Und w├Ąhrend ein Vogel sich inmitten der die K├Âpfe reckenden Zeugen des beginnenden Fr├╝hlings niederl├Ąsst und die Zwei ihrer Idee vom Meeresrauschen lauschen

Das ist ein TeXXT.

om

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