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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Panik
Eingestellt am 23. 03. 2011 10:00


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DocSchneider
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Heute w├╝rde sie das Haus verlassen m├╝ssen, um die unumg├Ąnglichen Eink├Ąufe zu erledigen. Schon der Gedanke daran machte ihr Angst.

Was war geschehen? Warum bekam sie neuerdings Panik, wenn sie allt├Ągliche Dinge ausf├╝hren wollte? Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass sie Angst vor der Angst hatte. Diese Angst war st├Ąrker als sie selbst.

Damals im Kaufhaus....da hatte es angefangen. Wie ihr urpl├Âtzlich der Schwei├č ausgebrochen war, ihr Herz wie wild schlug und sie sich von den Menschen um sich herum bedroht f├╝hlte. Nur weg - das war ihr einziger Gedanke.

Und nun passierte das immer ├Âfter. In den letzten Wochen war es ihr gelungen, Einladungen und der Aus├╝bung ihrer Hobbies aus fadescheinigen Gr├╝nden fernzubleiben. Aber bald ging das nicht mehr. Sie wagte nicht, sich jemandem anzuvertrauen. Meine G├╝te, sie war doch nicht verr├╝ckt. Oder doch? Wer sollte schon Verst├Ąndnis f├╝r sie haben? Ihr Mann? Der am allerwenigsten. Freundinnen? Das sind blo├č die Wechseljahre, w├╝rden sie sagen. Krieg dich wieder ein. Du bist eine erwachsene Frau und stehst mitten im Leben.

Nein, das tat sie nicht mehr.

Was war mit dem alten Hausarzt? W├╝rde er sie zu einem Spezialisten ├╝berweisen? Oder w├╝rde er sie nur milde anl├Ącheln und sagen "Das gibt sich wieder?" Sie hatte zu viel Angst, sich dort einen Termin geben zu lassen.

Endlich verlie├č sie das Haus und setze sich in das Auto. Hier f├╝hlte sie sich einigerma├čen sicher.
Im Supermarkt angekommen, umklammerte ihre rechte Hand fest den Einkaufswagen, w├Ąhrend die linke den Merkzettel fast zerdr├╝ckte. Sie hielt ihren Blick starr auf ihn gerichtet.
Los, vorw├Ąrtsgehen. Erst Obst und Gem├╝se, Kartoffeln, Zwiebeln...brauchte sie die auch? Standen nicht auf dem Zettel. Schon brach ihr der Schwei├č aus. Sollte sie trotzdem welche mitnehmen?

Schnell weitergehen. Nicht aufschauen. Zum K├╝hlregal. Milch, Quark, Joghurt, K├Ąse. Hoffentlich sprach sie niemand an.

Sie f├╝hlte einen Sto├č im R├╝cken. "Entschuldigung, ich habe Sie aus Versehen .... ist Ihnen nicht gut?"

Sie blickte auf und sah in die Augen eines ├Ąlteren Mannes. Was wollte er? Sie konnte ihn nicht verstehen. Hatte er b├Âse Absichten? Wollte er ihr Geld? Ihr Leben?
Sie musste weg hier. Schnell, ganz schnell. Sie konnte den Rest nicht mehr einkaufen. Sie w├╝rde die Kinder schicken....ja , das w├Ąre die beste Idee.

Ohne ein Wort der Erwiderung schob sie den Wagen zur Kasse. Alles auf das Band legen, schnell, nicht aufschauen, dieses entsetzliche Piep-Piep-Piep, rasch alles wieder in den Wagen, nicht die Kassiererin ansehen, nur den Betrag h├Âren: 46, 77 Euro. Bitte!

Sie schaffte es, einen 50-Euro-Schein aus dem Portemonnaie zu ziehen. Blick nach unten, schnell das Wechselgeld verstauen....und RAUS HIER!

Ihr Auto schien ihr die sch├Ânste Zuflucht zu sein, die sie jemals gesehen hatte. In Schwei├č gebadet, mit pochendem Herzen, verstaute sie die Waren und schob den Einkaufswagen zur├╝ck. Aufatmend setzte sie sich an das Steuer. Sie lehnte den Kopf zur├╝ck und schloss die Augen.

So konnte es nicht weitergehen. So nicht. Sie musste doch zum Arzt gehen....oder sollte sie sich im Internet informieren? Jetzt aber erstmal nach Hause. Durchatmen, tief durchatmen, Motor starten, wegfahren, in den Kreisverkehr hinein....wo musste sie ihn verlassen?

Konnte sie nicht einfach in diesem Kreis bleiben und immer weiterfahren? Ihr Leben war doch genauso. Drehte sich im Kreis. Von einer Panikattacke zur n├Ąchsten.

Wo war der Ausgang?

Wo?

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Ich fand den Text auch gut, gebe aber Madeira vollumf├Ąnglich recht. Es liest sich ein bisschen distanziert. Vermutlich erreichst du mehr N├Ąhe, wenn du die Handlung in die Gegenwart verlegst.
Auch w├╝rde ich vielleicht mehr auf die bezeichneten Nebenfiguren wie Mann und Freundinnen eingehen. Warum w├╝rde es ihr Mann am wenigsten verstehen?
Wechseljahre finde ich als Vorwand auch zu bedeutungslos. Immerhin haben wir hier eine Prot., die mit ihren Nerven am Ende ist. In solchen Situationen denkt man wohl eher irrational, spricht ├╝berspitzte Schuldzuweisungen aus, Liebesgef├╝hle k├Ânnen schnell zu Hass werden etc. ...
Insofern fehlen (mir) die entsprechenden Bilder, um ihre Glaubw├╝rdigkeit zu untermauern.

Liebe Gr├╝├če, Karsten

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