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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ostkneipe
Eingestellt am 15. 11. 2002 01:08


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Katrin Volkmann
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

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Kommentare: 19
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A (g├Ąhnt lautstark): Kann nich mal eener die Uhr treten? Noch zwee Stunden, ick werd` var├╝ckt. (wischt sich ├╝ber die Augen) Vorhin hab ick schon Karten jespielt?
B (stellt gerade sein Bier ab; Beine gekreuzt, in Jeans und Lederblouson): Alleene?
A (st├╝tzt den Kopf in die Hand): N├Â, mitnm Jast. Muss man schon Karten lejen mit seem eenzijen Kunden, sonst bleebt der och noch wech.
B (nickt): Is nich ville los, montags, wa?
A (sch├╝ttelt den Kopf): Montags is nie ville los. Sonntags ooch nich. Eigentlich jar nich mehr. (richtet sich auf, nimmt die Arme vom Tresen und guckt mit gro├čen Augen) Aber jestern ward widder janz anders. Zwee, dree J├Ąste wanda. Jab auch schon Taje mit vieren (st├╝tzt die Ellenborgen wieder auf den Tresen).
B (nickt) : H├Âhepunkt, wa? (nimmt einen Schluck von seinem Bier, streichelt den Zentimeter zwischen Nase und Oberlippe, korrigiert die Beinkreuzung von rechts nach links, seufzt, dreht sich weg und guckt aus dem Fenster. Schweigen.)
B (dreht sich mit ganzem K├Ârper zum Fenster): Ejj, kieck ma, da drau├čen, da is Jabi. (hebt den Arm und wedelt mit der Hand) Hallo, winke, winke!
A (richtet sich wieder auf, reckt den Hals): Wat`n f├╝r ne Jabi?
B (dreht sich zu ihm um, macht ein wichtiges Doppelkinn): Na, unsre Jabi. Die jackelt jetzt bestimmt zur Arbeet.
A (verzieht das Gesicht): Unsre Jabi? Die vonne letzten Rolf-Party?
B (guckt immer noch mit diesem wichtigen Doppelkinn): Jenau, die! Unsre Jabi!
A (macht jetzt auch ein Doppelkinn): Die arbetet doch jarnich?
B (Doppelkinn verschwindet in zwei Handfl├Ąchen; st├╝tzt nun seinerseits die Arme auf den Tresen): Nee? Ick denke, die is ...
A (streckt auch den Nacken): Die hat schon vorn paar Taje uffjeh├Ârt.
B (r├Ąuspern, Bierschluck) Aahh! Bin ick wohl nich informiert.
A (r├Ąumt unterhalb des Tresen umher): Musste ma ├Âfter kommen, wa. Ick informier dir schon. Aber hier kommt keener mehr. (H├Ąlt inne, hebt die Hand zu den Augen, reibt) Ooch, wat jucken mir die Oogen. Ick bin dit fr├╝he uffstehn einfach nich jew├Âhnt. Fr├╝her hab ick die N├Ąchte abjerissn. Arbeetsm├Ą├čich. Aber dit fr├╝he uffstehn is zu ville. (Wendet sich ohne ├ťbergang und M├╝he mir zu) M├╝ssen Sie ooch fr├╝h uffstehn, Frollein?
C: Ich bin generell Fr├╝haufsteher.
A: Vastehe! Und wat hee├čt fr├╝h for Ihnen, Frollein?
C: Sieben Uhr.
A: Hmmm. Und wenn se nich m├╝ssen?
C: Ich gehe abends um halb elf zu Bett und bin zwangsl├Ąufig um sieben Uhr wach. Ob ich muss oder nicht.
B (nickt A zu): Jenau acht Stunden, vascheeste, mehr broocht der Mensch nich.
A (beachtet ihn nicht): Ham se ooch schon mal ne Nacht durchjemacht? Arbeetsm├Ą├čich, meen ick.
C: Fr├╝her habe ich in vier Schichten gearbeitet.
A: Is nich wa!
C: Aber das ist alles schon so lange her.
B: Wat hamse denn jemacht?
C: Heizer.
A + B (gucken mich beide an): Heezer??
A: Inne DDR?
B: Altballiner Jeschichten!
C: In Rostock. Aber, wie gesagt, das ist alles schon Jahre her.
A: Wem sagn sit.
B: N├╝scht is mehr wie eenst.
A: Fr├╝herwarsowiesoallitbessa.
B: Fr├╝her hattn we ooch een Kaiser.
C: Fr├╝her war ich siebzehn.
A+B (heben die Gl├Ąser), C (die Kaffeetasse): Prost.

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flammarion
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hm,

haste den dialekt jenau so jeh├Ârt? mir is noch keen balina untajekomm, der "Taje" saacht. det heest "Taare", eh.
ansonsten fehlt mir ein guter schlu├č der geschichte, ein knaller, ein bonbon oder irgendein echter schlu├čpunkt. schade. ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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Rainer
???
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hallo katrin volkmann,

vom balinern (bestimmt auch nicht richtig) verstehe ich nichts, frage mich aber, warum ├╝berhaupt so ein heftiger dialekt sein mu├č, f├╝r mich erschwert er das lesen.
das von flammarion beanstandete fehlende bonbon ist f├╝r mich der, in bester kurzgeschichtenmanier letzte, satz: die antwort von b auf die aussage von a ist mir gel├Ąufig, aber die antwort der frau so neu, da├č ich herzlich lachen mu├čte. ob er wirklich von dir ist, werde ich insofern ├╝berpr├╝fen, als da├č ich ihn demn├Ąchst ├Âfter mal aufsagen werde, wenn das a/b gepl├Ąnkel im gespr├Ąch auftaucht, mal sehen ob er bekannt ist.

gru├č

rainer

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Meeresblick
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Als S├╝ddeutscher f├╝hlte ich mich in die Rolle eines Forschers zur├╝ckversetzt der Hieroglyphen entziffert...aber nein das war doch nur ein Scherz
__________________
Gl├╝ck ist in uns

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flammarion
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also,

wenn "Fr├╝her war ich siebzehn." der abschlie├čende knaller sein soll, dann kann meiner meinung nach die letzte zeile ersatzlos gestrichen werden. lg
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Old Icke

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Rainer
???
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knallbonbon

nicht der knaller, sondern ein kleines bonbon (zuviel macht schlechte z├Ąhne). vielleicht ist es ja auch die geschichte der versoffenen ostkneiper und ihrer stammkundschaft aus denen sowieso nichts wird, weil sie sich nur besaufen und die sich durchschlagende frau ist so erfolgreich, weil sie nur kaffe trinkt?

gru├č

rainer

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