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Leselupe.de > Gereimtes
Päpstlicher Dressurerfolg
Eingestellt am 03. 04. 2007 10:56


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Wittgenstein
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Päpstlicher Dressurerfolg

Joachim Meisner, seines Zeichens derzeit Kölner Kardinal,
reist zur Papst Audienz nach Rom, trägt unterm Arm sein' original
Kölner Papagei im Käfig als Geschenk für Benedikt,
reicht ihn hin: "Das ist die Klara". Und der Benedikt? Der nickt.

"Klara ist zutiefst katholisch, sie ist folgsam, fromm und brav,
betet Rosenkranz und weckt mich täglich pünktlich aus dem Schlaf".
Tags darauf, um sechsuhrdreißig, tönt es lautstark durch den Saal:
"Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Kardinal!".

Benedikt steht auf und streckt sich, geht zu Klara hin und spricht:
"Ich bin nicht Kardinal, mein Klärchen, ich bin Papst, vergiss das nicht".
Doch am nächsten Morgen wieder, Benedikt wird langsam fahl:
"Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Kardinal!".

Der Pontifex, leicht angesäuert, nimmt die Klara ins Gebet:
"Schau, mein Vögelchen, es ist doch ganz egal wie man es dreht:
Du bist im Vatikan gelandet. Ich bin hier der Maximus.
Merk Dir das und lass in Zukunft diesen kardinalen Stuss!"

Doch unverändert geht es weiter, wochenlang der selbe Satz.
Benedikt wird blass und blässer, ihm gehts tierisch auf den Latz,
als Gott sei Dank dann eines Morgens die göttliche Erleuchtung naht:
Benedikt stürmt zielbewusst zum goldnen Kleiderschrank im Bad,

zieht sein allerschönstes, feinstes päpstlich Festtagsprunkgewand
über, nimmt zur Komplettierung die Tiara noch zur Hand,
setzt sie auf, fleht: "Klara, guck mal, komm, sei endlich einmal brav."

Klara glotzt / ihn an, dann dämmert / ihr's. Na klar: / "Kölle alaaf!"

__________________
Wittgenstein

Version vom 03. 04. 2007 10:56
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Version vom 15. 11. 2007 11:09
Version vom 13. 10. 2008 18:24

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Aus gegebenem Anlass (mehrfache Nachfragen beim Vorlesen des Gedichts):

Die Tiara ist "die bei feierlichen Anlässen getragene außerliturgische Krone des Papstes mit dreifachem Kronreif" (Wikipedia), von der Form her ähnlich der Kopfbedeckung des St. Nikolaus, allerdings rundlicher, fülliger, elfenbeinfarbig und mit drei aufgesetzten Kronen.
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Wittgenstein

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Die Schrägstriche in der letzten Zeile haben nur die Funktion den Sprechrhythmus zu verdeutlichen.
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Weil wir heute den letzte Rosenmontag feiern,
an dem das Gedicht noch aktuell ist.

Respekt für diese Entscheidung, Benedikt.
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Wittgenstein

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